Beschlussvorlage - 0892/2005

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen.

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Sachverhalt

Die Vorlage berichtet über den Stand des Projektes “Das Ruhrtal” mit folgenden Schwerpunkten:

 

·        Ruhrtalbahn

·        Wasserwandern

·        Personenschifffahrt

·        Ruhrtal-Radweg

·        Artery

·        Städtebauliche Initiative “Städte an den Fluss”

·        Marketing


 

 

 

1.      Die Initiative “Das Ruhrtal”

 

150 Jahre lang bestimmten der Bergbau sowie die Eisen- und Stahlerzeugung und –verarbeitung die Entwicklung des Ruhrtals. Die landschaftliche Schönheit und kulturellen Besonderheiten der Region gerieten in dieser Zeit nahezu in Vergessenheit.

Nach dem Ende des montan-industriellen Zeitalter wird man sich nun dieser Qualitäten zunehmend bewusst. In diesem Bewusstsein haben sich die Städte Bochum, Hagen, Witten, Hattingen, Wetter, Herdecke und der Ennepe-Ruhr-Kreis mit Unterstützung des Regionalverbandes Ruhr zu einer dauerhaften regionalen Kooperation zusammengeschlossen. Neu hinzugekommen sind seit Beginn dieses Jahres die Städte der Initiative “Städteregion 2030”: Dortmund, Essen, Mülheim a. d. Ruhr und Oberhausen. Beide Initiativen arbeiten unter dem gemeinsamen Leitthema “Das Ruhrtal – Sonnenseite des Ruhrgebietes” zusammen. Das gemeinsame Ziel ist es, den Zukunftsstandort Ruhrtal erfolgreich zu entwickeln. Eine Steigerung der Umwelt- und städtebaulichen Qualitäten als auch eine qualitätvolle Erweiterung der Freizeitangebote sind zentrale Voraussetzungen für den Umbau des Industriestandortes Ruhrgebiet zu einem wettbewerbsfähigen Dienstleistungsstandort und zu einer überregionalen Tourismusadresse mit eigener Identität.

 

 

2.      Derzeitiger Stand der Leitprojekte

 

 

RUHRTALBAHN

 

Im Jahr 2005 hat die Ruhrtal-Initiative die entscheidenden Weichenstellungen zum Ausbau der Ruhrtalbahn getroffen. Der Regionalverband Ruhr hat mit der Touristikeisenbahn Ruhrgebiet GmbH ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen gegründet und den von der Stillegung bedrohten Streckenabschnitt Hattingen – Witten – Herbede von der DB AG erworben. Die neu gegründete Ruhrtalbahn Betriebsgesellschaft mbH führt seit April 2005 zusammen mit dem DGEG Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen an allen Freitagen, Sonn- und Feiertagen des Sommerhalbjahres einen erweiterten Ruhrtalbahnverkehr zwischen Bochum-Dahlhausen und Hagen Hbf. mit Dampfzügen und historischen Schienenbussen durch. Die Städte Hagen und Bochum und der Ennepe-Ruhr-Kreis unterstützen bis 2007 die Betriebsgesellschaft mit Betriebskostenzuschüssen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat den technischen Ausbau der Strecke, neue Haltepunkte an den Standorten der westfälischen Industriemuseen und die Sicherung von Bahnübergängen mit 1,1 Mio. Euro unterstützt.

 

Die Ruhrtalbahn Betriebsgesellschaft hat einen Geschäftsbericht für den Berichtszeitraum März – Juli 2005 vorgelegt. Daraus werden im Folgenden die wesentlichen, in erster Linie betrieblichen Ergebnisse und Schlussfolgerungen entnommen.

 

 

 

Einnahmen

 

Zwischen dem Eröffnungstag (28.März, Fahrplanstart April bzw. Mai) und Ende Juli hat die Ruhrtalbahn an 6 Fahrtagen mit dem Dampfzug und 9 Fahrtagen mit dem Schienenbus Einnahmen in Höhe von rd. 68.400 Euro erzielt und liegt damit einschließlich von Einnahmen aus Reservierungen und Gutscheinverkauf zum Stichtag 29.7.2005 rd. 7.000 Euro über dem Plansoll für diesen Zeitabschnitt. Etwa 16.000 Fahrgäste haben bis dahin das erweiterte Angebot genutzt, so viele wie in den Jahren zuvor in der gesamten Saison.

Schienenbusfahrten wurden bis Ende September, Dampfzugfahrten werden noch bis einschließlich November sowie im Dezember (Nikolausfahrten) angeboten, sodass mit diesem Wirtschaftsergebnis eine Halbzeitbilanz für 2005 vorliegt. Ein Teil der Kosten (Trassengebühren, Stationspreise) sind allerdings bisher noch nicht berechnet.

Insgesamt geht die RuhrtalBahn-Betriebsgesellschaft davon aus, dass Betriebskostenzuschüsse der Städte Bochum und Hagen sowie des Ennepe-Ruhr-Kreises den vereinbarten Betriebsumfang in 2005 in vollem Umfang garantieren. 

 

Hinweis: Laut Zuwendungsvereinbarung zwischen Betreiber und Zuschussgeber verringert sich der jährliche Zuwendungsbetrag um 50% der Höhe der erzielten Zusatzeinnahmen.

 

Schlussfolgerungen für die Jahre 2006 ff.

 

Ab 2006 wird erwogen, die Fahrsaison auf die Monate April und Oktober (Schienenbus) bei gleicher Anzahl der Fahrtage auszudehnen (Streckung des Fahrplans) oder die Anzahl der Fahrtage entsprechend zu erhöhen. Die Anzahl der Dampfzugtage (17) soll unverändert bleiben.

Allgemein sollen ab 2006 die Fahrzeiten auf der Strecke sowohl im Dampfzug- als auch im Schienenbusbetrieb verkürzt werden.

 

Mittelfristig wird angestrebt, die Ruhrtalbahn bis zum Essener Hbf. fortzuführen bzw. sie mit der Hespertalbahn am Baldeneysee Essen zu verknüpfen.

 

Besonderheiten

 

An zwei Fahrtagen kam es aufgrund technischer Probleme zu Ausfällen im Schienenbusbetrieb. Ab Frühjahr 2006 soll ein Komplett-Leistungspaket  einschließlich touristischer Ausrüstung der Fahrzeuge in technisch einwandfreiem Zustand angemietet werden.

Zur Verbesserung der Zugänglichkeit und Attraktivität des Angebots ist nach Auffassung des Betreibers eine umfassende Hinweisbeschilderung an den Haltepunkten wünschenswert. Dies soll in Abstimmung mit den Kommunen / dem Kreis für die nächste Saison erreicht werden.

 

 

WASSERWANDERN

 

Das bereits heute attraktive Wasserwandern auf der Ruhr soll durch weitere Einrichtungen wie Anleger, Bootsrutschen, Umtragen und Wasserwanderrastplätze gefördert werden.

 

Mit maßgeblicher Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen wurden inzwischen im Flussabschnitt zwischen der Lennemündung in Hagen und Bochum-Dahlhausen sieben neue Bootsanleger (u.a. der Anleger am Harkortsee beim Yachtclub Harkortsee) sowie eine neue Bootsgasse am Hattinger Stausee in Betrieb genommen. Dass der Ausbau einen wirtschaftlichen Nutzen für die Region bringt, zeigt die Tatsache, dass die Zahl der gewerblichen Kanuverleih-Stationen von einer im Jahr 2002 auf mittlerweile fünf Betriebe gestiegen ist.

 

Neben der Errichtung weiterer fünf Anlegestellen ist die Weiterführung des Wasserwanderweges Richtung Westen bis nach Mülheim a. d. Ruhr vorgesehen. Hierfür wird derzeit ein Planungskonzept erarbeitet.

 

 

PERSONENSCHIFFFAHRT

 

Beide Stauseen werden durch die Schiffe der weißen Flotte befahren. Das Ausflugsschiff “Friedrich Harkort” legt nun auch im Bereich des Yachtclubs Harkortsee (YCH) an dem Gelände “Baukey” an. Von dort aus ist das Wasserschloss Werdringen mit dem Ende 2004 eröffneten Museum für Ur- und Frühgeschichte fußläufig erreichbar.

 

 

RUHRTAL-RADWEG

 

Die Entwicklung des Ruhrtal-Radweges verlangt die Schließung noch bestehender Lücken im Radweg selbst, den behutsamen Ausbau des Weges in überlasteten Abschnitten, die Anbindung an das Radwegenetz der angrenzenden Städte, sowie die Aufwertung des Gesamtumfeldes durch eine klar ablesbare einheitliche Beschilderung und die Optimierung der Angebote in Hotellerie und Gastronomie.

Diese radtouristischen und infrastrukturellen Maßnahmen werden eingebettet in die übergreifende neue Produktlinie “Ruhrtal-Radweg – von der Quelle bis zum Mündung”. In Kooperation mit der Ruhrgebiet Tourismus GmbH soll diese Produktlinie bis 2007 zur Vermarktungsreife geführt werden und die überregionale Strahlkraft der Tourismusangebote in Nordrhein-Westfalen erhöhen. Mehrere Wegelückenschlüsse und Ausbauten im Bereich Witten und Hattingen werden zur Zeit vorgenommen bzw. sind bereits abgeschlossen.

Der Rat der Stadt Hagen hat in seiner Sitzung am 03.06.2004 die Querung der Dortmunder Straße in Form einer Mittelinsel abgelehnt, da diese Maßnahme nicht zu einer barrierefreien Durchgängigkeit des Radweges führt. Laut des Ratsbeschlusses wurde an dem Förderantrag Radwegeunterführung festgehalten. Die Querung der Volme bleibt weiterhin zur Bearbeitung offen.

 

 

ARTERY

 

Zum Jahreswechsel 2004 bot sich für die Stadt Hagen über die regionale Initiative “Das  Ruhrtal” die Chance, mit dem Ausbau des Standortes Baukey als Ersatz für den nicht umsetzbaren Naturbadesee bei Kemnade ein Projekt auf Hagener Gebiet im Rahmen des EU-Programmes ARTery anzumelden. Das Projekt wurde im Rahmen eines Änderungsantrages von der zuständigen EU-Kommission positiv bewertet und angenommen.

 

Der Hagener Segelverein Yachtschule Harkortsee (YCH) und die Wittener Gesellschaft für Arbeit und Beschäftigung (WABE) haben hierfür auf der vereinseigenen Fläche “Baukey” eine gemeinsame Nutzung in einem Kooperationsvertrag vereinbart. Neben der Segelnutzung durch den YCH wird die WABE die Radstation “Ruhrtal-Velo” zum Verleih von Spezialrädern, eine öffentliche Gastronomie und eine Büronutzung mit dem “Ruhrtal-Service” einrichten.

Das Projekt muss, einschließlich der erforderlichen Erschließung, zur Sicherung der EU-Fördermittel bis spätestens September 2006 abgeschlossen sein. Derzeit liegen die Arbeiten im Zeitplan.

 

 

Städtebauliche Initiative – "Städte an den Fluss”

 

Für den etwa 40 km langen Ruhrabschnitt zwischen Bochum und Hagen wurden in Form einer konzeptionellen Planung neue städtebauliche, touristische bzw. freizeitorientierte Gesichtspunkte herausgearbeitet und die Beziehung der Städte zur Wasserachse sowie untereinander untersucht. Das Büro Pesch & Partner erhielt in 11/2003 den Auftrag zur Entwicklung einer Rahmenkonzeption “Städtebauliche Entwicklung entlang der Ruhr”, die  Ergebnisse der Planung liegen nun vor und sollen den beteiligten Kommunen zeitnah vorgestellt werden. Das Gutachten soll wichtige Hinweise für die künftige Entwicklung der Kommunen im Bereich der Ruhr bringen und die Chancen der Kommunen beim Land bzw. der Bezirksregierung auf Förderungen verbessern.

 

 

MARKETING

 

Die zahlreichen Maßnahmen der Ruhrtal-Initiative können nur dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie in der öffentlichen Wahrnehmung gut positioniert werden. Marketinganstrengungen der Region kommen daher eine herausragende Bedeutung zu.

 

Wesentlich dabei ist die Herausgabe gemeinsamer Medien, folgende werden derzeit angeboten:

 

 

·        Die Panoramakarte Ruhrtal

Die Karte gibt Hinweise und Erklärungen zu Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen, Freizeit- und Kultureinrichtungen im Bereich des Ruhrtales.

 

 

·        Die Wasserwanderkarte Ruhr

Die Karte beschreibt die Möglichkeiten einer Kanutour von Hagen bis Essen mit Anlege- und Einkehrmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten, Gefahrenstellen, Bootshäusern und Zeltplätzen.

·        Im Essener Klartext-Verlag sind mehrere regionale Führer erschienen:

Der Burgen- und Herrenhausführer - “Von Grafen, Bischöfen und feigen Morden”,

der Schleusen- und Mühlenführer - “Von Mühlen, Schleusen und Turbinen”

der geologische Wanderführer - “Von Korallenriffen, Schachtelhalmen und dem Alten Mann”.

Der Kirchen- und Klosterführer Ruhrtal soll noch in diesem Jahr erscheinen.

Im nächsten Jahr sollen ein Naturführer und ein Gartenführer folgen.

 

Die Mitglieder der Ruhrtal-Initiative haben verabredet, ein gemeinsames Regionalmarketingkonzept zu erarbeiten. Ziel ist es, die einzelstädtischen Aktivitäten der zuständigen Stellen für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing zu bündeln und aufeinander abzustimmen. Das einzigartige Profil des Ruhrtals, die Verbindung von Landschaft, Industriekultur, Zeugen der mittelalterlichen Geschichte und der flussbezogenen Freizeitaktivitäten soll dadurch deutlicher sichtbar werden.

 

 

3.      Das Projekt “Evolutionspark Hagen”

 

Das Ende September 2005 der Öffentlichkeit vorgestellte Projekt “Evolutionspark Hagen” verfolgt das Ziel, ausgehend von der beachtlichen archäologischen-geologischen Fundlandschaft in Hagen auf einer 700 Hektar großen Fläche am Ufer des Hengstey- und des Harkortsees durch möglichst authentische Landschaften und Lebenswelten die Erdgeschichte vor dem Dasein der Menschen als auch die ersten menschlichen Lebensformen erfahrbar und erlebbar zu machen.

Inhalt und Dimension dieses Projektes sind in der Region und auch darüber hinaus einzigartig, das Ruhrtal würde bei seiner Realisierung mit einem bedeutenden Highlight aufwarten können.

Mit der Vorlage Drucksachen-Nr. 0661//2005 “Evolutionspark Hagen, Entwicklungsbereich” soll der Startschuss für die vorbereitenden Untersuchungen des Projektes fallen. In dem vorgesehenen Planungsraum werden derzeit bereits eine Vielzahl städtebaulicher Planungen verfolgt. Mit den aufgrund der unterschiedlichen Konzeptionen erforderlichen Abstimmungen innerhalb der Verwaltung als auch mit den betroffenen Anliegern und Eigentümern wurde bereits begonnen.

 

 
 

 

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Auswirkungen

x

 Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen.

 

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Beschlüsse

Erweitern

09.11.2005 - Bezirksvertretung Hagen-Nord - ungeändert beschlossen

Erweitern

15.11.2005 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen