Beschlussvorlage - 0651/2017
Grunddaten
- Betreff:
-
Verleihung der Ehrennadel der Stadt Hagen an Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Otto Peters
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB01 - Oberbürgermeister
- Bearbeitung:
- Gesine Specht
- Beteiligt:
- FB49 - Museen und Archive
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Ältestenrat
|
Vorberatung
|
|
|
●
Erledigt
|
|
Rat der Stadt Hagen
|
Entscheidung
|
|
|
|
05.10.2017
|
Sachverhalt
Kurzfassung
entfällt
Begründung
Geboren wurde Otto Peters am 6. Mai 1926 in Berlin. Nach Kriegsende war er als Lehrer in Berlin tätig, studierte parallel Anglistik und Geschichte an der Humboldt-Universität, die ihn ohne Abitur immatrikuliert hatte. Nach zwischenzeitlicher Erlangung des Abiturs an einem Abendgymnasium beendete er das Studium an der Freien Universität Berlin.
Promoviert wurde er 1972 an der Universität in Tübingen, an deren Deutschem Institut für Fernstudienforschung er seit 1969 tätig war. Dieser Weg führte ihn 1974 weiter auf eine Professur für Bildungswissenschaft an der Freien Universität Berlin und im selben Jahr in den Vorbereitenden Gründungsausschuss der zukünftigen FernUniversität. 1975 wurde der ausgewiesene Fernstudiendidaktiker Mitglied in ihrem Gründungsausschuss. Hier nahm er eine besondere Rolle ein, da er der einzige Vertreter in dem Gremium war, der eine wissenschaftlich fundierte Vorstellung davon hatte, was ein Fernstudium ist und wie ein Fernstudium organisiert, aktiviert und optimiert werden kann: „Das lag daran, dass ich mich schon seit den 50er Jahren mit dem Fernstudium befasste.“
Am 17. April 1975 berief NRW-Wissenschaftsminister Johannes Rau Prof. Dr. Otto Peters auf den Hagener Lehrstuhl für Methodenlehre des Fernstudiums und ernannte ihn tags darauf zum Gründungsrektor. In den folgenden Jahren wurden in oft enger Zusammenarbeit von Prof. Dr. Peters und Minister Rau die entscheidenden Weichen für die überaus positive Entwicklung der FernUniversität bis heute gestellt, indem sie als lehrende und forschende Universität profiliert wurde. Sie sollte sich besonders an bereits Berufstätige wenden, die berufsbezogene Weiterbildung daher im Zusammenhang mit der grundständigen Lehre eine wichtige Rolle spielen.
Otto Peters hatte eine tiefe Eigenmotivation, weil er ja sozusagen selbst ein Produkt des zweiten Bildungsweges war. Er hatte ungefähr zehn Jahre lang gearbeitet und nebenbei studiert.
Am 27. August 1984 endete die Gründungsphase der FernUniversität, die in der Hochschule auch schmunzelnd „das Ottonische Zeitalter“ genannt wurde: Otto Peters übergab das Amt des Rektors an Prof. Dr. Ulrich Battis und widmete sich wieder seiner Arbeit in der Wissenschaft. 1991 wurde er emeritiert, war aber auch weiterhin im Fachgebiet „Fernstudienforschung“ für die FernUniversität tätig.
Otto Peters erhielt viermal den Titel eines Doctor Honoris Causa verliehen, er war acht Jahre lang Vizepräsident des International Council for Open and Distance Education (ICDE), dessen Prize of Excellence er 1999 erhielt. 2008 wurde er in die International Hall of Fame for Adult Education aufgenommen.
Ohne den Glücksgriff von Johannes Rau, Otto Peters zum Professor zu berufen und zum Gründungsrektor zu ernennen, wäre die FernUniversität wohl nicht das, was sie heute ist, „ein Juwel des deutschen Bildungssystems“. So nannte die seinerzeitige nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Hochschule bei ihrer 40-Jahr-Feier. Otto Peters sieht den Erfolg der Hochschule ähnlich: „Ihr im Grunde unfassbarer Erfolg zeigt, in wie hohem Maße unsere gemeinsame Aufbauarbeit gelungen ist.“
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto Peters hat sich um Hagen verdient gemacht. Seine Arbeit und seine Aktivitäten haben in der Stadtgeschichte deutliche Spuren hinterlassen. Für das Ansehen der Stadt hat Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto Peters in hohem Maße herausragendes und nachhaltiges Engagement gezeigt.
Vor diesem Hintergrund hat der Ältestenrat der Stadt Hagen in seiner Sitzung am 22. Juni 2017 einvernehmlich beschlossen, dem Rat der Stadt Hagen zu empfehlen, das bildungs- und gesellschaftspolitisch wertvolle Wirken von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto Peters mit der Verleihung der Ehrennadel der Stadt Hagen zu würdigen. Die Verwaltung schließt sich dieser Empfehlung uneingeschränkt an.
Ein derartiger Beschluss erfordert eine Mehrheit von zwei Dritteln der gesetzlichen Zahl der Ratsmitglieder.
(Die inhaltlichen Aussagen über das Wirken von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto Peters entstammen in einigen Bereichen einer Arbeit von Gerd Dapprich, FernUniversität Hagen, aus Mai 2016 anlässlich der Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag von Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otto Peters.)
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)
X | Es entstehen folgende finanzielle Auswirkungen: Kosten der Ehrennadel = 300,- Euro; Bereitstellung aus dem Repräsentationsetat der Stadtkanzlei |
gez. Erik O. Schulz | gez. Margarita Kaufmann |
Oberbürgermeister | Beigeordnete
|
Bei finanziellen Auswirkungen: | gez. Christoph Gerbersmann Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer |
