Beschlussvorlage - 0258/2024
Grunddaten
- Betreff:
-
Schenkung Karl Friedrich Fritzsche, "Garten der Lüste", 2020/21, Farbstift auf Papier, zehnteilig; "Die 4 Lebensalter", 2015, Farbstift, Bleistift auf Papier, vierteilig
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB49 - Museen und Archive
- Bearbeitung:
- Anja Spiecker-Kondritz
- Beteiligt:
- FB20 - Finanzen und Controlling
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Vorberatung
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19.03.2024
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Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Entscheidung
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21.03.2024
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Sachverhalt
Kurzfassung
entfällt
Begründung
Der Hagener Künstler Karl Friedrich Fritzsche beabsichtigt dem Osthaus Museum Hagen die beiden Werkzyklen „Der Garten der Lüste“ (2020/21) sowie „Die 4 Lebensalter“ (2015) zu schenken.
K. F. Fritzsche hat sich der figurativen Malerei verschrieben. Er ist ein hervorragender Zeichner und zugleich ein guter Beobachter der Menschen in seiner Umgebung. Seine Porträts von Menschen sind Zeugnisse seiner Wahrnehmung kleinster Details.
Mit seinem zehnteiligen Zyklus „Der Garten der Lüste“ rekurriert K. F. Fritzsche auf die Bildidee eines der bekanntesten niederländischen Maler der Renaissance, Hieronymus Bosch (um 1450-1516). Ausschlaggebend für K. F. Fritzsches Rezeption war die Mitteltafel mit der fantastischen Darstellung des „Garten der Lüste“, der links vom „Garten Eden“ und rechts von der „Hölle“ flankiert wird.
Die surreal anmutende Landschaft ist von zahlreichen teils fantastischen nackten Menschen und Tieren bevölkert. Die unrealistisch zueinander proportionierten Figuren interagieren, in skurrilen Szenen mit teilweise eindeutig sexuellen Konnotationen, inner- und außerhalb ungewöhnlicher Architekturen miteinander.
Dies einst sowohl als Warnung gegen die Todsünde der Wollust wie auch als Liebesparadies interpretierte Darstellung des „Garten der Lüste“ wird von K. F. Fritzsche in die Gegenwart überführt und übersetzt. Seine zehn Farb- und Bleistiftzeichnungen zeigen einzelne, von Bosch inspirierte Szenen menschlicher Verfehlungen, in denen sich Frauen und Männer, ob auf der Straße oder im Bordell, ihren Lastern hingeben. In Werken wie „Sex, Drugs and Rock’n Roll“ oder „Roxanne (red light)“, die junge Menschen berauscht von Drogen und elektronischer Musik beim ausgelassenen Tanzen im Club wie auch gekaufte Liebe zeigen, agiert der Künstler höchst gesellschaftskritisch, indem er die Abgründe, Schwächen und Laster der menschlichen Moral, wie Völlerei, Gier, Sexualität, Schmerz, Missbrauch und Fetischismus, vor Augen führt.
„Die 4 Lebensalter“ zeigen vier Personen unterschiedlichen Alters als Hüftbilder, die aus dem Freundes- und Bekanntenkreis des Künstlers stammen. Angelehnt an die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter versinnbildlichen die vier Lebensalter die sich physisch abzeichnenden Zeichen der Zeit. Mit dicht aneinandergesetzten, feinen Strichen und Schraffuren vermag es K. F. Fritzsche die individuellen Züge der einzelnen Personen wiederzugeben. Den Fokus legt er dabei jeweils auf Ausarbeitung der ausdrucksstarken Gesichter und Hände.
