Berichtsvorlage - 0813/2019

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Beschlussvorschlag

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt das museumspädagogische Konzept des Kunstquartiers Hagen zur Kenntnis.

Reduzieren

Sachverhalt

Kurzfassung

entfällt

 

 

Begründung

 

In seiner Sitzung am 03.07.2019 bat der Kultur- und Weiterbildungsausschuss um Vorstellung des museumspädagogischen Konzeptes des Kunstquartiers Hagen in einer seiner nächsten Sitzungen.

 

Dieser Bitte kommt die Verwaltung mit dieser Vorlage nach.

 

 

KONZEPT

Bildung und Vermittlung im Kunstquartier Hagen

 

Ziel

Zielgruppenorientierte Angebote zu Dauer- und Wechselausstellungen im Kunstquartier und zum Hageren Impuls sowie Projektarbeit zu unterschiedlichen (aktuellen) Themen

Das Konzept

zeigt auf, welche museumspädagogischen Angebote im Kunstquartier mit den vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen ermöglicht werden können.

Durchführung

Die entwickelten und mit der Museumsleitung abgestimmten Aufgaben und Vorhaben werden in Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnern und Mitarbeitern des Fachbereichs 49 in Kooperation mit dem Emil Schumacher Museum sowie freiberuflichen Kräften (Künstlern, Gestaltern, Pädagogen) durchgeführt.

 

1

Struktur und Organisation der Bildungs-Abteilung

Definition der Arbeitsbereiche, Personal

Das vorhandene Personal kann nicht alle Aufgaben allein wahrnehmen, die für ein kontinuierliches museumspädagogisches Angebot notwendig sind. Das heißt, die Museumspädagogin erhält durch weiteres, angestelltes Personal (Museumsleitung, Kustodin, Kurator) Unterstützung durch Informationen, Texte, u.a.

Zusätzlich für Kurse, Unterricht und Führungen ist ein Pool von freiberuflichen Mitarbeitern auf Honorarbasis beschäftigt. Dies sind Studenten der Kunstgeschichte, Kunsterzieher, Künstler und freiberufliche Kunsthistoriker.

Die Auswahl und Schulung dieses Personals liegt in den Händen der Museumspädagogin. Sie muss seine Eignung feststellen und die Qualität seiner Arbeit kontrollieren und weiterentwickeln, wozu auch Betreuung mit Teambesprechungen, gegenseitige Beratung und Feedback gehören.

Alle Programme, Angebote und Maßnahmen werden mit den Leitungen der Museen abgestimmt. Ebenso wird die Museumspädagogin an allen inhaltlichen und das Museumsprogramm betreffenden Fragen beteiligt, denn ihrem Arbeitsbereich obliegt es, diese an das Publikum zu vermitteln.

Zum Bereich Museumspädagogik gehört ein effektives, aber zeitaufwändiges Veranstaltungsmanagement. Darin wird die Museumspädagogin von einer Koordinatorin unterstützt, die Buchungen annimmt, verwaltet und bestätigt sowie allen Beteiligten weiterleitet. Dieses Verfahren ersetzt nicht die persönliche Beratung über besondere Inhalte durch die Museumspädagogin. Wiederkehrende Themen sind im Angebotsheft beschrieben und können auch ohne Beratung gebucht werden.

Zu den Aufgaben der Museumspädagogin gehört es auch, die für museumspädagogische Programme und Projekte vorhandenen finanziellen Mittel mit der Verwaltungsleitung einzuteilen und für gewünschte Sonderprojekte mit der Museumsleitung gemeinsam Drittmittel zu finden, dafür Anträge zu stellen, etc.

Durch Vernetzung mit Berufskollegen, z.B. RuhrKunstMuseen entstehen u.a. geplante Gemeinschaftsprojekte, die auf aktuelle Förderthemen z.B. der Stiftung Mercator zugeschnitten werden können (zuletzt: RuhrKunstNachbarn).

 

2

Benennung konkreter pädagogischer Projekte und Programme

Eine zeitliche und inhaltliche Struktur für Angebote und Ereignisse ist erforderlich, um die Abläufe zu vereinfachen und in eine Routine zu überführen, damit einerseits das wenige Personal die Arbeit schafft, andererseits die Öffentlichkeit diese Angebote deutlich wahrnehmen kann. Dazu ist die Definition des Publikums, das erreicht werden soll, nötig.

Zu den Zielgruppen gehören: Lehrer, Vorschulkinder, Schüler, Senioren, Familien, Menschen mit Behinderungen, darüber hinaus ein unspezifisches Publikum von Einzelbesuchern aus der Bürgerschaft und Kunst- oder historisch interessierte touristische Gruppen (Hagener Impuls).

Inhalte und Themen für alle Programme (Führungen, Gespräche, Workshops) werden gemäß Sammlung und Ausstellungsprogramm herausgestellt und veröffentlicht.

 

2.1 Schulen und Kindergärten

2.1.1

Tägliche Angebote für Schulen aller Schulformen: Themen für Unterricht bestimmen und beschreiben. Im Angebotsheft drucken, an Schulen und vernetzte Lehrer schicken sowie im Internet zum Herunterladen einstellen. Die Umsetzung erfolgt durch das Team der freiberuflichen Mitarbeiter, die das Angebot inhaltlich gestalten.

 

2.1.2

Offener Ganztag: In Kooperation mit dem Emil Schumacher Museum Erarbeitung von Angeboten zu den Wechselausstellungen im Emil Schumacher Museum, die Schülern von OGSen einen kostenfreien Besuch des Kunstquartiers ermöglichen.

 

2.1.3

Kindergärten: Vermittlung von Grundfertigkeiten: Kreativität, Neugier, Wissbegier, Feinmotorik, sinnliche Wahrnehmung, Geschicklichkeit, Sprach- und Ausdrucksvermögen.

 

 

 

2.1.4

Buchbare Lehrer- und Erzieher-Fortbildungen sind ein Angebot, das bei den Multiplikatoren eine Bindung ans Museum bewirkt und zugleich darüber informiert, welche Inhalte und Methoden der Museumspädagogik den Schulunterricht bereichern können.

 

2.1.5

Museumskoffer zu den Themen Jugendstil, Farbe und Skulptur stehen für Kinder- und Jugendgruppen verschiedenen Bildungseinrichtungen zur Verfügung, die auf die Reise durchs Museum mitgenommen werden können. Enthalten sind in den Koffern didaktische Materialien, die bei Führungen eingesetzt werden können und für das ganze Team zur Nutzung zur Verfügung stehen (Mal-Utensilien, Beispiele unterschiedlicher Farbaufträge, haptische Materialien, Vergleichsbilder, etc.).

 

 

2.2

Kinder-, Familien- und Erwachsenenprogramme in den Schulferien / der Freizeit

Nachmittags und am Wochenende werden zu Sammlung und Wechselausstellungen Kreativkurse, Themenführungen, Führungsreihen angeboten.

 

2.2.1

Workshops finden in den Schulferien für Erwachsene und Kinder statt. Bei populären Wechselausstellungen wird das Angebot erweitert und dem Besucherstrom angepasst. Dabei werden wöchentlich die Buchungen von der Museumspädagogin gemeinsam mit der Koordinatorin überprüft und darauf flexibel weitere Termine angeboten. Bei der Anmeldung können direkt verschiedene Ausweichtermine angeboten und so alle Besucher mitgenommen werden.

 

2.2.2

Feiern im Museum: Geburtstage für Kinder mit Workshop, spielerischer Rundgang durch das Museum mit kreativer Arbeit. Den geselligen Teil mit Kuchen und Getränken gestalten die Eltern selbst.

 

2.2.3

Übliche und spezielle Angebote: Regelmäßig stattfindende öffentliche, dialogisch angelegte Führungen im Kunstquartier zur Sammlung und den Wechselausstellungen sowie zum Hagener Impuls. In Kooperation mit der VHS Hagen wiederkehrende Führungsreihen zum Hagener Impuls als Multiplikator.

 

 

3

Junges Museum

Das mit der Eröffnung des Emil Schumacher Museums und der Wiedereröffnung des Osthaus Museums gegründete Junge Museum im Osthaus Museum ist derjenige Ort, an dem Mit-Mach-Ausstellungen und Ausstellungen mit aktuellen Themen (beispielsweise: Islam in Europa oder Cyperflucht und Mediensucht) stattfinden. Das museumspädagogische Konzept sieht weiterhin vor, dass im Jungen Museum ein interkulturelles und inklusives Programm verfolgt wird, wie zuletzt bei der Ausstellung "Praktikum Kunst". Projekte mit Bethel.regional und der Oberlinschule Volmarstein werden auch in Zukunft zum Programm des Jungen Museums gehören.

 

 

4

Zielgruppen

4.1

Jugendliche: Schüler-Praktika, pflichtige Praktika: konkrete Aufgaben für die Praktikanten helfen ihnen und dem Museum: ein Quiz machen für Kinder, einen Text über ein Kunstwerk schreiben, je nach Interesse und Eignung. Auch Praktika für Studenten der Kunstgeschichte, der Erziehungswissenschaft, der Sozialpädagogik sind für die Unterstützung der Museumsarbeit nützlich und können später oft als gute freie Mitarbeiter herangezogen werden.

 

4.2

Senioren: 55+, Kunsttreff, 1-2 Mal monatlich donnerstags nachmittags zu unterschiedlichen Themen mit anschließendem Gespräch beim Kaffeetrinken.

Menschen mit Demenz, Führungen mit Workshop: die Kombination aus Führung und Workshop ermöglicht Menschen mit Demenz in einem geschützten Rahmen Kunst auf eigene Weise zu entdecken.

 

4.3

Menschen mit Behinderungen

Kooperation der Oberlinschule Volmarstein mit dem Kunstquartier Hagen, regelmäßige Besucher aller Schulklassen im Kunstquartier zu bestimmten Themen wie Blick hinter die Kulissen, Kreatives Arbeiten im Museum etc. Außerdem kontinuierliche Zusammenarbeit mit Bethel.regional, teilweise gemeinsame Projektarbeit mit der Oberlinschule, z.B. Projektarbeit mit der Künstlerin Dagmar Lippok mit Ergebnispräsentationen.

Die Erprobung verschiedener Angebote für sehbehinderte sowie gehörlose Menschen führte zu dem Ergebnis, dass mit den personellen und finanziellen Ressourcen ein kontinuierliches Angebot z.Zt. nicht realisierbar ist.

 

5

Bildungsarbeit im Kontext der Museumsfunktionen

 

5.1

Raumbedarf

Junges Museum für Ausstellungen mit kreativem Arbeitsbereich

Weiterer Raum für Praxisanteil bei geteilten Klassengruppen (Platz für je 15 Schüler)

 

5.2

Öffnungszeiten

Besonderheiten: Öffnung vormittags schon ab 9 Uhr nur für geführte Gruppen, besonders Schulen und Kindergärten. Dabei sind keine Aufsichten erforderlich, da die Begleitungen die Aufsichtspflicht übernehmen. Kassenpersonal ggf. früher für das Kassieren bestellen.

 

5.3

Öffentlichkeitsarbeit: alle Programme der Museumspädagogik werden ebenso intensiv beworben wie Ausstellungen mittels Pressemeldung, Pressegesprächen/Phototerminen. Allgemeiner Flyer mit allen museumspädagogischen Programmen, leicht auffindbare Infos über die museumspädagogischen Angebote auf der Museumswebsite. Lehrer und Erzieher werden regelmäßig informiert, erinnert und angeregt, die Unterrichtsprogramme des Museums wahrzunehmen (in Briefform, als Flyer und/oder per Email). Dazu wird die Schul- und Kindergarten-Adressdatei genutzt sowie persönliche Emailadressen interessierter Lehrer, die eine direkte Ansprache ermöglichen.

 

 

6

Partner und Netzwerke: Jedes Projekt wird sorgfältig daraufhin geprüft, ob dabei Kooperation und/oder finanzielle Unterstützung möglich sind. Neben der Entlastung des Museumsbudgets durch Drittmittel ist ein weiterer positiver Effekt, dass Synergien gebündelt werden. Abgewogen werden muss bei Kooperationen und Mittel-Beantragungen, ob der Aufwand mit dem personellen und zeitlichen Einsatz kompatibel ist.

 

  • Mitgliedschaft beim Bundesverband Museumspädagogik, aktuelle Informationen und Austausch mit Kollegen.
  • Netzwerk der Vermittler der Route Industriekultur, jährliche Informationstreffen mit Vorträgen sowie Fortbildungsangebot für freiberufliche Mitarbeiter.
  • Das Netzwerk der Bildung und Vermittlung der RuhrKunstMuseen verfügt über einen inneren Arbeitskreis, der Förderanträge stellt und an dem die Museumspädagogik im Kunstquartier nach Genehmigung der Fördermittel bei der Planung und Umsetzung des Projektes im eigenem Haus beteiligt ist (zuletzt RuhrKunstNachbarn, demnächst RuhrKunstUrban, gefördert von der Mercator Stiftung).
  • Teilnahme an Fortbildungen und Veranstaltungen bei der die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. (BKJ) / Dachverband der Bundesverbände, Landesvereinigungen und bundesweit agierenden Institutionen der kulturellen Bildung in Deutschland als auch Fachverband für die Weiterentwicklung und Förderung der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung.
  • Ein Praxisnetzwerk Hagener Kultureinrichtungen ermöglicht den Austausch und die Arbeit an gemeinsamen Projekten im Stadtraum.
  • Bildungspartnerschaft aktuell mit der Hestert GS ermöglicht allen Viertklässlern einen kostenlosen Besuch in der „Architektur der Erinnerung“ von Sigrid Sigurdsson.
  • Das Kunstquartier ist Kooperationspartner der Kulturstrolche, die die kulturelle Vielfalt ihrer Stadt erleben.
  • Durch die finanzielle Unterstützung des Fördervereins Emil Schumacher Museum erhalten alle Hagener Schulen freien Eintritt ins Kunstquartier und OGSen bei Wechselausstellungen zusätzlich die Fahrtkosten erstattet.
  • Kooperation und finanzielle Unterstützung durch den Zonta Club Hagen für Schulklassen zwecks Hohenhof-Besuche mit dem Hagen erforschen-Buch“.
  • Kooperation mit der VHS, turnusmäßiges Führungsangebot zum Hagener Impuls und Angebote – Führungen und Workshops – im Urlaubskorb.
  • Kooperation mit dem Kulturbüro u.a. bei dem Schwarzweissbunt-Festival.
  • Kooperation mit dem Lions-Club Asteria – Adventskalender.
  • Projektarbeit mit Schulen (Projekttage, Themenreihen), Universitäten und weiteren Bildungseinrichtungen, die individuell abgesprochen wird.

 

 

 

 

 


Inklusion von Menschen mit Behinderung

 

Belange von Menschen mit Behinderung

(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)

 

 

sind nicht betroffen

X

sind betroffen (hierzu ist eine kurze Erläuterung abzugeben)

 

Kurzerläuterung:

Durch die Kooperation mit der Oberlinschule und der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit Bethel.regional können regelmäßig museumspädagogische Programme im Rahmen der Inklusion verwirklicht werden.

 

Reduzieren

Auswirkungen

 

gez.

gez.

(Erik O. Schulz, Oberbürgermeister)

(Margarita Kaufmann, Beigeordnete)

 

Reduzieren

Anlagen

Loading...

Beschlüsse

Erweitern

18.09.2019 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen