Anfrage - 0598/2024
Grunddaten
- Betreff:
-
Anfrage der AfD FraktionAusmaß, Muster und Gründe von Gewalt an Schulen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Anfrage
- Federführend:
- FB40 - Schule
- Bearbeitung:
- Meinolf Grüne
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Geplant
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Schulausschuss
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Entscheidung
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20.06.2024
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Beschlussvorschlag
Fast die Hälfte aller Lehrkräfte berichtet von Problemen mit körperlicher oder psychischer Gewalt unter den Schülerinnen und Schülern ihrer Schule. Das zeigt das Deutsche Schulbarometer 2024, das am 24. April von der Robert Bosch Stiftung veröffentlicht wurde. Insgesamt gaben 47 Prozent der befragten Lehrerinnen und Lehrer an, dass es Probleme mit Gewalt an ihrer Schule gibt. An Schulen mit einem hohen Anteil von Kindern aus einkommensschwachen Familien sind es sogar 69 Prozent. Betrachtet man die Angaben nach Schulformen, dann sind Förder- und Sonderschulen (67 Prozent) besonders oft von Gewaltproblemen betroffen, gefolgt von Haupt-, Real- und Gesamtschulen (62 Prozent). Aber auch an Grundschulen sehen 45 Prozent der Lehrkräfte Gewaltprobleme an ihrer Schule.
Wir bitten in dem Zusammenhang um die Beantwortung folgender Fragen:
1.) Gibt es statistische Erhebungen zu der Anzahl der gewalttätigen Übergriffe auf Schüler in Hagen?
2.) Haben deswegen schon Schulwechsel stattgefunden? Wenn ja, wie oft?
3. )Sofern einschlägige Untersuchungen vorliegen, lassen die bisherigen Ergebnisse
nach Einschätzung einen statistisch signifikanten Konnex zwischen definierten
Formen von Gewalt mit bestimmten Faktoren wie Geschlecht, Alter, soziale Herkunft,
kulturelle oder religiöse Prägung, Migrationshintergrund, Schulform etc. erkennen,
und wenn ja, welchen?
4.) Muss die Schule eine Gewalthandlung unter Kindern immer bei der Polizei anzeigen?
5.) Wird das Jugendamt automatisch über Gewaltvorfälle an der Schule informiert?
Sachverhalt
Kurzfassung
- Entfällt -
Begründung
Die Angaben der Lehrkräfte im Deutschen Schulbaromter über ihr Erleben an der Schule bestätigen die jüngsten Statistiken, die einen Anstieg der gemeldeten Gewaltvorfälle an Schulen konstatieren. Im März hatte die Nachrichtenagentur DPA die aktuellen Zahlen solcher Vorfälle in den Landeskriminalämtern der 16 Bundesländer abgefragt.
Gleich in mehreren Bundesländern ist demnach die Zahl erfasster Gewaltdelikte im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie angestiegen – teilweise deutlich. Vergleicht man zum Beispiel in der Statistik des Landesinnenministeriums in Nordrhein-Westfalen die Jahre 2019 und 2022, so ergibt sich ein Anstieg der Fälle um mehr als die Hälfte, obwohl die Zahl der Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen nur um etwa ein Prozent stieg.
Auch nach Einschätzung des Allgemeinen Schulleitungsverbandes Deutschlands haben viele Lehrkräfte das Gefühl, dass die Bereitschaft zur Gewalt zugenommen hat. „Wir haben bemerkt, dass mehr Waffen zur Schule mitgenommen werden als früher“, sagte der Verbandsvorsitzende Sven Winkler der DPA. Dabei handele es sich vor allem um Messer und sogenannte Anscheinswaffen. Das sind Waffen, die echten Schusswaffen täuschend ähnlichsehen.
Im Rahmen der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU zur Lesekompetenz wurden die Viertklässlerinnen und Viertklässler auch zu Gewalterfahrungen befragt. Das Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) der Universität Dortmund hat am 9. April eine Sonderauswertung dazu veröffentlicht. Demnach macht fast die Hälfte der Kinder der vierten Klassenstufen Erfahrungen mit physischer Gewalt und über zehn Prozent mit Online-Mobbing. Ausgrenzung und körperliche Gewalt kommen laut Analyse in Deutschland häufiger vor als im EU-Durchschnitt.
Inklusion von Menschen mit Behinderung
Belange von Menschen mit Behinderung
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x | sind nicht betroffen |
Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung
x | keine Auswirkungen |
Anlagen
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1
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(wie Dokument)
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135,8 kB
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