Beschlussvorlage - 0523/2014
Grunddaten
- Betreff:
-
Reduzierung der Öffnungszeiten in den Hagener Museen und im Kunstquartier mit dem Osthaus Museum Hagen und dem Emil Schumacher Museum
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB49 - Museen und Archive
- Bearbeitung:
- Ulrike Derksen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Geplant
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Vorberatung
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08.05.2014
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Beschlussvorschlag
Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss beschließt die Reduzierung der jetzigen Öffnungszeiten der städtischen Museen wie folgt:
A Das Stadtmuseum wird wie folgt geschlossen:
- 6 Wochen Sommerferien und die erste Kalenderwoche nach den Sommerferien, wenn diese Woche noch mit Ferientagen beginnt (für 2014: 07.07.-23.08.2014) und
- 2 Wochen Weihnachtsferien vom 23.12. beginnend, einschließlich der ersten Schulwoche im Januar, wenn die Woche mit Ferientagen beginnt
B Das Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen wird
wie folgt geschlossen:
- Die Kalenderwoche nach dem 3. Adventswochenende bis einschließlich 25.12. und
- die erste und zweite Kalenderwoche des Monats Januar
Das Museum wird am 2. Weihnachtstag und „zwischen den Tagen“ geöffnet.
C Kunstquartier Hagen
Der Sachstand der Verhandlungen für die Reduzierung von Öffnungszeiten im Kunstquartier wird zur Kenntnis genommen.
Sachverhalt
Begründung
Zu A) Stadtmuseum
Im Historischen Centrum werden 2014 zwei neue Wechselausstellungen gezeigt:
„Heimatfront“ und „Jugend im Nationalsozialismus“.
Die Ausstellung „Heimatfront“ läuft seit dem 06.04. bis zum 29.06.2014 und voraussichtlich ab dem 01.09.2014 wird die Ausstellung „Jugend im Nationalsozialismus“ gezeigt.
Durch diese Ausstellungsplanung bietet sich eine siebenwöchige Schließung des Stadtmuseums an, da die Wechselausstellungsfläche umgebaut wird. Im Jahr 2013 haben insgesamt in den Sommerferien 180 Besucher die Dauerausstellung besucht. Dies sind rechnerisch ca. 13 Besucher je Öffnungstag. Erfahrungen aus Vorjahren ergeben ebenfalls kein anderes Bild für die Sommerferien im Stadtmuseum.
Zu B) Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen
Im Museum für Ur- und Frühgeschichte zeigt sich aus der Erfahrung der dort langjährig beschäftigten Mitarbeiterinnen mit dem Besucheraufkommen, dass sich die Woche nach dem dritten Adventwochenende und die erste und zweite Januarwoche für eine Schießung anbieten würde. Zwischen den Jahren sollte das Museum geöffnet bleiben.
Zu C) Sachstand Kunstquartier Hagen (Emil Schumacher Museum und
Osthaus Museum Hagen)
Am 11.04.2014 fand eine Erörterung mit Vertretern des Emil Schumacher Museums, dem Förderverein des ESM, dem Freundesverein des Osthaus Museums, dem Karl-Ernst Osthaus-Bund und der Kulturverwaltung statt. Die Vertreter der ehrenamtlich tätigen Vereine kamen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass die Aufsichtsdienste nicht durch ehrenamtliche Kräfte ersetzt werden könnten. Hierzu fehlt es an der notwendigen Anzahl an ehrenamtlichen Kräften, inklusive der Sicherung von Ausfallzeiten (Krankheit oder persönlicher Verhinderung). Man könne lediglich nach ihren personellen und finanziellen Möglichkeiten zu besonderen Gelegenheiten oder bei besonderen Engpässen, auch im Bereich der Aufsicht, zusätzlich zu dem Stammpersonal, aushelfend tätig werden.
Der Vergleich mit anderen vergleichbaren Museen, sowohl nationaler und internationaler, zeige auch, dass Aufsichtskräfte in Museen durch ehrenamtliche Kräfte nicht ersetzt werden bzw. ersetzt werden könnten. Wegen der Besonderheit der Aufsicht könne man auch die ehrenamtliche Tätigkeit nicht mit einer ehrenamtlichen Aufsichtstätigkeit in Stadtbibliotheken vergleichen. Vergleichbar wie in anderen Museen sehe man die Notwendigkeit und auch Möglichkeit einen ehrenamtlichen Museumsservice oder -dienst aufzubauen. Hierzu wolle man der Stadt auch Vorschläge unterbreiten, was von der Kulturverwaltung ausdrücklich unterstützt wird.
Die Bedenken bezüglich der ehrenamtlichen Aufsichtsdienste werden von der Kulturverwaltung ausdrücklich geteilt. Auch die Versicherungen haben erhebliche Bedenken gegen den Einsatz von ehrenamtlichen Kräften in Aufsichtsdiensten.
Die geforderte und notwendige jederzeitige Verfügbarkeit von geschultem Aufsichtspersonal sei mit ehrenamtlichen Kräften nicht gewährleistet, zumal es sich bei den Objekten in den Museen um erheblich wertvollere Objekte handelt als zum Beispiel in Stadtteilbibliotheken. Bücher sind ersetzbar im Gegensatz zu den einzigartigen Kunstobjekten in den Museen.
Die Emil Schumacher Stiftung, hat bezüglich der Reduzierung der Öffnungszeiten, nochmals ausdrücklich auf die Einhaltung der vertraglichen Regelungen mit der Stadt hingewiesen. Ferner wies die Stiftung nochmals auf den exorbitanten Unterschied zwischen einer möglichen privaten Vergabe der Aufsichtsdienste und der entstehenden Kosten bei der GWH hin. Der Stiftung liegt ein Angebot eines privaten Bewachungsunternehmens vor, wonach unter Einhaltung der tariflichen Entgelte ein Stundensatz von deutlich unter 20 Euro veranschlagt werden müsste, im Gegensatz zu dem Stundensatz von über 32 Euro bei der GWH. Das Angebot berücksichtigt auch Ausfallzeiten, wie Urlaub oder Krankheitszeiten. Ein ähnliches vergleichbares Angebot liegt auch der Kulturverwaltung vor. Um das Konsolidierungsziel zu erreichen, wird die Kulturverwaltung weitere Gespräche mit der GWH führen.
Zwischen allen Beteiligten bestand aber wegen des festgestellten Bedarfes Einigkeit, zukünftig die Öffnungszeiten im Kunstquartier an Werktagen um jeweils 1 Stunde nach vorne zu verschieben, ohne die Gesamtöffnungszeiten zu verändern. Die Verwaltung prüft zurzeit, ob eine entsprechende Verschiebung der Zeiten kostenneutral umsetzbar wäre. Sollte dies der Fall sein, wird die Verwaltung die Öffnungszeiten entsprechend verändern. Etwaige Besuche von Schulklassen vor
11:00 Uhr wären sicherzustellen.
