Beschlussvorlage - 0023/2021
Grunddaten
- Betreff:
-
Verbesserung des Busverkehrs im Stadtbezirk Haspe - Maßnahmen zum Fahrplanwechsel 2021 (gem. 0646/2020)
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Jana Funke
- Beteiligt:
- FB20 - Finanzen und Controlling; HVG GmbH; VB2/S-BC - Strategisches Beteiligungscontrolling
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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04.02.2021
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Erledigt
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Bezirksvertretung Haspe
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Vorberatung
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10.02.2021
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Gestoppt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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25.02.2021
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Beschlussvorschlag
Der Haupt- und Finanzausschuss fasst aufgrund der in der Ratssitzung vom 10.12.2020 (Vorlage 1036/2020) beschlossenen Delegierung folgenden Beschluss:
Der Haupt- und Finanzausschuss nimmt die Stellungnahme der Hagener Straßenbahn zur Kenntnis und beschließt die vorgeschlagenen Änderungen des Busverkehrs im Stadtbezirk Haspe nicht umzusetzen.
Sachverhalt
Kurzfassung
Mit Beschluss des Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität am 07.09.2020 (DS.-Nr.: 0646/2020) wurde die Hagener Straßenbahn beauftragt eine Stellungnahme zu verschiedenen Vorschlägen zur Verbesserung des Busverkehrs in Haspe zu verfassen. Bei einer genauen Betrachtung der Vorschläge zeigt sich, dass die Nachteile der Vorschläge überwiegen und es nicht wie angenommen zu einer Verbesserung des Busverkehrs in Haspe kommt. Zudem würde die Umsetzung der Vorschläge zu nicht unerheblichen Mehrkosten führen. Eine Umsetzung kann daher von der Verwaltung und der Hagener Straßenbahn nicht empfohlen werden.
Begründung
Mit Beschluss des Ausschuss für Umwelt, Stadtsauberkeit, Sicherheit und Mobilität am 07.09.2020 (DS.-Nr.: 0646/2020) sowie des Haupt- und Finanzausschusses am 03.12.2020 (DS.-Nr.: 1027/2020) wurde die Hagener Straßenbahn beauftragt eine Stellungnahme zu verfassen. Im Folgenden werden die einzelnen Beschlüsse zunächst benannt und dann erfolgt eine entsprechende Stellungnahme der Hagener Straßenbahn bzw. der Verwaltung.
- Eine direktere und fahrzeitmäßig kürzere Anbindung des Bereichs westliche Dickenbruchstraße/Kipperstraße an den Hagener Hbf
Derzeit verkehrt die Linie 521 alle 30 Minuten von Westerbauer kommend über die Dickenbruchstr. (Kipper) weiter über Haspe Zentrum, Hestert, Wehringhausen, Hbf, Stadtmitte weiter ins Lennetal. Die schnellere Anbindung der Linie an den Hagener Hbf bedeutet im Gegenzug, das Hasper Zentrum von der Linie abzukoppeln. Damit würden viele Kunden aus dem Bereich Dickenbruchstraße mit dem Ziel Haspe, sei es um einzukaufen oder um umzusteigen, diese Anbindung verlieren. In der Vergangenheit erreichten die HST Kundenwünsche, z. B. die Umsteigerelation Kipper – Ev. Krankenhaus zu verbessern. Diesem Wunsch haben wir mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 Rechnung getragen. Auch der Schülerverkehr wäre davon betroffen, wenn die Linie 521 nicht mehr das Hasper Zentrum andient. Um die Linie 521 noch schneller zum Hbf führen zu können, müsste man allerdings auch auf die Schleife über die Hestert verzichten. Auch hiervon raten wir ab. Würde man beide Punkte tatsächlich umsetzen, so würde sich die Reisezeit von der (H) KIPPERSTR. zum Hagener Hbf um acht Minuten von 34 auf 26 Minuten verkürzen. Wählt man die Verbindung über Westerbauer Bf und nutzt den Anschluss zur S8 schafft man es, trotz Umsteigezeit von zehn Minuten, trotzdem in nur 24 Minuten von der Kipper bis zum Hbf. Somit hätte eine „Begradigung“ der Linie 521 keinen Zeitvorteil. Lediglich der Umsteigezwang wäre nicht gegeben. Jedoch würde man wichtige Haltestellen und daraus resultierend nachgefragte Verbindungen aufgeben.
Eine Alternative wäre in diesem Fall eine zusätzliche Linie, welche die 521 ergänzt. Dies hätte aber einen Mehraufwand zur Folge, welcher aber nicht ohne gravierende Einschnitte aus dem Bestand kompensiert werden kann.
