Mitteilung - 0593/2024
Grunddaten
- Betreff:
-
Grünfläche Dr.- Lammert - Weg hier: Beginn des Planungsprozesses mit Bürgerbeteiligung
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Mitteilung
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Heike Wobeser
- Beteiligt:
- FB60 - Verkehr, Immobilien, Bauverwaltung und Wohnen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Geplant
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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19.06.2024
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Sachverhalt
Kurzfassung
entfällt
Begründung
Sachstand
Der Bebauungsplan Nr. 4/81 (382) Teil II 4. Fassung 1. Änderung sieht in der Mitte des Baugebietes eine ca. 1.000 m² große Grünanlage und einen 800 m² großen Kleinkinderspielplatz vor.
In der Sitzung der Bezirksvertretung Nord am 26.10.2022 wurde im Rahmen der Mitteilung der Verwaltung DS 0906/2022 erläutert, dass die Errichtung eines Kinderspielplatzes im Neubaugebiet Dr.-Lammert–Weg nicht weiterverfolgt wird. Es wurde angekündigt, dass nach Abschluss der privaten Bautätigkeit im 2. BA eine Grünanlage mit natürlichen Spielelementen erstellt und die Anwohner und Anwohnerinnen in die Planung miteinbezogen werden sollen.
In der Begründung hatte die Verwaltung, hier der zuständige Fachbereich Jugend und Soziales, auf die Beantwortung der Anfrage der BV Nord nach dem Sachstand aus dem Jahre 2016 verwiesen. Hier wurde begründet, weswegen ein neuer Kleinkinderspielplatz nicht erforderlich ist; u.a. durch eine vorgenommene Sozialraumanalyse und der Tatsache, dass sich in gut erreichbarer Nähe Spielplätze befinden. Es wurde damals die Empfehlung ausgesprochen, dass die Fläche des im Bebauungsplan festgesetzten Kleinkinderspielplatzes zugunsten einer Erweiterung der öffentlichen Grünanlage erfolgen soll. Das Ziel sollte es sein, eine naturnahe Grünanlage anzulegen, die die Bedürfnisse aller Generationen erfüllt. Dieser Empfehlung kann auch aus städtebaulicher Sicht gefolgt werden, da eine naturnahe Grünanlage nicht nur den Erholungswert erhöht, sondern nebenbei auch einen Beitrag zur Erhöhung der Artenvielfalt leistet.
Inzwischen sind die privaten Bautätigkeiten im 2. Bauabschnitt und die allgemeinen Erschließungsarbeiten abgeschlossen, so dass mit den Planungen für die Grünfläche begonnen werden kann.
Planung:
Die Verwaltung beabsichtigt die Grünanlage zu einer Naturerfahrungsfläche mit Aufenthaltsbereichen für die Anwohner auszubauen.
Naturerfahrungen sind in landschaftlich abwechslungsreichen Freiräumen in ausreichender Größe möglich, in denen vor allem Kinder ohne vorgegebene Spielelemente und pädagogische Anleitung frei spielen, beiläufig lernen und sich erholen können. Da es diese Flächen im dicht besiedelten städtischen Räumen kaum noch gibt, soll hier, am Dr.-Lammert–Weg eine naturnahe Grünanlage mit in der Natur vorhandenen Elementen gestalterisch angelegt werden. Vorhandene natürliche Gegebenheiten wie Erdhügel, Findlinge, Sträucher oder Bäume werden i. d. R. in die Gestaltung eingebunden und mit weiteren natürlichen Materialien aus der Natur ergänzt. Die Anlage von Vegetationsbereichen mit heimischen Wildpflanzen, z. B. freiwachsende Hecken, Bäumen und Sträucher die Wildfrüchte tragen, werden die Basis einer artenreichen, naturnahen Grünanlage, welche sich als Naturerfahrungsfläche besonders für Kinder eignen. So kann eine große Vielfalt unterschiedlicher Strukturen auf kleinem Raum geschaffen werden, in welchem Natur und Menschen sich auf Augenhöhe begegnen und ihren gleichberechtigten Platz einnehmen können.
Beteiligungsverfahren:
Zur Gestaltung dieser Fläche wird eine Bürgerbeteiligung mit den Anwohnenden der Nachbarschaft durchgeführt. Die Verwaltung wird dazu über einen Flyer einladen, Ideen und Anregungen für die Gestaltung zu kommunizieren. Die Durchführung der Beteiligung erfolgt auf Basis des „Dillinger Modells“, welcher auf die aktive Mitgestaltung und Partizipation aller Nutzerinnen und Nutzer setzt und auch bei der späteren Umsetzung zu Mitmachaktionen einladen wird.
Das Beteiligungsverfahren wird von zwei Naturgartenplanerinnen, Karin Stottmeister und Britta Koslowski, moderiert und begleitet. Nach der Ideensammlung der Teilnehmenden werden kleinere Gruppen gebildet, welche ihre Ideen als Modell bauen. Die Modelle werden ausschließlich mit Naturmaterialien gebaut, die von den Organisatoren in ausreichender Menge zur Verfügung gestellt werden. Dabei entsteht ein reger Austausch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. So können sich die wichtigsten Gestaltungselemente für die Fläche herauskristallisieren, die später Eingang in die Planung finden.
Der Auftakt der Bürgerbeteiligung ist für Sonntag, den 08. September 2024, um 15:00 Uhr vorgesehen.
Um mehr jungen Menschen aus dem Wohnumfeld Naturerfahrung näher zu bringen, wird es im Sinne der Bildung für Nachhaltige Entwicklung als sinnvoll erachtet, diese an der Entstehung dieser Naturerfahrungsfläche am Dr.–Lammert-Weg partizipieren zu lassen. Das gelingt am besten, wenn auch Kinder aus der weiteren Nachbarschaft als Multiplikatoren direkt in den Planungsprozess mit eingebunden werden. Die Verwaltung konnte in Kooperation mit der Goetheschule aus Boele eine vierte Klasse gewinnen, sich mit der Gestaltung der Fläche im Rahmen eines Projekttages ebenfalls kreativ auseinander zu setzen.
Dieser Projekttag findet am Montag, den 09. September 2024 ab 9:00 Uhr am Dr.-Lammert–Weg statt.
Zeitplan:
Die Planungen werden bis zum Jahresende 2024 abgeschlossen. Danach beginnen die Vorbereitungen für die Umsetzung ab April 2025.
Über den Winter 2024/25, also außerhalb der Vegetationsperiode werden die illegal gelagerten Aushubmassen, bestehend aus Boden, Grünbewuchs und Resten von Baumaterialien abgefahren. Diese Massen können nicht in die zukünftige Naturerfahrungsfläche mit einbezogen werden und müssen kostenpflichtig abgefahren werden. Außerdem hat sich auf dem brachliegenden Geländeteil eine invasive Brombeerhecke unkontrolliert ausgebreitet, die jede Neubepflanzung unterdrücken würde. Die Brombeeren werden konsequent aus der Fläche entfernt und ebenfalls über den Jahreswechsel 2024/25 abtransportiert.
Inklusion von Menschen mit Behinderung
Belange von Menschen mit Behinderung
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Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung
x | positive Auswirkungen (+) |
Finanzielle Auswirkungen
x | Es entstehen weder finanzielle noch personelle Auswirkungen. |
gez.
Henning Keune, Technischer Beigeordneter
