Berichtsvorlage - 0648/2019
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht über die Zusammenarbeit der beiden Museen im Kunstquartier seit 2009
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB49 - Museen und Archive
- Bearbeitung:
- Andrea Paul
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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03.07.2019
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Sachverhalt
Kurzfassung
entfällt
Begründung
Das Kunstquartier Hagen ist nach einer Renovierungszeit des Osthaus Museums (OMH) von ca. drei Jahren sowie der Einrichtung des neuen Emil Schumacher Museums (ESM) am 29.08.2009 eröffnet worden. Die erste Ausstellung des OMH widmete sich Christian Rohlfs, der ca. 37 Jahre in Hagen blieb und von dem das Museum heute ca. 700 Werke besitzt. Die Erstpräsentation des ESM widmete sich selbstverständlich dem Werk Emil Schumachers. Beide Museen verfolgen eine spezifische Programmatik.
Das Osthaus Museum Hagen verstand sich seit seiner Neugründung, nach dem II. Weltkrieg 1945, mit seiner ersten Direktorin, Herta Hesse-Frielinghaus, immer als eine Institution, die dem Erbe von Karl Ernst Osthaus gewidmet sein sollte. Das bedeutete, dass von Anfang an gesammelt und ausgestellt wurde. In den ersten Jahrzehnten war es noch möglich, durch Förderungen und Schenkungen Werke des Deutschen Expressionismus sowie von zeitgenössisch arbeitenden Künstlern zu sammeln, beispielsweise von Emil Schumacher. Nach der Beendigung der Direktionszeit von Herta Hesse-Frielinghaus verlagerte sich der Schwerpunkt der Ausstellungstätigkeit auf das zeitgenössische Kunstgeschehen, auf das Karl Ernst Osthaus in seiner Zeit selbst Wert gelegt hatte. Bis heute wird dieses Konzept weiterverfolgt. Die Ausstellungen des Osthaus Museums Hagen sind dicht gestaffelt. So finden sowohl im Folkwang-Altbau wie auch im Neubau des Museums auf verschiedenen Ebenen unterschiedliche Ausstellungen statt. Das Ausstellungsprogramm orientiert sich schwerpunktmäßig an der figurativen Kunst. So haben die Besucherinnen und Besucher des Kunstquartiers hier die Möglichkeit eine weitgestreutes Spektrum an zeitgenössischer Kunst zu genießen.
Das Emil Schumacher Museum, als das neuere von beiden Institutionen im Kunstquartier, ergänzt die umfangreichen Ausstellungstätigkeiten im Kunstquartier. Die Kernaufgabe des Hauses ist es, das Werk des aus Hagen stammenden Künstlers Emil Schumacher für ein möglichst breites Publikum erfahrbar zu machen. Erstbesucher können während ihres Besuches einen ausführlichen Einblick in die Kunst Emil Schumachers erleben. Wechselnde Themenausstellungen zu besonderen Aspekten des Werks innerhalb der Sammlungspräsentation machen den Besuch des Museums für wiederholte Besuche besonders interessant. Die sukzessive wissenschaftliche Erforschung des künstlerischen Schaffens von Emil Schumacher wird dabei erkennbar und durch regelmäßige Herausgabe von Katalogen publikumsgerecht dokumentiert. Die Kunst Schumachers wird darüber hinaus in Sonderausstellungen mit bedeutenden Zeitgenossen oder thematischen Fragestellungen zum Umfeld der gestischen Abstraktion nach 1945 in Bezug zu seinem künstlerischen Umfeld gesetzt. Nach weniger als zehn Jahren seit seiner Gründung ist das Museum so inzwischen als eines der wenigen Zentren zur Erforschung des Informel bzw. des Abstrakten Expressionismus etabliert. Der Schwerpunkt der Ausstellungen liegt dabei konsequent in der abstrakten Kunst.
Die Vermittlungsarbeit für das Kunstquartier übernimmt der museumspädagogische Stab des Osthaus Museums mit der Abteilung „Junges Museum“. Das Emil Schumacher Museum und der Förderverein Emil Schumacher Museum e.V. unterstützen diese Arbeit ideell und teilweise finanziell, insbesondere auch durch die Übernahme der Eintrittsentgelte für Besuche von Schulklassen. Ergänzend hat das Emil Schumacher Museum innerhalb des umfangreichen Rahmenprogramms im Kunstquartier u.a. eine eigene Konzertreihe „Klassik & Jazz im ESM“ sowie die regelmäßige Zusammenarbeit mit dem freien Kulturzentrum Pelmke in der Reihe „Kino Babylon im ESM“ etabliert. Beide Museen veranstalten Vorträge und Events in immer wieder neuen Formaten und ziehen damit sowohl Hagener, wie auch überregionales Publikum erfolgreich ins Kunstquartier. Durch die verschiedenen Schwerpunkte und Kompetenzen beider Häuser kommt es zu einer gegenseitigen Ergänzung der Themen- und Veranstaltungsvielfalt im Hagener Museumskomplex, der bereits heute auch aus der Sicht anderer Städte aufmerksam wahrgenommen und in Zukunft mit dem Programm des Stadtmuseums zusätzlich bereichert werden wird.
Zum zehnjährigen Jubiläum des Kunstquartiers werden beide Häuser in Zusammenarbeit mit dem Theater Hagen am 07.12.2019 eine „Lange Nacht der Kunst" veranstalten. Das Motto dieses Abends ist: „Wer hat Angst vor Rot, Gelb und Blau“? Es handelt sich um die mit dem Bauhaus assoziierten Farben, aber da beide Häuser in unterschiedlichen Formen Gemälde mit diesen Grundfarben Rot, Blau, Gelb ausstellen, bekommt dieses in der Literatur- und Kunstgeschichte verankerte Zitat als Motto zugleich auch den Charakter eines Leitmotivs.