Fazit:
Die Beschleunigung der Linie 521 durch Verzicht auf die Bedienung von Haltestellen im Bereich des Ortskerns Haspe und Hestert widerspricht Kundenwünschen und ist auch nachteilig für den Schülerverkehr über das Hasper Zentrum. Die Zeitvorteile bei einer Fahrt zum Hauptbahnhof wiegen diese Nachteile aus der Sicht der Hagener Straßenbahn nicht auf. Zudem existiert eine zeitlich noch kürzere Verbindung zum Hagener Hauptbahnhof mit einmaligem Umstieg in die S8.
- Eine direktere und fahrzeitmäßig kürzere Anbindung der Ortsteile Baukloh und Quambusch an das Hasper Zentrum, den Hagener Hbf und die Hagener Innenstadt
Baukloh:
Mit der Einführung der Linie 532 wurde eine Verbindung vom Baukloh geschaffen, welche, trotz Umstieg an der (H) WESTERBAUER SCHLEIFE, die Möglichkeit bietet, neun Minuten schneller in Haspe zu sein als vor dem Fahrplanwechsel. Selbst bei einer durchgehenden Verbindung über den Jungfernbruch (wäre sie denn verkehrstechnisch möglich) wäre man mit der Umsteigeverbindung 532/542 schneller in Haspe.
Auch den Hagener Hbf erreicht man aufgrund optimierter Anschlüsse am Bahnhof Westerbauer vom Baukloh nun in 24 Minuten. Mit einem Umstieg in die 542 schafft man es in 29 Minuten. Vor dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 benötigte man noch 38 Minuten mit der Linie 510 ohne Umstieg. Somit heute ein deutlicher Zeitgewinn.
Die Stadtmitte erreicht man nun in 34 Minuten statt zuvor in 43 Minuten. Noch kürzer geht es fast nicht.
Quambusch:
Die Fahrzeit vom Quambusch (Haltestelle „Ährenstr.“) nach Haspe ist unverändert. Vom Quambusch zum Hagener Hbf wurde ein Anschluss am Bahnhof Heubing an die S-Bahn geschaffen, wodurch man nun in 19 Minuten den Hbf erreicht, was zuvor mit der durchgehenden Linie 510 hingegen 26 Minuten in Anspruch genommen hat. Die Hagener Innenstadt ist nun in 34 Minuten erreichbar, was zuvor nur 31 Minuten gedauert hat.
Bei einer erneuten Netzerweiterung sieht die HST vor, die Linie SB71, welche derzeit von Hohenlimburg Bf über Eilpe zum Hagener Hbf verkehrt, bis Westerbauer Schleife zu verlängern. Die Linie würde beschleunigt bis Haspe Zentrum verkehren, von dort aus weiter über die Enneper Straße mit Andienung der Haltestelle „Kölner Str.“. Dann würde die Linie rechts in die Grundschötteler Straße abbiegen und dann direkt in die Harkortstraße. Ab diesem Punkt verkehrt der Bus dann über den Linienweg der 514 über den oberen Quambusch unter Andienung sämtlicher Haltestellen bis zur Endstation Westerbauer Schleife. Somit würden mit dieser Variante auch die nachfragestarken Haltestellen „Ährenstr.“ und „Kornstr.“ angebunden (was bei einer Linienführung über den Jungfernbruch nicht gegeben wäre). Zwischen den Haltestellen „Harkortstr.“ und „Westerbauer Schleife“ bildet der SB71 dann mit der Linie 514 einen 15-Minuten-Takt. Aufgrund der Fahrplanlage käme es planmäßig zwischen den Haltestellen „Harkortstr.“ und „Westerbauer Bf“ zu keinerlei Begegnung von zwei Bussen untereinander, somit wäre bei dieser Variante keine Einkürzung von knappem Parkraum im Wohngebiet Quambusch nötig.
Der Mehraufwand beläuft sich auf ca. 513.000 € p.a.
Fazit:
Baukloh: Der Fahrplanwechsel am 15.12.2019 hat für den Bereich Baukloh mit der Linie 532 schnelle Verbindungen sowohl nach Haspe als auch zum Hauptbahnhof und zur Stadtmitte geschaffen, die einen Umstieg erfordern. Kürzere Fahrzeiten wären auch mit der vorgeschlagenen Verbindung – wenn sie verkehrstechnisch möglich wäre – nicht zu erreichen.
Quambusch: Mit dem Fahrplanwechsel hat sich lediglich die Fahrzeit vom Quambusch zur Stadtmitte geringfügig verlängert, während andere Fahrbeziehungen die gleiche Zeit benötigen oder sogar kürzer geworden sind (z. B. zum Hauptbahnhof).
Für eine mögliche Netzerweiterung gibt es bereits Pläne zur Verlängerung der Linie SB71 bis Westerbauer Schleife mit Anbindung der nachfragestarken Haltestellen am oberen Quambusch. Diese Variante wäre sowohl fahrtechnisch möglich als auch ohne Verlust von Parkplätzen realisierbar. Allerdings entstünde ein jährlicher Mehraufwand in Höhe von ca. 513.000 €.
- Eine generelle Führung der Linie 521 vom Lennetal zum S-Bahn-Haltepunkt Hagen-Westerbauer
Eine generelle Führung der Linie 521 zum Bahnhof Westerbauer ist prinzipiell möglich. Dadurch würde von der Kipper kommend alle 30 Minuten, bei gleichbleibender Fahrplanlage, ein S-Bahn-Anschluss auch an die S9 in Richtung Hagen hergestellt.
Allerdings würde dann die einzige umsteigefreie, wenn auch zeitlich längere Verbindung von Obervogelsang in Richtung Haspe entfallen, wenn die 521 nicht mehr im Wechsel nach Gevelsberg-Knapp verkehrt. Da der Vorschlag unter Punkt 4 nach wie vor nicht umsetzbar ist, sollte dies auf jeden Fall beachtet werden.
Würde die 521 mit jeder Fahrt zum Bahnhof Westerbauer verkehren, müssten die Fahrten nach GEV-Knapp entsprechend auch am Bahnhof Westerbauer beginnen. Einzeln betrachtet beliefe sich der Mehraufwand für diese Maßnahme im Jahr auf ca. 24.000 €.
Fazit:
Die Führung der Linie 521 zum Bahnhof Westerbauer wird kritisch gesehen und hat wegen der Wechselwirkung zum unter Punkt 4 genannten Vorschlag diverse Nachteile bzw. Mehrkosten.
- Eine Verlängerung der gegenwärtigen Buslinie 532 im 30-Minuten-Takt einerseits vom S-Bahn-Haltepunkt Hagen-Westerbauer über den Jungfernbruch zur Grundschötteler Straße und weiter im Verlauf der heutigen, dazu anzupassenden Linie 542 nach Kabel sowie eine Anbindung des Gevelsberger Ortsteils Knapp. Im Verlauf der L700 im Ortsteil Westerbauer wird das Angebot der Linie 542 entsprechend angepasst.
Die Bedienung auf allen betrachteten Linien soll sich im Wesentlichen an dem gegenwärtigen Standard orientieren.
Wie bereits in der Sitzung am 18.08.2020 in Bezug auf die Vorlage 0512/2020 ausführlich erläutert wurde, ist ein regelmäßiger Busbetrieb mit Gelenkbussen mit der derzeitigen Verkehrssituation über den Jungfernbruch nicht möglich. Für eine Umsetzung des Vorschlags wäre es notwendig die markierten Parkplätze zu entfernen. Hierdurch würden ca. 28 Stellplätze entfallen. Aufgrund des vorhandenen Parkdrucks ist dies jedoch aus Sicht der Verwaltung nicht empfehlenswert.
Auch die Schienenersatzverkehre (SEV) der S8 (DB Regio) und S9 (Abellio) haben bei ihrem dreiwöchigen SEV im Oktober 2020 nicht mehr den Weg durch den Jungfernbruch gewählt, sondern sind auf der Enneper Straße geblieben.
Zusätzlich würden die stark frequentierten Haltestellen Ährenstr., Twittingstr. und Kornstr. durch die Änderung entfallen.
Fazit:
Ein Regelbetrieb mit Gelenkbussen durch die Straße „Jungfernbruch“ ist derzeit nach übereinstimmender Auffassung von Verwaltung und HST nicht möglich und aufgrund der angespannten Parkplatzsituation auch nicht ohne erhebliche Widerstände bei den Anwohnern umsetzbar.
Gesamtfazit:
Die sich ergebenden Nachteile der Vorschläge wiegen – auch wenn sie erst bei einer Detailbetrachtung auffallen – die Vorteile bei Weitem auf und führen insgesamt nicht zu der sicher gewünschten Verbesserung des Busverkehrs im Stadtbezirk Haspe. Eine Umsetzung kann daher von der Verwaltung und der Hagener Straßenbahn nicht empfohlen werden.
