Berichtsvorlage - 0234/2013

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Bericht der Verwaltung wird zur Kenntnis genommen..

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Sachverhalt

Kurzfassung

 

Die zeitweiligen, von der absehbaren, verkehrsbedingten Luftqualität abhängigen Verkehrssperrungen  für LKW am Märkischen Ring / Finanzamt haben nach wie vor nicht die angestrebten Effekte. Die Befolgungsrate durch die Verkehrsteilnehmer lag 2012 bei Werten zwischen 9 und 23%. Absolut betrachtet sank allerdings das LKW-Aufkommen seit 2006 um ca. 500 Fahrzeuge (LKW). Die Auswirkungen der neu installierten optischen Verkehrsüberwachung und der Sanktionierung von  Verstößen konnten in diese Erhebung und Berechnung noch nicht einfließen.

 

 

Begründung

 

Allgemeines

 

Bestandteil der Strategien zur Verbesserung der Luftqualität und des Luftreinhalteplans ist die immissionsabhängige, temporäre Sperrung des Märkischen Rings zwischen Emilienplatz und Rathausstraße für LKW über 3,5 t. Zur Überwachung dieser straßenverkehrsrechtlichen Maßnahme wurde in Höhe des Finanzamtes eine Dauerzählstelle eingerichtet, mit der klassifiziert, also nach Fahrzeugtypen, die Verkehrsmengen kontinuierlich ermittelt werden.

 

Wenn nun kontrolliert werden soll, wie sich eine Sperrung auswirkt, in welchem Maß die Verkehrsteilnehmer (LKW-Fahrer) sich an das Verbot halten, sind einige komplexe statistische Berechnungen erforderlich. Wenn diese „Befolgungsrate“ als ein Durchschnittswert über eine Zeitreihe den Erfolg (oder Misserfolg) der Maßnahme beschreiben soll, muss zunächst der „Normalfall“ – also eine Verkehrssituation ohne Sperrung – als charakteristische, von Zufällen und Ausreißern unabhängige Größe bestimmt werden. Nur im Vergleich dazu lässt sich anhand der Zähldaten der Effekt einer Sperrung ablesen. Im Übrigen kann nicht ausgeschlossen werden, dass ortskundige Fahrer inzwischen regelmäßig, also auch ohne Sperrung, den „Hot Spot“ am Märkischen Ring meiden und damit nicht weiter auf die einzelne Sperrung reagieren. Insofern ist nicht nur die relative Zahl der LKW-Fahrten, sondern auch die absolute Zahl zur Beurteilung der Luftreinhaltemaßnahme relevant.

 

Auswertung

 

In der nachfolgenden Tabelle sind die DTV-Werte (durchschnittlichen täglichen Verkehrsstärken aller Tage) für die Zählstelle Märkischer Ring / Finanzamt seit 2004 dargestellt. Es werden dabei alle Tageswerte berücksichtigt, deren Fehlerquote unter 1% liegen. Jahresbedingte Besonderheiten (Ferienzeit, Feiertage, usw.) werden nicht berücksichtigt.

 

 

Jahresbedingte Besonderheiten

 

2004                 Zähldaten wurde erst ab dem 01.05.2004 erfasst

 

2005                 Zähldaten wurden nur bis zum 06.02.2005 erfasst. Verwaltungsinterner Umzug im Februar 2005. Da nach dem Umzug der PC für die Datenübertragung nicht mehr funktionsfähig war, wurden keine Zähldaten mehr erfasst.

 

2006                 Im Juni 2006 wurde der PC ersetzt. Ab 19.06.2006 konnten wieder Zähldaten erfasst werden. Die Fehleranfälligkeit der neuen Datenleitung zur Zählstelle war allerdings sehr hoch.

 

2007                 Seit dem 05.01.2007 ist die Datenverbindung zur Zählstelle relativ stabil. In den Zeiträumen 15.02.2007 – 30.04.2007 bzw. 01.06.2007 – 31.08.2007 lief die Test-Phase für die „Dynamische Verkehrslenkung“.

 

2008                 Bis auf wenige technische Störungen keine Besonderheiten

 

2009                 Bis auf wenige technische Störungen keine Besonderheiten

 

2010                 Seit dem 14.04.2010 ist die „Dynamische Verkehrslenkung“ aktiviert. Dadurch wird der Märkische Ring im Bereich des Finanzamtes unter bestimmten Voraussetzungen für den Lkw-Verkehr (> 3,5t) gesperrt.

 

2011                 Der Fachbereich Öffentliche Sicherheit, Verkehr, Bürgerdienste und Personenstandswesen führte regelmäßig Kontrollen am Märkischen Ring durch. Die Kontrollen fanden überwiegend am Vormittag zwischen 8:30 und 10:30 Uhr statt.

