Beschlussvorlage - 0713/2005
Grunddaten
- Betreff:
-
Landeswettbewerb NRW "Stadt macht Platz - NRW macht Plätze"
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Barbara Linden
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Vorberatung
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13.09.2005
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Entscheidung
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27.09.2005
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Sachverhalt
Das Land
Nordrhein-Westfalen hat zum dritten Mal einen kommunalen Wettbewerb mit dem
Titel Stadt macht Platz NRW macht Plätze ausgelobt, bei dem sich die Stadt Hagen mit dem Beitrag `Bodelschwinghplatz
Hagen-Wehringhausen` beteiligt.
Das Empfehlungsgremium traf am 25.08.2005 die
Entscheidung, welcher Entwurfsvorschlag realisiert werden sollte und somit an
dem weiteren Wettbewerbsverfahren in Düsseldorf teilnehmen kann.
Die Stadt Hagen beteiligt sich mit dem
Beitrag Bodelschwinghplatz
Hagen-Wehringhausen am Landeswettbewerb `Stadt macht Platz
NRW macht Plätze` 2005.
Gemeinsam mit den Bürgern Wehringshausens und drei interdisziplinär
besetzten Teams aus Stadtplanern, Architekten und Freiraumplanern wurden Ideen
und Konzepte entwickelt, wie der Bodelschwinghplatz für die Nutzung der
Wehringhausener Bürger neu gestaltet und in den Stadtteil neu eingebunden
werden kann.
Start der Bürgerbeteiligung war
eine breit angelegte Flyer-Aktion im Mai 2005, die die Bewohner Wehringhausens
dazu animieren sollte, sich aktiv in den Planungsprozess einzubringen und ihre
Wünsche und Vorstellungen zu äußern.
Mit einer zweitägigen Entwurfswerkstatt Mitte Juni 2005
in der Villa Post startete die Arbeit der Planer. In dem
öffentlichen Workshop wurden mit Bürgern und Akteuren Wehringhausens,
Vertretern der Verwaltung, wichtiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher
Gruppierungen die Vorgaben für diese Aufgabe gemeinsam präzisiert. In einer öffentlichen
Zwischenpräsentation am 19. Juni 2005 präsentierten die drei Teams ihre ersten
Entwürfe und Ideen für die Gestaltung und Einbindung des Bodelschwinghplatzes.
Diese wurden dann durch die jeweiligen Büros weiter ausgearbeitet.
Am
25. August 2005 fand die öffentliche Präsentation der Ergebnisse des
kooperativen Werkstattverfahrens statt. Neben den vortragenden Büros waren die Mitglieder
des Empfehlungsgremiums und Bürger und Politiker aus Hagen anwesend. Nach der
Vorstellung der Arbeiten durch die Entwurfsverfasser gab es für die Anwesenden
die Möglichkeit für Nachfragen und Statements. Anschließend tagte die Jury
unter Ausschluß der Öffentlichkeit.
Die Jury war sich einig, dass alle drei vorliegenden Arbeiten auf einem
sehr hohen Niveau liegen und eine Fülle von Anregungen bieten. Die Qualität der
Arbeiten zeugt von einer intensiven Auseinandersetzung mit der Aufgabe und dem Raum.
Das
Empfehlungsgremium traf die Entscheidung, welcher Entwurfsvorschlag realisiert
werden sollte und somit an dem weiteren Wettbewerbsverfahren in Düsseldorf
teilnehmen kann.
In
einer Ausstellung im Foyer des Ratssaales wurden
die Wettbewerbsentwürfe zwischen dem 30. August und dem 09.September 2005 den
Bürgern Hagens präsentiert.
Der
Abgabetermin der Wettbewerbsbeiträge beim Ministerium für Städtebau und Wohnen,
Kultur und Sport des Landes NRW ist auf den 17. Oktober 2005 festgesetzt
worden.
Bei einer
Plazierung im weiteren Wettbewerbsverfahren des Landes besteht die Möglichkeit,
öffentliche Mittel für die Städtebauförderung in Höhe von ca. 80% oder
Fördermittel aus dem Programm Stadtumbau West zu erhalten.
Durch das
Empfehlungsgremium ergab sich folgende Plazierung:
1. Platz
Team 1
scape
Landschaftsarchitekten, Düsseldorf mit 3D Architekten, Aachen
Die
Verfasser definieren in bewußter Ergänzung und im deutlichen Gegensatz zum
höhergelegenen Wilhelmsplatz den Bodelschwinghplatz als grünen Stadtraum, der
vor allem für die Bewohner des Quartiers eine Aufwertung des Öffentlichen
Freiraumes darstellen wird.
Unter
sensibler Nutzung und Umnutzung der Höhenverhältnisse entsteht ein steinerner
Platzrahmen, der alle erforderlichen Verbindungs- und Vernetzungsfunktionen
ermöglicht, während ein Rasenfeld mit Wegen als grünes Platzinneres erstaunlich
vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten bietet. Er ist durch das geschickte Spiel
mit den Höhen und auf- bzw. absteigenden Mäuerchen geschützt und exponiert
gleichermaßen.
Der Historische
Dreikaiserbrunnen besetzt richtig den Platzmittelpunkt und erhält auf
unkomplizierte und stimmige Weise mit umgebenden Bänken eine zeitgemäße
Fassung.
Besonders
gelungen ist auch die Ausgestaltung der fehlenden Platzwand zur Bahntrasse hin
mit einer gestuften und zum Teil bespielbaren Terrasse bzw. einer Baumreihe,
unter der man geschützt sitzt und den gesamten Platz übersehen kann. Der
Durchgang unter der Bahnunterführung wird verbessert, ohne die gesamte
Platzgestaltung zu dominieren.
Insgesamt
verspricht der Entwurf einen Stadtplatz mit ganz unverwechselbarem Charakter,
der die historischen Bezüge aufgreift - so beispielsweise durch den Einsatz von
kleinformatigem Pflaster - und gleichzeitig bei feiner Formensprache eine
zeitgemäße und robuste Ausgestaltung findet.
2. Platz
Team 3
Lill + Sparla
Landschaftsarchitekten, Köln mit JSWD Architekten, Köln
Ausgehend von
einer sehr gut nachvollziehbaren Analyse des Bodelschwinghplatzes entscheiden
sich die Verfasser für einen steinernen Platz, der von Hauswand zu Hauswand
gepflastert wird. Mehr noch: die fehlende östliche Platzwand wird durch ein
Plateau mit vorgelagerter Freitreppe und ein aufgesetztes, eingeschossiges
Gebäude erzeugt. Die gestalterische Qualität der Arbeit überzeugt. Der
Dreikaiserbrunnen aus dem Jahre 1902 ist wirkungsvoll in Szene gesetzt.
Insgesamt bieten die Verfasser eine charaktervolle Entwurfsidee an, deren
wichtigstes Element, die vierte Platzwand, keine Realisierungchance hat.
Team 2
PASD Feldmeier Wrede, Hagen mit
Tamkus Freiraumplanung, Dortmund
Die Arbeit
zeichnet sich dadurch aus, dass der Bodelschwinghplatz als ein Gesamtplatz
gesehen wird und die Erreichbarkeit der Unterführung in den Mittelpunkt stellt.
Diese konsequente Ausrichtung bewirkt eine optimierte Fußwegebeziehung durch
die Unterführung, führt allerdings zu einer tiefgreifenden Veränderung der
heutigen Platztopographie. Die historische Brunnenanlage wirkt eher zufällig
neben der heranrückenden organischen geformten Grünplastik mit Spielgeräten.
Die gewählte Konzeption ist in sich schlüssig, wirkt aber wenig überzeugend im
Hinblick auf die Benutzbarkeit des Platzes.
Die beteiligten Planungsteams:
- Team 1
scape
Landschaftsarchitekten, Düsseldorf mit 3D Architekten, Aachen
Hiltrud
Lintel, Kai Spurling, Jan Heimann, Klaus Winterberg, Prof. Christian Uwer
- Team 2
PASD Feldmeier Wrede,
Hagen mit Tamkus Freiraumplanung, Dortmund
Jürgen Wrede,
Angelika Rieck, Christiane Tamkus
- Team 3
Lill + Sparla
Landschaftsarchitekten, Köln mit JSWD Architekten, Köln
Matthias
Lill, Jutta Wakob, Holger Kirsch, Efstratios Sianidis, Olaf Drehsen
Mitglieder
des Empfehlungsgremiums:
Prof. Dr. Franz Pesch (Vorsitz)
Ina Bimberg
Thomas Grothe, Technischer Beigeordneter der Stadt
Hagen
Jürgen Glaeser, Bezirksvorsteher Stadtbezirk Mitte
Mehmet Gür, Integrationsrat der Stadt Hagen
Betreuer
des Wettbewerbes:
Britta Wimpelberg, Ressort Stadtplanung der Stadt
Hagen
Martin Ritscherle, scheuvens + wachten
Arne Gogol, scheuvens + wachten
