Beschlussvorlage - 0713/2005

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Bericht der Verwaltung über das Ergebnis des Empfehlungsgremiums wird zur Kenntnis genommen.

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Sachverhalt

 

Das Land Nordrhein-Westfalen hat zum dritten Mal einen kommunalen Wettbewerb mit dem Titel “Stadt macht Platz – NRW macht Plätze” ausgelobt, bei dem sich die Stadt Hagen mit dem Beitrag `Bodelschwinghplatz Hagen-Wehringhausen` beteiligt.

Das Empfehlungsgremium traf am 25.08.2005 die Entscheidung, welcher Entwurfsvorschlag realisiert werden sollte und somit an dem weiteren Wettbewerbsverfahren in Düsseldorf teilnehmen kann.


 

 
Die Stadt Hagen beteiligt sich mit dem Beitrag Bodelschwinghplatz Hagen-Wehringhausen am Landeswettbewerb `Stadt macht Platz – NRW macht Plätze` 2005.

Gemeinsam mit den Bürgern Wehringshausens und drei interdisziplinär besetzten Teams aus Stadtplanern, Architekten und Freiraumplanern wurden Ideen und Konzepte entwickelt, wie der Bodelschwinghplatz für die Nutzung der Wehringhausener Bürger neu gestaltet und in den Stadtteil neu eingebunden werden kann.

Start der Bürgerbeteiligung war eine breit angelegte Flyer-Aktion im Mai 2005, die die Bewohner Wehringhausens dazu animieren sollte, sich aktiv in den Planungsprozess einzubringen und ihre Wünsche und Vorstellungen zu äußern.

Mit einer zweitägigen Entwurfswerkstatt Mitte Juni 2005 in der Villa Post startete die Arbeit der Planer. In dem öffentlichen Workshop wurden mit Bürgern und Akteuren Wehringhausens, Vertretern der Verwaltung, wichtiger wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Gruppierungen die Vorgaben für diese Aufgabe gemeinsam präzisiert. In einer öffentlichen Zwischenpräsentation am 19. Juni 2005 präsentierten die drei Teams ihre ersten Entwürfe und Ideen für die Gestaltung und Einbindung des Bodelschwinghplatzes. Diese wurden dann durch die jeweiligen Büros weiter ausgearbeitet.

 

Am 25. August 2005 fand die öffentliche Präsentation der Ergebnisse des kooperativen Werkstattverfahrens statt. Neben den vortragenden Büros waren die Mitglieder des Empfehlungsgremiums und Bürger und Politiker aus Hagen anwesend. Nach der Vorstellung der Arbeiten durch die Entwurfsverfasser gab es für die Anwesenden die Möglichkeit für Nachfragen und Statements. Anschließend tagte die Jury unter Ausschluß der Öffentlichkeit.

 

Die Jury war sich einig, dass alle drei vorliegenden Arbeiten auf einem sehr hohen Niveau liegen und eine Fülle von Anregungen bieten. Die Qualität der Arbeiten zeugt von einer intensiven Auseinandersetzung mit der Aufgabe und dem Raum.

Das Empfehlungsgremium traf die Entscheidung, welcher Entwurfsvorschlag realisiert werden sollte und somit an dem weiteren Wettbewerbsverfahren in Düsseldorf teilnehmen kann.

 

In einer Ausstellung im Foyer des Ratssaales wurden die Wettbewerbsentwürfe zwischen dem 30. August und dem 09.September 2005 den Bürgern Hagens präsentiert.

 

Der Abgabetermin der Wettbewerbsbeiträge beim Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW ist auf den 17. Oktober 2005 festgesetzt worden.

 

Bei einer Plazierung im weiteren Wettbewerbsverfahren des Landes besteht die Möglichkeit, öffentliche Mittel für die Städtebauförderung in Höhe von ca. 80% oder Fördermittel aus dem Programm “Stadtumbau West” zu erhalten.

 

 

 

Durch das Empfehlungsgremium ergab sich folgende Plazierung:

 

1.      Platz

Team 1

scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf mit 3D Architekten, Aachen

Die Verfasser definieren in bewußter Ergänzung und im deutlichen Gegensatz zum höhergelegenen Wilhelmsplatz den Bodelschwinghplatz als “grünen Stadtraum”, der vor allem für die Bewohner des Quartiers eine Aufwertung des Öffentlichen Freiraumes darstellen wird.

Unter sensibler Nutzung und Umnutzung der Höhenverhältnisse entsteht ein steinerner Platzrahmen, der alle erforderlichen Verbindungs- und Vernetzungsfunktionen ermöglicht, während ein Rasenfeld mit Wegen als grünes Platzinneres erstaunlich vielfältige Aufenthaltsmöglichkeiten bietet. Er ist durch das geschickte Spiel mit den Höhen und auf- bzw. absteigenden Mäuerchen geschützt und exponiert gleichermaßen.

Der Historische Dreikaiserbrunnen besetzt richtig den Platzmittelpunkt und erhält auf unkomplizierte und stimmige Weise mit umgebenden Bänken eine zeitgemäße Fassung.

Besonders gelungen ist auch die Ausgestaltung der fehlenden Platzwand zur Bahntrasse hin mit einer gestuften und zum Teil bespielbaren Terrasse bzw. einer Baumreihe, unter der man geschützt sitzt und den gesamten Platz übersehen kann. Der Durchgang unter der Bahnunterführung wird verbessert, ohne die gesamte Platzgestaltung zu dominieren.

Insgesamt verspricht der Entwurf einen Stadtplatz mit ganz unverwechselbarem Charakter, der die historischen Bezüge aufgreift - so beispielsweise durch den Einsatz von kleinformatigem Pflaster - und gleichzeitig bei feiner Formensprache eine zeitgemäße und robuste Ausgestaltung findet.

 

2.       Platz

Team 3

Lill + Sparla Landschaftsarchitekten, Köln mit JSWD Architekten, Köln

Ausgehend von einer sehr gut nachvollziehbaren Analyse des Bodelschwinghplatzes entscheiden sich die Verfasser für einen steinernen Platz, der von Hauswand zu Hauswand gepflastert wird. Mehr noch: die fehlende östliche Platzwand wird durch ein Plateau mit vorgelagerter Freitreppe und ein aufgesetztes, eingeschossiges Gebäude erzeugt. Die gestalterische Qualität der Arbeit überzeugt. Der Dreikaiserbrunnen aus dem Jahre 1902 ist wirkungsvoll in Szene gesetzt. Insgesamt bieten die Verfasser eine charaktervolle Entwurfsidee an, deren wichtigstes Element, die vierte Platzwand, keine Realisierungchance hat.

 

3.      Platz

Team 2

PASD Feldmeier Wrede, Hagen mit Tamkus Freiraumplanung, Dortmund

Die Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass der Bodelschwinghplatz als ein Gesamtplatz gesehen wird und die Erreichbarkeit der Unterführung in den Mittelpunkt stellt. Diese konsequente Ausrichtung bewirkt eine optimierte Fußwegebeziehung durch die Unterführung, führt allerdings zu einer tiefgreifenden Veränderung der heutigen Platztopographie. Die historische Brunnenanlage wirkt eher zufällig neben der heranrückenden organischen geformten Grünplastik mit Spielgeräten. Die gewählte Konzeption ist in sich schlüssig, wirkt aber wenig überzeugend im Hinblick auf die Benutzbarkeit des Platzes.

 

Die beteiligten Planungsteams:

- Team 1

scape Landschaftsarchitekten, Düsseldorf mit 3D Architekten, Aachen

Hiltrud Lintel, Kai Spurling, Jan Heimann, Klaus Winterberg, Prof. Christian Uwer

 

 

- Team 2

PASD Feldmeier Wrede, Hagen mit Tamkus Freiraumplanung, Dortmund

Jürgen Wrede, Angelika Rieck, Christiane Tamkus

 

- Team 3

Lill + Sparla Landschaftsarchitekten, Köln mit JSWD Architekten, Köln

Matthias Lill, Jutta Wakob, Holger Kirsch, Efstratios Sianidis, Olaf Drehsen

 

 

Mitglieder des Empfehlungsgremiums:

–         Prof. Dr. Franz Pesch (Vorsitz)

–         Ina Bimberg

–         Thomas Grothe, Technischer Beigeordneter der Stadt Hagen

–         Jürgen Glaeser, Bezirksvorsteher Stadtbezirk Mitte

–         Mehmet Gür, Integrationsrat der Stadt Hagen

 

Betreuer des Wettbewerbes:

–         Britta Wimpelberg, Ressort Stadtplanung der Stadt Hagen

–         Martin Ritscherle, scheuvens + wachten

–         Arne Gogol, scheuvens + wachten

 

 

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Beschlüsse

Erweitern

13.09.2005 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen

Erweitern

27.09.2005 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - ungeändert beschlossen