Berichtsvorlage - 0289/2016
Grunddaten
- Betreff:
-
Verkehrsentwicklung im südlichen Lennetal
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Jörg Winkler
- Beteiligt:
- FB32 - Öffentliche Sicherheit und Ordnung
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Hohenlimburg
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Entscheidung
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13.04.2016
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Sachverhalt
Begründung
Vorbemerkungen:
Die Bezirksvertretung Hohenlimburg hatte die Verwaltung gebeten, einen Sachstandsbericht zur Verkehrsentwicklung im südlichen Lennetal abzugeben.
Mit Vorlage Nr. 0706/2015 hatte die Verwaltung angeregt, wegen des Neubaus der Lennetalbrücke und den damit verbundenen nicht mehr repräsentativen Erhebungen diesen Bericht zurückzustellen. Diese Anregung fand leider keine Berücksichtigung.
Verkehrserhebungen:
Da der Sachstandsbericht in der Sitzung der Bezirksvertretung am 16.09.2015 mit einstimmiger Ablehnung des Verwaltungsvorschlages zur Verschiebung der Erhebungen weiterhin eingefordert wurde, hat die Verwaltung den Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) am 06.11.2015 mit der Durchführung verschiedener Verkehrszählungen beauftragt.
Die Zählstellen wurden so ausgewählt, dass eine Einschätzung des Verkehrsaufkommens besonders in den Ortslagen Fley, Halden und Herbeck erfolgen kann.
Die Zählungen wurden jeweils als sogenannte „V 85- Messung“ für eine Woche ausgeführt. Das bedeutet, dass neben der reinen Mengenerfassung auch eine Geschwindigkeitsauswertung erfolgen kann, wobei diese im vorliegenden Fall nur zweitrangig ist.
Die Erfassung trennt unterschiedliche Fahrzeuglängen, was eine Aufteilung der verschiedenen Verkehrsarten Zweirad, PKW und LKW erlaubt, wobei die Grenze zwischen „großem PKW“ (z.B. Lieferwagen „Sprinter“…) und „klassischem“ LKW nicht streng eindeutig ist.
Folgende Zählstellen wurden festgelegt:
- Sauerlandstraße im Bereich zwischen „Wienbrauck“ und „Röhrenspring“
- Sauerlandstraße Zwischen Industriestraße und Berchumer Straße
- Sudfeldstraße zwischen Dolomitstraße und Lennestraße
- Berchumer Straße zwischenSauerlandstraße Und Düsternstraße
- Herbecker Weg zwischen Dolomitstraße und „Sonnenfeld“
Ergebnisse der Zählungen:
Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle dargestellt:
Querschnittsbelastungswerte am durchschnittlichen Werktag in Fahrzeugen/ Tag
Zählstelle | Zähl- datum | Prognose- wert | Zählmengen gesamt | LKW- Menge | LKW- Menge % |
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Sauerlandstraße zwischen Wienbrauck und Röhrenspring | 16.01.2016 bis 24.01.2016 = 3. KW | 5.680 | 4.955
87 % vom Prognosewert | 273 | 5,5 |
Sauerlandstraße zwischen Industriestraße und Berchumer Straße | 16.01.2016 bis 23.01.2016 = 3. KW | 6.200 | 7.084
114 % vom Prognosewert | 323 | 4,6 |
Sudfeldstraße Zwischen Dolomitstraße und Lennestraße | 03.02.2016 bis 09.02.2016 = 5. KW | 1.200 | 2.823
235 % vom Prognosewert | 150 | 5,3 |
Berchumer Straße Zwischen Sauerlandstraße und Düsternstraße | 29.01.2016 Bis 06.02.2016 = 5. KW | 7.520 | 5.417
72 % vom Prognosewert | 105 | 1,9 |
Herbecker Weg Zwischen Dolomitstraße und Sonnenfeld | 19.02.2016 bis 25.02.2016 = 8.KW | 1.270 | 1.646
130 % vom Prognosewert | 71 | 4,3 |
Auswertung der Ergebnisse mit Verkehrsnetzbetrachtung:
Die Zählstelle 1 Sauerlandstraße zwischen Wienbrauck und Röhrenspring erfasst diejenigen Fahrzeuge, die aus den Bereichen Boele, Boelerheide, Altenhagen, aber auch durchaus aus Vorhalle mit der Autobahnanschlussstelle Hagen West kommen bzw. dorthin fahren wollen. Südlichere Gebiete werden die Berchumer Straße, nördlichere die Feldmühlen- bzw. die Verbandsstaße nutzen.
Hier ist gegenüber der modelltechnischen, rechnerischen Belastung eine 13%ige Minderung festgestellt worden. Die Betrachtung der beiden Fahrtrichtungen (FR) zeigt eine etwas stärkere, aber nicht auffallend höhere Belastung der FR Industriestraße. Der LKW-Anteil liegt bei 5,5%.
Eine konkrete Ursache für die „Verkehrsabnahme“ ist nicht festzustellen, zumal sich die Verringerung nicht so gravierend zeigt. Die Anlage des Kreisverkehrs „Schmittewinkel“ könnte noch als erstes damit in Zusammenhang gebracht werden.
Der Anteil des LKW- Verkehrs ist allerdings noch immer recht hoch. Hier sind die gewünschten Alternativ- Routen ins Lennetal (Wandhofener- und Feldmühlenstraße so wie Hammacher Straße) eben sehr viel weiter.
Die Zählstelle 2 Sauerlandstraße zwischen Industriestraße und Berchumer Straße zielt auf Verkehre der Ortslage Halden mit FR Lennetal bzw. umgekehrt ab. Hier ist eine geringe Erhöhung der tatsächlichen Belastung gegenüber der rechnerischen Annahme gegeben. Beide FR sind nahezu identisch belastet. Der LKW- Anteil mit 4,6 % ist hoch, aber nicht übermäßig.
Die Erhöhung dieser Verkehrsbelastung kann im Zusammenhang mit der Minderung an Zählstelle 1 gesehen werden, da die Erhöhung wertemäßig mit der Entlastung an Zählstelle 1 korrespondiert. Netztechnisch wäre das begründbar, in dem offensichtlich die Berchumer Straße mit Ziel „Lennetal“- zumindest zurzeit- attraktiver als die Sauerlandstraße erscheint.
Die Zählstelle 3 Sudfeldstraße zwischen Dolomit- und Lennestraße sollte ebenfalls den Durchgangsverkehr aus der Ortslage Halden aufzeigen. Hier ist leider anhand der erhebliche Steigerung der Belastung von 235 % mit 5,3 % LKW- Anteil zu beobachten, dass bedingt durch die Baustelleneinrichtung der Baustelle Lennetalbrücke, die von der Sudfeldstraße über die Dolomitstraße erreichbar ist, die Zahlenwerte völlig unbrauchbar sind. Hier kann keine Auswertung erfolgen.
Die Zählstelle 4 Berchumerstraße zwischen Sauerland- und Düsternstraße zeigt Verkehre in der Ortslage Halden auf. Hier ist eine Minderung von 28% bei einem sehr geringen LKW- Anteil (1,9%) festzustellen. Dies ist um so erstaunlicher, als dass die Zählstelle 2 ja noch eine Erhöhung zeigte. Betrachtet man jetzt noch das Ergebnis, dass die FR ins Lennetal nahezu doppelt so hoch belastet ist wie die Gegenrichtung, liegt die Vermutung nahe, dass ebenfalls bedingt durch die Baustelle Lennetalbrücke die Berchumer Straße ab Sauerlandstraße ganz gemieden wird bzw. dann „notgedrungen“ der Verkehr über die Sauerlandstraße abfließt. Derzeit ist jedenfalls eine deutliche Minderung der Verkehrsmenge feststellbar.
Schließlich wurde noch der Verkehr am Herbecker Weg kurz vor der Einmündung in die Dolomitstraße als Zählstelle 5 erfasst. Hier ist eine Erhöhung von 30 % zu beobachten, wobei die absoluten Zahlenwerte recht gering sind. Auch der LKW- Anteil ist absolut gesehen entsprechend gering, prozentual aber noch recht hoch, wenn man bedenkt, dass dort LKW- Verbot gilt. Auch hier kann die Erhöhung mit den Einschränkungen im Bereich Sudfeldstraße erklärt werden.
Fazit:
Für die Ortlage „Fley“ kann eine gewisse Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in Bezug auf den Durchgangsverkehr abgeleitet werden.
Für die Ortslage Halden können leider keine gesicherten Erkenntnisse gewonnen werden, da die Auswirkungen der Baustellensituation der Lennetalbrücke hier zu große Beeinflussungen zeigt.
Für die Ortslage Herbeck kann unter Beachtung der o.g. Baustelle ein „status quo“ festgestellt werden. Hier könnte allenfalls im Rahmen der Möglichkeiten eine häufigere Überwachung des LKW- Verbotes angesetzt werden.
Schlussbemerkung:
Wie zu befürchten war, sind die Einflüsse der Großbaustelle „Neubau der Lennetalbrücke“ gravierend für die derzeitigen Verkehrsströme im Lennetal und explizit auch für die Ortslage Halden. Von daher wird geraten, nach Abschluss der Maßnahme die Zählungen an den Zählstellen 2, 3 und 4 zu wiederholen und mit den jetzt erhobenen und den fortgeschriebenen Modelldaten abzugleichen. Akute Handlungsschwerpunkte werden zurzeit nicht gesehen.
Die Durchgangsverkehrsproblematik in Halden über die Berchumer Straße ins Lennetal wird sich wahrscheinlich nicht gänzlich beheben lassen, da attraktive Alternativrouten fehlen. Hier können nur verkehrsregelnde Maßnahmen ansetzen, die aber immer nur mit einer regelmäßigen Überwachung wirksam sind.