Insgesamt veranschaulichen die Zeichnungen der beiden Zyklen die technische Leistung K. F. Fritzsches und repräsentieren seine unverkennbare Handschrift, die er im Laufe seiner Schaffenszeit entwickelt hat. Der Bildhauer, Maler und Zeichner ist durch eigene Ausstellungen bzw. durch Projekte seit Jahrzehnten eng mit dem Osthaus Museum Hagen verbunden. Zuletzt waren seine Werke vom 23. April bis 19. Juni 2022 anlässlich der Ausstellung „Karl-Friedrich Fritzsche – Dem Goldrausch nicht verfallen. Bilder gezeichnet“ im Osthaus Museum Hagen präsentiert gewesen. Die Ausstellung war eine Hommage an den damals 70-jährigen Künstler. Der begleitend im Neuen Folkwang-Verlag erschienene Katalog dokumentiert den Facettenreichtum von Fritzsches Kunst – von der Bildhauerei mit dem bevorzugten Material Holz bis hin zu den luziden Zeichnungen. Die Annahme seiner Schenkungen würdigt sowohl das Œuvre des vielseitigen Künstlers und dokumentiert dessen Wirken in und für die Stadt Hagen.
Vita
Karl Friedrich Fritzsche wurde 1951 in Zschopau geboren. Von 1971 bis 1976 studierte er freie Malerei und Bildhauerei an der Folkwangschule in Essen. Er lebt seit vielen Jahren als freischaffender Künstler in Hagen, wo er von 1976 bis 1984 für die Städtischen Bühnen arbeitete. Im selben Jahr eröffnete Fritzsche die Produzentengalerie Kunstraum Hagen, die bis 1999 existierte. 1997 gründete er zusammen mit seiner Frau Barbara Wolff die Malschule Kunst an der Brücke, 2010 folgte die Gründung des KunstHAUS 52. Seit 1980 nahm K. F. Fritzsche an verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen in Hagen und deutschlandweit teil.
Inklusion von Menschen mit Behinderung
Belange von Menschen mit Behinderung (Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)
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X | sind nicht betroffen |
Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung
(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)
X | keine Auswirkungen (o) |
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)
X | Es entstehen folgende Auswirkungen: |
- Auswirkungen auf die Bilanz
(nach vorheriger Abstimmung mit der Finanzbuchhaltung)
Aktiva:
(Bitte eintragen)
Die Schenkungen von Kunstwerken führen zu einer Aktivierung in der Bilanz. Die aktivierungsfähigen Anschaffungs- und Herstellungskosten betragen 44.600 €. Abschreibungsaufwand entsteht nicht, da Kunstgegenstände keiner Abschreibung unterliegen. |
Passiva:
(Bitte eintragen)
Parallel zu den aktivierungsfähigen Anschaffungs- und Herstellungskosten sind auf der Passivseite Sonderposten in gleicher Höhe (44.600 €) zu bilden. Diese stellen die Finanzierung des Vermögensgegenstandes dar. Analog zur Aktivseite erfolgt keine ertragswirksame Auflösung des Sonderpostens. Insgesamt handelt es sich bei Sachschenkungen um eine Bilanzverlängerung. |
- Steuerliche Auswirkungen
(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)
X | Es entstehen keine steuerlichen Auswirkungen. |
| |
X | Freiwillige Selbstverwaltungsaufgabe |
gez. Erik O. Schulz | gez. Martina Soddemann |
Oberbürgermeister | Beigeordnete |
| gez. |
Bei finanziellen Auswirkungen: | Christoph Gerbersmann Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer |
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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16,9 kB
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19.03.2024 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - geändert beschlossen
Beschluss:
Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss empfiehlt dem Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Hagen folgenden Beschluss zu fassen:
Der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Hagen nimmt die Schenkung von 14 Kunstwerken des Künstlers Karl Friedrich Fritzsche dankend an und überträgt diese dem Osthaus Museum Hagen.
Abstimmungsergebnis:
| Ja | Nein | Enthaltung |
CDU | 5 | - | - |
SPD | 4 | - | - |
Bündnis 90/ Die Grünen | 2 | - | - |
AfD | 1 | - | - |
Hagen Aktiv | 1 | - | - |
Bürger für Hohenlimburg / Die PARTEI | 1 | - | - |
FDP | 1 | - | - |
Die Linke | 1 | - | - |
HAK | 1 | - | - |
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X | Einstimmig beschlossen | ||
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Dafür: | 17 | ||
Dagegen: | - | ||
Enthaltungen: | - | ||