Beschlussvorlage - 0726/2005
Grunddaten
- Betreff:
-
Personalentwicklung und Personalbedarfsplanung beim HABIT
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- HABIT Hagener Betrieb für Informationstechnologie
- Bearbeitung:
- Michael Diehl
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
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Fachausschuss für Informationstechnologie und Digitalisierung
|
Entscheidung
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20.09.2005
|
Sachverhalt
·
Die Komplexität der städtischen IT-Landschaft hat seit
1995 permanent zugenommen
·
Die Innovationszyklen im IT-Bereich sind extrem kurz.
Die Leistungsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten der Hardware und der
Funktionsumfang sowie der Ressourcenbedarf der Software nehmen dabei sprunghaft
zu
·
Daneben spielt auch das Internet/Intranet eine immer
größere Rolle. Die Nutzung von Onlineshopping-, Onlinebanking- und e-Government
sind zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Die Erwartungshaltung, z.B. auch
Behördengänge via Internet erledigen zu können, steigt zunehmend. Aber auch die
Kommunikation von Behörden untereinander verlagert sich immer mehr auf eine
elektronische Ebene. Diese Entwicklung birgt große Chancen etwa zur
Reorganisation der Verwaltung. Gleichzeitig potenzieren sich aber auch die
Risiken. Bereits heute werden z.B. bis zu 80% der bei der Stadt Hagen
eingehenden Emails durch die Firewall geblockt und abgewiesen. Dabei handelt es
sich keineswegs nur um harmlose Spam, also unerwünschte Werbung, sondern
vielfach auch um virenverseuchte Nachrichten, die großen Schaden anrichten
könnten. Die Verursacher sind nicht mehr nur im Kreis der sog. Computerkids zu
finden, die mehr oder weniger aus Spaß an der Sache agieren. Heute geht es
zunehmend um Virenepidemien, Identitätsdiebstahl usw. mit eindeutig kriminellem
Hintergrund bis hin zur organisierten Kriminalität.
·
Ebenso erhöhen sich die Gefahren eines Virenbefalls von
innen. So bietet Windows-XP die Möglichkeit, eine Fülle von Peripheriegeräten
problemlos an den PC anzuschließen (z.B. USB-Schnittstelle). Damit steigt
natürlich auch die Gefahr, dass z.B. über eine angeschlossene (private) externe
Festplatte Computerschädlinge ins Netz gelangen.
·
Im Bereich der Windows-Endsysteme betreut ein
HABIT-Administrator nahezu 500 PC mit entsprechendem Zubehör. Bei den
dargestellten Rahmenbedingungen führt dies zu extremen Engpässen und
unzureichender Servicequalität. Das Angehen von notwendigen Zukunftsprojekten
(z.B. XP-Migration) muss immer wieder verschoben werden. Dadurch ergeben sich
neue Probleme und auch Mehraufwand.
·
Auch in anderen Bereichen führen Personalabgänge immer
wieder zu Engpässen.
·
Fast alle heutigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des
HABIT haben eine Verwaltungsausbildung. Ein großer Teil dieser Beschäftigten
ist aber mit der beschriebenen technischen Entwicklung bei der Stadt Hagen
mitgewachsen. Heute ist die Besetzung von freigewordenen Stellen durch interne
Stellenausschreibung aber ausgereizt, da kein Personal mit fundierten
IT-Fachkenntnissen in der Verwaltung vorhanden ist. Nachträgliche
IT-Qualifikation verursacht Kosten und Produktionsausfälle in der langen
Einarbeitungszeit.
·
In den nächsten 10 Jahren scheiden nach den heutigen
Rahmenbedingungen voraussichtlich mehr als 40% der HABIT-Beschäftigten aus dem
Dienst aus. Um den Dienstbetrieb zu gewährleisten müssen die Stellen mit qualifiziertem
Personal besetzt werden. Dazu sind folgende Maßnahmen zu ergreifen:
·
Zusätzliche Ausbildungskräfte
·
Qualifizierungsangebot (IT-Lehrgänge beim LDS) an
Beschäftigte der Verwaltung
·
Externe Einstellung, wenn im Einzelfall die v.g.
Maßnahmen nicht greifen, bzw. kurzfristiger akuter Experten-Bedarf besteht
1.
Ausgangslage der städtischen IT-Infrastruktur
Anfang der 90er Jahre wurden
erste PC für die Verwaltung beschafft. Damit begann die Ablösung der bis dahin
vor allem in Bereichen mit Massendatenverarbeitung (z.B. Meldewesen)
eingesetzten Großrechnerterminals. Zunächst gab es vereinzelte PC als sog.
Stand-Alone-Lösungen. Ab Mitte der 90er Jahre wurde die Verwaltung in größeren
Margen mit PC in einer vernetzten Umgebung ausgestattet
(Client-Server-Architektur).
Heute hat sich die vom HABIT
betreute IT-Infrastruktur wie folgt entwickelt:
·
1 zentraler Server BS2000/OSD (zukünftig im
KDN-Betriebsverbund)
·
1 zentraler Telekommunikationsserver und weitere rd. 100
Telefonanlagen
·
6 Unix-Server
·
19 Linux-Server (für Applikationen, Datenbanken,
Internet und IT-Sicherheit)
·
80 Windows-Server (20 x Win-NT, 24 x Win-2000, 36 x
Win-2003)
·
2 Datensicherungsroboter
·
2.400 überwiegend vernetzte PC sowie zahlreiche
Peripheriegeräte (Monitore, Drucker, Scanner etc.)
·
fast 4.000 km strukturierte Inhouse-Verkabelung mit rd.
400 aktiven Netzkomponenten
·
150 kommunale Fachverfahren und rd. 1.300
unterschiedliche Spezialsoftwareprodukte für verschiedene Zwecke (CD-Brennen,
Scannen, CAD, ...).
·
Rd. 2.000 stadteigene PC sowie Peripheriegeräte in den
72 Hagener Schulen, die zumeist lokal vernetzt sind
Vergleicht man diese heutige
technische Umgebung mit der vor nur 10 Jahren, so ist das wie der Vergleich
eines VW-Käfers mit einem Formel 1 Rennwagen. Gemeint ist damit nicht die
erzielbare Geschwindigkeit, sondern die Komplexität des technischen Gebildes.
Durch die komplexen Zusammenhänge der hier eingesetzten Hard- und Software
können bereits kleine Störungen oder Fehler einzelner Komponenten das
Gesamtgefüge oder größere Teile davon gefährden (Während eine Beule im
Kotflügel der Lauffähigkeit des VW-Käfers keinen Abbruch tat, reicht beim
Formel 1 Wagen ein minimal falsch eingestellter Heckflügel, um die Performance
des Autos nachhaltig zu stören oder zwingt sogar zur Rennaufgabe).
Keine andere Branche hat zur
Zeit kürzere Innovationszyklen als der IT-Bereich. Dabei geht es häufig nicht
nur um kleine Entwicklungsschritte, sondern um Quantensprünge. Die Festplatte
eines PC aus dem Jahr 1995 hatte eine um ein vielfaches geringere Kapazität als
ein aktueller USB-Speicherstick, der kleiner ist als eine Streichholzschachtel.
Ein 100 MHz Intel Prozessor war vor 10 Jahren das Nonplusultra, heute wird der
aktuelle Intel Prozessor mit 3,4 GHz getaktet. In einem noch kürzeren Zeitraum
entwickelte sich beispielsweise der Bereich CD-Brenner, DVD-Brenner, Double
Layer bis hin zur heutigen Blueray- bzw. HDDVD-Technologie, die noch keine Marktdurchdringung
hat, aber an deren Ablösung bereits in den Entwicklungslabors der IT-Industrie
gearbeitet wird. Viele weitere Beispiele könnten diesen Trend belegen. Den
Hardwareverbesserungen passen sich die Softwareentwickler an. Weil ihnen höhere
Prozessorleistung, mehr und schnellerer Arbeitsspeicher etc. zur Verfügung
stehen, werden ihre Produkte auch funktions- und umfangreicher. Dadurch
eröffnen sich einerseits mehr Möglichkeiten, andererseits ergibt sich aber auch
die Notwendigkeit, diese Innovationsschritte mitzugehen. So ist die Ablösung
des heute eingesetzten Betriebssystems Windows NT 4.0 u.a. deshalb notwendig,
weil die neuen Prozessoren und Mainboards es nicht mehr unterstützen. Es ist
davon auszugehen, dass sich die geschilderte Entwicklung fortsetzen wird.
Neben diesen Entwicklungen in
den Bereichen Hard- und Software spielt auch das Internet/Intranet eine immer
größere Rolle. Die Nutzung von Onlineshopping-, Onlinebanking- und e-Government
sind zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Die Erwartungshaltung, z.B. auch
Behördengänge via Internet erledigen zu können, steigt zunehmend. Aber auch die
Kommunikation von Behörden untereinander verlagert sich immer mehr auf eine
elektronische Ebene. Damit ist nicht nur die Erledigung alltäglichen Schriftverkehrs
per Email gemeint, sondern auch Erfordernisse, die sich zum Beispiel aus
gesetzlichen Verpflichtungen ergeben. Stichworte hierzu sind elektronische
Meldepflichten im Vergabebereich, Clearingstellen im Meldewesen etc. Auch diese
Entwicklung birgt große Chancen etwa zur Reorganisation der Verwaltung.
Gleichzeitig potenzieren sich aber auch die Risiken. Bereits heute werden bis
zu 80% der bei der Stadt Hagen eingehenden Emails durch die Firewall geblockt
und abgewiesen. Dabei handelt es sich keineswegs nur um harmlose Spam, also
unerwünschte Werbung, sondern vielfach auch um virenverseuchte Nachrichten, die
großen Schaden anrichten könnten. Die Verursacher sind nicht mehr nur im Kreis
der sog. Computerkids zu finden, die mehr oder weniger aus Spaß an der Sache
agieren. Heute geht es zunehmend um Virenepidemien, Identitätsdiebstahl usw.
mit eindeutig kriminellem Hintergrund bis hin zur organisierten Kriminalität.
Ebenso erhöhen sich die
Gefahren eines Virenbefalls von innen. So bietet Windows-XP die Möglichkeit,
eine Fülle von Peripheriegeräten problemlos an den PC anzuschließen (z.B.
USB-Schnittstelle). Damit steigt natürlich auch die Gefahr, dass z.B. über eine
angeschlossene (private) externe Festplatte Computerschädlinge ins Netz
gelangen. Eine Eingrenzung dieses Gefahrenpotenzials ist z.Z. nur über den
Einsatz einer Software möglich, die jedoch extrem aufwändig zu konfigurieren
ist und außerdem permanent aktualisiert werden muss. Hier müssen verstärkt
Standardisierungen und organisatorische Regelungen erarbeitet werden.
Informationstechnologie ist
heute, auch und gerade in einer Kommunalverwaltung, nicht mehr wegzudenken. Um
handlungsfähig zu sein, benötigt die Verwaltung eine funktionierende und
sichere IT-Infrastruktur. Wie dargestellt nehmen Komplexität und Gefahren
jedoch permanent zu. Es müssen daher Maßnahmen ergriffen werden, die trotz
dieser Entwicklung auch zukünftig den IT-Betrieb sicherstellen.
2. Derzeitige
Personalsituation im technischen Bereich des HABIT
a)
PC-Administration
Im Bereich der
Windows-Endsysteme betreut ein HABIT-Administrator nahezu 500 PC mit
entsprechendem Zubehör. Selbst diese extrem hohe Zahl wird sehr häufig
überschritten, wenn z. B. MitarbeiterInnen krank werden oder Urlaub haben. Es
ist im Hinblick auf die zu erbringenden Services im Zusammenhang mit der
IT-Ausstattung der Verwaltung nicht mehr vertretbar, die geringe Zahl der
Mitarbeiter noch dadurch zu verringern, dass Mitarbeiter längerfristig im
Projekt XP-Migration eingesetzt werden.
Die geschilderte Situation im
Bereich der Windows-Endsystem-Administration wäre noch schwieriger, wenn hier
nicht wie dies momentan der Fall ist zwei externe Mitarbeiter auf Basis
eines Landesförderprogrammes bis zum Jahresende 2005 in Teilzeit mitarbeiten
würden. Ob eine solche Maßnahme im nächsten Jahr erneut durchgeführt wird, ist
noch unklar. Einem zusätzlich geprüften Einsatz von 1 €-Kräften zur
Unterstützung der PCNutzerinnen und Nutzer in Bezug auf zusätzliche Arbeiten
bei Umzügen, Bestandsveränderungen und Betriebssystemumstellungen wird seitens
der Personalvertretung nur dann zugestimmt, wenn die PC-Administration
dauerhaft personell verstärkt wird.
b)
Gesamtbetrieb
Fast alle heutigen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des HABIT haben eine Verwaltungsausbildung.
Durch zusätzliche Qualifizierungsmaßnahmen haben sie sich die Möglichkeit
eröffnet, im IT-Bereich tätig zu sein. Ein großer Teil dieser Beschäftigten hat
aber insbesondere den Vorteil, die oben beschriebene technische Entwicklung bei
der Stadt Hagen von Anfang an mitgestaltet zu haben; sie sind sozusagen
mitgewachsen. Ein Verwaltungsmitarbeiter, der sich heute um eine Stelle beim
HABIT bewirbt, weil er Interesse an diesem technischen Umfeld und ggfs. auch
gute PC-Kenntnisse hat, besitzt nicht mehr die Chance mitzuwachsen, sondern
findet die dargestellte komplexe technische Umgebung vor. Ohne fundierte
IT-Grundlagen, die nur durch eine entsprechende Ausbildung vorhanden sein
können, muss deshalb in eine extrem lange, u.U. sogar mehrjährige,
Einarbeitungszeit investiert werden, bis ein vollständiger Einsatz entsprechend
der Stellenbeschreibung möglich ist. Dies verursacht Produktivitätsausfälle und
damit Aufwand.
In den nächsten 10 Jahren
scheiden definitiv 17%, wahrscheinlich aber bis zu 32% der heutigen
Beschäftigten des HABIT allein aus Altersgründen aus. Rechnet man sonstige
Fluktuationsgründe, wie z.B. berufliche Veränderungen, Elternzeiten etc. hinzu,
ist davon auszugehen, dass der Betrieb bis 2015 deutlich mehr als 40% seines
derzeitigen Personalstamms verlieren wird.
Ähnliche personelle Probleme
wie im Administrationsbereich zeigen sich auch im Geschäftsbereich
Softwareentwicklung und -services. Hier wurden in den letzten Jahren auf Grund
von Konsolidierungsvorgaben mehrere Stellen abgebaut. Inzwischen gibt es hier
eine Vielzahl von Engpässen, die sich insbesondere im Vertretungsfall zeigen.
In Bezug auf die XP-Einführung zeigt sich als besonders problematisch, dass der
Bereich Office-Betreuung nicht mehr vorhanden ist.
Beispielhaft verdeutlicht ein
aktueller Fall aus dem Servicebereich Personalwesen die Auswirkungen eines
Personalweggangs auf die Handlungsfähigkeit des HABIT. Der vg. Bereich wurde im
Zuge der Haushaltskonsolidierung bereits ausgedünnt. Jetzt hat sich ein
Mitarbeiter im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens für eine Stelle im
Fachbereich Jugend und Soziales qualifiziert. Eine Freigabe ist kurzfristig
unter den geltenden Rahmenbedingungen nicht zu kompensieren. Sie würde die
Umsetzung des neuen Tarifrechts öffentlicher Dienst (TVöD) und der monatlichen
Lohn- und Gehaltsabrechnungen gefährden. Alternativ könnte auf die Tätigkeiten
des Bereiches für die KDN verzichtet werden, was aber zu Einnahmeverlusten von
annähernd 90.000 €/Jahr führen würde und deshalb nicht ernsthaft in Erwägung
gezogen werden kann. Es bleibt für die Betriebsleitung im Grunde nur die
Entscheidung, den Wechsel des Mitarbeiters zu verzögern, bis ein Ersatz zur
Verfügung steht, der dann aber noch nicht eingearbeitet ist. Das bedeutet
Ausfall von Produktivität und Ausbildungskosten.
Obwohl durch die Erhöhung der
Wochenarbeitszeit für die Beamten ab dem Jahr 2004 beim HABIT rd. 3.000
zusätzliche Stunden/Jahr zur Verfügung standen, steigen Gleitzeitüberhänge und
Überstunden weiterhin an. Zum Ende des 2. Quartals 2005 betrugen sie rd. 9.900
Stunden. Darüber hinaus gab es am Ende des Jahres noch Resturlaubsansprüche von
insgesamt 656 Tagen.
Trotz dieser erheblichen
zusätzlichen Leistungen, die von den Beschäftigten des HABIT erbracht wurden
und werden, ist es in Teilbereichen, insbesondere bei den PC-Administratoren
und den Netzfachleuten nicht mehr möglich, das Alltagsgeschäft in einer für die
Kunden akzeptablen Zeit zu erbringen. So vergehen derzeit u.U. bis zu 4,5
Monate von der Bestellung bis zur betriebsfertigen Installation eines PC.
Vor diesem Hintergrund ist ein
Agieren, also ein rechtzeitiges Angehen und Vorbereiten von Zukunftsaufgaben,
in diesen Bereichen sehr problematisch. Im Zusammenspiel mit der
Haushaltskonsolidierung hat dies beispielsweise dazu geführt, dass die seit
einiger Zeit absehbar notwendige Windows-XP-Migration immer wieder verschoben
werden musste. Bereits heute müssen jedoch vereinzelt XP-Rechner eingerichtet
werden, weil neue Verfahren oder aktuelle Hardware (z.B. Notebooks) nicht mehr
mit Windows NT lauffähig sind. Diese Rechner sind mit einem sehr hohen Aufwand
einzeln zu konfigurieren, um in der derzeitigen technischen Umgebung überhaupt
in Betrieb genommen werden zu können. Darüber hinaus müssen sie beim
endgültigen Umstieg auf Windows XP neu konfiguriert werden. Dieses Beispiel
zeigt, dass der ressourcenbedingte Investitionsstau Mehraufwand und damit
höhere Kosten verursacht.
3. Ausblick
Die Bedeutung der
Informationstechnologie für die innerstädtischen Arbeitsprozesse wurde in den
bisherigen Ausführungen bereits dargestellt. Sie hat sich zu einem
unverzichtbaren Instrument entwickelt und ist in weiten Teilen der Verwaltung
für deren Handlungsfähigkeit notwendig. Dies wird sich in Zukunft eher noch
verstärken.
Gleichzeitig ist die IT ein
Instrument, um Verwaltungsabläufe zu reorganisieren und Kosteneinsparungen zu
erzielen und/oder den Bürgerservice zu verbessern. Erfolgreiche Maßnahmen, wie
z.B. das Bürgeramtskonzept bzw. in Kürze das Servicezentrum Wirtschaft, sind
ohne IT nicht realisierbar. Unter dem Stichwort E-Government werden bereits
Dienstleistungen über das Internet angeboten (Z.B. elektronische Meldeauskunft,
Grundbuchangelegenheiten, KFZ-Anmeldungen), allerdings zunächst nur für
geschlossene Benutzergruppen. Gerade hier zeigt sich, welche Möglichkeiten die
IT auch im Hinblick auf Rationalisierungschancen eröffnen kann. Das Virtuelle
Rathaus Hagen könnte bereits heute - technisch gesehen - eine Vielzahl weiterer
Dienstleistungen für alle Bürger anbieten. Die Umsetzung scheitert eher an den
sonstigen Rahmenbedingungen, wie etwa Authentifizierung, elektronische Signatur
etc., weil es entweder noch keine abschließenden gesetzlichen Regelungen gibt
oder der Verbreitungsgrad der notwendigen Technik in der Bevölkerung noch nicht
groß ist. Dies wird sich jedoch in absehbarer Zeit verändern. Der technische
Stand des Virtuellen Rathauses ist aber insbesondere deshalb so weit
fortgeschritten, weil durch die mehrjährige Landesförderung der notwendige
finanzielle und personelle Ressourceneinsatz möglich war.
Dieselbe
e-Government-Technologie wird mittlerweile auch im Intranet der Stadt Hagen
auf allen vernetzten PC eingesetzt und hat sich zum Wissensspeicher
(Knowledgemanagement) für die ganze Verwaltung entwickelt. Mit Hilfe von sog.
