Vorschlag zur Tagesordnung - 0176/2006

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Hagen – lebendige Stadt mit Zukunft

 

 

Rat und Verwaltung arbeiten intensiv daran, den heutigen Einwohnerstand bis zum Jahr 2020 möglichst wieder zu erreichen. Ziel ist eine wirtschaftlich, sozial, ökologisch wie kulturell vitale Stadt, in der die verschiedenen Nationalitäten am Gemeinwesen teilnehmen und es zu fördern suchen.

Den Verantwortlichen ist ebenfalls bewusst, dass dieses Ziel vor dem Hintergrund eines zunächst prognostizierten Sterbeüberschusses in der Stadt nicht leicht zu erreichen sein wird. Dennoch halten es Rat und Verwaltung für grundsätzlich möglich, im gegenseitigen Vertrauen und im Rahmen einer gemeinsamen Anstrengung, diesem Ziel nahe zu kommen.

 

Allen Verantwortlichen ist bewusst, dass  sich zurzeit der Saldo aus Ab- und Zuwanderung nachteilig für die Stadt auswirkt wird. Dieser Trend hat sich, dank der Bemühungen der vergangenen Jahre um die Attraktivität der Stadt, bereits verlangsamt.

 

Rat und Verwaltung wollen die Stadt mit ihren vielfältigen wirtschaftlichen, infrastrukturellen, sozialen, kulturellen und landschaftlichen Angeboten erhalten. Nur auf Basis einer entsprechend hohen Einwohnerentwicklung lassen sich diese Angebote dauerhaft erhalten und an die sich wandelnden Bedürfnisse anpassen.

 

Hagen macht sich auf den Weg, unter Beachtung der Nachhaltigkeit seine landschaftliche Attraktivität besser einzusetzen und seine Funktion als Großstadt im Grünen besser zu vermarkten.

Hagen macht sich auf den Weg, Familien ein attraktiveres Zuhause anzubieten, wo Arbeit und Wohnen dicht beieinander liegen, ohne einander zu stören.

Hagen macht sich auf den Weg, seine Attraktivität für Unternehmen weiter zu erhöhen. Dazu gehören ausreichend verfügbare Gewerbeflächen. Dabei versteht sich die Stadtverwaltung als Partner der Unternehmen und unterstützt Gewerbetreibende bei Ihren Bemühungen nach guten Standortfaktoren. Industrielle Brachen sollen neu genutzt, saniert oder der Natur zurückgegeben werden. Dazu soll auch das Ökokonto-Modell herangezogen werden.

 

Alle Maßnahmen sind auf ihre Wirksamkeit in Bezug auf die folgenden vier Blickfelder hin zu untersuchen.

 

 

Blickfeld “Älter werdende Gesellschaft”

 

Durch die niedrigen Geburtenraten werden die älteren Menschen einen zunehmend größeren Anteil an der Gesamtbevölkerung einnehmen. Dieser Entwicklung ist Rechnung zu tragen.

Ziel kommunaler Anstrengungen muss es sein, die Versorgung der älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger sicher zu stellen. Ein gut ausgebautes und differenziertes Angebot soll älteren Menschen ein aktiv selbst bestimmtes Leben ermöglichen.

Neben öffentlichen und privaten Dienstleistungen soll besonders das generationenübergreifende Wohnen unterstützt werden. Dort sollen sich junge Familien und Senioren im Alltag gegenseitig unterstützen. Nicht nur deshalb braucht es in Hagen viele jungen Familien. Sie sind eine der wichtigen Zielgruppen, die die Stadt als Zuwanderer umwerben soll. Die intelligente Mischung aus Jung und Alt und die Verbindung von zentraler Stadtlage mit den Erholungsgebieten in unmittelbarer Nähe sind optimale Voraussetzungen für die Anwerbung junger Familien.

 

 

Blickfeld “Abwanderung”

 

Ziel muss es sein, den Einwohnerverlust durch Abwanderung deutlich zu verlangsamen, zu stoppen und umzukehren. Es sollen wieder mehr Menschen nach Hagen ziehen.

 

Dazu muss die Stadt attraktiver werden und dies auch offen nach außen deutlich machen. Leben und Arbeiten sowie Familie und Beruf müssen in Hagen mehr zueinander finden.

Deshalb müssen in der Stadt Arbeitsplätze erhalten, neue schaffen und ein ausreichendes Angebot von Wohnraum in allen Preissegmenten geschaffen werden. Mehr Qualität im direkten Wohnumfeld und Angebote im Freizeitbereich und vermehrte Anstrengungen bei Aus- und Weiterbildung sollten den Katalog der Leistungen abrunden.

 

Bis zur natürlichen Renaissance der Stadt sind Rat und Verwaltung bemüht, sowohl die Wohn- und Aufenthaltsqualität zu verbessern als auch moderate Grundstückspreise anbieten.

 

 

Blickfeld “Zusammenleben der Kulturen”

 

Die Zahl der Hagener mit Migrationshintergrund steigt. Bereits heute zählt fast jeder 3. Hagener Bürger zu diesem Personenkreis. Bisher ist die gewünschte Integration noch nicht ausreichend gelungen. Daher müssen die beiderseitigen Integrationsbemühungen intensiviert werden. 

Die Zahl der Schüler mit  Migrationshintergrund nimmt deutlich zu, während die Zahl der Kinder, die mit Deutsch als Muttersprache heranwachsen, zahlenmäßig tendenziell abnimmt. Deshalb muss vor dem Eintritt in die Grundschule auf den Erwerb der deutschen Sprache besonderer Wert gelegt werden. Entsprechende Förderprogramme sind zu entwickeln.

Der Spracherwerb ist jedoch nur ein Baustein. Insgesamt verlangt der Prozess auf beiden Seiten ein Mehr an Toleranz und Verständnis. Dabei sollen sich Fördern und Fordern die Waage halten. Gelingt die Integration besser als heute, so hat dies unmittelbar positive und dynamische Effekte für die Zukunft unserer Stadt.

 

 

Blickfeld “Nachhaltigkeit”

 

Die Stadt muss sich derart entwickeln, dass auch zukünftige Generationen in Hagen noch Entwicklungspotentiale vorfinden. Dies gilt in ökonomischer, sozialer und ökologischer Hinsicht gleichermaßen. Dies bedingt einen verantwortungsvollen Umgang mit Flächen. Wo Flächenverbrauch nicht durch die klassische Flächenrückgabe ausgeglichen werden kann, ist auf moderne Formen des Ausgleichs, wie das Ökokonto-Modell zurückzugreifen.

Die Anstrengungen zur Verbesserung der Lebensqualität und des Wohnumfeldes müssen allen Bevölkerungsschichten zugute kommen und sollten auch der Wertsicherung der Bestandsimmobilien dienen. Auch die Bemühungen um eine Konsolidierung des städtischen Haushalts haben eine wesentliche Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung und stehen nicht etwa im Widerspruch dazu.

Die Aufgabenstellung “Nachhaltigkeit” verlangt eine ernsthafte Diskussion und regelmäßige Beachtung der bereits entwickelten Nachhaltigkeitsindikatoren. Diese sind zu präzisieren, weiterzuentwickeln und mit standardisierten Verfahren für ihre Erhebung zu versehen.

 

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Sachverhalt

 
 

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Beschlüsse

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02.03.2006 - Rat der Stadt Hagen - ungeändert beschlossen