Berichtsvorlage - 0390/2017

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis.

 

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Sachverhalt

Kurzfassung

Im Jahr 2016 wurden bei der Volkshochschule Hagen über 950 Veranstaltungen durchgeführt. Die Teilnehmerzahl lag bei über 14.000. Damit war das Jahr das Erfolgreichste in der letzten Dekade.

 

 

Begründung

 

Gesamtsituation

 

Der Zuzug aus Osteuropa und Flüchtlingsgebieten hat in Hagen zur verstärkten Notwendigkeit geführt, Deutsch- und Integrationskurse anzubieten. Dieser Herausforderung hat sich die VHS kompetent und umfassend gestellt. Das Angebot wurde verdoppelt, was allerdings nur mit einer personellen Aufstockung sowohl im Verwaltungsbereich als auch bei den Dozenten zu schaffen war.

 

In diesem Zusammenhang ist ebenfalls zu nennen, dass die Zuwanderungssituation und die damit neu angebotenen Förderungsformate nicht nur zur Zusammenarbeit mit neuen Partnern geführt haben, sondern teilweise auch unkonventionelles Handeln nötig machte. So stellte die Fernuniversität uneigennützig Personal und Räumlichkeiten für einen Sprachkurs zur Verfügung.

 

Das Jahresthema „Demokratie“ zog sich in den Angeboten durch alle Studienbereiche und reichte vom Zertifizierungsseminar „Qualifikation zur Zivilcourage“ in Zusammenarbeit mit der Bergischen Universität Wuppertal bis hin zur Projektwoche „Demokratie“ in den Schulabschlusskursen.

 

Anfang 2016 gab es erstmalig das Format (W)Intermezzo, bei dem Interessierten das Angebot gemacht wurde, kreativ ins neue Jahr zu starten. Die Tage zwischen Neujahr und Ende der Winterferien wurden im Januar 2017 um einen Tag der offenen Tür erweitert, bei dem man u. a. fotografieren, upcyclen oder Sprachen entdecken konnte. Am Ende des Tages überraschte die Deutsch-Französische-Gesellschaft mit selbstgemachten Häppchen aus der Lehrküche und die 250 Besucher waren eingeladen, mit dem VHS-Chor bekannte Pop- und Rocksongs zu singen.

 

Der im Jahr 2016 neu eingerichtete Bienenstock auf dem Dach der Villa Post soll Kindern die Natur nahebringen und gibt Anlass zur Hoffnung, im Jahr 2017 den ersten VHS-eigenen Honig ernten zu können.

 

Politische Bildung

Zu diesem Studienbereich gehören die Themenfelder „Hagen und Region“ mit zahlreichen Führungen, Vorträgen und Seminaren, des Weiteren „Politik und Geschichte“ sowie „Recht und Finanzen“. Eine wichtige Rolle spielen zahlreiche Kooperationen, z. B. mit dem Hagener Heimatbund, dem Hasper Heimat- und Brauchtumsverein, dem Erzählcafé „Altes Backhaus“, der FernUniversität, der Deutsch-Finnischen Gesellschaft und der Deutsch-Französischen Gesellschaft, der Freiwilligenzentrale, der Schloss Hohenlimburg gGmbH, dem AllerWeltHaus, der Polizei Hagen, der Verbraucherzentrale, dem Kinderneurologischen Zentrum am AKH und der Deutschen Rentenversicherung. Großen Zuspruch fanden auch 2016 wieder die Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Weltbilder“ im AllerWeltHaus und im Rahmen der Vortragsreihe „Hagen <w>örtlich“ in der Stadtbücherei sowie die wegen der großen Nachfrage nach wie vor monatlich angebotenen Bunker-Touren in der Hagener City.

Die Themen des Studienbereichs reichten von Stadt- und Stadtteilrundgängen, von denen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal mehr angeboten werden konnten, über die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und Nachkriegsgeschichte bis hin zum Blick auf die historische und aktuelle Situation in anderen Ländern, zu Synagogen­besuchen, interkulturellen Veranstaltungen und Verbraucherinformationen.

 

Die Arbeitsgemeinschaft mit dem DGB Arbeit und Leben setzte die erfolgreiche Reihe „Gegen den Strom“ mit Veranstaltungen zu tagesaktuellen sozialen und politischen Themen wie Religionskriegen oder Asylrecht fort. Neben den sehr gut besuchten Diskussionsveranstaltungen gab es auch ein Mitmachtheater, was die Teilnehmenden anregte, gezeigte Strategien gegen Stammtischparolen aktiv in einer fiktiven Diskussion umzusetzen.

 

Bildungsberatung

Der Bildungsberatung kommt angesichts der immer zahlreicheren Bildungsangebote und der steigenden Notwendigkeit, sich weiter zu bilden, eine große Bedeutung zu. Die VHS führt als von Land und Bund anerkannte Beratungsstelle sowohl Beratungen zum Bildungsurlaub (Land), als auch zur Bildungsprämie (Bund) durch. Von Anfang 2006 bis Ende 2016 wurden im Bereich Bildungsscheck 1.837 Beratungen (entspricht rund 45.300 €) und von 2009 bis 2016 für die Bildungsprämie 554 Beratungen (entspricht rund 16.400 €) durchgeführt.

Da das Land die Höchstfördersumme beim Bildungsscheck neue, zusätzliche Förderkriterien beschlossen hat, kam es in diesem Bereich zu einem deutlichen Einbruch bei der Nachfrage und den Einnahmen (nur etwa 71 % des Vorjahres).

Weiterhin sehr erfolgreich im Angebot der VHS ist jedoch das vom Land finanzierte und für die Ratsuchenden kostenfreie Beratungsangebot zur beruflichen Entwicklung (BBE) über bis zu fünf Einzeltermine und bis zu neun Zeitstunden pro Person.

 

Kunst und Kultur

Der Fachbereich Kunst und Kultur bot im vergangenen Studienjahr ca. 100 Veranstaltungen mit einer großen Vielfalt im kreativen und künstlerischen Spektrum, die ca. 1300 Teilnehmer erreichten.

Neu war das Format KunstTouren, die der Idee folgen, vier mal im Studienjahr  spannende und innovative Ausstellungen und Kunstorte der Region zu erkunden, Ziele waren der Skulpturenpark des Bildhauers Tony Cragg in Wuppertal, das Zentrum für Internationale Lichtkunst Unna, die Degas & Rodin-Ausstellung des Von der Heydt-Museums und das Museum Folkwang in Essen mit seiner ständigen sowie aktuellen Ausstellung. Alle Tour-Angebote wurden gut angenommen und waren ausgebucht.

In den klassischen Angeboten des Malens und Zeichnens bot das Seminar „Tanzstudien“ ein neues Format und beinhaltete den Besuch der offenen Proben des Balletts Hagen. Verschiedene Illustrations- und Comic-Workshops boten Formate angewandter Kunst in unterschiedlichen Facetten. Mit dem Schloss Hohenlimburg wurde im Kunstbereich ein neuer Kooperationspartner gefunden. Der Schreibworkshop „Morden im Schloss“ fand im inspirierenden Ambiente des Schlosses statt. Fortgeführt wurde die Zusammenarbeit mit lokalen Jazzmusikern, dem Kultursekretariat NRW und der landesweiten Initiative „Soundtrips NRW“. Im ehemaligen Musikzimmer der Villa Post konzertierten international renommierte Ensembles der improvisierten Musik.

Zu den erfolgreichen Klassikern des Programms gehörten auch weiterhin die Auftritte des Improvisationstheaters „Kulturbeutel“. Die Angebote im Bereich literarischen und autobiographischen  Schreibens haben sich etabliert und werden fortlaufend gut besucht. In einer Lesung zum Tag der Offenen Tür präsentierten die Teilnehmer vor zahlreichem Publikum ihre Texte. „Zeichne die Welt - Urban Sketching“, ein Kurs für einheimische und geflüchtete Menschen in Hagen, startete ebenfalls am Tag der Offenen Tür im Januar 2017. Die Idee war, in einem sprachlich niederschwelligen Angebot, Menschen mit dem Interesse am Zeichnen und Gestalten zusammenzubringen. Es nahmen ca. 20 TN aus unterschiedlichen, vorwiegend arabischen Nationen teil. Der Kurs wurde mit ca.10 regelmäßigen Teilnehmern verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft fortgeführt. Die Dozenten sind eine deutsche Architektin und ein syrischer Künstler. Ziel des Kurses ist eine gemeinsame Ausstellung der entstandenen Arbeiten in der Villa Post.

 

Gesundheit und Prävention

Mit über 120 Kursangeboten ist die VHS einer der größten, regionalen Anbieter im Bereich gesundheitlicher Prävention. Die Angebote wurden von c. 1250 Teilnehmern wahrgenommen.

Der Bereich Selbstmanagement bot von der Burn-out-Prävention für spezielle, belastete Berufsgruppen, über ein Resilienz-Training in Form eines Bildungsurlaubs bis zum Bildungsurlaub zu Achtsamkeit und Meditation, ein berufsbezogenes Angebot zur Erhaltung der psychischen und physischen Gesundheit. Bewegungsangebote wie Yoga, Pilates, Qi Gong und Tai Ji auf allen Levels, fanden sich im Portfolio des Studienbereiches. Ergänzt wurde das Bewegungsangebot durch sportliche Formate wie Pilates und Zumba. Besonders fernöstliche Bewegungsformen wurden stark nachgefragt.

Der Bereich Ernährung und Genuss bot mit speziellen ökothrophologischen Angeboten bei Erkrankungen wie Diabetes o. ä. Anregungen zu  einem bewussteren Umgang mit Lebensmitteln und Ernährungsformen. Kräuterwanderungen zum Erkennen und Verwenden alter, regionaler Heilkräuter in der näheren Umgebung Hagens und Pilzwanderungen vermittelten kulinarische und botanische Kenntnisse der Natur. Earth-Walks, eine Bewegungsform indigener Völker in der Natur, und Jahreszeitenwanderungen in der grünen Umgebung Hagens boten Ruhe, Achtsamkeit und Entspannung im Alltag. In Kooperation mit der Fernuniversität Hagen entwickelte der Studienbereich Gesundheit und Prävention ein fortlaufendes Weiterbildungsprogramm im Bereich der Personalentwicklung.

 

Berufliche Bildung 2016

Die Angebote für das Studienjahr 2016 der Volkshochschule Hagen im Bereich der Soft Skills wurden deutlich ausgebaut. Neben den „Dauerbrennern“ wie Rhetorik -hier insbesondere die Bildungsurlaube-, wurden das Konflikt- und Moderationstraining, Wochenendseminare zur Selbstsicherheit, Schlagfertigkeit und das Seminar zum Selbstmarketing gut angenommen. Im Bereich der kaufmännischen Angebote ist das Zertifikat ‚Geprüfte Fachkraft Finanzbuchhaltung‘ mit seinen verschiedenen Modulen weiter gut nachgefragt. Auch das Angebot der externen Prüfungen steigt in diesem Bereich.

Der „Renner“ im EDV-Bereich ist das Kursangebot mit wechselnden Kurszeiten. Kurse zu PC-Grundlagen und den Office Anwendungen Word, Excel, PowerPoint und Outlook erreichen so Personen, z. B. Wechselschichtler, die sonst keine Chance haben, Weiterbildungen für ihre persönliche Qualifizierung oder ihren beruflichen Wiedereinstieg zu besuchen. Weiterhin sind Bildungsurlaube zu den Office Anwendungen, insbesondere die für Teilzeitkräfte, gut nachgefragt. Im Bereich Office erfreut sich Excel sowohl im Einführungs- als auch im Aufbaubereich großer Nachfrage.

Mit dem Kursformat der „Bildungshäppchen“ entspricht  die VHS Hagen dem Wunsch vieler Interessenten nach kurzen lösungsorientierten Kursen zu eingegrenzten Thematiken. In diesem Angebotssegment wurden Kurse wie Umstieg auf Windows 10, Bewerbungsunterlagen gekonnt erstellen oder ein Powerseller Kurs erfolgreich angeboten. Angebote mit Durchführungsgarantie richten sich in der Regel an Personen, die in einem eingegrenzten Fachgebiet ein spezielles Know-how erwerben wollen. Die Kurse kamen im letzten Jahr fast immer zustande, obwohl die Teilnehmenden ein erhöhtes Kursentgelt zahlen mussten.

Angenommen wurde ebenfalls im Rahmen der Videobearbeitung das erstmalige Angebot zu Adobe Premiere Elements. Auch konnte sich der zum ersten Mal angebotene Bildbearbeitungskurs mit Photoshop Elements gegenüber Adobe Photoshop durchsetzen. Das Angebot zu den Kursen Bring Your Own Device (BYOD) mit Android Smartphones und Tablets fanden mehr Anklang als je zuvor, aber die Nachfrage nach Applekursen sinkt weiter.

Die VHS Hagen richtet sich mit ihrem Programmportfolio an alle Menschen. Jeder Bewohner Hagens soll so eine Chance auf Bildungsteilhabe erhalten. Die Einlösung dieses Anspruchs wird z. B. auch in Bildungsangeboten sichtbar, die sich an ältere und hochaltrige Menschen richten. Beispielhaft können hier die speziell auf die Zielgruppe älterer Menschen zugeschnittenen EDV-Kurse gelten, die auch im letzten Jahr gut besucht wurden.

 

Technik - Natur - Umwelt

Im Studienbereich Technik, Natur und Umwelt wurde im Jahr 2016 eine breite Palette von Kursen durchgeführt, in denen Teilnehmende fototechnisches Können erwerben und verschiedenste fotografische Sichtweisen kennenlernen konnten. Die Kurse waren gut nachgefragt und oft ausgebucht wie z. B. das Angebot Fototechnik. Durch kurzfristig eingerichtete Zusatzangebote konnte die gestiegene Nachfrage befriedigt werden. Insbesondere im Rahmen des Spezialprogramms (W)Intermezzo stießen Kursangebote zu Themen aus dem Fotobereich wie: RAW-Format, HDR/Focus Stacking, Fototechnik und Porträtfotografie auf großes Interesse.

Auch geologische Exkursionen, die Besichtigung des REMONDIS Lippewerks am Standort Lünen in Kooperation mit dem VDI oder die erstmalig mit großem Erfolg angebotene Exkursion Auf den Spuren von Dracula- Fledermäuse an der Lenne in Hohenlimburg, ein Angebot in Kooperation mit der Biologischen Station Hagen, zeigen, dass Bildung nicht nur Unterrichtsräumen stattfinden muss. Besonders wertvoll sind die Bildungsexkursionen auch deshalb, weil die Teilnehmenden hier einen besonderen Einblick in Stadt und Umgebung von Hagen gewinnen. Sie leisten so einen Beitrag zur Identitätsbildung und Standortstärkung. In diesem Sinne wirken auch die seit Jahren erfolgreich angebotenen Kurse rund um die Imkerei. Dabei erfreut sich der Dauerbrenner Imkerei für Anfänger größter Beliebtheit und war wie immer in den letzten Jahren sehr schnell ausgebucht.

 

Fremdsprachen

2016 wurden 180 Kurse in 16 Fremdsprachen durchgeführt. Die Lehrgänge fanden auf unterschiedlichen Niveaustufen statt – viele selbstverständlich im Anfängerbereich, aber auch eine hohe Anzahl von Kursen, die über das B1-Niveau hinausgehen – vornehmlich in den Sprachen, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch - aber auch Polnisch, Griechisch, Dänisch und Finnisch fanden auf Stufe B 1 statt.

Die im letzten Jahr begonnene Veränderung des Sprachenbereichs hat sich fortgesetzt. Die Nachfrage nach „kleineren“ Sprachen ist rückläufig oder es können verschiedene Sprachen nicht mehr angeboten werden, da es immer schwieriger wird, geeignete Dozenten zu finden.

Es wurden einige Stadtschulungen durchgeführt, um die Mitarbeiter zu befähigen auf Englisch mit Flüchtlingen und Migranten zu kommunizieren. Ein spezieller Englisch-Kurs wurde für die Freiwilligenzentrale durchgeführt. Für Englisch und Chinesisch fanden mehrfach Kurse mit Einzelunterricht statt. Zertifikatsprüfungen wurden u. a. für das Cambridge Certificate in Advanced English, sowie Toefl und Toeic durchgeführt.

Ein großer Erfolg waren die „Schnupperkurse“ innerhalb des Projektes „(W)Intermezzo“.  Die „Sprachen zum Entdecken“ waren hier Chinesisch, Arabisch, Neugriechisch, Türkisch, Portugiesisch und Englisch. Weniger gefragt waren die Kurse zur interkulturellen Begegnung.

Die Zusammenarbeit mit der Fritz-Steinhoff-Schule blieb weiter bestehen. Die VHS organisiert und nimmt die Telc-Prüfungen für die Sprachen Englisch, Französisch und Italienisch auf verschiedenen Niveaustufen ab. Hinzu gekommen ist die Gesamtschule Haspe, an der die Telc-Prüfung Spanisch abgenommen wurde. Im Bereich der Landeskunde wurde ein englisch-sprachiger Vortrag über „Cornwall“ gehalten. Die Zusammenarbeit mit dem Kino Babylon blieb bezüglich der Landeskunde und der Authentizität der Sprachen bestehen. Im Verlauf des Jahres wurden jeweils vier englisch- und vier französischsprachige Filme gezeigt. Der Fremdsprachenbereich engagiert sich nach wie vor für die Dozentenausbildung (EPQ) und wirkt aktiv innerhalb der VHS-Kooperation „Sprachen - östliches Ruhrgebiet“ mit.

 

Deutsch als Fremdsprache

 

Die Nachfrage nach Integrationskursen und Kursen im Fachbereich Deutsch als Fremdsprache ist in 2016 noch weiter gestiegen. Die enorme Zuwanderung aus Südosteuropa, sowie ab Sommer 2015 der Zuzug von Flüchtlingen erforderte zusätzliche Angebote zur Sprachförderung und Alphabetisierung.

Die Integrationskurse waren besonders gut nachgefragt und schnell ausgebucht. Es wurden stets 11 bis 12 Kurse auf unterschiedlichen Niveaustufen parallel angeboten. Die TELC-Prüfung „Deutschtest für Zuwanderer „A2-B1“ wurde zehnmal durchgeführt, insgesamt haben 200 Personen die Prüfung bei der VHS abgelegt.

Im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ sind die Kurse oberhalb der Niveaustufe B1 sehr nachgefragt. Auch die Deutschkurse für spezielle Zielgruppen, wie z. B. Mütter-Elternkurse in Familienzentren sind gut besucht.

Weiterhin konnten 7 neue Integrationskursdozenten in 2016 akquiriert und vom BAMF zugelassen werden. Zusätzlich wurden auf Grund der gestiegenen Nachfrage zwei Intensiv-Integrationskurse am Abend speziell für Berufstätige, Eltern und Selbstzahler angeboten. Das Angebot an Integrationskursen umfasste im Programmjahr 2016  sowohl allgemeine Integrationskurse, als auch Integrationskurse für spezielle Zielgruppen, wie beispielsweise Flüchtlinge, Analphabeten oder Mütter. Ab Sommer 2016 wurde das Integrationskursangebot der VHS um Kurse im Rahmen von KompAS, in enger Kooperation mit dem Werkhof erweitert. Neben vier weiteren Trägern richtet die VHS seit August 2016 mittlerweile 4 KompAS Integrationskurse aus, welche von berufsorientierenden und -vorbreitenden Maßnahmen des Werkhofes flankiert werden. Aktuell nehmen rund 90 männliche Personen mit Fluchterfahrung an diesem kombinierten Bildungsangebot teil. Dabei wurde die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit ausgebaut und intensiviert.

Durch den anhaltenden Zuzug von Flüchtlingen aus dem gesamten Bundesgebiet wurden zahlreiche zusätzliche Angebote zur Sprachförderung in Zusammenarbeit mit dem Studienbereich Grundbildung notwendig.

        drei landesgeförderte Sprachförderangebote für unversorgte berufsschulpflichtige Migranten mit insgesamt 45 Teilnehmenden in Kooperation mit dem kommunalen Integrationszentrum und dem Kultopia

        zwei Deutschkurse an der Fernuniversität Hagen auf zwei unterschiedlichen Niveaustufen mit rund 30 teilnehmenden Flüchtlingen, die keinen Zugang zu Integrationskursen  hatten

        Ein spezieller Flüchtlingskurs am Standort Hohenlimburg in Kooperation mit der kommunalen Flüchtlingsberatung mit 19 Teilnehmenden

        Ein Alphabetisierungskurs im Umfang von 250 Unterrichtsstunden mit 25 Teilnehmenden in Kooperation mit dem Studienbereich Grundbildung und der kommunalen Flüchtlingsberatung (finanziert über Integrationspauschalen des Landes)

Unverändert hoch ist die Nachfrage bei den Einbürgerungstests, 2016 haben 234 Teilnehmer den Test bei der VHS abgelegt.

 

Studienbereich Schulabschlüsse / Grundbildung

Im Bereich des Zweiten Bildungswegs konnte die VHS Hagen im Sommer 2016 33 Teilnehmern der Lehrgänge zum Erwerb von Schulabschlüssen nach bestandener Prüfung ein Abschlusszeugnis überreichen; 7 Teilnehmer erreichten den Hauptschulabschluss und 26 Teilnehmer den Mittleren Schulabschluss. 6 Teilnehmer erreichten den Mittleren Schulabschluss mit Qualifikation und sind somit berechtigt, die gymnasiale Oberstufe zu besuchen.

Ebenfalls erfolgreich führte die VHS Hagen mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie des Europäischen Sozialfonds und in Kooperation mit dem Rahel-Varnhagen-Kolleg 2 Vorkurse zum Erwerb des Hauptschulabschlusses durch, an denen insgesamt 38 Teilnehmer teilnahmen. Im Bereich der Grundbildung waren besonders die Alphabetisierungskurse nachgefragt. Die VHS Hagen führte 5 Kurse mit insgesamt 45 Teilnehmern durch. Unverändert beliebt waren die Gebärdensprachkurse und Abiturvorbereitungslehrgänge. Zusätzlich bot der Studienbereich eine Schulung für ehrenamtliche Helfer an, in der didaktisch-methodische Ansätze zur Vermittlung der deutschen Sprache im Mittelpunkt standen.

 

Bereichsbezogene Zahlen 2016:

 

Studienbereich

Anzahl Veranstaltungen

Unterrichtseinheiten

 

Teilnehmerzahl

Politische Bildung

170

996

5.288

Kunst und Kultur

101

2.008

1.264

Gesundheit

123

1.494

1.251

Berufliche Bildung, Natur und Technik

171

3.241

1.318

Fremdsprachen

219

6.014

2.334

Deutsch als Fremdsprache

133

14.540

2.434

Grundbildung, Schulabschlüsse

36

7.110

456

Summe:

953

35.403

14.345

 

 

Musikschulangebot

Die wichtige Rolle der Musikschulen spiegelt sich nicht nur in zahlreichen Dokumenten des Städtetages, sondern auch im  Geleitwort der Bundesjugendministerin Manuela Schwesig zum diesjährigen Musikschulkongress (19.-21. Mai 2017) in Stuttgart:

„Musikalische Bildung ermöglicht die Erfahrung von Musik in ihrer ganzen Vielfalt – geistig, sinnlich, ganzheitlich. Sie kann somit Zugänge und Wege eröffnen, eine Orientierung in der Welt um uns herum zu finden. Mir liegt sehr daran, dass alle Kinder und Jugendlichen die Chance haben, ihre musikalischen Talente zu entwickeln. Die öffentlichen Musikschulen im Verband deutscher Musikschulen sind mit ihren qualifizierten Lehrkräften verlässliche Partner der Stärkung musikalischer Bildung.“

Ergänzend sei erwähnt, dass Musikschulen neben der musikalischen Bildung von Kindern und Jugendlichen auch zunehmend auf den Bedarf im Erwachsenenbereich reagieren; ebenso  hinsichtlich der integrativen Bildungsarbeit mit Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund.

 

Zunächst einige statistische Angaben zu Schülerzahlen, Veranstaltungen, Kooperationen etc. (in Klammern Vergleichskennziffern 2015):

Die Max-Reger-Musikschule hatte insgesamt im Jahr 2016 eine Schülerzahl von 3132 Schülerinnen und Schülern im Alter vom Kleinkind bis hin zum fortgeschrittenen Erwachsenenalter (Erwachsenenalter Ü 50 Tendenz steigend). Während die Zahlen im Bereich Instrumental- und Vokalunterricht, Sonderpädagogik und Ballett sich von 2015 kaum unterscheiden, ist im Bereich Jekits (Jedem Kind ein Instrument, Tanzen, Singen), Elementar-, Ensemble und Ergänzungsfächer ein deutlicher Zuwachs zu verzeichnen.

 

Auflistung nach Unterrichtsfächern:

 

Instrumental- und Vokalunterricht    628 (625)

Projekt "Jedem Kind ein Instrument" 1628 (1438)

Elementarbereich    537 (500)

Sonderpädagogik    114 (115)

Ensemble- und Ergänzungsfächer    110 (99)

Ballett/Tanz    115 (116)

____________________________________________________

Kooperationen (Schüler werden nicht im Einzelnen erfasst)     11 (11)

 

Gesamt: 3132 (2893)

Konzerte und Veranstaltungen

 

Aus dieser pädagogischen Arbeit von 38 festangestellten Voll- oder Teilzeitbeschäftigten, sowie von 21 auf Honorarbasis beschäftigten Lehrkräften ergaben sich eine Konzertreihe und weitere Präsentationen in der Öffentlichkeit von rund 58 Veranstaltungen, die im Veranstaltungskalender der Musikschule aufgeführt waren. Hinzu kam in etwa die gleiche Zahl an Veranstaltungen, an denen die Musikschule als Kooperationspartner beteiligt war, hier vor allem im Elementar- und Jeki-Bereich.

Neben der Vielzahl an Schülerkonzerten und der sehr beliebten regelmäßig stattfindenden Vortragsreihe „Stunde der Musik“ sind folgende herausragenden Veranstaltungen zu benennen:

 

Veranstaltungen 2016

 

  • Konzertreihe über das ganze Jahr mit vier Veranstaltungen zum 100. Todestag von Max Reger. Höhepunkt war der Festakt am 11.6. im Konzertsaal der MRM mit Sven Söhnchen als Laudator und Florian Ludwig als Moderator unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Erik O. Schulz.
  • 27.2.: Preisträgerkonzert Jugend musiziert im Sparkassen-Karree unter Mitwirkung von SchülerInnen der Max-Reger-Musikschule
  • 11.4.: Dozentenkonzert Jochen Kötter im Sparkassen-Karree mit Werken von Chopin, Liszt und Beethoven
  • 23.4.: Dozentenkonzert mit Werken von Oscar Strauß, Richard Strauss,  Johann und Josef Strauß in der Rudolf-Steiner-Schule Hagen
  • 29.04.: Jazz-Konzert mit Silvia Droste und der Bigband der Musikschule.
  • 04.06.: Beteiligung der Max-Reger-Musikschule am „SchwarzWeißBunt-Festival“
  • 17.6.: Integrative Musikwerkstadt der Abteilung Sonderpädagogik
  • 18.6.: Großer Tag der Bläser in der Liselotte-Funcke-Schule. Konzert mit über 50 Schülern, Schülerinnen und Dozenten der Max-Reger-Musikschule.
  • 2.7.: „Sound of Hagen“ –Veranstaltungshighlight in der Hagener Innenstadt sowie in der Musikschule, der Johanniskirche und dem Theater Hagen in Kooperation mit dem Philharmonischen Orchester. Zeitgleich „Tag der Alten Musik“ im Konzertsaal der Max-Reger-Musikschule.
  • 7.7.: „Swing in die Ferien“ mit der Bigband in Kooperation mit den Elbershallen
  • 2.10.: „Tanzbilder 2016“ im Theater Hagen.

 

Integrations- und Flüchtlingsprojekte

  • Dez.16 bis Febr.17: „Hamam Abiad“ . Bandprojekt mit Musikern aus Syrien unter der Leitung von Maren Lueg (Foto- und Videodokumentation: Beba Ilic) Gefördert vom NRW Kultursekretariat.
  • Bewilligung für die Anschaffung von Rahmentrommeln, Darboukas, Oud, Baglamas für Flüchtlingsprojekte (geplant u.a. in Kooperation mit der ev. Jugendhilfe). Gefördert von der Bezirksregierung Arnsberg
  • 7.Dez.16.: Großer Projekttag „Die Musikschule stellt sich vor“ mit 50 Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund aus der Einrichtung „Evangelische Jugendhilfe Iserlohn-Hagen“
  • Neuauflage des Cajon-Projekts, erweitert durch ein Vokal-Projekt mit Luisa Ortu „Spracherwerb durch Singen“, welches durch den Fachbereich für Jugend und Soziales finanziert wurde.

 

Insgesamt konnte die Musikschule 2016 Besucherzahlen in der Größenordnung von ca. 3500 Besuchern verzeichnen zzgl. einiger Tausend nicht näher erfassbarer Besucher am 2.7. beim „Sound of Hagen“.

 

 

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)

X

Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen

 

 

 

 

 

 

gez.

 

Margarita Kaufmann,

Beigeordnete

 

 

 

 

 

 

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Beschlüsse

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09.05.2017 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen