Beschlussvorlage - 0540/2013

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Rat der Stadt Hagen beschließt die Gründung von teilintegrierten Sekundar-schulen an den Standorten Altenhagen und Mitte/Remberg. Er beauftragt die Verwaltung, die hierfür notwendigen Vorlagen zu erarbeiten.

 

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Sachverhalt

Kurzfassung

 

Nach intensiver Bewertung der Ergebnisse der Elternbefragung schlägt die Verwaltung die Gründung von teilintegrierten Sekundarschulen an den Standorten Altenhagen und Mitte/Remberg vor. Die Elternbefragung lässt erwarten, dass die Gründung von teilintegrierten Sekundarschulen an zwei Standorten eine Chance hat. Da kein Standort allein auf Basis der Elternvoten des eigenen Bezirks genügend Anmeldungen erwarten kann, ist die Erreichbarkeit aus anderen Bezirken entscheidend dafür, welche Standorte vorgeschlagen werden. Dieses Kriterium spricht für die beiden Standorte in der Hagener Innenstadt, zumal es im Bezirk Mitte bisher kein Angebot für längeres gemeinsames Lernen gibt. Falls das Anmeldeverfahren 2014/15 ein Elternbedürfnis zeigt, welches auch drei Sekundarschulen ermöglicht, ist für das Schuljahr 2015/16 das Verfahren zur Errichtung einer teilintegrierten Sekundarschule in Haspe zu betreiben.

 

Auch bei Gründung von zwei Sekundarschulen ist 2014/15 von stabilen Aufnahmezahlen bei den Gesamtschulen und Gymnasien auszugehen. Es werden noch die Realschulen Halden,  Hohenlimburg und Heinrich-Heine benötigt.  Ferner soll die Hauptschule Geschwister-Scholl im Anmeldeverfahren 2014/15 vertreten sein.

 

 

Begründung

 

Die Ergebnisse der Elternbefragung wurden mit Vorlage 0440/2013 zur Kenntnis gegeben. Bei der Bewertung der Ergebnisse wurden folgende Leitfragen zu Grunde gelegt:

 

Mit welchem Verhältnis zwischen Interessenbekundungen und Anmeldungen ist zu rechnen?

 

Die bisherigen Erfahrungen anderer Kommunen ergeben kein einheitliches Bild. Teilweise lag die Zahl der realen Anmeldungen deutlich unter der Zahl derjenigen, deren Interessenbekundung „ganz bestimmt“ oder „eher ja“ lautete; teilweise aber auch darüber. Insgesamt gibt es die Tendenz, dass in Großstädten, in denen die Sekundarschule in Konkurrenz zu bestehenden Systemen tritt, es weniger Anmeldungen gibt als dort, wo kleinere Städte den Systemwechsel vollziehen. Auch in Hagen trägt das Elternvotum keinen kompletten Systemwechsel. Daher schlägt die Verwaltung vor, mit einer Quote von 100 % bei „ganz bestimmt’“ und 1/3 bei „eher ja“ zu rechnen.

 

Was bedeutet dies für die Organisationsmodelle?

 

Es gibt nach der obigen Berechnung mit 69 prognostizierten Anmeldungen keine ausreichende Elternresonanz für eine kooperative Sekundarschule. Für eine teilintegrierte Sekundarschule gibt es mindestens 158 prognostizierte Anmeldungen. Diese Zahl wird noch überschritten, wenn sich auch Eltern, die keine Angabe gemacht haben, sich für die teilintegrierte Sekundarschule entscheiden. Bis zu 180 Anmeldungen sind denkbar. Damit ist das Potential für zwei, nicht aber für drei teilintegrierte Sekundarschulen vorhanden.

 

Welche Sekundarschulstandorte können mit den meisten Anmeldungen rechnen?

 

Bei der teilintegrierten Form liegt Altenhagen mit 131 Interessenbekundungen (68 aus Klasse 3, 63 aus Klasse 2) vor Haspe mit 123 (70 aus Klasse 3 / 53 aus Klasse 2) und Mitte/Remberg mit 116 (53 aus Klasse 3 / 63 aus Klasse 2). Deutlich geringer ist die Resonanz in Hohenlimburg mit 82 (44 aus Klasse 3 / 38 aus Klasse 2) und im Norden mit 77 (31 aus Klasse 3 / 46 aus Klasse 2). Kein Standort ist jedoch in der Lage, mit Anmeldungen allein aus seinem Umfeld die notwendige Zahl von 75 zu erreichen. Daher ist die Frage, welche Standorte von Eltern angewählt werden, die nicht in der Nachbarschaft wohnen, von entscheidender Bedeutung. Es ist davon auszugehen, dass die Erreichbarkeit der Schule hierbei eine zentrale Rolle spielen wird. Diese ist bei den Schulen im Bezirk Mitte auch aus Hohenlimburg, dem Hagener Süden und dem Norden gegeben. Haspe hingegen ist lediglich für Schüler aus Wehringhausen und Vorhalle besser erreichbar als Mitte.

 

Welche weiteren Kriterien sind zu beachten?

 

Bisher war der Bezirk Mitte neben Hohenlimburg einer von zwei Stadtbezirken, in denen es kein System längeren gemeinsamen Lernens gibt. Mit der Errichtung von Sekundarschulen im Bezirk Mitte wird diese Lücke geschlossen. Die Voraussetzungen für einen dreizügigen Ganztagsbetrieb sind grundsätzlich an beiden Standorten gegeben. In Altenhagen muss allerdings noch eine Mensa eingerichtet werden, so dass der Start im Schuljahr 2014/15 im Halbtag erfolgen würde.

 

 

Welche Auswirkungen wird die Gründung von Sekundarschulen auf die anderen Schulformen haben?

 

Das Biregio-Gutachten geht unter der Berücksichtigung von Ein- und Auspendlern davon aus, dass es bei den kommunalen Schulen nach einem kleinen Anstieg der Schülerzahlen von 1.607 (Schuljahr 2012/13) auf 1623 (2013/14) deutlich sinkende Zahlen geben wird. Bereits im Schuljahr 2014/15 rechnet Biregio nur noch mit 1.514 Schülern,  2016/17 noch mit 1.461. Während die Aufnahmen im Schuljahr 2012/13 noch um 20 über der Prognose lagen, werden sie 2013/14 um etwa 30 unter der Prognose liegen. Dies liegt an der Veränderung der Schulstruktur in den umliegenden Kommunen. Die Sekundarschulen in Breckerfeld und Wetter tragen nicht nur dazu bei, die Schüler in den jeweiligen Kommunen zu binden, sondern haben auch Zulauf aus dem Volmetal und aus Vorhalle. Daher ist davon auszugehen, dass die 1.514 von Biregio prognostizierten Schüler eher leicht unter- als überschritten werden.

 

Innerhalb der Verteilung auf Schulformen wird in Abweichung vom Gutachten von einer leichten Abnahme der Aufnahme von 482 auf 469 an den Gesamtschulen ausgegangen. Dies liegt daran, dass bei der Einrichtung von Integrativen Lerngruppen, die es an den Gesamtschulen Eilpe und Haspe gibt, die Klassenobergrenze bei 25 statt bei 30 liegt. Die städtischen Gymnasien liegen bei den Aufnahmen 2013/14 mit 589 um knapp 40 über der Prognose von Biregio, daher wird auch für 2014/15 von dieser Zahl ausgegangen. Trotz der Einführung von Sekundarschulen wird 2014/15 das Vorhalten einer Hauptschule sinnvoll sein, da Abschulungen von der Real- auf die Hauptschule zunehmen. Rechnerisch wird von der rechtlichen Untergrenze für die Weiterführung einer Hauptschule, d.h. 36 Schülern ausgegangen. Ob dies zutrifft, muss das Anmeldeverfahren zeigen.  Standort sollte wg. der Erreichbarkeit die Geschwister-Scholl-Schule sein. Wenn man ferner von 160 Anmeldungen für die beiden Sekundarschulen ausgeht, verbleiben für die Realschulen noch 260 Schülerinnen und Schüler. Dies wären rechnerisch knapp neun Züge. Vorgeschlagen wird die Weiterführung der Realschulen Halden, Hohenlimburg und Heinrich-Heine.

 

Tabellarisch stellt sich die Prognose für die 5. Jahrgangsstufe 2014/15 bei Errichtung von zwei Sekundarschulen wie folgt dar:

 

Gesamtschulen                   469

(städt.) Gymnasien              589

Sekundarschulen                 160

Hauptschulen                         36

Realschulen                         260

 

Summe                              1.514

 

Welche Schulen müssen bei der Errichtung von zwei Sekundarschulen geschlossen werden?

 

In die Prognose der zu schließenden Schulen gehen sowohl die Konsequenzen aus der Errichtung von zwei Sekundarschulen, die Gesamtentwicklung der Schülerzahlen als auch das geänderte Elternwahlverhalten (verstärkte Anwahl Gymnasium) ein. Soweit möglich, wird auch die angedachte Nachnutzung der Gebäude genannt.

 

?         Hauptschule Altenhagen, Realschule Luise-Rehling (Sekundarschule Altenhagen)

?         Hauptschule Remberg (Sekundarschule Mitte)

?         Realschule Emst (Nachnutzung durch Rahel-Varnhagen-Kolleg)

?         Hauptschule Vorhalle (Nachnutzung durch Förderschule Wilhelm-Busch)

?         Hauptschule Hohenlimburg (Nachnutzung teilweise durch Grundschule Im Kley)

?         Hauptschule Ernst Eversbusch

?         Realschule Haspe

 

Mögliche Alternativen

 

Die Bezirksvertretung Haspe hat am 23.05.2013 mehrheitlich beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, „auf der Grundlage der eindeutigen Elternvoten in dem zu entwickelnden Organisationsmodell eine teilintegrierte Sekundarschule für den Stadtbezirk Haspe vorzusehen“. Im Gegensatz zum Wortlauf des Beschlusses sind die Elternvoten jedoch – wie oben dargestellt – nicht eindeutig. Für drei Standorte werden – wie ebenfalls oben dargestellt – die zu erwartenden Anmeldungen nicht ausreichen. Wenn sich diese, wie zu erwarten ist, ungünstig verteilen, würde bei einer gleichmäßigen Verteilung auf alle drei geplanten Standorte selbst bei 210 Anmeldungen kein Standort die notwendigen 75 Anmeldungen erreichen. Bei zwei Standorten wäre Haspe nur dann eine Alternative zur Innenstadt, wenn man der Erreichbarkeit aus anderen Teilen des Stadtgebietes keine entscheidende Bedeutung zumessen würde. Nach überschlägiger Prüfung würden in Haspe (Gebäude der Realschule Haspe und Hauptschule Ernst-Eversbusch) auf jeden Fall Raumressourcen für einen dreizügigen Ganztagsbetrieb vorhanden sein.

 

Bei der ersten Diskussion der Ergebnisse der Elternbefragung wurde im Schulausschuss darauf hingewiesen, dass grundsätzlich auch die Errichtung einer Sekundarschule mit zwei Standorten zulässig sei und geprüft werden solle. Diese Überlegung hat rechnerische Vorteile. Wenn z.B. vorgeschlagen würde, eine Sekundarschule Mitte mit den beiden Standorten Altenhagen und Remberg zu errichten, würden die Anmeldungen für beide Standorte gemeinsam vorgenommen, da es sich ja um eine Schule handeln würde. Die Zahl der Anmeldungen wäre also höher als die Zahl der Anmeldungen je Standort. Zudem könnte, wenn man die 5. Klasse am Remberg einrichtet, sofort im Ganztag begonnen werden. Allerdings wäre eine solche Konstruktion mit einem erhöhten Aufwand für die Unterrichtsorganisation verbunden. Lehrer müssten zudem zwischen den Standorten pendeln und im Anmeldeverfahren 2014/15 wären die Eltern neben der Unsicherheit, wie die Sekundarschule im „Echtbetrieb“ funktionieren wird, mit der zusätzlichen Unsicherheit der praktischen Konsequenzen bei Verteilung auf zwei Standorte konfrontiert.

 

Daher sind beide Alternativen nicht Gegenstand des Beschlussvorschlags.

 

Perspektiven

 

Die Bezirksregierung Arnsberg empfiehlt, im Jahr der Einführung von Sekundarschulen ein vorgezogenes Anmeldeverfahren nur für diese Schulform durchzuführen.

Falls in diesem Anmeldeverfahren an einem der geplanten Sekundarschulstandorte die notwendige Zahl an Anmeldungen (75) verfehlt wird, ist für die in einer Vorlage vorher genau zu benennenden Haupt- und/oder Realschulen das Anmeldeverfahren zu eröffnen. Falls die Zahl der Anmeldungen auf den Bedarf nach einer weiteren Sekundarschule hindeutet, könnte diese mit Genehmigung der Bezirksregierung zum Anmeldeverfahren 2015/16 ihren Betrieb aufnehmen. Eine erneute Elternbefragung wäre nicht erforderlich, da durch die Anmeldungen 2014/15 das Elternbedürfnis nachgewiesen wäre. Konkret sollte dann eine teilintegrierte Sekundarschule in Haspe vorgesehen werden.

 

Ob noch der Bedarf für alle Schulformen besteht, ist jährlich zu überprüfen. Insbesondere die Zukunft der Hauptschule(n) bleibt unsicher.

 

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)

X

Konkrete finanzielle Auswirkungen werden in den Einzelvorlagen dargestellt.

 

 

gez.

gez.

Jörg Dehm

Oberbürgermeister

Dr. Christian Schmidt

Erster Beigeordneter

 

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Beschlüsse

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21.06.2013 - Schulausschuss - geändert beschlossen

Abstimmungsergebnis:

 

Ja

Nein

Enthaltung

CDU

5

 

 

SPD

4

 

 

Bündnis 90/ Die Grünen

2

 

 

Hagen Aktiv

1

 

 

FDP

1

 

 

Die Linke

1

 

 

 

 

X

Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

14

Dagegen:

0

Enthaltungen:

0

 

Erweitern

26.06.2013 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - ungeändert beschlossen

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26.06.2013 - Bezirksvertretung Hohenlimburg - geändert beschlossen

Beschluss:

 

Die Bezirksvertretung empfiehlt dem Rat der Stadt folgenden Beschluss zu fassen:

 

Der Rat der Stadt Hagen beschließt die Gründung von teilintegrierten Sekundar-schulen an den Standorten Haspe und Mitte/Remberg. Er beauftragt die Verwaltung, die hierfür notwendigen Vorlagen zu erarbeiten.

 

 

Abstimmungsergebnis:

 

 

Ja

Nein

Enthaltung

CDU

4

 

 

SPD

4

 

 

Bürger für Hohenlimburg

2

 

 

Bündnis 90/ Die Grünen

 

 

 

FDP

1

 

 

Hagen Aktiv

1

 

 

Die Linke

1

 

 

 

 

X

Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

13

Dagegen:

0

Enthaltungen:

0

 

Erweitern

04.07.2013 - Bezirksvertretung Haspe - ungeändert beschlossen

Erweitern

10.07.2013 - Bezirksvertretung Hagen-Nord - ungeändert beschlossen

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11.07.2013 - Rat der Stadt Hagen - geändert beschlossen

Beschluss:

 

Der Rat der Stadt Hagen beschließt die Gründung von teilintegrierten Sekundarschulen an den Standorten Altenhagen und Mitte/Remberg. Er beauftragt die Verwaltung, die hierfür notwendigen Vorlagen zu erarbeiten.

 

Es gilt die Entwicklung der teilintegrierten Sekundarschulen an den Standorten Altenhagen und Mitte/Remberg fortlaufend zu beobachten und zu analysieren. Auf dieser Grundlage wird die Verwaltung beauftragt, eine Vorlage für die Errichtung einer weiteren Sekundarschule zu erarbeiten und dem Rat rechtzeitig zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen, so dass diese zum Schuljahr 2015/16 starten kann. Bis dahin sind die Realschule Haspe und die Ernst-Eversbusch-Hauptschule von einer Schließung ausgenommen.

 

Abstimmungsergebnis:

  X

Einstimmig beschlossen