Berichtsvorlage - 0615/2016
Grunddaten
- Betreff:
-
Bericht der Volkshochschule Hagen (VHS) und der Max-Reger-Musikschule Hagen (MRM) über das Jahr 2015
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB48 - Bildung und Kultur
- Bearbeitung:
- Horst Freygang
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Entscheidung
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13.09.2016
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Sachverhalt
Kurzfassung
Im Jahr 2015 wurden bei der Volkshochschule Hagen über 900 Veranstaltungen durchgeführt. Dies bedeutet einen leichten Zuwachs im Veranstaltungsangebot gegenüber 2014. Die Teilnahmezahl lag bei rund 11.500.
Begründung
Gesamtsituation
Kurzfristig und teilweise auch unkonventionell musste sich die VHS verstärkt ab Sommer auf die Herausforderungen des Flüchtlingszuzugs einstellen. Die notwendige Ausweitung von Deutschkursen wurde bis Frühjahr 2016 mit gleichbleibenden personellen (Stammpersonal) und räumlichen Kapazitäten gestemmt und wird ab 2016 zu deutlich erhöhten Einnahmen führen.
Eine Aufgabe von Volkshochschulen ist es, bildungsbenachteiligte Menschen zu fördern. Oft ist es jedoch schwierig, den Zugang zu bildungsfernen Bevölkerungsschichten zu finden, da die Eigeninitiative, sich für Weiterbildungsangebote zu interessieren, oft fehlt. Daher ist es das Ziel der VHS Hagen, Hemmschwellen abzubauen und auch aufsuchende Bildungsarbeit zu betreiben. Im Jahr 2015 wurde im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt – Wehringhausen“ mit der Neugestaltung des Außengeländes rund um die Villa Post begonnen. Pflanzbehälter wurden gezimmert und zusammen mit Anwohnern mit Kräutern und Färberpflanzen bestückt, von denen reichlich Gebrauch gemacht wird. Mit diesem Angebot nahm die VHS erstmalig auch am traditionellen Wehringhauser Tag der Hinterhöfe teil, bei dem gezeigt wurde, wie aus Pflanzen Farbe hergestellt wird und wie gut Tee aus selbst angebauter Pfefferminze schmeckt.
Einen besonderen Abschluss fand 2015 das Projekt „Meine Stadt schreibt ein Buch“. Hagener Bürgerinnen und Bürger waren aufgerufen, über eine Laufzeit von 12 Monaten Texte oder auch Fotos bzw. Bilder einzureichen, die eine Hagener Geschichte erzählen. Ein Redaktionsteam aus Bücherei, Pressestelle der Stadt, Rathausbuchhandlung, Vorlesepatin und VHS wählte die Beiträge aus, die dann zunächst auf einer Webplattform veröffentlicht wurden. Aus der ursprünglichen Idee, ein gedrucktes Buch zu erstellen, ist dann ein Hörbuch entstanden, das unter anderem vom Oberbürgermeister Erik O. Schulz im VHS-eigenen Tonstudio eingelesen wurde. Die CD war u. a. auf dem Weihnachtsmarkt ein gern gekauftes Geschenk.
Ab dem 1. September ist die VHS mit einer eigenen Facebookseite vertreten, was noch einmal ein andere und kurzfristige Möglichkeit bietet, auf Veranstaltungen, Konzerte oder interne Themen hinzuweisen oder auch auf Anregungen und Beschwerden zu reagieren.
Der Umzug des Standortes Hohenlimburg von der Langenkampstraße in die Pestalozzischule wurde von den Kursbesuchern größtenteils als negativ angesehen, was hauptsächlich mit der schlechten Verkehrsanbindung zu tun hat. Die Teilnehmerzahlen an diesem Standort sind deutlich gesunken. Die Teilnehmenden eines jahrelang bestehenden Kurses haben sich komplett abgemeldet. Die VHS strebt daher weiterhin eine Unterbringung im Zentrum Hohenlimburgs an. Die Möglichkeit eines Umzugs ins Rathaus Hohenlimburg wird zurzeit noch geprüft.
Politische Bildung
Zu diesem Studienbereich gehören die Themenfelder „Hagen und Region“ mit zahlreichen Führungen, Vorträgen und Seminaren, des Weiteren „Politik und Geschichte“ sowie „Recht und Finanzen“. Eine wichtige Rolle spielen zahlreiche Kooperationen, z. B. mit dem Hagener Heimatbund, dem Hasper Heimat- und Brauchtumsverein, dem Erzählcafé „Altes Backhaus“, der Deutsch-Griechischen Gesellschaft, der Deutsch-Finnischen Gesellschaft und der Deutsch-Französischen Gesellschaft, den DITIB-Moscheegemeinden, der Freiwilligenzentrale, der Schloss Hohenlimburg gGmbH, dem AllerWeltHaus, der FernUniversität, der Polizei Hagen, der Verbraucherzentrale, dem Kinderneurologischen Zentrum am AKH und der Deutschen Rentenversicherung. Großen Zuspruch fanden auch 2015 wieder die Veranstaltungen im Rahmen der Reihe „Weltbilder“ im AllerWeltHaus und im Rahmen der Vortragsreihe „Hagen <w>örtlich“ in der Stadtbücherei sowie die inzwischen wegen der großen Nachfrage monatlich angebotenen Bunker-Touren in der Hagener City.
Die Themen des Studienbereichs reichten von Stadt- und Stadtteilrundgängen, von denen im Vergleich zum Vorjahr noch einmal mehr angeboten werden konnten, über die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und Nachkriegsgeschichte bis hin zum Blick hinter die Kulissen ehrenamtlichen Engagements, zu Synagogenbesuchen und Verbraucherinformationen.
Die Arbeitsgemeinschaft mit dem DGB Arbeit und Leben setzte die erfolgreiche Reihe „Gegen den Strom“ fort. U. a. referierte Prof. Dr. Hajo Schmidt zum 70. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Auch der Vortrag von Andreas Zumach „EU: Friedensstifter oder Kriegstreiber?“ zog eine große und diskutierfreudige Zuschauerschar an.
Bildungsberatung
Der Bildungsberatung kommt angesichts der immer zahlreicheren Bildungsangebote und der steigenden Notwendigkeit, sich weiter zu bilden, eine zunehmende Bedeutung zu. Die VHS führt als von Land und Bund anerkannte Beratungsstelle sowohl Beratungen zum Bildungsurlaub, (Land) als auch zur Bildungsprämie (Bund) durch. Von Anfang 2006 bis Ende 2015 wurden im Bereich Bildungsscheck 1.768 Beratungen (entspricht rund 43.000 €) und von 2009 bis 2015 für die Bildungsprämie 545 Beratungen (entspricht rund 16.100 €) durchgeführt.
Da das Land die Höchstfördersumme beim Bildungsscheck wieder von 2.000 auf 500 € gesenkt hat, kam es in diesem Bereich zu einem deutlichen Einbruch bei der Nachfrage und den Einnahmen (nur etwa 37 % des Vorjahres).
Weiterhin sehr erfolgreich im Angebot der VHS ist jedoch das vom Land finanzierte und für die Ratsuchenden kostenfreie Beratungsangebot zur beruflichen Entwicklung (BBE) über bis zu fünf Einzeltermine und bis zu neun Zeitstunden pro Person.
Kunst und Kultur
Mit 100 kreativen Angeboten im Bereich Kunst und Kultur war die ganze Spartenbreite der Künste im VHS–Angebot vertreten und wurde rege von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt. Bildhauerseminare, Zeichnen, Malen, Tanz für ältere und junge Zielgruppen, Schreib- und Literaturwerkstätten, Seminare zum aktuellen Spielplan des Hagener Theaters sowie die Werkstätten der VHS im Bereich Keramik, Silberschmieden und Nähen sind häufig ausgebuchte Formate in diesen Bereichen. Seminarteilnehmer können Hagener Künstlern in ihren Ateliers begegnen, um miteinander kreativ zu arbeiten. Diese Begegnungen befördern den Austausch mit der lokalen Kunstszene.
Die Hagener Theatergruppe „Kulturbeutel“, die ihren zentralen Auftrittsort in der Villa Post hat, erreichte mittlerweile mit ihrem Mitmach-Programm Kultstatus beim Publikum und erzielt hohe Besucherzahlen. Hier wird ein divergentes Publikum erreicht, welches das niederschwellige Angebot annimmt und weiterträgt.
Zu einer ebenfalls eingeführten, unkonventionellen Musikreihe, gehört das Format „Soundtrips NRW“, das in Konzerten internationale und lokale Improvisationsmusiker zusammenbringt. „Soundtrips NRW“, gefördert vom Kultursekretariat NRW und Land NRW, zieht ein interessiertes Stammpublikum in die Villa Post, das nur an diesem Hagener Ort dieses spezielle Musikangebot improvisierter Musik findet.
In regelmäßigen Ausstellungen zeigt die VHS Arbeiten aus den verschiedenen Kursen, sowie Arbeiten Hagener Künstler in den Räumen der Villa Post.
Gesundheit und Prävention
Der Fachbereich Gesundheit und Prävention bot im Studienjahr 2015/16 in über 100 Seminaren ein vielfältiges Angebot, dass von ca.1200 Teilnehmern wahrgenommen wurde.
Die Anzahl der Yoga-Angebote wurde deutlich erhöht, da die Nachfrage nach Bewegungsangeboten ungebrochen ist. Kurse, die auf besondere Weise Kunst und Yoga verbanden, fanden in den Ausstellungsräumen des Emil Schumacher- Museums statt.
Weitere zentrale Themen in der Prävention sind Entspannung, Achtsamkeit und Meditation. Dazu bietet die VHS ein breites Angebot sowohl beruflicher wie persönlicher Weiterbildung mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Einmal monatlich treffen sich mittlerweile Interessierte in der Villa Post, um miteinander Meditations- und Achtsamkeitsübungen zu praktizieren.
Die neu hinzugekommenen Outdoor-Angebote, wie Kräuterführungen, in denen Kenntnisse heimischer Heil- und Gewürzkräuter vermittelt werden, sind sehr erfolgreich gelaufen. Die achtsamkeitsorientierten Earth-Walks – eine an den indigenen Völkern orientierte Art, Natur zu begehen - boten neue Erfahrungen mit Wahrnehmung und Entspannung.
Ein weiterer Schwerpunkt des Angebotes liegt bei den Seminaren zu gesunder und bewusster Ernährung. Hier werden, neben praktischen Fertigkeiten, auch ernährungswissenschaftliche Kenntnisse vermittelt, die nachhaltig zu einer gesunden Lebensform beitragen.
Grundsätzlich gilt, dass Gesundheitsangebote der VHS – so eine Studie der Universität Hamburg – langfristig wirksam sind, insbesondere durch die motivierenden Erfahrungen in den jeweiligen Gruppen.
Berufliche Bildung/EDV
Für das Studienjahr 2015/16 bot die Volkshochschule Hagen im Bereich der Soft Skills in der Beruflichen Bildung Kurse und Seminare mit und ohne Zertifikatsabschluss an, die weiter gut nachgefragt sind. Die Topthemen sind die kombinierten Angebote wie Rhetorik I+II, Konflikt- und Moderationstraining, Selbstsicherheits- und Schlagfertigkeitstraining, Neurobics sowie Selbstmarketing und Erfolgscoaching.
Im Bereich der kaufmännischen Angebote ist das Zertifikat ‚Geprüfte Fachkraft Finanzbuchhaltung‘ weiter sehr gut nachgefragt, d. h. die Prüfungszahlen steigen.
Die „Renner“ im EDV- Bereich waren Kurse zu PC-Grundlagen und den Office Anwendungen Word, Excel, PowerPoint und Outlook, die mit wechselnden Kurszeiten angeboten wurden. Sie erreichen oft Personen wie. Wechselschichtler, die sonst keine Chance haben, Weiterbildungen für ihre persönliche Qualifizierung oder ihren beruflichen Wiedereinstieg aufzusuchen.
Auch Bildungsurlaube zu den Office Anwendungen, insbesondere die für Teilzeitkräfte, sind weiter gut nachgefragt.
Weitere Highlights sind die „Bildungshäppchen“: vierstündige lösungsorientierte Kurse zu eingegrenzten Thematiken wie ‚Bewerbungsunterlagen gekonnt erstellen‘ oder ‚Aushänge und Faltblätter gestalten‘.
Das Angebot zu Android Smartphones und Tablets, die die Teilnehmer selber mitbringen, findet weiterhin großen Anklang. Die Nachfrage nach Applekursen ist allerdings gesunken.
Gut besucht sind weiterhin die Handy- und EDV-Kurse für Leute ab 50 und 75. Auch das Angebot der wöchentlichen Sprechstunde beim E-Doktor wird gerne in Anspruch genommen.
Technik, Natur und Umwelt
Der Studienbereich Technik, Natur und Umwelt bot eine breite Palette an Veranstaltungen, die fototechnisches Können und neue fotografische Sichtweisen vermitteln. Die Kurse sind insgesamt gut nachgefragt.
Auch geologische Exkursionen, die Besichtigung des Biokraftwerks Lünen in Kooperation mit dem VDI und Fachvorträge in Kooperation mit der Energieagentur NRW wie der jährliche Renner ‚Wirksame Maßnahmen gegen Schimmelpilzbildung‘ und ‚Die aktuelle Rechtslage zum Energieausweis‘ bereicherten das Angebot des Studienbereichs.
Und natürlich fehlte auch in diesem Jahr nicht der Dauerbrenner ‚Imkerei für Anfänger‘, der sich nach wie vor größter Beliebtheit erfreut.
Fremdsprachen
2015/16 wurden bei der VHS Kurse in 17 Fremdsprachen durchgeführt. Die Lehrgänge fanden auf unterschiedlichen Niveaustufen statt – viele selbstverständlich im Anfängerbereich, aber auch eine hohe Anzahl von Kursen, die über das B1-Niveau hinausgehen – vornehmlich in den Sprachen, Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. Das erstmalig eingeführte Latein konnte mit einem Kurs durchgeführt werden.
Der Studienbereich Fremdsprachen hat begonnen, sich sehr zu verändern – sicher analog zu der sich verändernden Bevölkerungsstruktur in Hagen. Während die Nachfrage nach „kleineren“ Sprachen wie Norwegisch oder Japanisch rückläufig ist, wird Englisch wieder mehr nachgefragt – sowohl bei Migranten, was Prüfungen anbelangt, als auch bei Institutionen und Ämtern, die sich plötzlich damit konfrontiert sehen, mit Migranten in der englischen Sprache kommunizieren zu müssen. Die VHS hat sich kurzfristig auf eine Nachfrage speziell von Jobcentern eingestellt, die spezifische Anforderungen hatten. Die VHS war bislang in der Lage, diesen Anforderungen mit Hospitationen und/ bzw. Training vor Ort gerecht zu werden. Es wurden vier Schulungen für das Jobcenter durchgeführt und ein weiterer Kurs für ehrenamtlich tätige Flüchtlingshelfer; darüber hinaus Business-Schulungen für die FernUni und eine Firmenschulung für Stora-Enso. Für Englisch und Chinesisch fanden mehrfach Kurse mit Einzelunterricht statt. Zertifikatsprüfungen wurden u.a. für das Cambridge Certificate in Advanced English durchgeführt.
Die Zusammenarbeit mit der Fritz-Steinhoff-Schule blieb weiter bestehen. Die VHS hat für die Sprachen Englisch, Französisch und Italienisch TELC-Prüfungen auf verschiedenen Niveaustufen organisiert und abgenommen. Eine wiederholte Zusammenarbeit ist mit dem Albrecht-Dürer-Gymnasium zustande gekommen. Die VHS führte dort einen Spanisch-Kurs durch.
Im Bereich der Landeskunde wurde ein englisch-sprachiger Vortrag über die „British Monarchy“ durchgeführt, zu dem erstmalig eine ganze Schulklasse des Ricarda-Huch-Gymnasiums erschien. Innerhalb der Kooperation mit dem Regionalbüro Arbeit und Leben in Wuppertal wurde von der VHS eine Studienreise nach Yorkshire erfolgreich durchgeführt – mit vorbereitenden Seminaren und einem Nach-Treff.
Die Zusammenarbeit mit dem Kino Babylon blieb bezüglich der Landeskunde und der Authentizität der Sprachen bestehen. Die sprachliche Auswahl der Filme wurde auf die französische Sprache ausgeweitet, so dass im Verlauf des Jahres jeweils vier englisch- und vier französischsprachige Filme gezeigt wurden.
Für die Dozentenausbildung (EPQ) hat die Volkshochschule wie jedes Jahr ein Seminar innerhalb der Kooperation „Sprachen - östliches Ruhrgebiet“ übernommen.
Deutsch als Fremdsprache
Die Nachfrage nach Integrationskursen und Kursen im Fachbereich Deutsch als Fremdsprache ist in 2015 noch weiter gestiegen. Die enorme Zuwanderung aus Südosteuropa, sowie ab Sommer 2015 der Zuzug von Flüchtlingen erforderte zusätzliche Angebote zur Sprachförderung und Alphabetisierung.
Die Integrationskurse waren besonders gut nachgefragt und schnell ausgebucht. Immer sechs Kurse wurden parallel angeboten, 200 Teilnehmer besuchten in 2015 Integrationskurse bei der VHS.
Die TELC-Prüfung „Deutschtest für Zuwanderer „A2-B1“ wurde siebenmal angeboten, insgesamt haben 140 Personen die Prüfung bei der VHS abgelegt.
Im Bereich „Deutsch als Fremdsprache“ sind die Kurse oberhalb der Niveaustufe B1 sehr nachgefragt.
Auch die Deutschkurse für spezielle Zielgruppen, wie z. B. Mütter-Elternkurse in Familienzentren sind gut besucht.
Angesichts der starken Zuwanderung von Asylbewerbern in 2015 startete die VHS Hagen zum Ende des Jahres mit drei Deutschkursen speziell für diesen Personenkreis. Im Rahmen von insgesamt 320 Unterrichtsstunden pro Kurs konnten 55 Teilnehmer/Innen die ersten Grundkenntnisse der deutschen Sprache erwerben. Finanziell gefördert wurden diese Einstiegskurse von der Bundesagentur für Arbeit (BA). Inhaltlich gleich, aber für Teilnehmer, die nicht durch die BA gefördert werden, wurde ein Kurs in Zusammenarbeit mit der FernUni Hagen durchgeführt, die ehrenamtliche Dozenten und kostenfreie Seminarräume angeboten hatte. Dieser Kurs wurde verlängert und dauert auch im Sommer 2016 noch an.
Unverändert hoch ist die Nachfrage bei den Einbürgerungstests, 2015 haben 222 Teilnehmer den Test bei der VHS abgelegt.
Schulabschlüsse/Grundbildung
Im Bereich des Zweiten Bildungswegs konnte die VHS Hagen 39 Teilnehmern der Lehrgänge zum Erwerb von Schulabschlüssen im Sommer 2015 nach bestandener Prüfung ein Abschlusszeugnis überreichen. Elf Teilnehmer erreichten die Fachoberschulreife mit Qualifikation, welche zu dem Besuch der gymnasialen Oberstufe berechtigt. Ebenfalls erfolgreich führte die VHS Hagen in Kooperation mit dem Rahel-Varnhagen-Kolleg zwei Vorkurse zum Erwerb des Hauptschulabschlusses mit insgesamt 38 Teilnehmern durch.
Im Bereich der Grundbildung bestand eine besondere Nachfrage bei den Gebärdensprachkursen und den Abiturvorbereitungskursen. Auch der neu in das Programm aufgenommene Kurs „Deutsch für Pflegekräfte“ wurde gut von der Bevölkerung aufgenommen.
Bereichsbezogene Zahlen 2015:
Studienbereich | Anzahl Veranstaltungen | Unterrichtseinheiten
| Teilnehmerzahl |
Politische Bildung | 170 | 736 | 3.909 |
Kunst und Kultur | 96 | 1.877 | 1.078 |
Gesundheit | 119 | 1.396 | 1.196 |
Berufliche Bildung, Natur und Technik | 184 | 3.308 | 1.359 |
Fremdsprachen | 225 | 7.176 | 2.256 |
Deutsch als Fremdsprache | 58 | 8.374 | 1.117 |
Grundbildung, Schulabschlüsse | 40 | 7.592 | 512 |
Summe: | 913 | 30.508 | 11.427 |
Jahresbericht der Max-Reger-Musikschule 2015
Die Max-Reger-Musikschule wurde 1963 gegründet und gehört zu den ältesten und etabliertesten Musikschulen im Verband Deutscher Musikschulen (VdM). Als solche nimmt sie wie jede andere kommunale Musikschule einen öffentlichen Auftrag wahr. Sie ist somit ein konstitutiver Bestandteil der Hagener Bildungslandschaft.
Die Präsidien des Deutschen Städtetages und des Deutschen Landkreistages sowie der Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur des Deutschen Städte- und Gemeindebundes haben Anfang 2010 gemeinsame Leitlinien und Hinweise für die Musikschularbeit in Städten, Kreisen und Gemeinden beschlossen. Diese Leitlinien zur Sicherung und Weiterentwicklung der öffentlichen Musikschulen bilden einen Orientierungsrahmen für die Kommunen zur Strukturierung ihres öffentlichen Musikschulangebotes.
Zum Auftrag der Musikschule heißt es darin:
„Musikschulen sind in der Regel öffentlich getragene Bildungseinrichtungen, die möglichst vielen Kindern und Jugendlichen, aber vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung auch Erwachsenen und Senioren Zugang zum eigenen Musizieren ermöglichen…. Musikschulen sollten durch eine soziale Gebührenstaffelung im Rahmen der landesrechtlich vorgesehenen Gestaltungsmöglichkeiten allen den Zugang ermöglichen. …….gleichzeitig sind die Musikschulen aufgefordert, auf sich verändernde gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen zu reagieren. Dies verlangt auch, dass sich die Musikschulen erfolgreich auf einem wachsenden Markt konkurrierender Kultur- und Freizeitangebote positionieren, im Rahmen von kommunalen Bildungslandschaften die Partnerschaft und Zusammenarbeit mit anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen - insbesondere auch mit Kindertageseinrichtungen und allgemein bildenden Schulen -, sozialen Einrichtungen etc. suchen und mit professionellen Kommunikations- und Marketingstrategien ihre Angebote und Leistungen vermitteln.“
Im nachfolgenden wird an Hand einiger Beispiele der Arbeit des vergangenen Jahres gezeigt, wie weit die Max-Reger-Musikschule o. g. Leitlinien gemäß die Hagener Kultur- und Bildungslandschaft bereichert hat.
Die MRM hatte insgesamt im Jahr 2015 eine Schülerzahl von 2904 Schülerinnen und Schülern im Alter vom Kleinkind bis hin zum fortgeschrittenen Erwachsenenalter (Erwachsenenalter Ü 50 Tendenz steigend).
Auflistung nach Unterrichtsfächern:
Instrumental- und Vokalunterricht 625
Projekt "Jedem Kind ein Instrument" 1438
Elementarbereich 500
Sonderpädagogik 115
Ensemble- und Ergänzungsfächer 99
Ballett/Tanz 116
Kooperationen 11
Gesamt 2904
Konzerte und Veranstaltungen
Aus dieser pädagogischen Arbeit von 38 festangestellten Voll- oder Teilzeitbeschäftigten, sowie von 21 auf Honorarbasis beschäftigten Lehrkräften ergaben sich eine Konzertreihe und weitere Präsentationen in der Öffentlichkeit von rund 60 Veranstaltungen, die im Veranstaltungskalender der Musikschule aufgeführt waren. Hinzu kam in etwa die gleiche Zahl an Veranstaltungen, an denen die Musikschule als Kooperationspartner beteiligt war, hier vor allem im Elementar- und Jeki-Bereich.
Neben der Vielzahl an Schülerkonzerten und der sehr beliebten regelmäßig stattfindenden Vortragsreihe „Stunde der Musik“ (vormals die sog. Freitagskonzerte) sind folgende herausragenden Veranstaltungen hervorzuheben.
- 29.01.: „Orgel festlich – Ohrwürmer mit Trompete“ (H.Schröder/H.Raabe)
- 02.03.: „Französische Musik des Impressionismus“ im Sparkassenkarree (M.Zieschang/T.Kugai)
- 26.04.: „Texte und Töne“ in Kooperation mit der Stadtbücherei (Franz-Lehar-Ensemble plus)
- 14.05.: „Tanzbilder“
- 11.06.: „Integrative Musikwerkstadt“ Fachbereich Sonderpädagogik
- 25.06.: Swing in die Ferien mit der Max-(G)reger-Bigband
- 22.08.: „Abschlusskonzert mit den Vier Evancellisten und Kursteilnehmern“
- 29.08.: Beginn der VHS-Reihe „Jazz We Can“
- 18.10. „Klavier-Matinee“ mit J. Kötter, Sparkassenkarree
- 25.10.: „Black Intention“, Emil-Schumacher-Museum
- 06.11.: „Großer Tag der offenen Tür“
- 05.12.: „Weihnachtskonzert“, Sparkassenkarree u. a. mit den „Streichmäusen“
- 12.12.: „Abschlusskonzert“ der musikalischen Grundausbildung
Insgesamt konnte die Musikschule 2015/16 Besucherzahlen in der Größenordnung von ca. 3600 Besuchern verzeichnen.
