Beschlussvorlage - 1074/2016
Grunddaten
- Betreff:
-
Umgestaltung Wilhelmsplatz/ Lange Straße 2.Bauabschnitt
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Jörg Winkler
- Beteiligt:
- FB20 - Finanzen und Controlling; FB60 - Verkehr, Immobilien, Bauverwaltung und Wohnen; FB55 - Jugend und Soziales
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Entscheidung
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07.12.2016
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Sachverhalt
Veranlassung
Der Wilhelmsplatz liegt im Stadtteil Wehringhausen der Stadt Hagen und soll zusammen mit dem 2. Bauabschnitt der Lange Straße umgestaltet werden. Im Rahmen des Städtebauförderprogramms „Soziale Stadt“ wurde bereits im Jahr 2008 ein Integriertes Handlungskonzept von der Stadt- und Regionalplanung erarbeitet. Dies diente als Grundlage um im weiteren Verlauf mit einer Bürgerbeteiligung den Masterplan für Verkehr, Freiräume und ein Spielraumkonzept für Hagen-Wehringhausen zu erarbeiten. Die Umgestaltung des Wilhelmsplatzes, sowie der 2. Bauabschnitt der Lange Straße sind somit ein konkretes Teilprojekt dieser Ergebnisse.
Mit der Beauftragung der nts-Ingenieurgesellschaft im Juli 2016 wurde unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Masterplanungen und des Spielraumkonzeptes, sowie den Ergebnissen der Bürgerbeteiligung ein Entwurf entwickelt, um im November 2016 einen konkreten Förderantrag für die Umge-staltung des Wilhelmsplatzes und der Lange Straße 2. Bauabschnitt stellen zu können.
Abbildung 1: Abgrenzung Plangebiet

Beschreibung des Bestandes
Der Wilhelmsplatz liegt nord-westlich der Lange Straße im Bereich der Hausnummern 34/36. Süd-westlich grenzt die Kottmannstraße und nord-westlich die Bismarckstraße an den Platz. Die umgebende, dichte Bebauung definiert eine klare Platzkante. Ein großer Anteil von historischen Fassaden prägt diesen Platz. Hier finden sich neben zahlreichen Wohneinheiten auch Einzelhändler und Dienstleister. Die Lange Straße ist die zentrale Einkaufsstraße in Hagen-Wehringhausen. Direkt auf dem Platz befindet sich das Café Europa, welches sich mit seiner Außengastronomie zur Lange Straße orientiert. Im Norden wird ein Teil des Wilhelmsplatzes für die Außengastronomie des Bistros Journal genutzt.
Da der Wilhelmsplatz im weiten Umkreis die einzige Freifläche bietet, ist die Nutzungsvielfalt dementsprechend hoch. Der Platz dient mit Sitzbänken, Außen-gastronomie und einem eingezäuntem Spielbereich nicht nur dem Aufenthalt der Bürger, sondern mit 60 Stellplätzen, einem Trafohäuschen, zahlreichen Stromkästen und Abfallbehältern auch als funktionale Fläche.
Der motorisierte Verkehr dominiert das Gesamtbild, sowohl auf den angrenzenden Straßen und deren Randbereichen als auch auf dem Platz, in Form von Stellplätzen. Die Aufenthaltsqualität wird somit stark eingeschränkt.
Dazu trägt ebenfalls das starke Gefälle bei. Auf 83,00 m besteht ein Höhen-unterschied von knapp 4,50 m. Das entspricht einem durchschnittlichen Gefälle von 5,5 %. Der höchste Punkt liegt nord-östlich des Platzes im Bereich der Lange Straße und der niedrigste Punkt im Bereich der Bismarckstraße im Süd-Westen.
Unterschiedliche Ausstattungselemente und verschiedenste Materialität dominieren neben dem Platz auch den angrenzenden Straßenraum. Zahlreiche Bestandsbäume fügen sich in das abfallende Gelände ein und werden durch Hochbeete und Baumscheiben gestützt.
Durch das nahegelegene Seniorenwohnheim ist der Bevölkerungsanteil von älteren Bürgern/innen sehr hoch.
Workshop-Verfahren
Neben den Bedürfnissen von Anwohnern, Geschäftsleuten und deren Kunden stehen die Anforderungen von Fußgängern, Autofahrern, Lieferverkehr und dem ÖPNV an den Straßenraum. Die neuen Funktionsbereiche müssen sich diesen Nutzergruppen anpassen, um eine langfristige Akzeptanz und dauerhafte Nutzung zu gewährleisten. Die Anforderungen und Wünsche der Bürger wurden bereits vorab im Rahmen der Masterplanung in Planungswerkstätten ermittelt.
Diese konkreten Gestaltungsansätze gilt es in Funktionsbereiche zu gliedern und auf dem stark abfallenden Gelände so zu organisieren, dass eine vielfältige Nutzung gewährleistet ist und Aufenthaltsqualität entsteht. Neben der Vorgabe an Stellplätzen spielt auch die Barrierefreiheit bei der Neugestaltung eine große Rolle. Eine klar definierte und erkennbare Platzfläche mit deutlichen Strukturen und organisierten Funktionsbereichen soll den Bewohnern von Wehringhausen künftig einen zentralen Treffpunkt bieten.
So ist der Masterplan von scape Landschaftsarchitekten durch eine offene Kommunikation zwischen Stadt, Bürgerinnen und Bürgern und den Planern entstanden. Bereits am 23.10.2014 gab es ein „Öffentliches Auftaktforum“ in dem Ideen, Ziele, Anforderungen und geplante Maßnahmen vorgestellt und besprochen wurden. Im weiteren Verlauf wurden Akteursgespräche mit der Politik, der Verwaltung, unterschiedlichen Initiativen und der Interessensgemeinschaft geführt um dann am 13.01.2015 Prioritäten in einem Lenkungskreis festzulegen. Am 28.02.2015 wurde eine Planungswerkstatt organisiert, in der sich interessierte Bürgerinnen und Bürger beteiligen konnten. Hier wurden fünf Entwürfe mit unterschiedlichen Aufteilungen des Platzes und verschiedenen Schwerpunkten erarbeitet. Diese Entwürfe dienten als Grundlage für eine Priorisierung von Maßnahmen und Themengebieten, sodass am Ende eine Zusammenfassung der Ergebnisse als Planungsgrundlage diente.
Abbildung 2: Zusammenfassung Workshop

Planungsvorgaben
Bei der Bearbeitung des Entwurfes der Freiflächenplanung wurden folgende Unterlagen als Plangrundlage oder -vorgabe berücksichtigt:
Topographie Wilhelmsplatz und Lange Straße, Stadt Hagen, 19.04.2016
Digitales Luftbild, Stadt Hagen, 31.08.2016
Zusammenfassung der Auswertung der Punktevergabe beim zweiten
Planungsworkshop zur Umgestaltung des Wilhelmsplatzes und dem 2. Bauabschnitt der Lange Straße, Stadt Hagen, April 2016
Auswertung der Punktvergabe beim zweiten Planungsworkshop zur Umgestaltung des Wilhelmsplatzes und dem 2. Bauabschnitt der Lange Straße, Stadt Hagen, April 2016
Masterplan Freiraum Hagen – Wehringhausen, scape Landschaftsarchitekten, Oktober 2015
Masterplan „Verkehr“ Hagen-Wehringhausen, Planersocietät – Stadtplanung, Verkehrsplanung, Kommunikation, Juni 2015
Spiel- und Freiflächenkonzept Hagen-Wehringhausen, Stadt Hagen, 07.04.2015
Musterblatt Querungsbereich innerorts umfassend barrierefrei, Stadt Hagen, April 2016
Musterblatt Kap-Haltestelle, Stadt Hagen, April 2016
Beleuchtungsplan Wilhelmsplatz auf Luftbild, WBH Hagen, 31.08.2016
Datenblatt Trafostation, Fa. Mokinski, 30.08.2016
Rohrnetzplan, Enervi Vernetzt, 30.06.2016
Kabelnetzplan, Enervi Vernetzt, 30.06.2016
Kanalbestand, WBH Hagen, 7.10.2015
Planungsablauf
Im Juli 2016 wurde die Firma nts Ingenieurgesellschaft mit der Umgestaltung des Wilhelmsplatzes und dem 2. Bauabschnitt Lange Straße beauftragt. In Hinblick auf die Workshopergebnisse und den vorhandenen Masterplan wurden unterschiedliche Varianten für den Wilhelmsplatz entwickelt, welche zur Abstimmung dem Lenkungskreis vorgestellt wurden. Hier konnten die Teilnehmer zwischen je drei Varianten für die Stellplatzanordnung, drei Varianten der Platzgestaltung und drei Varianten des Bereiches der Ladenzeile (Sparkasse, Apotheke, Gastronomie) wählen. Der Favorit diente dann der Erarbeitung eines Vorentwurfes, welcher Anfang September der Stadt übergeben wurde. Im weiteren Verlauf wurden die Einzelheiten näher besprochen und eingearbeitet, sodass der Entwurf Mitte Oktober der Stadt übergeben und anschließend im Lenkungskreis vorgestellt und beschlossen wurde. Dieser Entwurf dient als Grundlage für den vorliegenden Förderantrag.
Freiflächenkonzept
Gliederung der Freifläche
Der Platzbereich fällt im Bestand relativ gleichmäßig von der Lange Straße bis zur Bismarckstraße um ca. 4,50 m ab. Dies ergibt ein durchschnittliches Gefälle von 5,5%. Vereinzelnd sind die Neigungen stärker und betragen um die 7% Gefälle. Das Café Europa liegt direkt auf der Platzfläche und schiebt sich mit dem Gebäude-Kubus aus dem abfallenden Gelände heraus. In den Randbereichen wurde der Platz an die bestehenden Gebäude und Stufen angearbeitet.
In dem Entwurf wird das gleichmäßige Platz-Gefälle beibehalten, sodass sich nur die Treppenanlagen der Veranstaltungsfläche und der Terrasse in das Gelände hineinschieben. Zwei von drei Treppenanlagen – die obere mit drei und die untere mit vier Stufen - schieben sich aus dem Gelände heraus und eine Stufenanlage á vier Stufen schiebt sich in das Gelände hinein, sodass kommunikative Innenecken entstehen. Diese Terrassierung gliedert den Platz in zwei Flächen mit einem geringen Gefälle, die bespielbaren und nutzbaren Raum schaffen.
Abbildung 3: Geländemodellierung Bestand und Planung

Die Lange Straße als übergeordnete Verkehrsader wird verkehrsberuhigt und die angrenzenden Kottmann- und Bismarckstraße ordnen sich der Platzgestaltung unter. Mittig erschließt sich die knapp 500 m² große, durch Treppenstufen gerahmte Veranstaltungsfläche. Oberhalb dieser Fläche, im Anschluss an die rückwärtige Gebäudekante des Cafés Europa, erschließt sich die kleinere Fläche, welche ebenfalls durch Treppenstufen eingefasst wird. Die Stellplätze befinden sich entlang der untergeordneten Straßen und rahmen so die zentrale Platzfläche ein. An der nordöstlichen Platzkante entsteht ein überfahrbarer Bereich, jedoch keine erkennbare Straße. Hier werden im Bereich des Cafés Europa drei gesonderte Stellplätze – zwei Behindertenstellplätze und ein Taxistellplatz – angeordnet. Im Bereich des Bistros Journal wird eine Fläche für Außengastronomie, sowie vereinzelnd Stadtspielgeräte eingeplant.
Abbildung 4: Platzfläche Vogelperspektive

Lange Straße
Auch die Lange Straße wird gestalterisch in den Platz mit einbezogen. Hier entstehen neue Bus-Kaps mit Wartezonen. Diese werden künftig an ein Blindenleitsystem angeschlossen. Im nord-östlichen Bereich werden die bestehen-den Stellplätze zu Kurzzeitstellplätzen umfunktioniert. Die Beleuchtung im Bereich des Zebrastreifens wird in das bestehende Leuchten-Netz integriert. Zusätzlich erhält die Lichtsignalanlage im Einmündungsbereich zum Bergischen Ring aus jeder Richtung ein zusätzliches Signal, um Alarmfahrten der Feuerwehr anzuzeigen.
Veranstaltungsfläche
Mittig des Platzes befindet sich eine freie Fläche, die z.B. für Veranstaltungen genutzt werden kann. Diese Fläche ist künftig frei von ruhendem Verkehr und wird nur für gezielte Nutzergruppen wie z.B. Marktbeschicker oder Schausteller freigegeben. Im Bereich der oberen Treppenanlage entstehen Sitzstufen. Im Zusammenspiel mit einem Fontänenfeld (Wasserspiel) entsteht hier ein atmosphärischer Aufenthaltsplatz.
Terrasse
Auf der Terrasse findet sich ein 12,00 x 4,00 m großer Bouleplatz mit zwei Bänken. An der südlichen Gebäudekante werden die Wasserfontänen der Veranstaltungs-fläche fortgeführt. Direkt im Anschluss werden drei Sitzsteine angeordnet. Auch Stadtspielgeräte befinden sich in diesem Bereich. Ein „Gamefloor“ mit vier Lichtelementen, ein „Living Animal“, sowie ein Wipptier sind im Bereich der großen Sitzsteine angeordnet. Die von einer Stufenanlage gerahmte Terrasse wird von zwei Bäumen beschattet. Auch hier finden sich Sitzstufen in der Stufenanlage.