 

2012                 Im Sommer 2012 wurde für die Fahrtrichtung Rathausstraße eine spezielle Überwachungsanlage installiert. Während einer Lkw-Sperrung werden hiermit Lkw > 3,5t erfasst. Nach der Lösung anfänglicher Probleme …

 

?         LKW-Routing wird deaktiviert, aber die Anlage bleibt scharf,

?         Fahrzeugerkennung unzuverlässig,

?         es werden Omnibusse abgebildet,

?         es werden andere Fahrzeuge geblitzt, als die, die das Foto ausgelöst haben,

 

              …erfolgte am 30.10.2012 die Aufnahme des Echtzeitbetriebes.

 

Vergleich 2011 / 2012

 

Erfasste Fahrzeuge

Unabhängig von jahresbedingten Besonderheiten oder Fehlerquoten sind an der Zählstelle Märkischer Ring

 

2011              14.692.769 Kfz (davon 499.229 Lkw)

2012              13.890.949 Kfz (davon 467.289 Lkw)

 

erfasst worden. Diese Daten dürfen nicht direkt miteinander verglichen werden.

 

Um die Zählergebnisse der Jahre 2011 und 2012 miteinander vergleichen zu können, muss eine vergleichbare Ausgangssituation geschaffen werden. Für den Vergleich wird ein typischer Werktag (Mo-Fr) gewählt. Bei der Ermittlung des durchschnittlichen Tagespegels werden Tage, auf denen eine der folgenden Bedingungen zutrifft, nicht berücksichtigt:

 

-                      Samstag oder Sonntag

-                      Feiertag (einschl. „Heilig Abend“; „Silvester“)

-                      Ferientag

-                      Fehlerquote > 1% (nicht korrekte bzw. keine Zähldaten)

 

2011 erfüllen 150 Zähltage diese Bedingungen – 2012 sind es 180 Zähltage.

Für den Vergleich werden somit für jedes Jahr 150 Zähltagen berücksichtigt.

 

Vergleich der 30.Stunde

(s. HBS 2001)

Die Bemessung von Anlagen des Straßenverkehrs erfordert Kenntnisse über die maßgebende Verkehrsnachfrage, die als Bemessungsverkehrsstärke bezeichnet wird. Da aus wirtschaftlichen Gründen nicht für die höchste jemals auftretende Spitzenstunde eine Verkehrsanlage ausgelegt werden kann, wird eine gewisse Überlastungshäufigkeit akzeptiert. Als Bemessungsverkehrsstärke wird die 30.Stunde definiert. Diese erhält man, indem die stündlichen Verkehrstärken aller Stunden eines Jahres absteigend sortiert werden (Dauerlinie) und die 30.Stunde ausgewählt wird.

 

Anlehnend an diese Methode wird für den Jahresvergleich eine Dauerlinie aus den zur Verfügung stehenden Auswertungstagen erstellt (Anlage 1) und die Verkehrsstärke der 30.Stunde ausgewählt.

 

              30.Stunde 2011              3.607 Kfz/h

              30.Stunde 2012              3.525 Kfz/h

 

Durch die Aktivierung der „Dynamischen Verkehrslenkung“ im Jahr 2010 ist auch die Veränderung  des Lkw-Verkehrs von Bedeutung. Deshalb werden auch die 30.Stunden-Werte der Lkw-Belastung ermittelt (Anlage 2).

 

              30.Stunde 2011              190 Lkw/h

              30.Stunde 2012              179 Lkw/h

 

Zusätzlich werden auch die durchschnittlichen Stundenbelastungen berechnet.

 

              2011              1.906 Kfz/h

              2012              1.867 Kfz/h

 

Vergleich der durchschnittlichen Tagespegel

Als weitere Vergleichsmethode werden getrennt nach Pkw und Lkw die durchschnittlichen Tagespegel erstellt (Anlage 3 und 4). Daraus werden folgende durchschnittlichen Tagesbelastungen abgeleitet:

 

              Pkw 2011              43.971 Pkw/24h

              Pkw 2012              43.078 Pkw/24h

 

              Lkw 2011              1.767 Lkw/24h

              Lkw 2012              1.701 Lkw/24h

 

Zusammenfassung Vergleich 2011 / 2012

Der Vergleich der ermittelten Kenngrößen (s. Tabelle) zeigt, dass die Pkw-Belastung um ca. 2% gesunken ist. Die Lkw-Belastung ist noch stärker gesunken – ca. 4 – 5%.

Obwohl alle Kenngrößen geringere Belastungen als 2011 zeigen, kann man nicht von einem Abwärtstrend ausgehen. Die Werte haben ca. die Größenordnung der 2010 ermittelten Belastungszahlen. Es ist also eher wahrscheinlich, dass die Verkehrsbelastung auf dem Märkischen Ring (im Bereich Finanzamt) innerhalb einer Bandbreite konstant bleibt.