Web-Services werden zudem Fachanwendungen an die Nutzer verteilt, um in der
Administration Entlastungseffekte zu erzielen. Insgesamt ist der technologische
Trend im IT-Bereich eindeutig bei Web-Services zu suchen.
Andere vielversprechende
Projekte, wie Workflowmanagementsysteme, elektronische Archivierung etc.,
konnten hingegen aufgrund der bestehenden Ressourcenknappheit bisher nicht
aufgegriffen werden.
Die Kürzung der städtischen
Haushaltsmittel im Unterabschnitt 0620 im Jahr 2003/2004 um insgesamt rd. 1,3
Mio. Euro hat zu einer weiteren Verschärfung der personellen Situation und der
möglichen Investitionen geführt. Damit sind wichtige Zukunftsprojekte
zwangsläufig verschoben worden.
Vor dem Hintergrund der
Haushaltskonsolidierung, aber auch aus grundsätzlichen Überlegungen zur
Wirtschaftlichkeit, war der HABIT einer der maßgeblichen Akteure hinsichtlich der
Gründung des Zweckverbandes KDN. Hierdurch eröffnen sich Chancen über die
Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit vermehrt Skaleneffekte zu
erzielen. Erste gemeinsame Maßnahmen wie z.B. der gemeinsame
Großrechnerbetrieb, der gemeinsame SAP-Basisbetrieb, die Ausschreibung der
Hardwarebedarfe und der SAP-Lizenzen sind positiv mit Kostenminderungseffekten
abgewickelt worden. Der HABIT ist Kompetenz-Center der KDN für den Bereich des
Personalabrechnungsverfahrens PAISY und erzielt dadurch Einnahmen von derzeit
rd. 90.000 € jährlich. Weitere Maßnahmen und Projekte werden zukünftig zur
Kostenoptimierung in den IT-Betrieben der Mitgliedsgemeinden beitragen.
4. Handlungsnotwendigkeiten
Stellenbesetzungen hat der
HABIT in der Vergangenheit entsprechend der städt. Regularien durch interne
Ausschreibungen vorgenommen. Dabei gab es einige Beschäftigte, die über PC- und
IT-Kenntnisse aus ihrem privaten Umfeld verfügten. Gleichwohl ist anzumerken,
dass aufgrund der Komplexität der städt. IT-Landschaft auch bei diesen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine sehr lange Einarbeitungszeit
einkalkuliert werden muss, die aus den dargestellten Gründen zu weiteren
Engpässen führt. Die letzten Vorstellungsgespräche haben darüber hinaus
gezeigt, dass auch unter Berücksichtigung dieser Einschränkungen weitere
interne Ausschreibungen nicht mehr erfolgversprechend sind. Um den
dargestellten Notwendigkeiten zukünftig gerecht werden zu können, werden unter
Beachtung der städtischen Konsolidierungsrahmenbedingungen, aber auch zur
Minderung unproduktiver Einarbeitungszeiten zur Sicherung der Beschäftigung
qualifizierten Personals folgende Maßnahmen vorgeschlagen:
·
Erhöhung der Ausbildungsplätze 2006 um 2 auf 4
Ausbildungsplätze pro Jahrgang. Die Betriebsleitung wird die Übernahme bei
Eignung angepasst an den jeweiligen Bedarf besonders begründen.
·
Unterbreitung eines Angebots an Verwaltungsbeschäftigte
(insbesondere Prüfungsjahrgänge der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung)
an einem IT-Eignungstest des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik
(LDS) teilzunehmen. Die geeigneten Beschäftigten werden dann in einer
IT-Grundausbildung beim LDS qualifiziert und können anschließend bei
entsprechenden Bedarfen zum HABIT mit Vorrang umgesetzt werden. Auch hier begründet
die Betriebsleitung im Einzelfall entsprechende Bedarfe.
Eine
ähnliche Aktion ist bereits vor rd. 20 Jahren mit dem Personalamt mit sehr
gutem Erfolg durchgeführt worden. Dies Maßnahme wird deshalb jetzt wieder
gemeinsam mit der Zentralen Steuerung abgewickelt.
·
Soweit über die dargestellten Maßnahmen sachkundige
Beschäftigte im Einzelfall nicht zu erhalten sind, ist unter Beachtung der
städtischen Regularien extern einzustellen.
