Anfrage - 0665/2014

Reduzieren

Beratungsfolge

Reduzieren

Sachverhalt

Kurzfassung

 

Entfällt!

 

Begründung

Die mündliche Anfrage von Herrn Erlmann in der letzten StEA-Sitzung zum Messverfahren und zu den Messwerten in Hagen wird seitens der Verwaltung wie folgt beantwortet:

In Hagen werden an vier Messstationen, Graf-von-Galen-Ring, Märkischer Ring, Wehringhauser Straße und Enneper Straße gemäß den EU-Richtlinien und der 39. BImSchV Luftschadstoffe gemessen. An der Messstation GvG-Ring wird mit aktiven Messgeräten, u.a. Feinstaub (PM10) und Stickstoffdioxid (NO2) kontinuierlich gemessen, während an den drei anderen  Messstationen im Stadtgebiet (Märkischer Ring, Wehringhauser Straße, Enneper Straße) mit Passivsammlern ausschließlich NO2 erfasst wird. Im Gegensatz zu den aktiven Messgeräten, die mittels einer Pumpe belastete Luft über einen Filter ansaugen, wird bei den passiven Messverfahren die belastete Luft in einem Filterglas gesammelt und anschließend im Labor analysiert. Die kontinuierlichen Messungen bieten den Vorteil stündlich aktualisierter Werte und ermöglichen so eine tagesaktuelle Berichterstattung, während beispielsweise das passive Verfahren zur NO2 -Erfassung Monatsmittelwerte liefert, aus denen der Jahresmittelwert gebildet wird. Die kontinuierlichen Feinstaub-Messungen werden zur Absicherung der Ergebnisse mit einem genaueren, landeseinheitlichen Referenzverfahren nachträglich kalibriert und mit einem Korrekturfaktor versehen, der sich aus den Vergleichsmessungen ergibt. Diese Kalibrierung erfolgt jeweils nach Ablauf eines Kalenderjahres. Das LANUV NRW weist deshalb bis zur abschließenden Veröffentlichung durch das Landesumweltministerium ausdrücklich auf die Vorläufigkeit dieser Daten hin.

Der aktuelle Messbericht des Landes für den Zeitraum 01.01. – 31.12.2013 wurde Mitte Mai d.J. veröffentlicht und ist als Anlage beigefügt (siehe Anlage). Die Messergebnisse für Hagen zeigen, dass der Jahresmittel-Grenzwert für Feinstaub am GvG-Ring eingehalten wurde. Dagegen wurde der Feinstaub-Tagesgrenzwert von 50 µg/m³ (bei erlaubten 35 Überschreitungstagen im Jahr) an 43 Tagen überschritten (siehe Abb. 1).

 

Abb.1: Anzahl der Feinstaub-Überschreitungstage am Graf-von-Galen-Ring seit 2006

Ebenso wurde der Stickstoffdioxid-Grenzwert von 40 µg/m³ an den Messstationen GvG-Ring, Märkischer Ring und Wehringhauser Straße zum Teil sehr deutlich überschritten. Lediglich im Bereich der Enneper Straße wurde der Stickstoffdioxid-Grenzwert mit exakt 40 µg/m³ knapp eingehalten (siehe Abb. 2).

 

Abb.2: Überschreitungen des Stickstoffdioxid-Grenzwertes an den Hagener Messstationen

 

Aus den Messergebnissen resultiert weiterer Handlungsbedarf, zumal die EU der Stadt keine Fristverlängerung zur Einhaltung des Stickstoffdioxid-Grenzwertes gewährt hat. Im Zuge der laufenden Fortschreibung des Luftreinhalteplans Hagen 2008 sind deshalb weitergehende Maßnahmen zu entwickeln und gemeinsam mit der Bezirksregierung festzulegen.

Feinstäube unterhalb von Feinstaub PM10 (Partikel < 10 Mikrometer (µm)), z.B. PM2,5 (Partikel < 2,5 Mikrometer (µm)) und auch Staubinhaltsstoffe im Feinstaub werden in Hagen nicht gemessen. Für die gesundheitlich besonders relevante Feinstaubfraktion PM2,5 gilt ab 2015 der EU-Grenzwert von 25 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³) für das Jahresmittel. Laut LANUV wird dieser Wert an allen 24 Messstationen in NRW bereits jetzt eingehalten.

Die europaweiten Grenz- und Zielwerte für die giftigen und teilweise krebserzeugenden Inhaltsstoffe (Verbindungen von Blei, Arsen, Kadmium und Nickel sowie PAK (Benzo[a]pyren) des Feinstaubs wurden bis auf zwei Ausnahmen (Nickel im Nahbereich eines Edelstahlwerks in Krefeld, Benzo[a]pyren im Nahbereich einer Kokerei in Bottrop) ebenfalls NRW-weit eingehalten.

Reduzieren

Anlagen

Loading...

Beschlüsse

Erweitern

02.09.2014 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte

Erweitern

11.09.2014 - Umweltausschuss - ungeändert beschlossen

Erweitern

16.09.2014 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen