Berichtsvorlage - 0202-1/2022

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Bezirksvertretung Hagen-Haspe nimmt den vorliegenden Bericht zur finalen Evaluation des o.g. Pilotvorhabens durch die Verwaltung zur Kenntnis.

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Sachverhalt

Kurzfassung

Die Verwaltung legt die Finalevaluierung des Projekts „Einführung von E-Tretroller-Verleihsystemen in Hagen“ vor, um den Fortschritt des Projektes in Haspe aufzuzeigen.

 

Fazit aus dem Pilot Projekt in Haspe:

Laut den Gesprächen mit Mitarbeitern der Bezirksvertretung Haspe, eigener Vor-Ort-Begehungen, eingegangener Beschwerden und Anregungen aus der Bevölkerung funktioniert das stationsgebundene Modell in Haspe ohne die Probleme, die in anderen Städten mit Free-Floating-Systemen bestehen. Es gab über die Laufzeit nur wenige Beschwerden. Die Sachverhalte konnten aufgeklärt und dauerhaft Abhilfe geschaffen werden.

 

Ausgehend von der Analyse der Nutzerdaten des Anbieters Zeus für die Monate von Dezember 2021 bis Mai 2022 sowie von Gesprächen mit dem Anbieter wird beobachtet, dass das stationsgebundene System in Hagen weniger Nutzer hat als sogenannte Free-Floating Systeme in anderen Städten. Die Flexibilität, die E(lektro)-Tretroller überall im Free-Floating-System parken zu können, macht es für die Nutzer generell attraktiver. Dennoch werden in Städten, die dieses System erlauben, jedoch häufig Probleme beobachtet, wie z.B. wild geparkte E-Tretroller auf Fußwegen, Vandalismus, etc.

 

Um diesen möglichen Problemen vorzubeugen und die E-Tretroller geordnet in der Stadt Hagen einzuführen, hat die Verwaltung mit dem Anbieter Zeus ein sogenanntes stationsgebundenes Verleihsystem im Stadtbezirk Haspe angeboten. Um das Angebot auch in Haspe attraktiver zu machen und zu verbessern und die guten Erfahrungen zu übertragen, soll das System in anderen Hagener Stadtteilen weiter ausgeweitet werden.

 

Sachverhaltsdarstellung:

E-Tretroller sind seit Juni 2019 in Deutschland für den Straßenverkehr zugelassen und inzwischen in einigen Städten als Leihfahrzeuge von vielen und verschiedenen Anbietern anzutreffen. Bei der Stadtverwaltung Hagen hatten sich in der Vergangenheit zahlreiche Anbieter gemeldet und wollten in Hagen mit sogenannten „Free-Floating-Systemen“ im gesamten Stadtgebiet von Hagen tätig werden.

 

Um das ungeordnete Ausbringen von E-Tretrollern und die Anzahl der E-Tretroller in Hagen zu steuern, hat die Verwaltung am 26. November ein sechsmonatiges Pilotprojekt in Hagen-Haspe mit dem Anbieter Zeus und einem stationsgebundenen System gestartet. Damit sollten Zustände wie in anderen Städten (z.B. Dortmund, Bochum) mit einer unkontrollierten Ausbringung von stationslosen E-Tretrollern zu vermeiden werden.

 

Überblick über das System:

Aus den vom Anbieter ZEUS für die Pilotphase von Ende November bis Ende Mai zur Verfügung gestellten Nutzerdaten können folgende Finalergebnisse entnommen werden (Nutzerdaten Tabellen und Karten siehe beigefügte Anlagen):

 

  • ca. 3.750 km pro Monat sind mit E-Tretrollern gefahren worden
  • 0,6 Fahrten pro Tag pro E-Tretroller
  • die durchschnittliche Reiselänge liegt bei ca. 3,4 km pro Fahrt
  • die durchschnittliche Reisedauer liegt bei ca. 27 Minuten pro Fahrt
  • die meisten Fahrten, nämlich 30 %, werden zwischen 16 und 20 Uhr durchgeführt. 29% der Fahrten werden von 12-24 Uhr durchgeführt
  • ngere Strecken werden abends und kürzere Strecken tagsüber zurückgelegt
  • die meisten der 25 angebotenen Abstellflächen in Haspe werden häufig genutzt
  • etwa 35% der Kunden sind aktive Nutzer
  • einen Beitrag zur Reduzierung der verkehrsbedingten Co2-Emissionen und zur Luftreinhaltung geleistet

 

Kundenprobleme und Geldeinbußen

Der Anbieter Zeus hat mitgeteilt, dass er in Hagen mit einigen Betrugsfällen konfrontiert war. Einige der Nutzer erstellen ein neues Paypal-Konto mit einem Guthaben, was ausreicht, um einen Zeus-Roller freizuschalten, allerdings nutzen sie dabei den angebotenen Gruppentarif mit der Möglichkeit der Freischaltung von bis zu fünf Rollern und übertragen eine nicht rückverfolgbare Telefonnummer an das Paypal-Konto. So überziehen sie das Konto, nutzen den Roller so lange, bis der Akku leer ist und lassen ihn dann irgendwo stehen. Sind die Roller leer gefahren, kann man sie im Gelände nicht mehr orten. Dann liegen die solange herum, bis sich Bürger beschweren und die Stadt/ ZEUS diese E-Tretroller aufgrund der Beschwerden wieder einsammeln können.

 

Der Anbieter hat erwähnt, dass er in Kontakt mit der Polizei in Hagen steht und ein ‚internal fraud prevention Prozess eingeführt hat. Er erwähnte, dass die Betrugsfälle zurückgegangen sind und hofft, dass es dieses Problem nicht mehr geben wird.  

 

Anmerkungen / Vorschläge des Anbieters Zeus

Der Anbieter wies darauf hin, dass das aktuelle stationsgebundene Parksystem einige Schwächen hätte, mit denen einige der Nutzer unzufrieden seien, da sie nicht überall parken könnten. Der Anbieter erwähnte auch, dass dadurch die Anzahl der Fahrten zurückgegangen sei. Sie schlagen ein Hybrid-System vor, bei dem im Stadtzentrum ein stationsgebundenes System wäre und außerhalb des Stadtzentrums ein Free-Floating-System angeboten werden könnte.

 

Der Anbieter erwähnte auch, dass die Nutzer frustriert darüber sind, dass sie diesen Dienst nicht außerhalb von Haspe, insbesondere in Richtung Stadt Zentrum und Hauptbahnhof, nutzen können. Sie warten darauf, dass dieses System auf andere Stadtteile ausgeweitet wird.

 

Vorschlag der Verwaltung

Das für die Nutzer attraktivere Free-Floating-System bietet zwar ein sehr flexibles Parken der E-Tretroller an. In Städten, die dieses System erlauben, werden jedoch häufig Probleme beobachtet (wie z.B. wild geparkte E-Tretroller auf Fußwegen, Vandalismus, Entsorgung in den Gewässern etc.).

 

Beim stationsgebundenen Parksystem werden diese Probleme vermieden. Da aber der Nutzer nur die zugewiesenen Parkplätze nutzen darf, ist es unflexibel. Um dieses Problem zu lösen, hat die Verwaltung geplant, das System in Hagen Mitte um etwa 75 Parkplätze zu erweitern. Dies würde den Nutzern mehr Flexibilität geben, den Roller in der Nähe ihres Ziels zu parken und der zu erwartenden höheren Nutzungsfrequenz zu Zielen in der Innenstadt Rechnung tragen.

 

Ausblick auf die Fortführung des Pilotvorhabens in anderen Stadtteilen:

Die Verwaltung hat die Pilotphase in Haspe analysiert und auf der Grundlage der Analyse der Bezirksvertretung Mitte und dem Ausschuss für Umwelt-, Klimaschutz und Mobilität empfohlen, das stationsgebundene Verleihsystem in Hagen-Mitte zu erweitern. Die BV Mitte und UKM haben beschlossen, das System auf Hagen-Mitte auszuweiten. In Hagen-Mitte sind ca. 75 Stellplätze für das Abstellen von Rollern vorgesehen. Voraussichtlich Ende September oder Anfang Oktober wird das in Haspe getestete System auf Hagen Mitte ausgeweitet werden.

 

Die Verwaltung plant, die drei bereits interessierten Anbieter (Bird, Zeus und Lime) einzuladen, die sich im letzten Jahr bei der Stadt gemeldet haben um ihren Service in Hagen anzubieten. Die Anzahl der Roller soll in Hagen Mitte und Haspe auf 300-350 Roller begrenzt werden um zu vermeiden, dass zu viele Roller in Stadtgebiet vorhanden sind. Außerdem ist geplant, dass auch die Leihfahrräder in Zukunft auf diesen Abstellflächen abgestellt werden dürfen.

 

 

Inklusion von Menschen mit Behinderung

Belange von Menschen mit Behinderung

 

x

sind nicht betroffen

 

Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung

 

x

positive Auswirkungen (+)

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

x

Es entstehen weder finanzielle noch personelle Auswirkungen.

 

 

 

 

 

gez. Sebastian Arlt

 

(Beigeordneter)

 

 

 

 

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Anlagen

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Beschlüsse

Erweitern

20.10.2022 - Bezirksvertretung Haspe - zur Kenntnis genommen

Erweitern

25.10.2022 - Umweltausschuss - zur Kenntnis genommen