Beschlussvorlage - 1009/2005
Grunddaten
- Betreff:
-
Aufgabe der Nebenstelle des Gesundheitsamtes im Stadtteilhaus Vorhalle, Vorhaller Straße 36
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB53 - Gesundheit und Verbraucherschutz
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
|
Entscheidung
|
|
|
|
30.11.2005
|
Sachverhalt
Durch eine in den letzten Jahren erfolgte bessere kinderärztliche Versorgung durch niedergelassene Kinderärzte/ärztinnen ist der Bedarf an Beratungsangeboten für Mütter mit Kleinkindern in Einrichtungen des Gesundheitsamtes erheblich zurückgegangen.
Das Gesundheitsamt betreibt für solche
Beratungsangebote, die überwiegend in der Hauptstelle des Rathauses II
vorgehalten werden, im Stadtteilhaus Vorhalle noch eine Nebenstelle.
Wegen mangelnder Akzeptanz der Eltern, der
verkehrsgünstigen Lage der Hauptstelle im Rathaus II und der Notwendigkeit der
Aufgabenbündelung in der Hauptstelle aus finanziellen Gründen soll die
Nebenstelle im Stadtteilhaus Vorhalle aufgegeben werden.
Die anfallenden Aufgaben sollen zukünftig in der
Hauptstelle des Gesundheitsamtes im Rathaus II, Berliner Platz 22, mit
wahrgenommen werden.
Mütterberatung des
Gesundheitsamtes im klassischen Verständnis bedeutet eine offene Sprechstunde
für Eltern mit Beratungsbedarf für die Gesundheit und Entwicklung ihrer Kinder.
Das Gesundheitsamt hatte diese Beratung in
früheren Jahren in 18 Beratungsstellen im Stadtgebiet dezentral angeboten.
Im Laufe der Jahre nahm die Inanspruchnahme der
Mütterberatung durch die Eltern kontinuierlich ab. Dies war insbesondere auf
eine zunehmend flächendeckende kinderärztliche Versorgung zurückzuführen. Mit
Einführung der gesetzlichen kostenfreien Vorsorgeuntersuchungen für Kinder und
Jugendliche wurden Früherkennung und Beratung mit zur Primäraufgabe der
niedergelassenen Kinderärzte. Um jedoch auch Familien zu erreichen, die dieses
Vorsorgeangebot nicht wahrnehmen, führt der Kinder- und Jugendgesundheitsdienst
(KJGD) Reihenuntersuchungen in Kindergärten und Schulen durch.
Unter Würdigung dieser neuen Rahmenbedingungen
und wegen der zunehmenden finanziellen
Belastung der Stadt Hagen wurden fast alle Beratungsstellen aufgegeben
und damit einhergehend im Laufe der Jahre eine Konzentration des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes auf eine Dienststelle in der Stadtmitte im
Rathaus II veranlasst. Erhalten blieben die Außenstelle Hohenlimburg,
Stennertstraße 6 und die Nebenstelle Vorhalle, Vorhaller Straße 36. In
letzterer wurde in einem 14tägigen Rhythmus nach Terminabsprache eine
Sprechstunde durchgeführt.
Dieses wohnortnahe Angebot, das sich in erster
Linie an Familien aus umliegendem sozialkritischen Milieu richtete, wurde
allerdings von den betroffenen Eltern nicht in erwartetem Umfang wahrgenommen.
Im Durchschnitt erschienen kaum 50 % der eingeladenen Eltern zum vereinbarten
Termin.
Für die Mehrzahl der Vorhaller Eltern stellte die
Einladung zur Untersuchung ihrer Kinder im Rathaus II in der Innenstadt bei
günstiger Verkehrsanbindung bisher keine unzumutbare Belastung dar. Die
Akzeptanz liegt nicht niedriger als bei Eltern aus Rummenohl oder Westerbauer.
Die Räumlichkeiten in Vorhalle entsprechen zudem
nicht den Anforderungen an eine differenzierte apparative Untersuchung, auch
die Wahrung des Datenschutzes ist aufgrund der Zimmeranordnung nur fraglich gewährleistet.
Der hohe personelle und zeitliche und damit auch
finanzielle Aufwand für die Durchführung der Sprechstunde in Vorhalle steht
dazu in keinem vertretbaren Verhältnis.
Die Konzentration auf eine Haupt- und eine
Nebenstelle hatte bereits zu positiven Synergieeffekten im personellen und
finanziellen Bereich geführt.
Im Rahmen der weiteren Konsolidierungsmaßnahmen
muss der KJGD ab Februar 2006 eine Reduzierung des ärztlichen Personals
hinnehmen.
Auch unter diesem Aspekt ist eine Aufrechterhaltung der Sprechstunde in Vorhalle nicht möglich.
Die Nebenstelle in Vorhalle soll daher aufgegeben werden.