Ladenzeile
Im Bereich der Sparkasse entsteht eine Rampenanlage, welche diese künftig barrierefrei erschließt. An der nord-östlichen Gebäudekante des Cafés Europa befindet sich künftig ein Anbau mit einem behindertengerechten WC. Direkt im Anschluss sind drei Stellplätze vorgesehen, ein Taxi-Stellplatz an der Lange Straße und zwei Behindertenstellplätze. Diese Parkplätze ordnen sich der Platzfläche unter und sind nur durch dezente Markierungen kenntlich gemacht.
Abbildung 5: Veranstaltungsfläche

Spielfläche
Der Spielbereich erschließt sich im Norden des Platzes neben dem Außenbereich des Bistros Journal, aber auch vereinzelt auf der Veranstaltungsfläche um das Gesamtbild aufzulockern und die Spielfläche auszudehnen. Hier sind unterschiedliche neue Stadtspielgeräte, aber auch Bestandsgeräte eingeplant, welche ohne Fallschutzbereich auskommen. Zwei Sitzsteine finden hier Verwendung und greifen somit das Thema der Terrasse wieder auf.
Abbildung 6: Terrasse

Abbildung 7: Spielbereich

Stellplätze
Entlang der Bismarck- und Kottmannstraße ordnen sich L-förmig 35 Stellplätze an. Diese werden durch Bäume mit einer bepflanzten Baumscheibe optisch vom Platz getrennt. In diesem Raster befindet sich auch funktionales Mobiliar wie z.B. Fahrradbügel, Sitzbänke, Abfalleimer, ein Trafohäuschen und optional Elektroladestationen für Fahrräder und PKWs. Die Bereiche der direkten Laufwege bleiben frei von Mobiliar.
Abbildung 8: Stellplätze Kottmannstraße

Materialkonzept
Das planerische Ziel ist es, den Wilhelmsplatz als einheitliche Platzfläche kenntlich zu machen und einen großen Teil zur individuellen Nutzung zur Verfügung zu stellen. Gestalterisch soll das verwendete Material, sowohl für den Platz als auch für die Stellplätze und Straßen, aus einem Guss sein und sich allein durch verschiedene Verlegemuster unterscheiden.
Die gesamte Platzfläche, sowie die Stellplätze und die Straßen Bismarck- und Kottmannstraße werden mit einem sandton-farbigen Betonstein gepflastert. Hier unterscheiden sich lediglich die Formate und Verlegemuster. So wird die gesamte Platzfläche mit großformatigen Betonsteinen im Reihenverband versehen und die Stellplätze mit kleinformatigen Betonsteinen im Reihenverband. Diese Flächen werden überwiegend von PKWs befahren. Für den Markt werden allerdings Transporter und kleine LKW einkalkuliert. Die Fahrbahnen der Bismarck- und Kottmannstraße werden ebenfalls mit kleinformatigen Betonsteinen gepflastert, hier jedoch im Ellenbogenverband für eine höhere Belastbarkeit. Die Stufenanlage wird mit Betonblockstufen aus dem gleichen Material wie der Rest der Fläche gefertigt. Diese können bei Bedarf mit Stufenmarkierungen versehen werden, damit sie deutlich erkennbar sind.
Die Fahrbahn der Lange Straße wird, da hier ein hohes Verkehrsaufkommen von PKWs aber auch dem ÖPNV herrscht, asphaltiert. Der Asphalt kann sich optional ebenfalls an die Farbgebung der Platzfläche anlehnen und in einem farbigen Gussasphalt hergestellt werden.
Abbildung 9: Pflastertypen

Barrierefreiheit
Der gesamte Platz soll künftig barrierefrei erschlossen werden. So sind nicht nur die einzelnen Terrassierungen ebenerdig zugänglich sondern auch der Eingangsbereich der angrenzenden Sparkasse. Das Gesamte Planungsgebiet wird mit einem Blindenleitsystem versehen, welches auch die Bushaltestellen mit einbezieht. Die rückwärtige Treppenanlage zu den öffentlichen WCs am Gebäude des Café Europas wird zurückgebaut und ein neues barrierefreies WC wird geplant.
Abbildung 10: Blindenleitsystem

Technische Infrastruktur
Die Technische Infrastruktur besteht neben der Oberflächenentwässerung aus einem neuen Trafohäuschen und neuen Anschlusssäulen. Die Bestandsbeleuchtung bleibt erhalten.
Entwässerung
Die Entwässerung ergibt sich anhand des abfallenden Geländes und wird ähnlich wie bereits im Bestand wieder eingebaut. Die Abläufe werden an das städtische Mischwassernetz angeschlossen.
Die Fontänen werden in eine im Durchmesser 1,20 m breite Fläche direkt um die Düse entwässert und in den unterirdischen Wassertank zurückgeführt. Wasser, welches über diese Fläche hinaus auf den Boden trifft, wird mit der Oberflächenentwässerung des Platzes in die vorhandenen Abläufe geführt.
Trafohäuschen
Das große Trafohaus im Bestand wird künftig einer kompakten Mittelspannungsschaltanlage und Transformatoren bis 630 kVA weichen, um dem Wilhelmsplatz mehr Fläche zuzusprechen.
Die Maße des neuen Trafohäuschens betragen nur noch 2,80 x 2,35 m in der Grundfläche und 2,35 m in der Höhe. Es gliedert sich in der Funktionsreihe der Bäume entlang der Stellplätze ein.
Anschlusssäulen
Auf dem Platz werden fünf Anschlusssäulen eingeplant. Diese werden in den Baumscheiben untergebracht, sodass sie das Gesamtgefüge des Platzes nicht beeinträchtigen. Die Säulen ermöglichen den Anschluss von elektrisch betriebenen Geräten sowie die Stromversorgung auf dem Platz. Sie sind rings um die Veranstaltungsfläche platziert, sodass sie u.a. von den Marktbeschickern genutzt werden können.
Beleuchtung
Die vorhandene Beleuchtung bleibt bestehen. Die Stufenanlagen der Veranstaltungsfläche integrieren sich in das Beleuchtungsnetz, sodass die Treppenanlage optimal beleuchtet ist. Die vorhandenen Mastleuchten im Bereich des Zebrastreifens werden in das vorhandene Beleuchtungsnetz integriert und andersfarbig beleuchtet. Darüber hinaus gibt es im Bestand um das Cafés Bodenstrahler, welche wieder eingebaut werden.
Ausstattung / Stadtmöbel
Die Ausstattungselemente beschränken sich neben den oben genannten Spielgeräten auf einige Sitzbänke mit Rückenlehne, Sitzstufen, sowie Fahrradbügel und Abfallbehälter. Die Sitzbänke befinden sich neben der Eckbank und einer weiteren geraden Bank im Bereich des Bouleplatzes hauptsächlich in der Funktionszeile innerhalb der Baumreihe. Auch die Fahrradbügel werden überwiegend dort eingesetzt. Vereinzelnd stehen auch Fahrradbügel an der Sparkasse und im nördlichen Bereich des Cafés Europa, um Kunden die Möglichkeit zu geben ihr Rad abzustellen.
Das Mobiliar soll in Anlehnung an die Platzfläche ebenfalls aus einem Guss sein, um die Planung im Detail einheitlich zu gestalten. Auch die vorgesehenen Anschlusssäulen werden diesem Stil angepasst und fügen sich unauffällig in den Platz ein.
Optional können Elektroladestationen für PKWs und Fahrräder für eine zukunftsfähige Entwicklung eingesetzt werden.
Fontänenfeld
Das geplante Fontänenfeld besteht aus acht Fontänen mit Kometdüsen und einer im Durchmesser 1,20 m großen, runden Fläche ringsherum zum Auffangen des Wassers. Dieses wird in einen 2,00 x 4,00 m (Grundfläche) großen Wassertank mit 2 Einstiegen á 0,80 x 0,80 m zurückgeführt. Wasser, welches darüber hinaus auf die Platzfläche gelangt, wird über die Oberflächenentwässerung in Abläufe abgeführt. Die benötigten Lüftungsrohre des Wassertanks werden in einer nahegelegenen Baumscheibe unscheinbar zwischen der Bepflanzung untergebracht. Um einen großen Wasserverlust zu verhindern wird in westlicher Richtung ein Windfang installiert, der bei starkem Wind die Düsen abstellt. Die Düsen werden mit drei Schaltkreisen gesteuert und können so in unterschiedlichen Zeitintervallen und mit unterschiedlichen Höhen geschaltet werden. Das Fontänenfeld ist ein elementarer Bestandteil dieser Platzgestaltung und sorgt für Aufenthaltsqualität.
Elektronische Spielelemente
Als Besonderheit wurden zwei elektronische Spielgeräte eingeplant. Der sogenannte „Game Floor“ und ein „Living Animal“. Beide Spielgeräte funktionieren mit einem Dynamo und erfordern keinen Stromanschluss. Bei dem Game Floor müssen die Kinder eine Kurbel drehen um das Spiel mit Energie zu versorgen. Durch die Bewegung leuchtet ein Licht in einer Fallschutzplatte auf. Durch das Hüpfen auf die Platte erlischt das Licht und das nächste Licht leuchtet auf. So werden Kinder animiert sich zu bewegen und ihre Reaktionsgeschwindigkeit wird gefordert.
Ähnlich funktioniert auch das zweite Spielgerät „Living Animal“. Die Tierfigur ist mit einem USB-Stick versehen, welcher Tonspuren gespeichert hat. So können die Kinder am Schwanz des Tieres kurbeln und der Sound wird abgespielt. Geschichten, Musik oder aber Informationen können auf den USB-Stick aufgespielt werden. Die Lautstärke und der Inhalt des USB-Sticks lassen sich variieren.
Diese kreativen Spielgeräte sind die Anziehungspunkte für die Kinder und werden im Bereich des Cafés Europa auf der Terrasse platziert.
Abbildung 11: Game Floor

Bepflanzung
Die reduzierte Bepflanzung unterstreicht die Gliederung des Platzes und fügt sich in das vorhandene Umfeld ein.
Aufgrund des starken Gefälles wurden im Bestand zahlreiche Bäume mit Hochbeeten eingefasst. Auch Baumscheiben kamen zur Verwendung. Durch die neue Gliederung und die damit verbundene Anpassung der Höhen und Gefälle können nur wenige Bestandsbäume erhalten werden.
Bei den geplanten Bäumen handelt es sich um Platanen (Platanus acerifolia). Der Wilhelmsplatz erschließt sich künftig auf einer großzügigen freien Fläche, sodass die Platanen Raum haben sich zu entfalten und somit dem Platz ein neues Gesicht geben. Eine L-Förmige Baumreihe rahmt den Platz und gliedert diesen in Straßen-raum und Platzfläche. Einzeln verstreute Bäume, die sich locker auf dem Platz verteilen, durchbrechen die Geradlinigkeit und spenden in den Aktionsbereichen Schatten.
In der Baumreihe entlang der Stellplätze werden die Platanen in 2,20x 2,20 m und 2,20x3,60 m große Baumscheiben gesetzt, welche mit Gräsern (Pennisetum ‘Hameln‘) bepflanzt werden. Die kniehohen Gräser entzerren die gradlinige Platz-situation und bieten in Verbindung mit den Platanen eine lockere Atmosphäre. Die verstreut stehenden Bäume im Bereich der Ladenzeile werden in eine überpflasterte Baumscheibe gesetzt, welche auch von Fahrzeugen überfahren werden kann.

Finanzielle Situation
Für die im Erläuterungsbericht aufgeführten Maßnahmen muss mit folgenden Kosten gerechnet werden, die im Programm „Soziale Stadt Wehringhausen“ auch so eingeplant sind:
Maßnahme | Kosten |
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Planungskosten HOAI 1-5 | 90.000,00 € |
Geländeflächen (Bodenarbeiten) | 182.000,00 € |
Befestigte Flächen (Straßen, Plätze, Stellplätze etc.) | 391.000,00 € |
Baukonstruktionen (Treppen, Mauern, Rampen etc.) | 307.000,00 € |
Einbauten in Außenanlagen (Pflanz- und Saatflächen) | 32.000,00 € |
Sonstige Arbeiten (Abbrucharbeiten, Baustelleneinrichtung etc.) | 127.000,00 € |
Signal Feuerwehrausfahrt | 4.000,00 € |
Anbau barrierefreies WC am Café Europa | 54.000,00 € |
Abbruchkosten vorh. Trafostation | 24.000,00 € |
Planungskosten HOAI 6-9 + begleitende Bauleitung | 66.000,00 € |
| 1.277.000,00 € |
|
|
Nicht förderfähige Kosten (Stellplätze, WBH) | 114.000,00 € |
Verbleibende förderfähige Kosten | 1.163.000,00 € |
Die Maßnahme wird zu 80% aus Landesmitteln bezuschusst. 10% der Herstellungs-kosten werden aus der Sparkassenspende finanziert.
Auswirkungen
Finanzielle Auswirkungen
(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)
| Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen |
X | Es entstehen folgende finanzielle und personelle Auswirkungen |
X | Es entstehen folgende bilanzielle Auswirkungen |
Maßnahme | |
konsumtive Maßnahme | |
X | investive Maßnahme |
| konsumtive und investive Maßnahme |
Rechtscharakter | |
| Auftragsangelegenheit |
| Pflichtaufgabe zur Erfüllung nach Weisung |
| Pflichtaufgabe der Selbstverwaltung |
X | Freiwillige Selbstverwaltungsaufgabe |
| Vertragliche Bindung |
X | Beschluss RAT, HFA, BV, Ausschuss, sonstiges |
| Ohne Bindung |
- Konsumtive Maßnahme
Teilplan: |
| Bezeichnung: |
|
Produkt: |
| Bezeichnung: |
|
Kostenstelle: |
| Bezeichnung: |
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| Kostenart | Lfd. Jahr | Folgejahr 1 | Folgejahr 2 | Folgejahr 3 |
Ertrag (-) |
| € | € | € | € |
Aufwand (+) |
| € | € | € | € |
Eigenanteil |
| € | € | € | € |
Kurzbegründung: | |
| Finanzierung ist im lfd. Haushalt bereits eingeplant/gesichert |
| Finanzierung kann ergebnisneutral (außer-/überplanmäßige Bereitstellung mit Deckung) gesichert werden. |
| Finanzierung kann nicht gesichert werden (der Fehlbedarf wird sich erhöhen) |
- Investive Maßnahme
Teilplan: | 5113 | Bezeichnung: | Projekt Soziale Stadt |
Finanzstelle: | 5000231 | Bezeichnung: | Wehringhausen Projekt Soziale Stadt |
| Finanzpos. | Gesamt | 2016 | 2017 | 2018 |
Einzahlung(-) | 681100 | - 930.400,00 € |
| - 800.000,00 € | - 130.400,00 € |
Einzahlung(-) | 681600 | - 127.700,00 € |
| - 127.700,00 € |
|
Auszahlung (+) | 785200 | 1.277.000,00 € |
| 1.064.000,00 € | 213.000,00 € |
Eigenanteil |
| 218.900,00 € |
| 136.300,00 € | 82.600,00 € |
Kurzbegründung: | |
X | Finanzierung ist im lfd. Haushalt bereits eingeplant/gesichert |
| Finanzierung kann gesichert werden (außer-/überplanmäßige Bereitstellung mit Deckung) |
| Finanzierung kann nicht gesichert werden (der Kreditbedarf wird sich erhöhen) |
- Auswirkungen auf die Bilanz
(nach vorheriger Abstimmung mit der Finanzbuchhaltung)
Aktiva:
(Bitte eintragen)
Die Umgestaltung des Bereichs Wilhelmsplatz / Langestraße umfasst den Wilhelmsplatz selbst, sowie Teile der Langestraße, Bismarckstraße und Kottmannstraße. Die Umgestaltung führt zunächst zu Anlagenabgängen der im Altbestand bilanzierten Restbuchwerte der betroffenen Vermögensgegenstände in Höhe von insgesamt 491.717,00 EUR. Hiervon entfallen 262.696,00 EUR auf den Wilhelmsplatz, 108.997,00 EUR auf die Langestraße, 48.766,00 EUR auf die Bismarckstraße und 71.258,00 EUR auf die Kottmannstraße (RBWe zum Stichtag 31.12.2017). Die Anlagenabgänge führen zu Aufwand in der Ergebnisrechnung.
Die im Zuge der Umgestaltung anfallenden Ausgaben in Gesamthöhe von 1.277.000,00 EUR sind als Anschaffungs- und Herstellungskosten zu aktivieren. Hierbei entfallen 520.150,00 EUR auf den Wilhelmsplatz (davon 54.000,00 EUR für einen WC-Anbau an das Cafe Europa und 184.900,00 EUR für Spielgeräte und Ausstattungsgegenstände), 338.600,00 EUR auf die Langestraße, 191.200,00 EUR auf die Bismarckstraße und 227.050,00 EUR auf die Kottmannstraße.
Die zu aktivierenden Vermögensgegenstände sind über die für sie jeweils zugrunde zu legende Nutzungsdauer abzuschreiben. Der jährliche Abschreibungsaufwand beträgt insgesamt 38.135,00 EUR ergibt sich wie folgt:
Straßen und Platz ohne Spielgeräte und Ausstattungsgegenstände: Wilhelmsplatz: 281.250,00 EUR / 55 Jahre = 5.114,00 EUR Langestraße: 338.600,00 EUR / 55 Jahre = 6.156,00 EUR Bismarckstraße: 191.200,00 EUR / 55 Jahre = 3.476,00 EUR Kottmannstraße: 227.050,00 EUR / 55 Jahre = 4.128,00 EUR
Hochbau (WC): 54.000,00 EUR / 70 Jahre = 771,00 EUR
Spielgeräte/Aus- stattung Platz: 184.900,00 EUR / 10 Jahre = 18.490,00 EUR
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Passiva:
(Bitte eintragen)
Die Umgestaltung des Bereichs Wilhelmsplatz / Langestraße führt teilweise zu ertragswirksamen Sonderpostenauflösungen, da für einige der abgängigen Vermögens-gegenstände (siehe Aktiva) Sonderposten bilanziert sind. Die Gesamthöhe dieser Sonderpostenauflösung beträgt 75.746,00 EUR. Hiervon entfallen 36.363,00 EUR auf die Langestraße und 39.383,00 EUR auf die Bismarckstraße (RBWe zum Stichtag 31.12.2017).
Für die Umgestaltung des Bereichs Wilhelmsplatz / Langestraße ist ein Zuschussantrag bei der Bezirksregierung Arnsberg eingereicht worden. Die zuwendungsfähigen Ausgaben wurden mit rd. 1.163.000,00 EUR ermittelt, so dass mit Zuwendungen in Höhe von 930.400,00 EUR (= 80%) gerechnet wird. 10% der Anschaffungs- und Herstellungskosten (127.700,00 EUR) werden aus der Sparkassenspende finanziert, so dass sich eine Gesamtzuwendungssumme von 1.058.100,00 EUR ergibt (930.400,00 EUR + 127.700,00 EUR).
In Anlehnung an die Aktivierung der Anschaffungs- und Herstellungskosten führt die Finanzierung der Ausgaben durch die Zuwendung des Landes sowie der Sparkassenspende zur Bildung von Sonderposten auf der Passivseite der Bilanz. Diese werden analog zu den Abschreibungen ertragswirksam aufgelöst. Die jährliche ertragswirksame Sonderposten-auflösung beträgt insgesamt 31.599,00 EUR und ergibt sich wie folgt:
Berechnung anteilige Sonderposten:
Wilhelmsplatz: 281.250,00 EUR / 1.277.000,00 EUR x 1.058.100,00 EUR =233.039,00 EUR Langestraße: 338.600,00 EUR / 1.277.000,00 EUR x 1.058.100,00 EUR =280.558,00 EUR Bismarckstraße: 191.200,00 EUR / 1.277.000,00 EUR x 1.058.100,00 EUR =158.425,00 EUR Kottmannstraße: 227.050,00 EUR / 1.277.000,00 EUR x 1.058.100,00 EUR =188.130,00 EUR
Gesamtsumme Sonderposten Straßen und Platz: 860.152,00 EUR
WC-Anbau: 54.000,00 EUR / 1.277.000,00 EUR x 1.058.100,00 EUR = 44.743,00 EUR
Spielgeräte / Ausstatt. Platz: 184.900,00 EUR / 1.277.000,00 EUR x 1.058.100,00 EUR = 153.205,00 EUR
Berechnung jährliche ertragswirksame Sonderpostenauflösung:
Straßen / Platz: 860.152,00 EUR / 55 Jahre = 15.639,00 EUR Hochbau (WC): 44.743,00 EUR / 70 Jahre = 639,00 EUR Spielgeräte / Ausstattung Platz: 153.205,00 EUR / 10 Jahre = 15.321,00 EUR
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- Folgekosten:
a) jährliche Kreditfinanzierungskosten für den Eigenfinanzierungsanteil (1,5%) | 3.283,50 € |
b) Gebäudeunterhaltsaufwand je Jahr | € |
c) sonstige Betriebskosten je Jahr (1,5% der Herstellungskosten) | 19.155,00 € |
d) Abschreibung je Jahr (nur bei investiven Maßnahmen) | 38.135,00 € |
e) personelle Folgekosten je Jahr | € |
Zwischensumme | € |
abzüglich zusätzlicher Erlöse je Jahr | 31.599,00 € |
Ergibt Nettofolgekosten im Jahr von insgesamt | 28.974,50,00 € |
- Auswirkungen auf den Stellenplan
Stellen-/Personalbedarf:
(Anzahl) | Stelle (n) nach BVL-Gruppe | (Gruppe) | sind im Stellenplan | (Jahr) | einzurichten. |
(Anzahl) | üpl. Bedarf (e) in BVL-Gruppe | (Gruppe) | sind befristet bis: | (Datum) | anzuerkennen. |
gez. | gez. |
(Name OB oder Beigeordneter inkl. Funktion) | (Name Beigeordneter inkl. Funktion) |
| gez. |
Bei finanziellen Auswirkungen: | Christoph Gerbersmann Erster Beigeordneter und Stadtkämmerer |