 

 

Dynamische Verkehrslenkung

 

Seit Anfang September 2010 läuft das automatisierte Programm „Dynamische Verkehrslenkung“ auf dem Verkehrsrechner. Eine Steuerung des Schwerlastverkehrs erfolgt lediglich an Werktagen (Mo-Fr, ausgenommen Feiertage) in der Zeit von 06:00 Uhr bis 20:00 Uhr (im Sommerhalbjahr bis 22:00 Uhr). Wird während der Steuerungszeiten eines der in der folgenden Tabelle genannten Sperrkriterien erkannt, so wird zunächst eine mindestens dreistündige Sperrung ausgelöst. Die Verkehrsschilder werden entsprechend automatisch geschaltet.

 

 

Auswertung der Sperrzeiten

 

Im Jahr 2012 wurden 184 Sperrungen an 142 Tagen ausgelöst – insgesamt ca. 1.306 h. An 1 Tag war die hohe NO2-Belastung am Graf-von-Galen Ring (Bedingung 5) Auslöser für die Lkw-Sperrung am Märkischen Ring.

 

Am häufigsten fand eine 3-stündige Sperrung statt (49).

An 19 Tagen wurde von 6:00Uhr bis 22:00Uhr gesperrt – die maximal mögliche Sperrdauer.

Am häufigsten wurde in der Zeit von 8:00Uhr bis 10:00Uhr Sperrungen ausgelöst.

Befolgungsrate

 

Der Effekt der dynamischen Verkehrslenkung ist direkt abhängig von dem Lkw-Anteil, der das Durchfahrverbot beachtet. Die Befolgungsrate ist das Verhältnis der Verkehrsmenge, die während einer Sperrung das Durchfahrverbot beachtet, zur Verkehrsmenge, die entstanden wäre, wenn keine Sperrung stattgefunden hätte. Da die Verkehrsmengen auf bloßen Annahmen beruhen, ist es auch nicht möglich die Befolgungsrate genau zu berechnen. Um aber eine Abschätzung vornehmen zu können, werden durchschnittliche Tagespegel ermittelt und miteinander verglichen.

 

Die Tagespegel werden aus den durchschnittlichen Stundenbelastungen ermittelt.

Eine Stunde, auf die eine der folgenden Bedingungen zutrifft, wird nicht berücksichtigt:

 

-                      Samstag oder Sonntag

-                      Feiertag (einschl. „Heilig Abend“; „Silvester“)

-                      Ferientag

-                      Fehlerquote > 1% (nicht korrekte bzw. keine Zähldaten)

 

2012 erfüllten 180 Zähltage diese Bedingungen.

 

Tagespegel 1 wird aus den Stundenbelastungen „ohne Sperrung“ ermittelt.

Beim Tagespegel 2 werden nur die Stundenbelastungen „mit Sperrung“ berücksichtigt.

 

 

Der Vergleich der Tagespegel zeigt, dass das Durchfahrverbot auch weiterhin wenig beachtet wird. Die Befolgungsrate ist in etwa gleich geblieben. In der Zeit von 8:00 Uhr – 15:00Uhr liegen die Werte bei ca. 9-23% (2011: 15-23%). Die Auswirkungen der Überwachungsanlage können hier noch nicht konkretisiert werden, da bis jetzt noch nicht genügend Datenmaterial zur Verfügung steht.

 

Verdrängte Verkehrsmengen

 

Bei der Befolgungsrate werden die Verkehrsmengen geschätzt, die während einer Sperrung das Durchfahrverbot beachten und eine andere Fahrtroute wählen. Es kann aber auch vorkommen, dass unabhängig von einer Sperrung ein Lkw-Fahrer, der vormals über den Märkischen Ring gefahren ist, heute eine andere Route wählt. Somit sind durch die variablen Sperrungen Verkehrsmengen langfristig aus dem kritischen Bereich verdrängt worden. Auch diese Verkehrsmenge kann nicht konkret ermittelt werden.

In der nachfolgenden Tabelle sind die DTV-Werte (Mo-Fr) seit 2006 dargestellt. Trotz gleichbleibender Gesamtverkehrsmenge ist der Lkw-Anteil kontinuierlich von 4,9% (2006) auf 3,8% (2012) gesunken. Absolut gesehen sind 2012 täglich ca. 500 Lkw weniger über den Märkischen Ring gefahren als 2006. Dies kann durchaus ein Indiz für verdrängte Verkehrsmengen sein.

 

 

 

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)

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Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen

 

 

gez.

Thomas Huyeng

Beigeordneter

 

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Anlagen

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Beschlüsse

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30.04.2013 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - ungeändert beschlossen

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08.05.2013 - Umweltausschuss - ungeändert beschlossen

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14.05.2013 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen