Beschlussvorlage - 0721/2005
Grunddaten
- Betreff:
-
Demografischer Wandel in Hagenhier: Empfehlungen des Seniorenbeirates Der Seniorenbeirat für die Stadt Hagen empfiehlt dem Sozialausschuss, den Beschlussvorschlag der Verwaltung mit folgen Zielformulierungen zu ergänzen:1. Oberziel:
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Seniorenbeirat
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Vorberatung
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Erledigt
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Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie
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Vorberatung
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18.10.2005
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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17.11.2005
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Sachverhalt
In zwei
Workshops wurden die Handlungsfelder Wohnen im Alter und alternative Wohnformen
intensiv behandelt.
Als Ergebnis ist
festzuhalten, dass es Ziel ist, dass die Hagener Seniorinnen und Senioren in
ihrem Quartier und im Stadtgebiet eine ihren Bedürfnissen entsprechende
Infrastruktur vorfinden.
In der Sitzung des Seniorenbeirates am 16. Juni 2005
wurde die Ratsvorlage der Verwaltung Zukunftsfähigkeit der Stadt Hagen –
Demografie und Stadtumbau – vorgestellt und unter Hinzuziehung der
Synopse II, die die politischen Ziele der Ratsfraktionen beinhaltet, intensiv beraten.
Die einschlägigen statistischen Prognosen zeigen, dass in der Stadt Hagen sofortiger Handlungsbedarf besteht. Daher soll entsprechend dem gemeinsamen Ratsbeschluss “Hagen 2030” ein fachübergreifendes Ziel- und Maßnahmenkonzept für eine zukunftsorientierte gesamtstädtische Entwicklung erarbeitet werden.
Vor diesem Hintergrund hat der Seniorenbeirat beschlossen, sich vorrangig mit den Auswirkungen des Demografischen Wandels für die Altersgruppe der Senioren in dieser Stadt zu befassen.
In einem ersten Schritt hat daher eine Arbeitsgruppe des Seniorenbeirates unter Beteiligung der Verwaltung in einem Workshop am 7. Juli 2005 Handlungsfelder zu den Personengruppen
¨ aktive Senioren
¨ hilfe- und pflegebedürftige Senioren
¨ alle Senioren
erarbeitet (s. Anlage 1).
In einem weiteren Workshop am 11. August 2005 bestand Übereinstimmung dahingehend, dass das Handlungsfeld “Wohnen im Alter” schwerpunktmäßig aufgegriffen werden soll (s. Anlage 2).
Die Mehrheit der älteren Menschen möchte möglichst lange selbständig und selbstbestimmt – auch bei Hilfe- und Pflegebedarf – in der vertrauten Umgebung wohnen.
Aufgrund der veränderten Ansprüche an die Qualität des Wohnens und der Versorgung ist es erforderlich, in Hagen ein vielfältiges, individuell gestaltbares Wohn- und Unterstützungsangebot zu schaffen. Dies betrifft nicht nur den eigenen Wohnraum und seine Gestaltung sondern auch das Wohnumfeld und die gesamte Infrastruktur wie z.B. Gesundheits-, Freizeit- und Kulturangebote. Der barrierefrei gestaltete öffentliche Raum ist eine wesentliche Voraussetzung für die selbstbestimmte Teilhabe älterer und behinderter Menschen am Leben in der Gesellschaft. Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist auch eine gute Erreichbarkeit von Einzelhandelsgeschäften sowie von Dienstleistern wie Banken und Post im Wohnbezirk.
Eine weitere wesentliche Anforderung besteht darin, die Potenziale für Eigeninitiative, Eigenverantwortung und gegenseitige Hilfe zu nutzen und zu stärken. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass Aktivitäten vor allem dort konzentriert werden, wo Alt und Jung zusammenleben, nämlich in den “normalen” Wohnquartieren. Hier ist der Aufbau einer Vernetzung von professionellen Dienstleistern in Kombination mit Angeboten des ehrenamtlichen Engagements dringend notwendig, und zwar im gesamten Stadtgebiet.
Insofern kommt der Seniorenbeirat zum Ergebnis, dass Dienstleistungen in Wohnungsnähe, (niederschwellige) Hilfen in den Wohnungen im täglichen Leben und Vernetzung von professioneller und privater Hilfe nicht ausreichend in jedem Stadtteil zur Verfügung stehen.
Folgendes Ziel wird daher aus Sicht des Seniorenbeirates formuliert:
Die Hagener Seniorinnen und Senioren finden in ihrem Quartier und im Stadtgebiet eine ihren Bedürfnissen entsprechende Infrastruktur vor.
Als weiterer wichtiger Schwerpunkt wird von Seiten des Seniorenbeirates das Handlungsfeld “alternative Wohnformen” hervorgehoben.
Zukünftig wird es noch wichtiger sein, vorrangig Wohn- und Hilfeangebote für pflegebedürftige Menschen im normalen Wohnumfeld zu verankern und Wohnraum für alle Lebenslagen zu schaffen, die auf die individuellen Lebens- und Bedürfnislagen der betroffenen Menschen ausgerichtet sind und somit eine Alternative zum Heim darstellen.
Zu diesen neuen Wohnformen für ältere und pflegebedürftige Menschen zählen beispielsweise selbstorganisierte gemeinschaftliche Wohnprojekte, Mehrgenerationenwohnen, Betreutes Wohnen bzw. Service-Wohnen, Betreute Wohngemeinschaften sowie spezielle Wohnformen für an Demenz Erkrankte und deren Ehepartner.
Der Seniorenbeirat sieht die Notwendigkeit, dass in Hagen vielschichtige neue Wohnformen aufgebaut werden, damit die älteren Menschen aus einem breiten Spektrum an zusätzlichen Wohnangeboten die für sie infrage kommende Alternative auswählen können. Nur so ist gewährleistet, dass alle Senioren bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes Leben führen können.
Hier ist eine enge Kooperation zwischen den Wohnungsunternehmen, ambulanten Pflegediensten, privaten Dienstleistern sowie der Verwaltung, Fachbereich Stadtentwicklung, Planen und Wohnen und Fachbereich Jugend und Soziales erforderlich.
Der Seniorenbeirat legt Wert auf die Feststellung, dass die Stadt Hagen die Lebensqualität nicht nur für die Senioren sondern für alle Generationen steigern muss.
Eine seniorengerechte Stadt ist nur dann zukunftsweisend, wenn sie für alle Generationen, für junge und alte Menschen gleichermaßen Lebensqualitäten aufweist und allen Generationen, auch den älteren, die Möglichkeit der Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Geschehen einräumt.
