Beschlussvorlage - 0030/2006

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Beschlussvorschlag

Der landwirtschaftliche Fachbeitrag zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans wird zur Kenntnis genommen. Die Belange der Landwirtschaft sind in die Abwägung einzubringen.

 

 

Reduzieren

Sachverhalt

 

 

Kurzfassung

 

Im landwirtschaftlichen Fachbeitrag der Landwirtschaftskammer Münster (siehe Anlage) sind die Struktur und Entwicklungsmöglichkeiten der Landwirtschaft in Hagen sowie die Konflikte bei einer zukünftigen im Rahmen der FNP-Neuaufstellung evtl. erfolgenden Umnutzung landwirtschaftlicher Flächen dargestellt.


 
Begründung

 

Im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans wurde von der Landwirt­schaftskammer Nordrhein-Westfalen (Münster, Dezember 2005) ein landwirtschaftlicher Fachbeitrag erarbeitet. Die Dokumentation dient als Grundlage zur Berücksichtigung landwirtschaftlicher Belange bei der Bearbeitung des neuen Flächennutzungsplanes.

 

In diesem als Anlage beigefügten Beitrag werden die Struktur und Entwicklungsmöglich­keiten der Landwirtschaft in Hagen sowie die Konflikte bei einer zukünftigen im Rahmen der FNP-Neuaufstellung evtl. erfolgenden Umnutzungen landwirtschaftlicher Flächen dargestellt.

 

Die meisten landwirtschaftlichen Betriebe mit guten Entwicklungsmöglichkeiten liegen danach im nördlichen Stadtgebiet. Ein zukunftsorientierter Haupterwerbsbetrieb mit ge­sicherter Hofnachfolge wirtschaftet auf hofnahen Kernflächen im Böhfeld sowie weiteren Flächen im Lennetal und an der Sauerlandstraße. Wird das Böhfeld für anderweitige Nutzungen (Evolutionspark, Gewerbe oder Wohnen) im neuen FNP ausgewiesen, so verliert dieser Betrieb seine gesamte Existenz. Zudem fallen dann auch landschafts­pflegerische Maßnahmen (Bewirtschaftsverträge) dieses Landwirtes auf anderen Flächen im Hagener Raum weg.

 

Damit die Landwirtschaft auch weiterhin im Ortsteil Garenfeld gesichert werden kann schlägt der Fachbeitrag vor, den Ortsteil nördlich der Straße 'Zur Feldlage' wie bisher als Dorfgebiet darzustellen. Auch der alte, zentrale Ortskern von Berchum sollte weiterhin als Dorfgebiet dargestellt werden. Ein ausgesiedelter Betrieb mit Milchviehhaltung sollte nicht durch neue Bebauung erneut eingeengt werden.

 

Für die Landwirtschaft im Hagener Osten (Berchum, Tiefendorf) würde eine Erweiterung des Märkischen Golfclubs und damit eine Umnutzung von landwirtschaftlicher Fläche in Grünfläche (Freizeit) ein Problem darstellen. Drei entwicklungsorientierten landwirt­schaftlichen Haupterwerbsbetrieben würden durch diese Umnutzung ca. 31 ha Nutz­fläche entzogen. In Tiefendorf würde dies zu einer gravierenden Beeinträchtigung sowohl der betrieblichen Entwicklung als auch der Entwicklung zweier Hofstellen führen.

 

Aufgrund der Betriebsstrukturen und der Topografie ist im Hagener Westen eher mit einem Rückzug der Landwirtschaft aus der Fläche zu rechnen. Hier spielt die Haltung von Pensionspferden für den Freizeitsektor die größte Rolle.

 

Im Hagener Süden zieht sich die Landwirtschaft in Teilbereichen aus der Fläche zurück. Hier gilt es die Offenhaltung der Landschaft durch Landbewirtschaftung auf Dauer zu sichern. Für die Grünlandbewirtschaftung bieten sich neben der Milchviehhaltung exten­sive Formen der Rinderhaltung an. Ohne staatliche Transferleistungen ist dies aber in diesen benachteiligten Gebieten (Mittelgebirgslage) derzeit wirtschaftlich nicht tragbar. Landwirtschaftliche Betriebe könnten mit Kompensationsmitteln (Ökokonto) Flächen naturschutzgerechter extensiv bewirtschaften, die ansonsten brach fallen oder zu Weih­nachtsbaukulturen umgenutzt würden. Die dadurch für die Landwirte entstehende Ertragsminderung müsste durch Ersatzgelder (Kompensationsmittel) ausgeglichen werden.

 

Zum Ausgleich der Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes wären auch Maßnahmen einer naturverträglichen Bodennutzung oder die dauerhafte Verbesserung des Biotop- und Artenschutzes möglich, indem Biotoppflege durch die Landwirtschaft übernommen wird. Dies setzt allerdings voraus, dass durch die Stadt ein entsprechendes Konzept eines Flächenpools bzw. Ökokontos im neuen Flächennutzungsplan entwickelt wird. In Hagen wären solche Flächen vor allem in vernässten Gebieten, beengten Tallagen, steilen Hanglagen, Gebieten mit geringer natürlicher Ertragsfähigkeit oder mit Ein­schränkungen der Bewirtschaftung in Wasser- und Naturschutzgebieten zu finden. Als Bereiche für einen Ökopool werden Flächen im Nimmertal und Lennetal genannt.

 

 

 

 

 

Loading...

Beschlüsse

Reduzieren

21.03.2006 - Naturschutzbeirat - geändert beschlossen

Beschluss:

 

Der Landschaftsbeirat empfiehlt dem Rat der Stadt Hagen, den Beschluss gem. der Verwaltungsvorlage zu fassen.

 

Zusatz des Landschaftsbeirates:

 

Der Landschaftsbeirat wird den landwirtschaftlichen Fachbeitrag in 2. Lesung auf vertiefter Datengrundlage erneut beraten und den Folgegremien, dem Rat und der Verwaltung unter Wahrnehmung seiner Beratungsfunktion die aus seiner Sicht besonders zu berücksichtigen Belange für die städtebauliche Rahmenplanung benennen.

Abstimmungsergebnis:

x

Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

       14

Dagegen:

         0

Enthaltungen:

         0

 

Reduzieren

23.03.2006 - Umweltausschuss - geändert beschlossen

Beschluss:

Der landwirtschaftliche Fachbeitrag zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans wird zur Kenntnis genommen. Die Belange der Landwirtschaft sind in die Abwägung einzubringen.

 

Zusatz:

 

Der Umweltausschuss unterstützt und übernimmt den Zusatzbeschluss des Landschaftsbeirates.

Abstimmungsergebnis:

x

 Einstimmig beschlossen

 

Erweitern

28.03.2006 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen