Beschlussvorlage - 0030/2006
Grunddaten
- Betreff:
-
Landwirtschaftlicher Fachbeitrag zum Flächennutzungsplan der Stadt Hagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Inge Fischer
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Naturschutzbeirat
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Vorberatung
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21.03.2006
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Vorberatung
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23.03.2006
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Entscheidung
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28.03.2006
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Sachverhalt
Kurzfassung
Im landwirtschaftlichen Fachbeitrag der Landwirtschaftskammer Münster (siehe Anlage) sind die Struktur und Entwicklungsmöglichkeiten der Landwirtschaft in Hagen sowie die Konflikte bei einer zukünftigen im Rahmen der FNP-Neuaufstellung evtl. erfolgenden Umnutzung landwirtschaftlicher Flächen dargestellt.
Begründung
Im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans wurde von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (Münster, Dezember 2005) ein landwirtschaftlicher Fachbeitrag erarbeitet. Die Dokumentation dient als Grundlage zur Berücksichtigung landwirtschaftlicher Belange bei der Bearbeitung des neuen Flächennutzungsplanes.
In diesem als Anlage beigefügten
Beitrag werden die Struktur und Entwicklungsmöglichkeiten der Landwirtschaft
in Hagen sowie die Konflikte bei einer zukünftigen im Rahmen der
FNP-Neuaufstellung evtl. erfolgenden Umnutzungen landwirtschaftlicher Flächen
dargestellt.
Die meisten landwirtschaftlichen
Betriebe mit guten Entwicklungsmöglichkeiten liegen danach im nördlichen
Stadtgebiet. Ein zukunftsorientierter Haupterwerbsbetrieb mit gesicherter
Hofnachfolge wirtschaftet auf hofnahen Kernflächen im Böhfeld sowie weiteren
Flächen im Lennetal und an der Sauerlandstraße. Wird das Böhfeld für
anderweitige Nutzungen (Evolutionspark, Gewerbe oder Wohnen) im neuen FNP
ausgewiesen, so verliert dieser Betrieb seine gesamte Existenz. Zudem fallen
dann auch landschaftspflegerische Maßnahmen (Bewirtschaftsverträge) dieses
Landwirtes auf anderen Flächen im Hagener Raum weg.
Damit die Landwirtschaft auch
weiterhin im Ortsteil Garenfeld gesichert werden kann schlägt der Fachbeitrag
vor, den Ortsteil nördlich der Straße 'Zur Feldlage' wie bisher als Dorfgebiet
darzustellen. Auch der alte, zentrale Ortskern von Berchum sollte weiterhin als
Dorfgebiet dargestellt werden. Ein ausgesiedelter Betrieb mit Milchviehhaltung
sollte nicht durch neue Bebauung erneut eingeengt werden.
Für die Landwirtschaft im Hagener
Osten (Berchum, Tiefendorf) würde eine Erweiterung des Märkischen Golfclubs und
damit eine Umnutzung von landwirtschaftlicher Fläche in Grünfläche (Freizeit)
ein Problem darstellen. Drei entwicklungsorientierten landwirtschaftlichen
Haupterwerbsbetrieben würden durch diese Umnutzung ca. 31 ha Nutzfläche
entzogen. In Tiefendorf würde dies zu einer gravierenden Beeinträchtigung
sowohl der betrieblichen Entwicklung als auch der Entwicklung zweier Hofstellen
führen.
Aufgrund der Betriebsstrukturen
und der Topografie ist im Hagener Westen eher mit einem Rückzug der
Landwirtschaft aus der Fläche zu rechnen. Hier spielt die Haltung von
Pensionspferden für den Freizeitsektor die größte Rolle.
Im Hagener Süden zieht sich die
Landwirtschaft in Teilbereichen aus der Fläche zurück. Hier gilt es die
Offenhaltung der Landschaft durch Landbewirtschaftung auf Dauer zu sichern. Für
die Grünlandbewirtschaftung bieten sich neben der Milchviehhaltung extensive
Formen der Rinderhaltung an. Ohne staatliche Transferleistungen ist dies aber
in diesen benachteiligten Gebieten (Mittelgebirgslage) derzeit wirtschaftlich
nicht tragbar. Landwirtschaftliche Betriebe könnten mit Kompensationsmitteln
(Ökokonto) Flächen naturschutzgerechter extensiv bewirtschaften, die ansonsten
brach fallen oder zu Weihnachtsbaukulturen umgenutzt würden. Die dadurch für
die Landwirte entstehende Ertragsminderung müsste durch Ersatzgelder
(Kompensationsmittel) ausgeglichen werden.
Zum Ausgleich der
Beeinträchtigungen des Naturhaushaltes wären auch Maßnahmen einer
naturverträglichen Bodennutzung oder die dauerhafte Verbesserung des Biotop-
und Artenschutzes möglich, indem Biotoppflege durch die Landwirtschaft
übernommen wird. Dies setzt allerdings voraus, dass durch die Stadt ein
entsprechendes Konzept eines Flächenpools bzw. Ökokontos im neuen
Flächennutzungsplan entwickelt wird. In Hagen wären solche Flächen vor allem in
vernässten Gebieten, beengten Tallagen, steilen Hanglagen, Gebieten mit
geringer natürlicher Ertragsfähigkeit oder mit Einschränkungen der
Bewirtschaftung in Wasser- und Naturschutzgebieten zu finden. Als Bereiche für
einen Ökopool werden Flächen im Nimmertal und Lennetal genannt.

21.03.2006 - Naturschutzbeirat - geändert beschlossen
Beschluss:
Der Landschaftsbeirat empfiehlt dem Rat der Stadt Hagen, den Beschluss gem. der Verwaltungsvorlage zu fassen.
Zusatz des Landschaftsbeirates:
Der Landschaftsbeirat wird den landwirtschaftlichen Fachbeitrag in 2. Lesung auf vertiefter Datengrundlage erneut beraten und den Folgegremien, dem Rat und der Verwaltung unter Wahrnehmung seiner Beratungsfunktion die aus seiner Sicht besonders zu berücksichtigen Belange für die städtebauliche Rahmenplanung benennen.
23.03.2006 - Umweltausschuss - geändert beschlossen
Beschluss:
Der
landwirtschaftliche Fachbeitrag zur Neuaufstellung des Flächennutzungsplans
wird zur Kenntnis genommen. Die Belange der Landwirtschaft sind in die Abwägung
einzubringen.
Zusatz:
Der Umweltausschuss
unterstützt und übernimmt den Zusatzbeschluss des Landschaftsbeirates.
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Abstimmungsergebnis: |
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x |
Einstimmig beschlossen |