Beschlussvorlage - 0327/2006
Grunddaten
- Betreff:
-
Call Center/Info-BereicheAufhebung des Projektstatus
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 19 Zentrale Steuerung
- Bearbeitung:
- Susanne Tschiesche
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Personalausschuss
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Vorberatung
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25.04.2006
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●
Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Entscheidung
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27.04.2006
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Sachverhalt
Das Projekt Call Center/Info-Bereiche wurde zum
01.06.2002 eingerichtet und beauftragt, ab 1.2.2003 ein Call Center für eine
zweijährige Pilotphase zu betreiben und außerdem Informationsbereiche in den
neuen Rathäusern bei Fertigstellung eingerichtet zu haben und dauerhaft zu
betreiben.
Die Pilotphase des Call Centers ist im Februar 2005
abgelaufen.
VB 4/PG hat zwischenzeitlich einen Abschlußbericht
vorgelegt.
Eckpunkte des Abschlussberichtes:
·
Nach
Schaffung der organisatorischen und technischen Voraussetzungen wurde der
Betrieb des Call Center am 10.03.2003 aufgenommen; die Informationsbereiche
standen termingerecht zur Verfügung.
·
Aufgrund
gesammelter Erkenntnisse und Erfahrungen wurde die Aufgabenwahrnehmung
projektintern umstrukturiert.
·
Die
sich aus der Umstrukturierung ergebenden Vorteile, wie z.B. bessere Einsatz-
und Vertretungsmöglichkeiten, Abbau von Schnittstellen o.ä. konnten so bereits
in der Projektphase genutzt werden.
·
Während
der Abschlussbericht des Teilprojektes Telefon/Info den Einsatz von insgesamt
21 Mitarbeitern vorsah, ist der Dienstbetrieb nun darauf ausgerichtet, alle
Aufgabenbereiche mit 16,5 Stellen abzudecken.
·
Die
tatsächlichen Investitionskosten unterschreiten den in der Vorlage vom
03.04.2002 dargestellten Aufwand um 16.632,95 .
·
Die
Zahl der Anrufe, die durch Auslastung der Telefonarbeitsplätze nicht angenommen
werden konnten, lagen im Durchschnitt des Jahres 2004 noch bei ca. 8.300,
zwischenzeitlich konnte dieser Wert deutlich verbessert werden (2005: ca.
5.000). Nach ersten Auswertungen setzt sich die positive Tendenz auch im Jahr
2006 deutlich fort.
·
Die
Auskunftsquote konnte von ursprünglich ca. 13% auf ca. 30% gesteigert werden.
Die Fehlvermittlungsquote belief sich 2004 auf ca. 25%, zuletzt lag sie bei ca.
22%.
·
Neben
der zugenommenen Bedeutung der Wegweiserfunktion in den Gebäudekomplexen
Rathaus I und Rathaus II können den Bürgerinnen und Bürgern in den
Infobereichen durch abschließende Auskünfte und Aushändigung von Formularen,
insbesondere bei Erstkontakten, Wege- und Wartezeiten zu und in den
Fachdienststellen erspart werden.
Allgemeines
Der Verwaltungsvorstand hat am 12.02.2002
beschlossen, ein Call Center sowie Informationsbereiche in den neuen Rathäusern
einzurichten. Dem grundlegenden Konzept mit den entsprechenden
organisatorischen, personellen und finanziellen Konsequenzen hat der Haupt- und
Finanzausschuss am 16.05.2002 zugestimmt (Drucksachen-Nr. 100026/02).
Die Pilotphase des Call Centers ist im Februar 2005
abgelaufen.
Die Zentrale Steuerung hat den in der Anlage
beigefügten Bericht geprüft und kommt zu folgenden Feststellungen:
1.
Sachkosten
Der vorgegebene Investitionsrahmen wurde um
16.632,95 unterschritten; dieses Ziel wurde somit voll erreicht.
2.
Personalkosten
Die Darstellung im Abschlußbericht ist
nachvollziehbar.
Bereits mit Veränderung der projektinternen
Organisation (Verfügung von 19 vom 04.03.2004) wurde die Aufgabenwahrnehmung
noch in der Pilotphase (März 2004) mit dem Ziel optimiert, den Betrieb
dauerhaft mit 16,5 statt der ursprünglich geplanten 21 Stellen sicherzustellen.
Die seinerzeit angekündigten Einsparpotentiale
wurden zwischenzeitlich realisiert.
3.
Inhaltliche Bewertung - Call Center
In der früheren Telefonzentrale standen 4
Auskunftsplätze für die reine Vermittlungstätigkeit zur Verfügung. Zur Zeit
sind 7 Plätze vorhanden. Es erfolgt eine umfassende, teilweise abschließende
Beratung der Anrufer/-innen.
Die vorgelegten Daten belegen, dass die wesentlichen
Projektziele erreicht wurden. Durch abschließende Klärung von annähernd 30 %
der eingehenden Anfragen konnten die Vermittlungsnotwendigkeiten in die Fachämter reduziert werden.
Ebenso ist durch die umfangreichen Besetzungszeiten
die Erreichbarkeit der Verwaltung auch außerhalb der jeweiligen Sprechzeiten
der Fachämter sichergestellt.
Die zu Beginn der Pilotphase des Call Center
gestiegene Zahl der Anrufe, die durch Auslastung der Telefonarbeitsplätze nicht
angenommen bzw. nicht vermittelt werden konnte, war zunächst kritisch zu
betrachten. Im Projektverlauf ist jedoch eine positive Tendenz festzustellen,
d. h. die Zahl der nicht angenommenen bzw. nicht vermittelbaren Gespräche ist
deutlich zurückgegangen.
Um diese positive Entwicklung auch künftig
fortsetzen zu können, muss aus hiesiger Sicht 2 Aspekten besonderes Augenmerk
zukommen:
·
vollständige
Besetzung aller Telefonarbeitsplätze zumindest während der anrufstarken Zeiten
und
·
Verbesserung
der telefonischen Erreichbarkeit innerhalb der Verwaltung.
4.
Inhaltliche Bewertung - Informationsbereiche
Zur Bewertung der Zielerreichung dieses Bereiches
können die statistischen Daten der Informationsbereiche nicht herangezogen
werden. Einerseits liegen keine Daten aus den ehemaligen Pförtnerbereichen vor,
andererseits geht der Wert und Nutzen über eine reine Zahlenanalyse hinaus.
Neben einer zugenommenen Wegweiserfunktion in den
Gebäudekomplexen Rathaus I und Rathaus II können den Bürgerinnen und Bürgern
auch durch abschließende Auskünfte und Aushändigung von Formularen,
insbesondere bei Erstkontakten, Wege- und Wartezeiten zu und in den
Fachdienststellen erspart werden.
Das wesentliche Ziel der Informationsbereiche ist
damit unabhängig von der Entwicklung der Kontaktzahlen erreicht.
Unter wirtschaftlichen Aspekten haben die
Frequentierungsdaten dieser zentralen Anlaufpunkte dazu geführt, dass bereits
in der Pilotphase Öffnungszeiten angepasst und die Dienstplangestaltung
optimiert wurde.
Ergänzende Informationen zu den Info-Bereichen im
Nebeneingang Rathaus I und im Technischen Rathaus:
Info-Bereich Nebeneingang Rathaus I
·
Ca.
600 Ratsuchende finden hier wöchentlich einen Ansprechpartner vor.
·
Der
Zugang vom Parkdeck mit direktem Durchgang zum Rathaus an der Volme ist
beaufsichtigt.
·
Eine
unmittelbare Absicherungsfunktion bei Feueralarm ist vorhanden.
·
Neben
den reinen Informationsaufgaben werden auch andere Aufgaben wahrgenommen (z. B.
Aushang Öffentlicher Bekanntmachungen).
Info-Bereich Technisches Rathaus (Rathaus II)
·
Neben
den reinen Informationsaufgaben werden im wesentlichen noch folgende Aufgaben wahrgenommen:
·
Paket-
und Postannahme für Dienststellen im Haus,
·
Entwertung
von Parkkarten für Behindertenparkplätze,
·
Schließtätigkeit
der Eingangstür sowie eines Besprechungsraumes für Sprechstunden des
Versorgungsamtes und des VdK,
·
Ausgabe
von gelben Säcken/Müllkalendern,
·
Ausgabe
eines Leihrollstuhles,
·
Annahme
von Materiallieferungen u.a..
·
Der
Zugang zum Technischen Rathaus ist beaufsichtigt (im Erdgeschoss des gesamten
Gebäudekomplexes liegt sonst nur noch in ca. 30 m Entfernung der Info-Bereich
des Sozialen Rathauses).
·
Eine
unmittelbare Absicherungsfunktion bei Feueralarm ist gegeben.
Aufgrund
der Notwendigkeiten zur Haushaltskonsolidierung wurden folgende Alternativen
geprüft:
·
Besetzung durch einen Pförtnerdienst
Die Aufwendungen für Personalkosten könnten bei
dieser Variante etwas gesenkt werden (Differenz EG 6 zu EG 5).
Das ursprüngliche Ziel, an diesen zentralen Stellen
allgemeine Fragen und Anliegen der Bürgerinnen abschließend zu klären, müsste
dann aufgegeben werden.
·
Technische Lösung
Denkbar wäre der Einsatz eines Wegeleit- und
Informationssystems. Einer möglichen Personalkosteneinsparung stünden
jedoch Investitions- und Betriebskosten (auch i.S. des Pflegeaufwandes)
gegenüber.
Um dem gewünschten Bürgerservice noch annähernd
gerecht werden zu können, müßte ein in der Anwendung sehr einfaches System
gewählt werden.
Den Sicherheitsaspekten kann mit dieser Variante
nicht mehr Rechnung getragen werden.
Mit Einführung eines beschränkten Zugangssystems
nur für Berechtigte (z.B. mit Hilfe einer Zugangsberechtigungskarte für
Mitarbeiter/-innen und Mitglieder politischer Gremien) wären die gewünschten
Zugänge für die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr nutzbar.
Im Rathaus I entfiele der Zugang vom Parkhaus, der
z.B. auch von externen Besuchern des Rathauses an der Volme (Besprechungen,
öffentliche Sitzungen, Eheschließungen) genutzt wird.
Im Rathaus II müßten Besucher des Technischen Rathauses
den gesamten Gebäudekomplex über den Zugang zum Sozialen Rathaus durchqueren
(nicht auf allen Etagen besteht eine direkte Verbindung).
·
Völliger Verzicht auf die Informationsbereiche im Nebeneingang Rathaus
I und Eingang Technisches Rathaus
Dem Vorteil, das keine Personalkosten mehr anfallen,
stehen die Nachteile eines fehlenden Ansprechpartners für die Bürgerinnen und
Bürger sowie die Sicherheitsaspekte gegenüber.
Ergebnis:
Eine
Vor- und Nachteilsabwägung hat zu dem Ergebnis geführt, dass zum jetzigen
Zeitpunkt aus Sicht der Verwaltung die Aufrechterhaltung aller
Informationsbereiche u. a. aufgrund der z.T. unübersichtlichen
Gebäudestrukturen und der Weitläufigkeit der Rathäuser I und II geboten ist.
Die aktuelle Personalstärke entspricht bei diesem
Leistungsumfang einer Mindestausstattung; eine weitere Ausdünnung hätte zur
Folge, dass in Urlaubs- und Krankheitsfällen eine stunden- oder tageweise
Schließung nicht zu vermeiden wäre.
Gleichwohl besteht die Absicht, unter
Berücksichtigung der weiteren Entwicklung Optimierungspotentiale z. B. durch
Erschließung weiterer Synergien aufzugreifen.
5.
Fazit
Seit
mehr als 10 Jahren wird kontinuierlich daran gearbeitet, die Verwaltung
kundenorientierter zu gestalten. Gelungene Projekte wie z. B. die Bürgerämter,
verschiedene Kundenbüros oder auch das Virtuelle Rathaus decken
zwischenzeitlich die unterschiedlichsten Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger
als Kunden der Stadtverwaltung ab. Neue Projekte wie aktuell z. B. das
Servicezentrum Wirtschaft wurden eingerichtet.
Der qualifizierte Telefonservice wie auch die
Informationsbereiche, die ebenfalls für Auskünfte und Beratungen zur Verfügung
stehen, ergänzen diese Entwicklung konsequent. Beide Bereiche stellen faktisch
eine Visitenkarte der Verwaltung dar, deren Wirkung zu einem positiven Image
der Stadt Hagen beitragen kann.
Da die im Projektbericht aufgezeigten kritischen
Aspekte wie Zahl der abgewiesenen Anrufe bzw. zeitweise Schließung eines
Informationsbereiches offenbar auch in der personellen Ausstattung begründet
liegen, muss der Personalbedarf zu gegebener Zeit erneut überprüft werden.
Weitere
Einsparpotentiale sind damit aus heutiger Sicht nicht erkennbar.
6.
Formale Auflösung des Projektstatus
Die Pilotphase wurde erfolgreich durchgeführt, so
dass der Projektstatus im Zusammenhang mit einer zukünftigen organisatorischen
Regelung aufzuheben ist.
Die Anbindung erfolgt im Bereich der Zentralen
Dienste mit dem Ziel, über eine Neustrukturierung der Zentralen Dienste
insgesamt weitere Synergien zu gewinnen.
Neben dem bereits vorhandenen Stellenvolumen erfolgt
eine Kompensation der noch benötigten Stellen innerhalb der Verwaltung.
