Berichtsvorlage - 0477-1/2017

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Beschlussvorschlag

Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

Reduzieren

Sachverhalt

 

Begründung

 

Die Stadt Hagen hat kurz vor der politischen Sommerpause den Auftrag Neuaufstellung ISEK und FNP an das Dortmunder Planungsbüro Plan-lokal vergeben. Bestandteil des ISEKs, welches ab August 2017 bis voraussichtlich Ende 2018/Anfang 2019 erarbeitet wird, sind Stadtbezirkskonzepte. Diese werden für jeden der fünf Hagener Bezirke erstellt. Demzufolge wird es auch ein Stadt-bezirkskonzept für Haspe geben.

 

Im Rahmen der Einarbeitungsphase (ab August 2017) werden sogenannte Bezirksprofile erstellt, welche den Charakter, die Identität sowie die räumlichen Eigenarten vor Ort herausarbeiten und berücksichtigen. Methodisch wird eine SWOT-Analyse durchgeführt, die sowohl die Stärken und Potenziale, als auch die Schwächen und Risiken analysiert. Zudem werden durch das Büro Orts-besichtigungen vorgenommen.

 

Folgende Themen und Handlungsfelder werden in den Fokus genommen:

 

  1. Bevölkerung und Demografie
  2. Wohnen, Wohnumfeld, öffentliche Räume
  3. Gewerbe, Einzelhandel, Dienstleistung, Forschung
  4. Freiraum, Natur und Umwelt
  5. Naherholung, Freizeit, Tourismus
  6. Mobilität, Verkehr, technische Infrastruktur
  7. Soziale Infrastruktur, Kultur, Bildung

Die Themenbereiche Klimaschutz, Klimaanpassung, Demografischer Wandel, Regionales und Diversity sind zudem als Querschnittsthemen definiert, die in allen Handlungsfeldern mitbetrachtet werden.

 

Auf die Bestandsaufnahme in den Profilen erfolgt die Erarbeitung von räumlich-thematischen Leitbildern und Entwicklungszielen, um der zukünftigen Entwicklung des Bezirks einen Orientierungsrahmen zu geben. Dabei soll auf die originären Stärken des Bezirks aufgebaut werden.

 

Weiter werden konkrete Leitprojekte zur Erreichung der Entwicklungsziele definiert. Zudem sollen auf Basis der Bezirksprofile mögliche Abgrenzungen von Fördergebietskulissen sowie in Frage kommende Förderprogramme benannt werden.

 

Im Ergebnis werden sowohl textliche Ausführungen vorliegen, als auch plangrafische Visualisierungen der bezirksbezogenen Entwicklungsabsichten.

 

Die Stadtbezirkskonzepte werden dialogorientiert in einem kooperativen Prozess erarbeitet. Es wird eine gemeinsame Auftaktveranstaltung aller Bezirke geben, woran sich die Arbeit in den Bezirken anschließt. Dabei werden Stadtbezirkswerkstätten

 

durchgeführt, in denen das Wissen und die Ideen aller Akteure im Stadtbezirk aufgegriffen und weiterentwickelt werden sollen. Ergänzt werden die Werkstätten durch gesamtstädtische themenbezogene Fachforen, die den Blick aber natürlich auch auf die Bezirke richten. Der Partizipationsprozess wird zudem durch eine zwei-phasige Onlinebeteiligung ergänzt. Bislang ist es vorgesehen die Fachforen noch in

2017 durchzuführen. Die Stadtbezirkswerkstätten sollen Anfang 2018 durchgeführt werden, parallel erfolgt die Online-Beteiligung. Da der Auftakttermin mit dem Planungsbüro noch aussteht, sind Änderungen des Zeitplans vorbehalten.

 

Vor diesem Hintergrund wird es als nicht zielführend erachtet, bereits parallel und in Eigenleistung der Verwaltung diese Arbeit an den Stadtbezirkskonzepten zu beginnen, bzw. durchzuführen. Der Auftrag an das Büro ist bereits erteilt und die Leistung in dem Honorar des Büros miteinkalkuliert.

 

Ziel dieses Sachstandsberichtes ist es daher, eine verwaltungsinterne Bestands-aufnahme der bekannten städtebaulichen Problemlagen sowie der Potenziale und Stärken des Stadtbezirks zusammenzustellen um dann die Rahmenbedingungen für künftige städtebauliche Entwicklungen in Haspe zu definieren. Dies kann allerdings kein Handlungskonzept als Voraussetzung einer Fördermittelbeantragung ersetzen, als Input für die Stadtbezirkskonzepte im Rahmen des ISEK kann die Ausarbeitung jedoch verwertet werden.

 

Das Zusammentragen und Visualisieren der wesentlichen städtebaulichen Themen in Haspe ergab eine zunehmende Verdichtung von Informationen. Es wurde deutlich, dass bereits viele Ansätze vorhanden sind und Haspe auch im Vergleich zu anderen Stadtteilen / Stadtbezirken in den vergangenen Jahren fortlaufend „bearbeitet“ wurde. Als Grundlage dient das vorhandene Stadtbezirkskonzept aus dem Jahr 2005, das zur Vorbereitung auf das ISEK-Projekt verwaltungsintern überprüft und in Teilen aktualisiert wurde.

 

Die Übersicht umfasst die Ergebnisse des Zusammentragens der Grundlagen / Randbedingungen / Restriktionen aus städtebaulicher Sicht und zeigt neben dem Auflisten kleinräumiger Projekte auch größere konzeptionelle Zusammenhänge auf, sog. strategische Orte.

 

  1. Gesamtperspektive
  2. Zentren und Einzelhandel
  3. Wohnen
  4. Gewerbe
  5. Verkehr
  6. Freizeit und Tourismus
  7. Freiraum und Umwelt
  8. Förderperspektiven

 

 

 

 

  1. GESAMTPERSPEKTIVE

Haspe, mit 22,2 km² einer der kleineren Hagener Bezirke, weist eine Einwohnerzahl von 31.110 Menschen (Stand Oktober 2016) auf. Die Einwohnerdichte ist vergleichbar mit der im Hagener Norden und deutlich höher als im Süden und Osten der Stadt. Haspe weist eine negative natürliche Bevölkerungsentwicklung auf, was bedeutet, dass weniger Menschen geboren werden als sterben. Über Wander-ungsgewinne, also Zuzüge aus anderen Hagener Stadtteilen, anderen Städten oder gar Ländern, können Einwohnergewinne verzeichnet werden. Der Stadtbezirk entwickelt sich jedoch nicht einheitlich, sondern vielmehr heterogen.

 

Während Westerbauer eine positive innerstädtische Binnenwanderung vorweisen kann, weist Haspe-Zentrum die höchsten innerstädtischen Wanderungsverluste auf. Demgegenüber profitiert Haspe-Zentrum jedoch von einer hohen Außenzu-wanderung was bedeutet, dass Menschen, die aus anderen Städten nach Hagen ziehen sich oft in Haspe niederlassen. Inwiefern die Zuwanderungen aus Südosteuropa und die Flüchtlingszuwanderung den Schrumpfungstrend dauerhaft umzukehren vermögen, kann nur schwerlich prognostiziert werden.

 

Die Hagener Bevölkerung weist ein relativ hohes Durchschnittsalter auf. 22,6% der Einwohner sind 65 Jahre oder älter. Ein hoher Anteil junger Einwohner ist vor allem in den innerstädtischen Wohnlagen vorzufinden, und auch in Haspe-Zentrum beträgt der Anteil der unter 40 Jährigen über 50 %. Es handelt sich daher um einen demografisch durchmischten Wohnort.

 

Haspe-Zentrum ist ferner dadurch gekennzeichnet, dass dort ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Haushalten mit Kindern lebt. Über 30 % der Einwohner haben einen Migrationshintergrund und überdurchschnittlich viele Einwohner beziehen Trans-ferleistungen. Zukünftig wird es hier darauf ankommen die gesellschaftliche Inte-gration voranzutreiben, sowie die (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt zu befördern.

 

Der urban geprägte Ortsteil weist ein relativ niedriges Mietpreisniveau und einen Leerstand zwischen 4,01 und 10 % auf, was deutlich über der „gesunden“ und not-wendigen Fluktuationsreserve von 3 % liegt. Zur Gesundung des Wohnungsmarktes ist eine Ausdifferenzierung des Wohnungsangebotes durch die Doppelstrategie Rückbau und Neubau bzw. Aufwertung der Bestände notwendig.

 

Geografisch grenzt der Siedlungsbereich nahtlos an das Stadtgebiet von Gevelsberg an. Die Siedlungsstruktur ist geprägt durch das Nebeneinander von Gewerbe, Industrie und Verkehr in den Tallagen, während sich die Wohngebiete im Wesentlichen nördlich und südlich dieses Gewerbebandes an den Hängen entwickelten. Die Zeiten der Ausdehnung der Siedlungstätigkeit auf die Hanglagen sind jedoch vorbei. Im Vordergrund stehen in Zukunft die Stadterneuerung im Talraum der B7 und die Reaktivierung der gewerblichen Brachflächen sowie die Aufwertung der Bereiche entlang der Ennepe.

 

 

Auch ist der Wandel von einem Standort der Stahlindustrie zu einem modernen wirtschaftlich starken Stadtteil noch nicht abgeschlossen. Der Strukturwandel der Wirtschaft hält in Haspe weiter an.

 

Haspe ist ein Stadtbezirk mit Tradition (Kirmes, Vereine, Ehrenamt) und Identität, wichtig dafür sind die Zentren (insbesondere das Ortszentrum Haspe, aber auch das Stadtteilzentrum Westerbauer), die als strategische Orte der Weiterentwicklung bedürfen.

 

Aus diesen Entwicklungen lassen sich vielfältige Herausforderungen ableiten und Handlungsbedarfe erkennen, die bei der zukünftigen Entwicklung des Bezirks zu berücksichtigen sind. Beispielsweise stellen die Attraktivierung des Wohn- und Lebensumfeldes sowie die Verbesserung urbaner Freizeitangebote neben der Anpassung des Gebäudebestandes an heutige Anforderungen wichtige Zukunftsaufgaben in Haspe dar.

 

  1. ZENTREN UND EINZELHANDEL

Für die Identität und die Versorgung des Stadtbezirkes sind die zentralen Versorgungsbereiche von höchster Bedeutung. Ganz vorne steht dabei das Stadtbezirkszentrum Haspe. Generell haben fast alle Stadtteilzentren das Problem, im Wettbewerb mit anderen Zentren und den Märkten außerhalb der Zentren sowie dem rasant wachsenden Online-Handel ihre Einzelhandelsattraktivität zu erhalten. Dies zeigt sich in zunehmenden Leerständen und Mindernutzungen. Eines der städtebaulichen Leitprojekte wird es daher sein, die Hasper City städtebaulich weiter zu entwickeln, Dies betrifft nahezu alle Bereiche, angefangen bei der Fuß-gängerzone, Real bis Hüttenplatz und Torhaus, der Kreisel sowie die städtebauliche Einbindung und Nutzung des Ernst-Meister-Platzes.

 

Ein weiteres wichtiges Thema ist das Stadtteilzentrum Westerbauer. Hier steht die Umnutzung  des Brandt-Geländes nördlich der B7 zu einem Gesundheits-, Einkaufs- und Verwaltungszentrum kurz bevor. Das Planungsrecht wird voraussichtlich in diesem Jahr noch geschaffen, die Verträge geschlossen und die Bauanträge eingereicht werden. Außerdem wird eine Grünzone entlang der Ennepe angelegt und das Ufer umgestaltet. Als wichtige Aufgaben verbleiben die Reaktivierung des Brandt-Geländes südlich der L700, die Nachfolgenutzungen für die Alt-Immobilien (REWE und Aldi), die Fortführung des Radweges entlang der Ennepe sowie die städtebauliche Aufwertung der Bereiche um das Brandtgelände (inkl. Nordstr. 14) um damit zu einer Attraktivitätssteigerung des Stadtteilzentrums insgesamt beizutragen. Dazu wird auch der bereits geplante Umbau der B7 beitragen.

 

Projekt- und Maßnahmenliste für dieses Themenfeld:

  • Fußgängerzone  Voerder Straße In Abstimmung mit dem WBH soll die Maß-nahme "Voerder Straße" im Jahr 2017 bis spätestens Mitte Dezember geplant, ausgeschrieben und vergeben werden. Die Fällung der Bestandsbäume ist im Winter 2017/18 anvisiert. Mit der Baumaßnahme soll  2018 möglichst früh be-gonnen werden, damit die Maßnahme vor der Hasper Kirmes abgeschlossen werden kann.
  • Konzept für die City (mit Real-Markt, Torhaus, Hüttenplatz, Hasper Kreisel und Wegeverbindungen, in Kooperation mit der GWG)

 

Bebauungsplanverfahren

 

  • Vorhabenbezogener B-Plan Nr. 3/14 Misch- und Sondergebiet nördlich der Enneper Straße –Zwieback Brandt- (Ansiedlung Einzelhandel, Gewerbe, Dienst-leistung). Einleitung 2014, noch nicht abgeschlossen, zurzeit 4. Offenlage

 

  • B-Plan Nr. 20/77 1. Änderung Teil 1 und Teil 2/1 3. Änderung -Sanierungsgebiet Haspe Freizeit-, Sportanlage und Gewerbe (Absicherung Altstandort ALDI), Ein-leitung 2014, noch nicht abgeschlossen

 

  • B-Plan Nr. 9/08 Preußerstraße– nördlich Preußerstraße/ westlich Hördenstraße  (Absicherung Einzelhandel (Bestand) und Gewerbe, Umsetzung Vergnügungs-stättenkonzept), Einleitung 2009, noch nicht abgeschlossen, Gutachten zum Stör-fallbetrieb bleibt abzuwarten

 

  • Vorhabenbezogener B-Plan Nr. 4/04 -Gummi Becker-, Enneper Straße (Entwick-lung einer Gewerbebrache zum Einzelhandelsstandort). Einleitung 2005, Rechts-kraft 2006

 

  1. WOHNEN

In Haspe wohnen 31.110 Menschen (Stand Oktober 2016). Es sind alle Wohnformen vorhanden, vom Wohnen im Einfamilienhaus in bevorzugter landschaftlicher Lage (wie z.B. Hestert) bis zum mehrgeschossigen innerstädtischen Wohnen, teilweise auf bestimmte Zielgruppen wie z.B. Senioren ausgerichtet.

 

Die von Prof. Spars vorgelegte Studie zur Wohnungsmarktentwicklung kommt zu dem Ergebnis, dass bezogen auf ganz Hagen und einen Zeitraum von 10 Jahren jährlich etwa 350 Wohnungen abgerissen und ca. 150 Wohnungen neu gebaut werden müssen, um den Wohnungsbestand zu sanieren und an die heutigen Anforderungen anzupassen. Was dies konkret für den Stadtbezirk Haspe bedeuten wird, muss noch in der zweiten Stufe des Handlungskonzepts Wohnen in einer Veranstaltung mit den Akteuren der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft und weiteren Akteuren im Stadtbezirk besprochen und erarbeitet werden. Diese Veranstaltung wird inhaltlich verzahnt werden mit dem geplanten Stadt-bezirksworkshop im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK).

 

Bereits jetzt kann eingeschätzt werden, dass die Zeiten der großflächigen Siedlungsexpansion vorbei sind. Der Stadtbezirk Haspe verfügt noch über ausreichende Wohnbauflächenpotentiale im rechtskräftigen FNP (siehe Anlage Karte Flächenreserven für Wohnen und Gewerbe). Obwohl im Bereich Baukloh und Harkortstraße neue Wohngebiete entstanden sind und damit Wohnbau-flächenreserven in Anspruch genommen wurden, bestehen in Haspe immer noch große Reserven für den Wohnungsbau. Die flächenmäßig größten Potentiale liegen im Bereich der Agnes-Miegel-Straße, Am Karweg und im Bereich Hestert (oberhalb der Friedrichstraße). Westlich der Gabelsberger Straße gibt es ebenfalls eine Reservefläche, während die Flächen im Bereich Asker Straße zwar diskutiert, aber nicht als Reservefläche beschlossen wurden. In der Vergangenheit wurden bereits Wohnbauflächen des FNP zurückgenommen und wieder als landwirtschaftliche Flächen im FNP dargestellt (Westerbauer/Nachtigall). Bestehende Flächenoptionen werden im Rahmen des ISEK und der Neuaufstellung FNP geprüft und diskutiert werden.

 

Projekt- und Maßnahmenliste für dieses Themenfeld:

  • Umgang mit Bestandsimmobilien - Modellvorhaben „Problemimmobilien“ (eine  Ausweitung des Programms auf Hasper Gebiet  ist inzwischen mit den Häusern Hördenstr. 11,11a und Berliner Str 53 erfolgt)
  • Konzept für die City (mit Real-Markt, Torhaus, Hüttenplatz, Hasper Kreisel, Ernst-Meister-Platz und Wegeverbindungen)

 

Bebauungsplanverfahren

 

  • B-Plan Nr. 1/15 Wohnbebauung Am Quambusch: auf der Fläche des ehemaligen Sportplatzes Quambusch sollen 25 neue Wohneinheiten in Form von Einfamilienhäusern entstehen. Die relevanten Gutachten sind vergeben. Wenn alle Gutachten zu einem positiven Ergebnis für die weiteren Planungsschritte kommen, kann Mitte Dezember diesen Jahres der Beschluss zur öffentlichen Auslegung gefasst werden. Darüber hinaus werden im Rahmen der Haushaltsplanung für die Jahre 2018 und 2019 die Erschließungskosten für die Baustraße (2018) und später für den Endausbau des Wohnbaugebiets Quambusch angemeldet. Wenn die Einplanung erfolgt, kann die Baustraße ausgeschrieben und erstellt werden, sobald der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Rechtskraft und Abschluss des Bebauungsplanverfahrens sind für Mitte 2018 geplant. Eine Vermarktung der Flächen schließt sich an, sobald die Baustraße erstellt ist.

 

  • Vorhabenbezogener B-Plan Nr. 5/12 Wohnbebauung Harkorten Wohnblock H: (Planungsrecht für ein Ärztehaus). Einleitung 2013, Rechtskraft 2014

 

  • B-Plan Nr. 7/01 2. Änderung, Teil II Wohnbebauung Haus Harkorten (Schaffung Wohnbauflächen) Einleitung 2014, Rechtskraft 2016

 

  • B-Plan 7/01 1. Änderung, Teil I und II Haus Harkorten (Schaffung von Wohn-bauflächen/ Denkmalschutz), Einleitung 2011, noch nicht abgeschlossen

 

  • B-Plan Nr. 3/95 1. Änderung Rolandstraße/Rolandshöh (Schaffung von Wohn-bauflächen), Einleitung 2006, Rechtskraft 2009 (mehr als die Hälfte bereits realisiert)

 

  • Vorhabenbezogener B-Plan Nr. 6/13 Wohnbebauung Waldstraße (Schaffung von Wohnbauflächen). Einleitung 2014, noch nicht abgeschlossen, Wechsel des Vorhabenträgers

 

  1. GEWERBE

Das von der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr im Dezember 2015 vorgelegte Wirtschaftsflächenkonzept für die Stadt Hagen kommt zu dem entscheidenden Ergebnis, dass angesichts fehlender Entwicklungsmöglichkeiten in den Freiraum, der Verfügbarmachung der vorhandenen Gewerbeflächen eine zentrale Bedeutung zukommt. Zu diesem Zweck wurde vor kurzem die Hagener Industrie- und Gewerbeflächen GmbH gegründet. Diese soll gewährleisten, dass entsprechende Flächen am Markt aufgekauft, saniert und für die gewerbliche Nutzung wieder bereitgestellt werden können. Hierfür wurden auf einer Klausurtagung mit dem Verwaltungsvorstand Prioritäten festgelegt. Danach sollen vorrangig die Flächen

 

  • Westside
  • Varta
  • Dolomit/Hammacher

 

entwickelt werden.

Auch der Stadtbezirk Haspe verfügt über einige bedeutende Brachflächen und Entwicklungsreserven für Gewerbe:

 

  • Ehemaliges Brandt-Gelände
  • Flächen ehemals Möbel Frenzel
  • Alter Bahnhof Haspe
  • Nord-West-Gelände
  • mindergenutzte Flächen zwischen Autohaus  Jürgens und der Rehstraße

 

Leider ist es nicht gelungen in Kooperation mit den Nachbarkommunen unter dem Motto B7>17 und der Regionale-Bewerbung in eine Förderperspektive zu kommen. Aktuell werden die Möglichkeiten der Förderung einer Untersuchung der ge-werblichen Flächenentwicklung in Hagen und dem EN-Kreis abgeklärt.

 

Projekt- und Maßnahmenliste für dieses Themenfeld

  • B7>17 (in Projektpartnerschaft mit Nachbarkommunen des EN-Kreises, SIHK, HAGENagentur: beabsichtigte Pilotstudie zur Absicherung des Flächen-bestands für das verarbeitende Gewerbe im Raum Hagen/Ennepe-Ruhr-Kreis als Nach-folge für die Regionale)
  • Entwicklung Stahlkontor (Erweiterung im Einklang mit dem B-Plan Nr. 3/87 Teil 2)

 

 

 

Bebauungsplanverfahren

 

  • vorhabenbezogener B-Plan Nr. 3/14 Misch- und Sondergebiet nördlich der Enneper Straße –Zwieback Brandt- (Ansiedlung Einzelhandel, Gewerbe, Dienstleistung, Einleitung 2014, noch nicht abgeschlossen, zurzeit 4. Offenlage (Die landesplanerische Grundvoraussetzung  -Umwandlung von GIB in ASB– wurde von der Verbandsversammlung des RVR zwischenzeitlich beschlossen).

 

  • B-Plan Nr. 1/07 Alter Bahnhof Haspe ( Sicherung/ Schaffung von Gewerbe-flächen,  Umwidmung von Bahnflächen auf Basis eines Gesamtkonzeptes) Ein-leitung 2007, die Verhandlungen mit der Bahn laufen noch.

 

  • B-Plan Nr. 6/14 Mischgebiet Nordstraße (Gewerbebrache ehem. Gummi Becker, Regelungen zu Vergnügungsstätten und großflächigem Einzelhandel, Sicherung Ennepe-Radweg), Einleitung 2014, noch nicht abgeschlossen.

 

  • B-Plan Nr. 9/13 Misch- und Gewerbegebiet südlich und nördlich der Enneper Straße von der Stadtgrenze bis zum Haus Enneper Straße Nr. 79, Sonder-gebiet Enneper Str. 91-95 (Umsetzung Einzelhandelskonzept, Absicherung Altstandort REWE, Sicherung Gewerbeflächen), Einleitung 2014, noch nicht abgeschlossen, zurzeit 4. Offenlage.

 

  • B-Plan Nr.4/10 Gewerbegebiet Berliner Straße inkl. Fläche Nordwest und Schenker (Sicherung Gewerbeflächen durch Einzelhandelsausschluss), Ein-leitung 2010, Rechtskraft 2011

 

  • B-Plan 20/77 4. Änderung Sanierungsgebiet Haspe Freizeit-, Sportanlage und Gewerbe (B-Plan 20/77 4. Änderung (Umsetzung Vergnügungsstättenkon-zept), Einleitung 2012, Rechtskraft 2013.

 

  1. VERKEHR

In Bezug auf die verkehrliche Entwicklung ist für den Stadtteil Haspe durch die Realisierung der beiden Umgehungsstraßen Konrad-Adenauer-Ring (Südumgehung) und Kurt-Schumacher-Ring (Nordumgehung) in den letzten Jahren für den Indi-vidualverkehr eine gute Erschließungsgrundlage geschaffen worden.

 

Der aktuelle Fokus wird sich verstärkt auf den Radverkehr und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) richten. Außerdem ist in allen verkehrlichen Belangen die Barrierefreiheit zu beachten.

 

Die Fachverwaltung der Stadt Hagen erarbeitet derzeit mit Unterstützung von Planungsbüros ein Radverkehrskonzept und einen neuen Nahverkehrsplan. Beide

Konzepte haben auch entsprechende Auswirkungen auf die einzelnen Stadteile, so natürlich auch auf Haspe.

 

 

 

Projekt- und Maßnahmenliste für dieses Themenfeld

 

  • Radwegekonzept: Radweg entlang der Ennepe, überregional/RVR, Lückenschluss (siehe Bericht der Verwaltung inkl. Projektskizze für UWA am 29.06.2017; Öffentliche Berichtsvorlage „Förderung des Radverkehrs in Hagen – Projektstände“ Drucksachennummer 0529/2017 vom 19.06.2017.)
  • Planung Radweg Bhf-Hinterfahrung-Heubing
  • Nahverkehrsplan in Erarbeitung
  • Fußgängerzone Voerder Straße (Ausbaubeschluss vom 4.12.2014, Umsetzung ab ca. Frühjahr 2018 – siehe hierzu auch Kapitel 2t Einzelhandel)
  • Maßnahmen nach Kommunalabgabengesetz (KAG) Detmolder Straße + Kreis-verkehr Tückingstraße sowie Büddingstraße werden grunderneuert
  • Ennepebrücke Frankstraße (Es werden Untersuchungen durchgeführt, inwieweit die Ennepebrücke Frankstraße von Schäden bzw. „Spannungsrisskorrosion" betroffen ist. Dies wird zum jetzigen Zeitpunkt verneint. Sollte in Zukunft dennoch eine Sanierung und ggf. Sperrung der Brücke erforderlich werden, ist eine Umfahrung der Stelle problemlos möglich.)
  • Aufgrund der Erweiterungsplanungen des Krankenhauses muss die Er-schließungs- und Parksituation am Krankenhaus "Mops" überarbeitet werden
  • Straßenausbau/Sanierung L 700 (B7), Lückenschluss zu Gevelsberg

 

  1. FREIZEIT UND TOURISMUS, FREIRAUM UND UMWELT

Das Stadtgebiet Haspe ist geprägt durch das sich von West nach Ost erstreckende Tal der Ennepe, welches im Norden vom Abschluss des Höhenzugs ‚Hasslinghäuser Rücken’ und im Süden von der Hesterhardt begleitet wird. Während im Norden weite Teile des Freiraums durch Grünland und Ackerflächen geprägt sind, herrschen im Süden mit Ausnahme der Ausläufer der Breckerfelder Hochflächen in erster Linie Waldbestände vor. Für die Naherholung spielen die Erreichbarkeit über kurze Distanz und die ungestörte Erlebbarkeit der landschaftlichen Vielfalt eine ent-scheidende Rolle. Im überwiegenden Teil des Stadtgebietes von Haspe besteht eine enge Beziehung zwischen den Wohngebieten und der freien Landschaft, so dass eine landschaftsgebundenen Erholung großen Bevölkerungsteilen möglich ist.

 

Die Ortslagen Westerbauer, Haspe und Kückelhausen, die sich zwischen den beiden Eisenbahntrassen in dem Band aus Industrie- und Gewerbeflächen entlang der Ennepe befinden sind jedoch von der freien Landschaft abgeschnitten. Die dichtbesiedelte Tallage unterliegt zudem erheblichen Umweltbelastungen. Die wohnungsnahe Versorgung mit öffentlichen Grün- und Freiflächen ist hier sowohl unter dem Aspekt Freizeit und Erholung, wie auch unter stadtklimatischer und lufthygienischer Berücksichtigung von besonderer Bedeutung.

 

Das Angebot an öffentlichen Grün- und Parkanlagen ist durch die Fertigstellung des Ennepeparks auf den ehemaligen Flächen der Hasper Hütte sowie des Stahlwerks Wittmann und dem Grünzug der im Westen bis zur Martinstraße reicht deutlich verbessert worden. Die Versorgung mit Kinderspielplätzen ist auch nach dem Rückbau einiger Spielflächen im Jahre 2012 nahezu flächendeckend gegeben. Neben der Skateranlage am Stephansplatz, die eine Bedeutung weit über den Stadtbezirk hinaus hat, bietet insbesondere der Kinder- und Jugendpark Haspe mit dem Abenteuerspielplatz „Im Zipp“ für Kinder und Jugendliche ausreichende Freiräume an.

 

Die Herausforderung der kommenden Jahre wird in der Sicherung der Qualität der vorhandenen Anlagen liegen. Sowohl der demografische Wandel wie auch der des gesellschaftlichen Wertesystems werden entscheidend mit zur Freiraumentwicklung gerade auch auf den innerstädtischen Brachen beitragen. Zielsetzung ist es dabei langfristig Grünbereiche entlang der Ennepe zu entwickeln, die der Grünvernetzung dienen und den Fluss wieder für die Bewohner erlebbar machen.

 

Projekt- und Maßnahmenliste für das Themenfeld Freizeit/Tourismus

  • Die touristische Aufwertung der Hasper Talsperre ist von hoher Bedeutung für die touristische Entwicklung der Stadt Hagen. Allerdings steht die touristische Nutzung in einem Spannungsverhältnis zur Trinkwassergewinnung
  • Das Projekt „Baumwelt Hinnenwiese“ inkl. des Baumwipfelpfads spielt ebenfalls eine Rolle für die Entwicklung des Tourismus und könnte als Projekt Eingang in die IGA 2027 finden.
  • Freibad Hestert (Entwicklung der städtischen Fläche versus Parkraum)
  • Aufgabe von Sportplätzen :

 

 

Klutert

Bei der wohnbaulichen Vermarktung des Sportplatzes Klutert sind folgende Punkte zu klären.

-          unterdurchschnittlich Versorgung mit Infrastruktureinrichtungen

-          Lärmsituation aufgrund des benachbarten Tennisplatzes

-          Schutzanspruch des Naturdenkmals Kluterthöhle

-          Die vorhandenen Altlasten in der angrenzenden Umgebung (Schwermetalle, PAK) legen einen Altlastenverdacht auch auf dieser Fläche nahe.

-           

      Quambusch  siehe Wohnen  (Kapitel 3)

 

Bebauungsplanverfahren

 

  • B-Plan Nr. 2/15 Baumwelt Hinnenwiese ( Planungsrechtliche Absicherung eines Baumwipfelpfades mit dazugehöriger Infrastruktur und verkehrliche Er-schließung). Einleitung 2015, noch nicht abgeschlossen

 

  • B-Plan Nr. 6/14 Mischgebiet Nordstraße ( Ausschluss Einzelhandel, Sicherung von Flächen für das Radwegenetz). Einleitung 2014, noch nicht abgeschlossen, Machbarkeitsstudie zur Aufweitung der Ennepe und Anlegen eines Fuß- und Radweges erforderlich. Artenschutzprüfung Stufe II erforderlich

 

 

 

Projekt- und  Maßnahmeliste für das  Themenfeld: Freiraum/Umwelt

 

  • Ennepe-Radweg in Verbindung mit naturnahem Ausbau des Gewässers
  • Im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans sind auch Änderungen im Landschaftsplan mit der Ausweisung folgender Schutzgebiete denkbar:

 

-          Bremker Bach

-          Kettelbach

-          Hasper Bach sowie die

-          Erweiterung des Landschaftsbestandteils Buckbach

 

Durch die sukzessive Schaffung zusätzlicher Grünverbindungen entlang verrohrter oder verbauter Fließgewässer können zudem Erholungsräume und weitere Fuss/Radwegeanbindungen geschaffen werden (z. B. sind langfristig Achsen entlang des Lonscheider-, Bremker-, Twitting-, Distelbachs, der Illkate sowie eine Grün-achsenverbindung von der Ennepe aus entlang der Haenelstraße bis zum Romberg denkbar)

 

  1. FÖRDERPERSPEKTIVEN

Angesichts der finanziellen Lage der Stadt Hagen ist abzusehen, dass viele Maßnahmen, die zwingend notwendig sind, nur mit einer Förderung zu realisieren sind. Hierfür bedarf es:

 

  • Einer inhaltlichen Begründung der Notwendigkeit der Maßnahmen abgeleitet aus einem gesamtstädtischen Entwicklungskonzept (in Arbeit: ISEK) sowie aus einem Integrierten Handlungskonzept für einzelne Teilbereiche der Stadt (wie z.B. Ortskern Haspe oder Westerbauer) mit einer Beschreibung der geplanten Maßnahmen inkl. Kostenschätzung.
  • Bereitstellung der notwendigen Eigenmittel
  • Die Bereitstellung des erforderlichen Personals für die Begleitung der Maß-nahmen.

 

Im Arbeitsprogramm des Fachbereiches Stadtentwicklung, Stadtplanung und Bauordnung sind für die Jahre 2018/19 keine Fördermaßnahmen in Haspe eingeplant worden, da die vorhandenen Personalkapazitäten in Wehringhausen im Rahmen der Maßnahme „Soziale Stadt Wehringhausen“ eingesetzt werden. Außerdem stehen bisher keine Haushaltsmittel im Entwurf des Doppelhaushaltes 2018/19 dafür bereit.

 

 

 

 

 

 

 

Projekt- und Maßnahmenliste für dieses Themenfeld

Neue Maßnahmen:

 

Erarbeitung eines Stadtbezirkskonzepts für Haspe mit einer Projekt- und Maß-nahmenliste einschließlich der möglichen Förderzugänge (Bestandteil des ISEK).

 

Abgeschlossene Maßnahmen:

 

Städtebauliche Sanierungsmaßnahme Hagen-Haspe (Der Ratsbeschluss der Satz-ung zur Aufhebung der Satzung über die förmliche Festlegung des Sanierungs-gebietes Hagen-Haspe wurde am 25.02.2010 gefasst. Die Bekanntmachung dieser Aufhebungssatzung erfolgte am 11.03.2010. Die Aufhebung der Satzung in einem förmlich festgelegten Sanierungs- bzw. Entwicklungsgebiet ist erforderlich, da erst hierdurch die Voraussetzungen zur Erhebung von Ausgleichsbeträgen und der Schlussrechnung der Gesamtmaßnahme geschaffen werden.)

 

Anlagen

 

  • Übersichtsplan mit Entwicklungsschwerpunkten
  • Flächenreserven für Wohnen und Gewerbe

 

Reduzieren

Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)

x

Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen

 

 

 

 

 

 

 

gez. Thomas Grothe

Technischer Beigeordneter

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Reduzieren

Anlagen

Loading...

Beschlüsse

Erweitern

07.09.2017 - Bezirksvertretung Haspe

Reduzieren

04.10.2017 - Stadtentwicklungsausschuss - geändert beschlossen

Beschluss:

 

Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

 

Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage der Vorlage 0477-1/2017 ein integriertes Handlungskonzept für den Stadtbezirk Haspe zu erstellen.

 

Die Verwaltung wird ferner beauftragt, die Erstellung dieses Handlungskonzeptes im Rahmen des ISEK Prozesses zeitnah durchzuhren.

Abstimmungsergebnis:

 

 

Ja

Nein

Enthaltung

CDU

5

 

 

SPD

5

 

 

Bündnis 90/ Die Grünen

2

 

 

Hagen Aktiv

1

 

 

Die Linke

1

 

 

AfD

1

 

 

FDP

1

 

 

BfHo/Piraten Hagen

 

 

1

 

 

X

Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

16

Dagegen:

0

Enthaltungen:

1