Vorschlag zur Tagesordnung - 0635/2015

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Verwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit der HAGENagentur, dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, der Bundesnetzagentur, den Hagener Bundes- und Landtagsabgeordneten, der ENERVIE AG, der Hagener Entwicklungsgesellschaft (HEG), den in Hagen wirtschaftlich tätigen Telekommunikationsanbietern (inkl. Unitymedia und DOKOM), der SIHK und den Anliegern im Lennetal noch einmal alle technischen wie wirtschaftlichen Möglichkeiten zur kurzfristigen Breitbandanbindung des Wohn- und Gewerbegebiets Lennetal zu prüfen.

 

Das sind auch Sicht der Antragsteller:

 

  • Einbindung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie der Bundesnetzagentur, um den Versorgungsauftrag der Telekommunikationsanbieter einzufordern und die digitale Agenda der Bundesregierung vor Ort mit Nachdruck konkret zu untermauern,

 

  • Erschließung des Gewerbegebiet Lennetals mittels einer Glasfaserleitung, die über das Hoch- und Mittelspannungsnetz der ENERVIE an den Standort geführt wird und deren Leistung dort an die Kunden unterverteilt wird,

 

  • Einrichtung einer Richtfunktrasse in das Gebiet mit Hilfe der Hagener Entwicklungsgesellschaft (HEG), Unterverteilung der Bandbreite im Gebiet unter Einbeziehung von Telekommunikationsunternehmen und Umlage der Kosten auf die künftigen Breitbandkunden,

 

  • Schaffung einer Kabeltrasse in das Lennetal mit Hilfe der Hagener Entwicklungsgesellschaft (HEG), Unterverteilung der Bandbreite im Gebiet unter Einbeziehung von Telekommunikationsunternehmen und Umlage der Kosten auf die künftigen Breitbandkunden,

 

  • ndelung der kommunalen Nachfrage (ggf. über die Bundesnetzagentur, Städtetag) zur Wiederbelebung der Powerline-Technik als Instrument zur gezielten Verteilung von Internetdaten durch das Stromnetz (hier der ENERVIE AG) in dezentrale Bereiche (hier das Wohn- und Gewerbegebiet Lennetal).

 

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Sachverhalt

Kurzfassung

 

 

 

Begründung

Die Unternehmen im Lennetal leiden seit Jahren unter einer extremen Unterversorgung bei der Bandbreite des Internetzugangs. Die dezentrale Lage lässt es offensichtlich für die Telekommunikationsunternehmen als nicht rentierlich erscheinen, das Gebiet mit Outdoor-DSLAMs auszustatten, mit denen zeitgemäße VDSL-Zugänge auch im Lennetal möglich wären.

 

Dieser Versorgungsmangel hat Wettbewerbsnachteile zur Folge, die sich für die Unternehmen dauerhaft als schädlich erweisen könnten. Spätestens auf dem Weg zur „Industrie 4.0“ mit global vernetzten Produktionsanlagen wäre das Lennetal mit seiner heutigen Breitbandversorgung als „abgehängt“ zu betrachten.

 

Spätestens jetzt müssen deshalb mit allem Nachdruck die richtigen Infrastrukturentscheidungen vorangetrieben werden. Dabei sind wirklich alle denkbaren Techniken und Realisierungsoptionen zu prüfen, auch ausgefallene und exotische.

 

Zwei entscheidende Probleme gilt es offenbar zu lösen:

 

  1. Die Anbindung des Gebiets selbst mit Breitbandtechnik
  2. Die Unterverteilung im Gebiet selbst

 

Sofern die Telekommunikationsunternehmen bei der Erschließung möglicher Weise nicht in die Pflicht zu nehmen sind, müssen alternative Erschließungswege gesucht werden. Im Antrag finden sich mehrere Vorschläge, es ist aber durchaus keine abschließende Aufzählung aller Optionen.

Für die Unterverteilung sind die Telekommunikationsanbieter in die Pflicht zu nehmen. Mindestens zu diesem Ergebnis sollten Gespräche mit dem zuständigen Bundesministerium und der Bundesnetzagentur führen.

 

Bei der Anbindung des Lennetals noch nicht berücksichtigt wurden insbesondere zwei Varianten:

 

Anbindung über Powerline-Technik

 

Ende des Jahrtausends experimentierten mehrere Stromkonzerne in Deutschland mit der Powerline-Technologie. Damit wollten die Stromversorger flächendeckend Internetdaten über das Stromnetz verteilen. Kostensenkungen bei den Telekomanbietern, die Erschließung der Kabelnetze und die Komplexität der Unterverteilung führten aber dazu, dass nur regional eng begrenzte Netzwerke entstanden, unter anderem bei der Mannheimer Versorgungs- und Verkehrs AG (MVV). Dort kommt – im wahrsten Wortsinn – das Internet aus der Steckdose. Der Einsatz war flächendeckend wirtschaftlich nicht sinnvoll. Deshalb wurden diese Netze entweder stillgelegt oder – wie in Mannheim – abgeschrieben und noch immer auslaufend weiterbetrieben. Heute findet die Powerline-Technik hauptsächlich bei der Inhouse-Vernetzung Anwendung (Stichworte: HomePlug, dLAN, etc.) und ist dort ausgesprochen zuverlässig und erfolgreich.

 

Eine Nachfrage beim Mannheimer Hersteller für Powerline-Technik, der Power Plus Communications AG, ergab, dass die Technik theoretisch auch heute noch verfügbar sein könnte, weil die Chips in den HomePlug-Adaptern dafür einsetzbar wären. Allerdings wäre eine softwaretechnische Entwicklung wirtschaftlich uninteressant, da bisher nur geringe Nachfrage erkennbar sei. Das Unternehmen hat sich deshalb strategisch neu auf Datentransfers von Zählern im „intelligenten Stromnetzes“ (SmartGrid) ausgerichtet.

 

Da es in Deutschland und sicher auch in der EU noch immer zahlreiche schlecht erschlossene Bereiche wie das Lennetal geben dürfte, wäre eine Bündelung solcher Anfragen vielleicht hilfreich, um eine entsprechende Nachfrage zu generieren. Über den Deutschen Städtetag bzw. über die Bundesnetzagentur ließen sich solche Interessen bündeln.

 

Eine Einspeisung von Internetdaten über die Stromleitung würde auch die Bereitschaft der ENERVIE erfordern, dieses zu ermöglichen. Deshalb wäre diese Bereitschaft zunächst vorrangig zu prüfen und das Unternehmen in die weiteren Verhandlungen einzubinden.

 

Anbindung über Freileitungen des Hoch- und Mittelspannungsnetzes

 

Darüber hinaus könnte das oberirdisch gespannte Hoch- und Mittelspannungsnetz der ENERVIE AG mit seinen Strommasten auch einen Glasfaserstrang ohne teure Verlegearbeiten in die Nähe des Gewerbegebietes tragen. Die Energieversorger in Deutschland nutzen diese Art der Vernetzung bereits seit Jahrzehnten für ihr internes Glasfasernetz. Das bedeutet, dass neben den stromleitenden Kabeln ein Glasfaserkabel mit an die Ausleger gehängt wird. Auf diesem Wege ließen sich, sofern Kapazitäten auf den Masten vorhanden wären, teure Erdarbeiten auf langer Distanz sparen. Auch hier ist das Unternehmen ENERVIE AG dringend einzubinden.

 

 

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Anlagen

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Beschlüsse

Erweitern

16.06.2015 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen