Berichtsvorlage - 0401/2016

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt den Bericht über die Kunstwerke im öffentlichen Raum zur Kenntnis.

 

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Sachverhalt

Kurzfassung

entfällt

 

 

Begründung

 

a)      Bei 49 inventarisierte Kunstwerke im öffentlichen Raum

 

Bei 49 FB Kultur / Osthaus Museum Hagen sind laut Datenbank aktuell 20 Kunstwerke im öffentlichen Raum inventarisiert bzw. als Dauerleihgabe aufgeführt (s. Anlage).

 

Die Dokumentation im Osthaus Museum hält in der Datenbank sämtliche Vorgänge im Zusammenhang mit den bei 49 inventarisierten Werken fest, wie z. B. die Schadensfälle der Heiliger-Skulptur in der Bahnhofstraße oder des „Eselreiters“ im Volkspark.

 

Bei dem „Eselreiter“ bspw. wurde im Herbst 2013 das rechte Bein mutwillig fast abgerissen. Die Kosten für die damalige Restaurierung beliefen sich auf ca. 1.500 €. Nun wurde im Februar 2016 erneut das rechte Bein abgerissen und ist verschwunden. Eine Restaurierung würde erheblich teurer als beim letzten Vandalismusfall, da das Bein vollständig nach alten Fotografien rekonstruiert werden müsste. Allein der Wert der hierfür notwendigen Bronze ist angesichts der Rohstoffpreise erheblich. Hinzu kämen die Kosten für einen Bildhauer, der das Bein nachformen müsste, so dass es in einer Gießerei neu gegossen werden könnte, wieder angeschweißt und abschließend zur Oberflächenangleichung patiniert werden müsste.

 

Gerade die hohen Rohstoffpreise führen immer wieder zu Vandalismusfällen und Diebstählen dieser Art in vielen Kommunen, so dass mit einer Zunahme von Zerstörungen auch in Hagen zu rechnen ist.

 

Neu-Inventarisierungen bzw. Nach-Inventarisierungen bisher nicht bei 49 erfasster Kunstwerke im öffentlichen Raum werden nicht durchgeführt.

 

Eine regelmäßige Zustandskontrolle wird nicht durchgeführt, da hierfür keine Personal und keine Mittel zur Verfügung stehen. Mittel und Personal zur Erstellung einer Beschilderung stehen bei 49 nicht zur Verfügung.

 

 

b) Denkmalgeschütze Skulpturen und Standbilder im öffentlichen Raum

 

Sowohl im öffentlichen als auch im privaten Raum stehen einzelne Skulpturen, Standbilder oder Ehrenmale unter Denkmalschutz nach dem Denkmalschutzgesetz NRW (DSchG NW).

Mal für sich alleine wie z. B. das Kaiser-Friedrich-Denkmal an der Eilper Straße, oft aber auch im Zusammenhang mit denkmalgeschützten Gebäuden wie die Skulptur „Mutter mit Kind“ von Karel Niestrath vor dem ehem. Verwaltungsgebäude der

 

 

Mark-E an der Körner Str.38.

Bei allen Objekten handelt es sich um Denkmäler im Sinne der §§ 2,3 des DSchG NW. Sie werden entsprechend in der Denkmalliste der Stadt Hagen geführt und unterliegen damit den Vorschriften dieses Gesetzes.

Die Untere Denkmalbehörde ist die für den Vollzug des Gesetzes zuständige Sonderord-nungsbehörde. Sie fungiert nicht als Eigentümer eines Denkmals, auch dann nicht, wenn sich das Denkmal im städtischen Besitz befindet.

Für die Instandhaltung, Instandsetzung, die sachgemäße Behandlung und den Schutz vor Gefährdung nach § 7 DSchG NW ist allein der Eigentümer des Denkmals verantwortlich.

 

Darüber hinaus teilt GWH mit, dass die GWH Kunstwerke am oder im Gebäude betreut, nicht jedoch den öffentlichen Raum bewirtschaftet.

 

c) Unterhaltung der Kunstwerke im öffentlichen Raum

 

Mittel für die Unterhaltung von Kunst im öffentlichen Raum bzw. für Leistungen in Schadensfällen stehen mit Beginn des Inkrafttretens der 10%igen Kürzungen im Kulturbereich nicht mehr zur Verfügung.

Ein Versicherungsschutz für die Kunstwerke im öffentlichen Raum besteht nicht.

Im Schadensfall müsste auf Mittel der Bezirksvertretungen oder auf Sponsorenmittel zurückgegriffen werden.

 

Seit 2000 fielen wiederholt Kosten an im Zusammenhang mit Schadensfällen, vor allem bei der wiederholten Zerstörung des „Mädchens mit Zöpfen“ und beim o.a. „Eselreiter“.

 

Die Unterhaltung, Inventarisierung und Übernahme der Zuständigkeit für die Betreuung der Kunstwerke im öffentlichen Raum seitens 49 setzt voraus, dass das Museum dies sowohl personell wie auch finanziell leisten kann. Die geforderten Aufgaben beziehen sich auf eine wissenschaftliche Tätigkeit.

 

Um die Aufgaben – Bewerten von Objekten, Inventarisierungen, Führen einer Bestandliste nach musealen Kriterien, kontinuierliche Pflege etc. – zu erledigen würde das Osthaus Museum eine zusätzliche wissenschaftliche Stelle benötigen. Hinzu kämen Kosten für ein Notebook, einen digitalen Fotoapparat, ein Büro mit Arbeitsplatz.

 

Die Stadt Dortmund beschäftigt bspw. eine wissenschaftliche Mitarbeiterin ausschließlich mit der Betreuung der Kunst im öffentlichen Raum.

 

Durch den Haushalt bei 49 wären derartige Kosten nicht zu decken.

Die Kosten über Sponsoren bzw. Patenschaften zu decken stellt sich in der jetzigen Rezession lediglich als eine theoretische Möglichkeit dar.


Anlage

 

Kunst im Öffentlichen Raum, inventarisiert bei – 49 –

 

K 235

Fritz Behn

Rehgruppe, o. D.

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Hermann-Löns-Grundschule, Overbergstr. 39, HA-Boelerheide

 

K 534

Karl Albiker

Die Klage, 1909-1911

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Friedhof Delstern

 

K 561

Margret Dorn-Malin

Die große Kniende, 1929

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: vor der Ricarda-Huch Schule, Voswinckelstraße 1, HA-Mitte

 

K 562

Margret Dorn-Malin

Zwei Mädchen, 1933

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Emil-Schumacher-Schule, Flur

 

K 1318

Ernst Barlach

Lehrender Christus, 1949

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Delsterner Friedhof/Grab von Christian Rohlfs

 

K 1536

Kurt Schwippert

Lehrer und Schüler, 1951

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Offener Hof des Cuno-Berufskollegs, Viktoriastr. 8, HA-Mitte

 

K 1938

Heinrich Holthaus

Sitzender Junge, 1957/58

Bronze, Kunststein (Sockelplatte)

Plastik/Skulptur

Standort: Am Brunnen im Volkspark, HA-Mitte

 

K 1949

Ursula Wallner-Querner

Eselreiter, o. D.

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Volkspark, Karl-Marx-Straße, Hagen-Mitte

(2016 ZERSTÖRT)

 

K 1950

Kurt Schwippert

Reiterspiel, 1958

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Goldbergschule; Schulstr. 9-11, HA-Mitte

 

K 2026

Alexander Archipenko

Gondoliere, 1914

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Theodor-Heuss-Gymnasium, Humpertstr. 19

 

K 2463

Waldemar Wien

Mädchen mit Zöpfen, 1965

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Astrid-Lindgren-Schule Schulhof, Delsterner Str. 59, HA-Delstern

 

K 2464

Waldemar Wien

Aufsteigend, 1963

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Fachhochschule Südwestfalen, Haldener Str. 182

 

K 2568

Karel Niestrath

Reichspräsident Ebert, 1932

Bronze, mattiert

Plastik/Skulptur

Standort: am Rathausturm, Friedrich-Ebert-Platz, HA-Mitte

 

K 2782

Waldemar Wien

Aufstrebend, 1968

Bronze auf Kunststeinsockel

Plastik/Skulptur

Standort: Skulpturenallee, Bahnhofstraße 1, HA-Mitte

 

K 3131

Ludwig Dinnendahl

12/1972, 1972

Aluminium, Stahl

Plastik/Skulptur

Standort: Realschule Emst, Am Schwelmstück 3, HA-Emst

 

K 3149

Karl-Ludwig Schmaltz

Raumzeichen alpha, 1973

Edelstahl u. Leichtmetall

Plastik/Skulptur

Standort: Grundschule Emst, Karl-Ernst-Osthaus-Str. 60, HA-Emst

 

K 3636

Eva Niestrath-Berger

Skulpturen-Gruppe, 1968

Rotlava, 7tlg. Freiplastik

Plastik/Skulptur

Standort: Ferdinand-David-Park, Potthofstraße

 

K 4088

Milly Steger

Schmied, 1913

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: Volkspark, Eingang Karl-Marx-Str., HA-Mitte

 

DLG 144: Dauerleihgabe an das Osthaus Museum

Tom Fecht

Cold Spot

1993

Pflastersteine

Installation

Standort: Hochstraße, seitlich zum Museumsplatz

 

K 1764

Bernhard Heiliger

Vegetative Form, 1958

Bronze

Plastik/Skulptur

Standort: ehem. Bahnhofstraße (Depot Osthaus Museum)

(2012 zerstört)

 

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)

X

Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen

 

Es entstehen folgende finanzielle und personelle Auswirkungen

 

Es entstehen folgende bilanzielle Auswirkungen

 

 

gez.

gez.

(Erik O. Schulz, Oberbürgermeister)

(Thomas Huyeng, Beigeordneter)

 

 

 

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Beschlüsse

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04.05.2016 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - geändert beschlossen

Beschluss:

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt den Bericht zur Kenntnis und fordert die Verwaltung auf, ein Konzept zur zukünftigen Kunst im öffentlichen Raum zu entwickeln. Das Konzept ist dem Kultur- und Weiterbildungsausschuss zeitnah vorzustellen.

Abstimmungsergebnis:

 

 

Ja

Nein

Enthaltung

SPD

4

-

-

CDU

6

-

-

Bündnis 90/ Die Grünen

1

-

-

Hagen Aktiv

1

-

-

Die Linke

1

-

-

AfD

1

-

-

FDP

1

-

-

BfHo/Piraten Hagen

1

-

-

 

 

X

Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

16

Dagegen:

-

Enthaltungen:

-