Berichtsvorlage - 0297/2021
Grunddaten
- Betreff:
-
Südufer Hengsteysee Sachstandsbericht über die Projekte der IGA 2027: SeeBad und SeePark
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Sabine David
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Vorberatung
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21.04.2021
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Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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06.05.2021
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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20.05.2021
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Sachverhalt
Begründung
- IGA 2027
Die Internationalen Gartenausstellung (IGA) Metropole Ruhr 2027 ist in drei Ereignis-Ebenen organisiert und verknüpft so die vielfältigen und individuellen Orte unserer facettenreichen Region. Zur ersten Ebene zählen die drei Hauptstandorte „Rheinpark“ in Duisburg, „Zukunftsinsel Gelsenkirchen“ (Nordsternpark und Emscherinsel) und „Emscher Nordwärts“ in Dortmund. Der Besuch dieser Orte wird kostenpflichtig sein.
Auf der zweiten Ausstellungsebene "Unsere Gärten" sollen regional relevante (Landschafts-)Parks und Gärten im Ruhrgebiet präsentiert werden. Im Rahmen dieser Ausstellungsebene werden zahlreiche Park- und Grünflächen aufgewertet und über Themenrouten verbunden
Die dritte Ebene „Mein Garten“ sollen bürgerschaftliches Engagement und die Identifikation mit der Region fördern. Vereine und Privatinitiativen können dabei ihre nachbarschaftlichen Grün-Initiativen präsentieren
Für die in der Stadt Hagen besonders relevante Ebene "Unsere Gärten" erfolgte zwischen 2016 und 2019 der Aufruf Projektideen einzubringen. Im Kern standen hierbei Projekte der Landschafts- und Freiraumentwicklung, der städtebaulichen Entwicklung sowie des Tourismus. Die Meldephase wurde mit insgesamt 130 potenziellen Projekten abgeschlossen.
Flankierend hat die Landesregierung 2018 beschlossen die IGA, in einem begrenzten, etwa dem einer REGIONALE NRW entsprechendem Umfang, finanziell zu unterstützen. Konkret umfasst die geplante Finanzierung ein Volumen von
90 Mio. € für die fünf Zukunftsgärten und 70 Mio. € für die Ebene „Unsere Gärten“. Die entsprechende Förderung soll dabei weitestgehend aus laufenden Fördertöpfen erfolgen (z. B. der neuen EFRE-Förderperiode). Lediglich für die eintrittspflichtigen Zukunftsgärten wird eine Sonderförderung in Höhe von 25 Mio. € zur Verfügung gestellt.
Daraufhin haben die Regionen einen eigenständigen Filterprozess der gemeldeten Projekte, adäquat zu dem Verfahren bei den REGIONALEN NRW, durchgeführt. In diesem Prozess wurden insgesamt 33 Projekte zur weiteren Bearbeitung vorgeschlagen, wovon 18 Projekte noch einen gewissen Bearbeitungsbedarf aufwiesen. Diese 18 Projekte mit Bearbeitungsbedarf wurden mittlerweile entsprechend der Beschlüsse weiter qualifiziert. Für die Stadt Hagen erfolgte die Qualifizierung der Projekte „SeeBad Hengstey“ und „Villa Hohenhof und Umfeld“ bereits im Jahr 2020.
Anfang März 2021 hat der IGA Beirat „Unsere Gärten“ weiteren Projekten ebenfalls den „erste Stern“ verliehen. Nach der notwendigen Entwidmung der Flächen von Bahnzwecken, wurde nun auch das Leuchtturmprojekt „SeePark Hengstey“ als IGA-fähiges Projekt eingestuft und hat den ersten Qualifizierungsschritt erfolgreich genommen (siehe Anlagen 2 und 3).
Ein wesentlicher Grund für die geschobene Qualifizierung des Projektes SeePark als IGA Projekt im Jahr 2020, war die bis dato noch nicht vollständig abgewickelte Entwidmung der ehemaligen Gleisflächen. Eine weitere Erschwernis, die zu Verzögerungen in dem Prozess führte, waren die Überlegungen der DB Energie GmbH und Amprion ein Umrichterwerk mit einer Fläche von ca. 4 ha im Bereich des alten Rangierbahnhofs Hengstey zu errichten (siehe Vorlage Nr. 0028/2020, März 2020).
Nach umfangreichen Verhandlungen fand die Angelegenheit einen positiven Abschluss. Am 01.10.2020 wurde der endgültige Freistellungsbescheid vom Eisenbahn-Bundesamt ausgestellt und die Fläche kann nun planungsrechtlich gesichert werden, um eine zukünftige Nutzung auf dem ca. 20 ha großen Areal zu ermöglichen.
- Kooperation Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal
Die interkommunale Kooperation „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“ wurde zunächst zwischen den vier Städten des Ennepe-Ruhr-Kreises Hattingen, Herdecke, Wetter und Witten ins Leben gerufen, um Aktivitäten zur Steigerung und Außendarstellung der Naherholungs- und touristischen Qualitäten des Landschaftsraums „Mittleres Ruhrtal“, insbesondere im Hinblick auf die IGA, zu bündeln und zu koordinieren.
Seit Herbst 2019 gehört die Stadt Hagen ebenfalls der interkommunalen Kooperation „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“ an.
Abbildung 1: Projektausschnitt Kooperation Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal |
Als wesentlicher erster Schritt erfolgte mit dem Beitritt der Stadt Hagen die Aktualisierung und Erweiterung der Entwicklungsstudie „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“. Methodisch und inhaltlich baut die Fortschreibung von 2020 auf der ursprünglichen Entwicklungsstudie der vier Städte von 2019 auf.
Mit der nun vorliegenden ersten Fortschreibung sind die großen Ruhrtal bezogenen Projekte der Stadt Hagen, SeeBad und SeePark Hengstey, Wasserschloss Werdringen und die Radrouten Lenneroute sowie Ergänzungen der Ruhrtal-8 in die planerische Konzeption „Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“ integriert worden.
Im fachlichen Dialog, unter anderem in den Foren des RVR zum IGA-Prozess wurde deutlich, dass es mit der Umsetzung der Maßnahmen der Entwicklungsstudie gelingen kann, das Mittlere Ruhrtal als Teilraum der Metropole Ruhr mit besonderen Alleinstellungsmerkmalen zu etablieren.
Neben der konzeptionellen Integration der Stadt Hagen in der Fortschreibung der „Entwicklungsstudie Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal“ (siehe Anlage 1) erfolgte die Beauftragung eines Tourismuskonzeptes (siehe Anlage 6) für den gesamten Untersuchungsraum Mittleres Ruhrtal. Beide Studien werden als wichtige Voraussetzung für die Förderung von Projekten aus Mitteln der Stadterneuerung und der Tourismusförderung gesehen.
Die Städte der Kooperation sind überzeugt, dass in diesem Verfahren nicht nur Einzelprojekte bewertet werden, sondern dass auch die konzeptionelle Bedeutung der interkommunalen Zusammenarbeit gewürdigt wird. Das heißt, die IGA Hauptprojekte („Ruhrfenster“) als städtebauliche Projekte und die Infrastrukturmaßnahmen („Ruhrbänder“) als verbindende Infrastruktur stehen in einem qualifizierten, konkreten Zusammenhang innerhalb des Mittleren Ruhrtals. Langfristiges Ziel ist es, mit dieser Kooperation eine nachhaltige Entwicklung am Standort anzustoßen, welche auch über die IGA hinaus weitergeführt werden soll, um insbesondere für die Stadt Hagen aber auch für die gesamte Metropole Ruhr ein neues Highlight zu setzen.
Nachdem die Grundlagen für Kooperation und Qualifizierungsverfahren geschaffen sind, steht ab sofort die Planung und Umsetzung der Ruhrfenster und der Ruhrbänder im Vordergrund.
Die von der Kooperation im laufenden Arbeitsprozess ermittelten Kosten liegen derzeit bei insgesamt ca. 87 Mio. €. Es ist Aufgabe der Planung der nächsten Jahre, den möglichen Förderrahmen und die Eigenanteile mit den tatsächlichen Kosten zur Deckung zu bringen.
Dabei kann es hilfreich sein, im Rahmen der neuen Förderphase der EU über Stadterneuerung hinaus neue Finanzierungs- und Förderansätze zu erschließen, z. B. im Bereich Wirtschaft/ Tourismus. Des Weiteren gilt es, zusätzliche private Finanzierungsansätze zu generieren. Die Bandbreite der Projektinhalte stellt Planung, Förderung, Umsetzung und Betrieb vor besondere Herausforderungen.
Bei den Ruhrbändern stehen prioritär der Ruhrtalradweg, der Ruhrhöhenweg als Wanderweg und die Ruhrtaleisenbahn im Vordergrund. Bei den städtebaulichen Projekten, den Ruhrfenstern, stehen die prioritären Großprojekte im Vordergrund, die mittlerweile den ersten Stern erhalten haben und als IGA-fähig eingestuft worden sind (siehe Punkte 3.1, 3.2 und 4. dieser Vorlage).
Die o. g. Projekte, die im Rahmen der IGA weiterentwickelt werden – Villa Hohenhof, das „Ozeanprojekt“: Vom Kommen und Gehen des Meeres inkl. Wasserschloss Werdringen - sind nicht Gegenstand dieser Berichtsvorlage.
3.1 IGA- Projekt SeePark Hengstey (Teilbereich ehemaliger Rangierbahnhof Hengstey)
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Im Zuge der IGA stellt der SeePark Hengstey eines der Hauptprojekte für Hagen, aber auch darüber hinaus als Eingangssituation und Portal in das Mittlere Ruhrtal, ein wichtiges Projekt der Kooperation, dar. Als ein Ankerpunkt im Gesamtkonzept spielt hierbei ebenfalls die Entwicklung des SeeBades für das Gesamtkonzept am Hengsteysee eine tragende Rolle.
Oberstes Ziel ist es mit dem SeePark ein ganzheitliches Angebot für den regionalen und überregionalen Tourismus sowie die Freizeit und Naherholung am Hengsteysee zu schaffen. Besonderes Augenmerkt liegt aber auch auf der interkommunalen Verknüpfung und der Optimierung der Radwegverbindungen des Ruhrtals.
Die Lage am Hengsteysee mit den Sichtachsen zum Koepchenwerk Seeseite sowie das Kaiser-Wilhelm Denkmal bilden einen einzigartigen Landschaftsraum der bereits heute intensiv für Sport- und Freizeitaktivitäten genutzt wird. Der SeePark mit dem SeeBad und dem gegenüberliegenden Koepchenwerk auf Herdecker Seite sollen zukünftig ein Ensemble bilden welches als östliches Eintrittstor in die Flusslandschaft mittleres Ruhrtal einen Vorgeschmack auf weitere Sehenswürdigkeiten und touristische Highlights entlang der Ruhr bietet.
Das Konzept sieht vor die Fläche am Südufer des Hengsteysees zu einem qualitativ wertvollen Freiraum umzuwandeln, der mit seinem multifunktionalem Raumkonzept unterschiedlichste Nutzungen verknüpft. Dazu zählen z. B. die Erlebbarkeit durch „Zugänge zum See“, moderne Sportflächen, Gastronomie, ein Familienpark mit Spielplätzen, sowie Erlebnisflächen, welche die Themen Gartenkunst, Natur- und Umweltbildung sowie Industriekultur bedienen. Die Förderung der Biodiversität durch die Rückführung von alten Lebensräumen sowie die Schaffung von neuen Biotopen soll hierbei einen wesentlichen Bestandteil in dem Konzept darstellen. Der SeePark als ein freizeitorientierter Grün- und Erholungsraum soll die Bedürfnisse und Ansprüche unterschiedlicher Nutzergruppen abdecken.
Es ist vorgesehen hier die Anreise auch ohne Auto zu ermöglichen. Hierfür ist bereits die Stärkung der Radwegeverbindungen innerhalb von Hagen geplant (z. B. Volmebrücke). Ebenfalls bildet der Ausbau der Infrastruktur im öffentlichen Personennahverkehr und Schienenverkehr mit einem neuen Haltepunkt eine Möglichkeit den SeePark besser zu erschließen. Dies gilt es im weiteren Verlauf der Planung näher zu untersuchen.
Das in einer Machbarkeitsstudie erarbeitete SeePark Konzept (siehe Anlage 3) setzt sich aus unterschiedlichen Sequenzen zusammen und sieht eine modulare Vorgehensweise bei der Entwicklung der Fläche vor. Aufgrund der Größe des ca. 20 ha großen Areals und der vielfältigen Ansprüche, die sich u. a. aus der aufwändigen Sanierung der Altlasten auf der Fläche ergeben, ist die Umsetzung eines hierfür speziell abgestimmten Maßnahmenkonzeptes bis zur IGA vorgesehen.
Abbildung: Freiraumkonzept SeePark (Stand März 2021) |
Langfristiges Ziel ist es, mit dem Leuchtturmprojekt SeePark eine nachhaltige Entwicklung am Standort anzustoßen, welche auch über die IGA hinaus weitergeführt werden soll, um insbesondere für die Stadt Hagen aber auch für die gesamte Metropole Ruhr ein neues Highlight zu setzen.
Die folgenden Maßnahmenbausteine sollen mit Ihren potentiellen Förderschwerpunkten eine modulare Umsetzung ermöglichen. Ihre aufgeführte
Rangfolge stellt eine mögliche Priorisierung von Modulen zur Verwirklichung des SeePark-Konzeptes bis zur IGA dar:
- Machbarkeitsstudie - Überprüfung von Maßnahmenbausteinen für IGA2027
Machbarkeitsüberprüfung von Maßnahmenbausteinen mit Zeit- und Ablaufplanung zur Realisierung des SeePark-Projektes bis zur IGA 2027 sowie die Grundlagenerarbeitung mit entsprechender freiraumplanerischen Rahmenplanung (Grundlage für den freiraumplanerischen Wettbewerb, siehe Anlage 3)
- Freizeit- und Parkanlage (Freiraumplanerischer Wettbewerb)
Die Schaffung einer Parkanlage für Sport- und Freizeitaktivitäten ist ein wesentlicher Bestandteil des Gesamtprojektes und soll in entsprechenden Maßnahmenpaketen bis zur IGA 2027 umgesetzt werden. Hierzu zählen in erster Linie Freianlagen, die zur Steigerung der Aufenthaltsqualität im SeePark beitragen und die unterschiedlichen Nutzergruppen ansprechen, wie z. B. Spielplätze oder moderne Sportflächen.
Auf der Grundlage der Ergebnisse der Machbarkeitsstudie (freiraumplanerische Rahmenplanung) erfolgt im nächsten Schritt für die Ausgestaltung der zukünftigen SeePark Fläche die Ausschreibung eines freiraumplanerischen Wettbewerbs.
- Altlastensanierung
Das ca. 20 ha große Plangebiet (ehemalige Rangierbahnhofgelände der DB) weist ein großflächiges Altlastenvorkommen auf. Für eine zukünftige Nutzung als Freizeitanlage bedarf es einer umfassenden Altlastensanierung. Die geplante Sanierung erfolgt nutzungsabhängig entsprechend der Machbarkeitsstudie, so dass für die späteren Nutzer keine Gefahren vom Boden ausgehen.
- Fuß und Radwege SeePark (Ausbau Ruhrtalradweg)
Qualifizierung der Wegetrassen als „Wasser- und Raumerlebnis“ entlang der Strecke, Aussichtspunkte und Rast- und Verweilorte schaffen, aufwerten und barrierefreie Infrastruktur errichten.
- Bereich für Wassersport (Qualifizierung)
Möglichkeiten für Wassersporttätigkeiten (Segelboote, Kajaks, SUP‘s, etc.) verbessern, das Angebot erweitern und die Wasserfläche wieder erlebbar machen.
- Umweltbildung, Natur- und Klimaschutz
Erlebbarkeit der einzigartigen Natur- und Lebensräume am „Ökosystem Hengsteysee“.
Förderung der Biodiversität und Schaffung von neuen Lebensräumen auf den sanierten Flächen und deren Erschließung durch Wege und neue Naturerlebnispfade (Besucherlenkung, sanfter Tourismus) für Maßnahmen zur Umweltbildung und zum Klimaschutz.
- Geschichte und Zukunft Hengsteysee erlebbar machen
Den geschichtsträchtigen Standort in Erinnerung zu rufen und wieder erlebbar zu machen (z. B. Historisches Erlebnispfadkonzept, Kunstobjekte mit historischem Hintergrund, virtueller Rundgang in die Geschichte/Zukunft („Timeride“, Augmented Reality)
Stand des Projektes
- Kurz vor Fertigstellung der Machbarkeitsuntersuchung SeePark (voraussichtlich Ende April)
Schaffung von Planungsrecht
- Die Erstellung des B-Planentwurfs erfolgt parallel zu bzw. nach dem freiraumplanerischen Wettbewerb für das Areal
Weitere Schritte
- Durchführung eines freiraumplanerischen Wettbewerbs für die ganzheitliche Konzeption des SeeParks
Fördermittelaussichten IGA
- Es laufen intensive Gespräche über die möglichen Fördermittelzugänge mit der IGA Gesellschaft und Bezirksregierung, um das Förderpotential zu bestimmen.
- Es wird derzeitig eine umfassende Fördermittelakquise für einzelne Teilmaßnahmen durchgeführt (z. B. Altlastensanierung).
- Die Regularien der in Frage kommenden Förderprogramme werden dabei berücksichtigt und die Projektplanungen entsprechend formuliert und priorisiert.
3.2 IGA Projekt SeePark – Teilbereich Wassersport
Abbildung 3: SeePark - Teilbereich Wassersport (DLRG) |
Als ein Teilabschnitt des gesamten SeePark Konzeptes bildet der Bereich „Wassersport“ für den zukünftigen SeePark einen wichtigen Baustein im Gesamtkonzept (siehe Anlage 4). Dieser wurde in der planerischen Abfolge, auch aufgrund des planungsrechtlichen Erfordernisses des laufenden Bebauungsplanverfahrens, prioritär betrachtet. Das Ziel war es eine Rahmenplanung für diesen Bereich zu entwickeln, welche für die weiteren Schritte eine planerische Vorgabe bilden soll.
Die Entwicklung bezieht sich hierbei in erster Linie auf die Neuordnung und Qualifizierung der vorhandenen Nutzung und Nutzer. Der „Bereich Wassersport“ ist durch die Nutzung des KanuClubHagen 1953 e. V. sowie der hiesigen DLRG Ortsgruppe geprägt.
Ziel der Rahmenplanung war es, die Ansprüche und Restriktionen der derzeitigen Nutzung sowie dessen Nutzer des Bereichs mit den zukünftigen Maßnahmen des SeePark-Konzeptes zu vereinen. Hierzu zählen primär der Ausbau des Ruhrtalradweges sowie eine Trennung und Optimierung des Geh- und Radwegs sowie die Planung einer gesicherten Erschließung.
Planerische Herausforderungen ergeben sich hierbei in erster Linie mit der Übereinkunft und Einbindung der derzeitigen Nutzer und derer spezifischen Anforderungen wie z. B. Zugänge zum Wasser, Steganlagen und Andienungsmöglichkeiten an die Streckenführung des Ruhrtalradweges. Ebenfalls galt es mit der Planung die historisch gewachsene freiraumplanerische und städtebauliche Gestalt des Abschnittes neu zu ordnen und in nutzungsspezifische Kernbereiche zu gliedern, sowie Missstände zu beheben.
Nicht nur in diesem Abschnitt, sondern entlang des gesamten Südufers mangelt es an qualifizierten öffentlichen Bereichen wie z. B. Slipstellen für Segelboote, die es erlauben, den Hengsteysee für Wassersporttätigkeiten (Segelboote, Kajaks, SUP‘s, etc.) zu nutzen. Darüber hinaus fehlt es an Slipmöglichkeiten für Wasser- bzw. Rettungsfahrzeuge der Hagener Feuerwehr oder der DLRG. Eine entsprechende Infrastruktur ist die Voraussetzung, um eine sichere Andienung der Wassersportgeräte und Umstiege ins Wasser zu gewährleisten. Ebenfalls gilt es, das Angebot für Wassersportler zu erweitern und die Wasserfläche besser erlebbar zu machen. Maßnahmen die im Zuge der Rahmenplanung für den Bereich neu zu entwickeln sind wurden wie folgt formuliert:
- Ausbau und Qualifizierung eines Bereiches für Wassersportaktivitäten (in Kooperation mit DLRG und ansässigen Vereinen)
- Herstellung einer öffentlichen Slipstelle für Wassersportler (Segel- und Ruderboote etc.), die eine entsprechende Andienung ermöglicht
- Schaffung von Wohnmobil- und Campingmöglichkeiten (Mietzelte, -einheiten) am Ufer
- Ertüchtigung der Infrastruktur
- Neuordnung und Qualifizierung der bestehenden Nutzungsbereiche
Abbildung 4: Rahmenplanung Bereich Wassersport |
Stand des Projektes
- Rahmenplanung für den Bereich Wassersport wurde von einem externen Planungsbüro erarbeitet und liegt vor (siehe Anlage 4)
Schaffung von Planungsrecht
- Die Erstellung des B-Planentwurfs erfolgt auf Grundlage der Rahmenplanung
- Das Bebauungsplanverfahren wird mit Beschluss der Öffentlichen Auslegung im Sommer geteilt und dieser Bereich als Teil II des B-Planes Nr. 2/20 weitergeführt
Weitere Schritte/Fördermittel
- Konkretisierung der Planung und die Schaffung von Planungsrecht zur Umsetzung dieser Maßnahmen
- Die Regularien der in Frage kommenden Förderprogramme werden dabei bei den weiteren Planungen berücksichtigt und die Projektplanungen entsprechend formuliert und priorisiert
- SeeBad Hengstey

Inhalte
Das SeeBad am Hengsteysee mit seinem historischen Strandhaus bildet seit 1929 ein beliebtes Ausflugsziel für die Hagener Bevölkerung, aber auch für Badegäste aus der Region. Bislang ist das Familienbad Hengstey von der Seeseite nur sehr eingeschränkt erlebbar. Vor dem Hintergrund der Entwicklung des Hengsteysees zu einem touristischen Ankerpunkt wird eine Erschließung und Attraktivierung des Bereichs vom See aus angestrebt.
Für die geplante Freizeitentwicklung am Südufer soll das Familienbad durch die Schaffung von neuen Angeboten neben dem Badebetrieb im Sommer ganzjährig für Spaziergänger, Radfahrer und Wassertouristen erlebbar gemacht werden. Im Zuge der Umgestaltung des Strandhauses zu einem neuen ganzjährig geöffneten Gastronomiebetrieb mit Beherbergungsmöglichkeiten soll ein öffentlicher Aufenthaltsbereich mit Beachbar am Ufer des Hengsteysees geschaffen werden. Eine Verbindung zwischen Strandhaus, neuer Beachbar und Seeufer wird über eine einzigartige Stegkonstruktion erfolgen.
Die Geschichte des SeeBads gilt es wieder neu zu bespielen und den Besuchern näherzubringen. Durch das neue SeeBad Konzept (siehe Anlage 5) soll ein neuer, moderner und multifunktionaler Freiraum mit hohem Erlebniswert entstehen, der als eine Art „Revival“ an den Glanz des damaligen florierenden Freizeitorts Freibad Hengstey anknüpft.
Dazu tragen bei:
- Übernachtungsmöglichkeiten für Radtouristen
- Ausblick an aufgeständertem Steg hoch über dem See mit digitalen Informationen
- Rastmöglichkeiten und Gastronomie im BeachClub
- Anknüpfung an das vorhandene Radwegenetz und Weiterfahrt zu weiteren Highlights in Hagen und der Region z. B. Geopfad Kaisberg, Geopfad II, Wasserschloss Werdringen, OzeanRadweg
Stand des Projektes
- Die Bauarbeiten am Strandhaus sollen im Sommer 2021 beginnen
- Die Schaffung und Gestaltung des neuen öffentlichen Grünbereichs werden in 2022 umgesetzt
Schaffung von Planungsrecht
Das Südufer am Hengsteysee stellt sich bereits heute als Ort für Freizeit- und Erholungstätigkeiten dar, der u. a. durch den Ruhrtal-Radweg eine überregionale Bedeutung hat. Nach der Erstellung einer Entwicklungsanalyse im Jahr 2018 haben sich die HVG und der Rat der Stadt Hagen für eine der vorgestellten Varianten (siehe Vorlage mit der Drucksachen-Nr. 1233/2018) entschieden. In 2019 hat die HVG auf Grundlage dieses Konzeptes einen Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben. Ziel dabei war es, nicht bloß den Bereich rund um das Freibad aufzuwerten, sondern auch einen Impuls für die weitere Entwicklung des gesamten Ufers zu geben.
Aus drei eingereichten Arbeiten wurde ein Konzept ausgewählt und am 23.05.2019 im Rat der Stadt Hagen bestätigt (Vorlagen Nr. 0393/2019 und 0393-1/2019).
Für die Umgestaltung des Bereichs zwischen Strandhaus und Seeufer in eine attraktiv gestaltete Freizeitfläche mit Beachvolleyball, Sandstrandareal, Sitzgelegenheiten und einem Steg mit Aussichtsplattform ist Planungsrecht erforderlich, so dass mit Beschluss des Rates im Oktober 2020 der Bebauungsplanes Nr. 2/20 (697) Freizeitareal Familienbad Hengstey eingeleitet wurde.
Im Detail sind folgende Ziele des Bebauungsplanes zu nennen:
- Absicherung der Nutzung des Freibades durch Erweiterung der Nutzungs- und Bebauungsmöglichkeiten im jetzt planerischen Außenbereich
- Schaffung der planungsrechtlichen Grundlagen für eine ausgebaute Wegeverbindung und Anlagen zur Freizeitnutzung am Gewässer
- Einbindung in das überregionale Radwegenetz
- Gewährleistung der Erlebbar- und Zugänglichkeit des Ufers des Hengsteysee im Vorgriff auf die IGA 2027
Fördermittelaussichten IGA
- Es laufen intensive Gespräche über die möglichen Fördermittelzugänge mit der IGA Gesellschaft und Bezirksregierung, um das Förderpotential zu bestimmen.
- Die Regularien der in Frage kommenden Förderprogramme werden dabei berücksichtigt und die Projektplanungen entsprechend formuliert und priorisiert.
Anlagen dieser Berichtsvorlage (Die Anlagen sind im Ratsinformationssystem Allris einzusehen.)
(1) Fortschreibung Entwicklungsstudie Flusslandschaft Mittleres Ruhrtal
(2) Steckbrief SeePark
(3) Machbarkeitsuntersuchung SeePark
(4) Rahmenplanung Bereich Wassersport
(5) Steckbrief SeeBad
(6) Gesamtstädtisches Tourismuskonzept – Kurzfassung
(7) Tourismuskonzept Mittleres Ruhrtal
Inklusion von Menschen mit Behinderung
Belange von Menschen mit Behinderung
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X | sind nicht betroffen |
Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung
X | keine Auswirkungen (o) |
Kurzerläuterung und ggf. Optimierungsmöglichkeiten:
Im Rahmen der o.g. Planungen und Bebauungsplanverfahren ist die Berücksichtigung von Klimaaspekten mit gesetzlichem Auftrag vorgeschrieben. Um Vorhaben hinsichtlich der Klimarelevanz zu optimieren und negativen Auswirkungen entgegenzuwirken, werden in dem Bebauungsplan Festsetzungen zum Klimaschutz- und zur Klimaanpassung aufgenommen, die Treibhausgase reduzieren, Klimafolgen abmildern und/oder Treibhausgase kompensieren.
Eine gesonderte Prüfung zu den Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung ist bei dieser Vorlage nicht notwendig.
Finanzielle Auswirkungen
X | Es entstehen weder finanzielle noch personelle Auswirkungen.
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gez. | gez. |
Erik O. Schulz Oberbürgermeister | Henning Keune Technischer Beigeordneter |
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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10,8 MB
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2
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(wie Dokument)
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1 MB
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3
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(wie Dokument)
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12,1 MB
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4
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(wie Dokument)
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11,9 MB
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5
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(wie Dokument)
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869,9 kB
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6
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(wie Dokument)
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267,1 kB
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7
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(wie Dokument)
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305,6 kB
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