Für den Fall, dass die politischen Vertreter trotz aller Einwände an dem Vorschlag festhalten, hat die Hagener Straßenbahn ein Konzept entwickelt, mit dem eine Realisierung möglich wäre (siehe unten). Für die Umsetzung sind als zwingende Voraussetzungen zum einen die Anordnung von absoluten Halteverboten in der Straße „Jungfernbruch“ erforderlich, zum anderen die Installation einer Lichtsignalanlage am Knoten Vogelsanger Str. / Silscheder Str. mit Vorrangschaltung für den Busverkehr, um diesen Bereich für Gelenkbusse problemlos fahrbar zu machen. Da diese Voraussetzungen sowohl eine gewisse Vorlaufzeit als auch Finanzmittel zur Realisierung der LSA benötigen, sehen die Hagener Straßenbahn und die Verwaltung die Umsetzung des Vorschlags zum Fahrplanwechsel im Sommer 2021 als nicht realistisch an.
Konzept bei Realisierung:
- Die Linie 542 verkehrt in der HVZ montags bis samstags mit jeder dritten Fahrt (2x pro Stunde) von Kabel kommend nur bis Haspe Zentrum. Dort schildert der Bus um zur Linie 532 und verkehrt, wie gefordert, über die Kölner Str., Grundschötteler Str., Jungfernbruch und dann alternierend zum Bahnhof Gevelsberg-Knapp bzw. zum Baukloh. Die Rückfahrt erfolgt entsprechend.
- In den Tagesrandlagen beschränkt sich der Betrieb der Linie 532 nur auf den Abschnitt Westerbauer Bf – GEV-Knapp bzw. Baukloh.
- Es wird weiterhin von Obervogelsang kommend an der (H) Westerbauer Bf ein S-Bahn Anschluss von/in Richtung Hagen Hbf angestrebt.
- Um Begegnungen auf der Brücke Obervogelsang zu vermeiden und zur Beibehaltung besagter S-Bahn-Anschlüsse erhalten die Busse in der HVZ an der (H) Westerbauer Bf eine Standzeit von ca. vier Minuten.
- Sollte die LSA an der Kreuzung Vogelsanger Str./Silscheder Str. nicht bis zum Datum des Fahrplanwechsels eingerichtet werden können, so ist eine temporäre provisorische LSA in Erwägung zu ziehen. Ist auch dies nicht möglich, so werden alle Fahrten der Linie 532 zum Baukloh geführt. Der Mehraufwand für beide Varianten wird im Folgenden noch aufgeführt.
- Die Linie 521 verkehrt von Haspe kommend mit allen Fahrten bis Westerbauer Bf, der Rest des Linienweges bleibt unverändert.
- Durch die Umstellung benötigt die HST einen Standardbus weniger, jedoch wird ein zusätzlicher Gelenkbus benötigt.
- Die Mehrkosten belaufen sich auf rund 40.000 € p.a. (42.000 € p.a. mit Fall aller Fahrten der 532 zum Baukloh).
Finanzielle Auswirkungen
Die möglichen finanziellen Auswirkungen sind in der Vorlage beschrieben und kommen nur zum Tragen, wenn dem Beschlussvorschlag nicht gefolgt wird. Sollte jedoch, trotz gegenteiliger Empfehlung der Hagener Straßenbahn sowie Verwaltung, darauf bestanden werden einzelne Änderungen der ÖPNV-Leistung vorzunehmen, müssen die Mehraufwendungen über eine Erhöhung des HVG-Zuschusses an die HVG gezahlt werden. Die Finanzierung dieser Mehraufwendungen ist im laufenden Haushalt nicht gesichert.
Inklusion von Menschen mit Behinderung
Belange von Menschen mit Behinderung
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X | sind nicht betroffen |
Auswirkungen auf den Klimaschutz und die Klimafolgenanpassung
X | positive Auswirkungen (+) |
Kurzerläuterung und ggf. Optimierungsmöglichkeiten:
Die Stärkung des ÖPNV (und somit des Umweltverbunds) wirkt sich grundsätzlich positiv auf den Klimaschutz aus.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
X | Es entstehen folgende Auswirkungen: Die finanziellen Auswirkungen sind im Text beschrieben |
gez. | gez. |
Erik O. Schulz Oberbürgermeister | Henning Keune Technischer Beigeordneter |
| gez. |
Bei finanziellen Auswirkungen: | Christoph Gerbersmann Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer |
