Beschlussvorlage - 0269/2013

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der  Jahresrückblick 2012 der Hagener Stadtbücherei wird zur Kenntnis genommen.

Die Jahresstatistik ist als Anlage beigefügt.

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Sachverhalt

Kurzfassung

Die Stadtbücherei Hagen informiert die Ratsgremien regelmäßig über den Entwicklungsstand der Einrichtung. Einmal jährlich wird der Jahresrückblick der Stadtbücherei vorgestellt.

Im Jahresrückblick für die Stadtbücherei Hagen erfolgt zunächst eine Rückschau auf die erbrachten Leistungen anhand von Produkten und Zielzahlen. Nach den Themen Haushaltskonsolidierung und bürgerschaftliches Engagement erfolgt abschließend ein Ausblick auf die Vorhaben der Stadtbücherei in 2013.

 

Begründung

Jahresrückblick 2012 der Hagener Stadtbücherei

 

1. Leistungsbilanz der Stadtbücherei anhand der Produkte, die im Rahmen des 

    neuen kommunalen Finanzmanagements gebildet wurden

 

1.1.            Bereitstellung von Medien und Informationen

 

Ziel: Im Jahr 2012 soll ein aktuelles und attraktives Angebot an Medien und Informationen bereitgestellt werden.

 

Zielzahl Bestand 2012:                            220.000 Medieneinheiten

Ergebnis 2012:                                           218.488 Medieneinheiten

 

Zielzahl Erneuerungsquote 2012: 8 %             

Ergebnis 2012:                              6,8 %

 

Zielzahl Entleihungen 2012:               800.000 Entleihungen

Ergebnis 2012:                                          807.548  Entleihungen

 

Unter Einberechnung der in 2012 erfolgten Zu- und Abgänge in den Büchereieinheiten Springe, Haspe und Hohenlimburg standen den Kundinnen und Kunden der Stadtbücherei am Stichtag 31.12.2012 218.488 Medieneinheiten zur Verfügung.

Der Medienbestand besteht zu 80 % aus Büchern, zu 20 % aus anderen Medien.

In den Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg wurden mehr Medien ausgesondert als neu beschafft. Dies erfolgte in Hinblick darauf, dass für beide Büchereieinheiten zukünftig die Unterbringung in alternativen Räumlichkeiten mit einem geringeren Platzangebot geplant ist. Die Zielvorgabe bei der Erneuerungsquote wurde mit 6,8 % leicht unterschritten. Ursache hierfür sind Bearbeitungsrückstände bei der Einarbeitung der neuen Medien durch die späte Freigabe des Neuanschaffungsetats der Stadtbücherei.

 

Nachdem im Jahr 2010 mit 856.491 Entleihungen die höchste Zahl in der gesamten Geschichte der Stadtbücherei Hagen erreicht wurde, gibt es seit 2011 in allen drei Büchereieinheiten Rückgänge bei der Anzahl der Entleihungen: Dieser Rückgang setzte sich auch im Jahr 2012 fort; es wurden 807.548 Entleihungen erzielt.

 

 

Der Rückgang in den Stadtteilbüchereien resultiert in erster Linie aus der vierwöchigen Schließungszeit in den Sommerferien und über Weihnachten, die aufgrund von  Personalabbau auch in 2012 erforderlich war.

In der Zentralbibliothek haben die „Scheiben“ in der Gunst der Entleiherinnen und Entleiher erneut verloren: Die geringeren Entleihungen bei Musik-CDs, Hörbüchern und CD-ROMs deuten auf ein geändertes Kundenverhalten (z.B.Nutzung von Internet-Angeboten) hin. Problematisch ist zudem die Präsentation der „Scheiben“ im Bestand der Stadtbücherei: Die Aufstellung in Standardregalen ist für Musik-CDs, Hörbücher und CD-ROMs ungeeignet; es fehlen jedoch investive Mittel für den Kauf geeigneter Präsentationsmöbel.

Trotz des Rückgangs bei den Entleihungen konnte die Zielzahl von 800.000 Entleihungen wieder überschritten werden.

 

Erstmals wurde bei den Entleihungen der Stadtbücherei auch die Anzahl der Downloads gezählt. Die Stadtbücherei hat sich mit der Erweiterung des Medienangebots um sogenannte e-Medien der Herausforderung gestellt, dem permanenten Wandel der Medienwelt und den daraus resultierenden Nachfragen der Büchereikundinnen und –kunden gerecht zu werden. Seit dem 29.Oktober 2012 gibt es in Hagen die „Onleihe“ im Rahmen der „Onleihe Hellweg Sauerland e.V.“, einem Verbund aus mittlerweile 21 teilnehmenden Städten bzw. Bibliotheken unter Federführung der Stadtbücherei Hamm. Im Jahr 2012 haben bereits 440 Hagener Kundinnen und Kunden die Onleihe  genutzt und 3.300 e-Medien heruntergeladen.

 

1.2.            Veranstaltungs- und Programmarbeit

 

Ziel: Lesen und Kultur sollen gefördert und die Medienkompetenz der Entleiher soll

        gesteigert werden. Eine aktive Freizeitgestaltung soll unterstützt werden.

 

Zielzahl Führungen von Gruppen und Schulklassen 2012:                                          150

Ergebnis 2012:                                                                                                                              134

 

Zielzahl Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene 2012:              250

Ergebnis 2012:                                                                                                                              268

 

Leseförderung und Förderung der Medien- und Recherchekompetenz stehen weiterhin im Mittelpunkt der Programmarbeit der Stadtbücherei: 2012 wurden 134 Führungen von Gruppen und Schulklassen mit insgesamt 3.147 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Die Zielzahl von 150 Führungen konnte nicht erreicht werden: Da im Jahr 2012 aufgrund der Vakanz der Leitung der Kinder- und Jugendbücherei seit Oktober weniger Personal für diesen Bereich zur Verfügung stand, sank die Zahl der Führungen von 145 im Jahr 2011 auf 134 in 2012. Nach wie vor ist das Interesse der Hagener Schulen und der Einrichtungen der vorschulischen Bildung an diesem Angebot der Stadtbücherei groß. Einige Schulen kommen im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen mit der Stadtbücherei; viele Schulen, insbesondere im Grundschulbereich, kommen aufgrund der langjährig bestehenden guten persönlichen Kontakte mit dem Fachpersonal der Springe und dem Fachpersonal in den Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg. 

Insgesamt 5.046 Besucherinnen und Besucher haben die 268 Veranstaltungen der Stadtbücherei genutzt. Im Angebot für Kinder waren unter anderem regelmäßige Vorlesestunden, Bilderbuchkinos, Kinderaktionstage und vieles mehr. Natürlich war die Stadtbücherei auch wieder an der „Leselust“ beteiligt, dem Kinder- und Jugendbuchfestival in Hagen und Umgebung im November 2012. Speziell für Jugendliche gab es in den Sommerferien den SommerLeseClub, der mit

273 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und 2.099 gelesenen Büchern wieder ein

großer Erfolg war. Im Angebot für Erwachsene waren bewährte Reihen wie „Hagen wörtlich“ oder die „LebensLangeLeseLust“ sowie Lesungen mit bekannten Autorinnen und Autoren. Ein neues Veranstaltungsformat unter dem Titel „Texte + Töne“ führten die Mitarbeiter der Musikabteilung in Zusammenarbeit mit der benachbarten Musikschule ein: Die Veranstaltungen dieser Reihe verbinden literarische und andere Texte mit der passenden Musik  und stießen bei den Besucherinnen und Besuchern auf durchweg positive Resonanz.

 

Die Stadtbücherei bietet ein Forum für Ausstellungen, Austausch und Kommunikation: Regelmäßig wurden auch 2012 Medien aus dem eigenen Bestand präsentiert; hinzu kamen Ausstellungen mit Kooperationspartnern aller Art. An vielen Samstagen waren zudem Hagener Einrichtungen zu Gast, die mit Infoständen auf ihre Arbeit aufmerksam machten: Neben „Stammgästen“ wie der VHS, der Musikschule, dem Netzwerk Demenz, dem Allerwelthaus und der Verbraucherzentrale waren erstmals auch der SGV und das Hagener Finanzamt mit Infos vor Ort.

 

Stadtbüchereien sind „Frequenzbringer“: Das beweist die unverändert hohe Zahl von durchschnittlich 700 bis 800 Besucherinnen und Besuchern täglich, die im Jahr 2012 die Stadtbücherei auf der Springe besucht und für die Belebung des Bereichs zwischen Marktplatz und Elbershallen gesorgt haben.

 

1.3.            Projekte

 

Wie bereits unter 1.1. dargestellt konnte am 29.Oktober 2012 die Ausleihe von

e-Medien, die sogenannte Onleihe, starten. Diese Erweiterung des Medienangebots

der Stadtbücherei Hagen wurde aus Mitteln der Bibliotheksförderung NRW unterstützt:

Das Land NRW hat 70 Prozent der Kosten in Höhe von 21.200 Euro für dieses Vorhaben als Zuweisung gewährt (14.840 Euro); der Eigenanteil der Stadt Hagen betrug 6.360 Euro.

 

2. Haushaltskonsolidierung

 

Laut Ratsbeschluss vom 16.12.2010 bleiben die Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg erhalten, werden aber als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung in überwiegend ehrenamtlich geführte Büchereien umgewandelt. Im Jahr 2012 wurde daher weiter daran gearbeitet, diesen Ratsbeschluss umzusetzen und das Konzept zur Umwandlung der Stadtteilbüchereien auch in Haspe zu realisieren. Die Stadtteilbücherei Hohenlimburg arbeitet bereits seit 01.01.12 im Mischmodell Hauptamt/Ehrenamt.

Die konzeptionellen Grundlagen für die Veränderungen in der Stadtteilbücherei Haspe (zukünftiges Bestandsprofil, Personalkonzept und Öffnungszeiten) wurden in einer Vorlage dargestellt und  am 30.08.12 von der Bezirksvertretung Haspe beschlossen. Der 2011 für die Hasper Stadtteilbücherei gegründete Förderverein „LeseZeichen e.V.“ kümmerte sich um die Anwerbung von Freiwilligen für die Mitarbeit vor Ort. Ab Herbst 2012 wurden diese ehrenamtlichen Kräfte in der Stadtteilbücherei geschult und mit der Ausleihverbuchung der Stadtbücherei vertraut gemacht.

Der Vertrag zur Zusammenarbeit zwischen der Stadt Hagen und dem Förderverein „LeseZeichen e.V.“ wurde am 20.12.12 unterzeichnet; damit konnte das neue Personalmodell in Haspe wie geplant am 02.01.13 starten.

 

Die Umwandlung der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg in überwiegend ehrenamtlich geführte Büchereien führte zum Abbau von 2 weiteren Planstellen aus dem Stellenkontingent der Stadtbücherei. Der aktuelle Stellenplan der Stadtbücherei umfasst 30 Planstellen. Insgesamt wurden im Zuge der Haushaltskonsolidierung seit dem Jahr 2000 11 Planstellen bei der Stadtbücherei abgebaut.

 

3. Bürgerschaftliches Engagement in der Stadtbücherei Hagen

 

Seit über 10 Jahren engagieren sich Ehrenamtler in der und für die Stadtbücherei Hagen. Im Jahr 2012 ist ihre Zahl mit 105 erstmals auf über 100 angestiegen.

Als Plattform für die ehrenamtliche Arbeit auf der Springe oder in den Stadtteilbüchereien stehen drei Fördervereine bereit, aber auch ohne Mitgliedschaft in einem dieser Vereine ist die Mitarbeit von Ehrenamtlern willkommen. Viele Veranstaltungen für die Zielgruppen Kinder und Senioren könnten ohne die Unterstützung von Ehrenamtlern gar nicht angeboten werden.

 

In den Stadtteilbüchereien Hohenlimburg und Haspe sind die Ehrenamtler seit 01.01.2012 bzw. 01.01.2013 unverzichtbarer Bestandteil der Büchereiarbeit. In der Stadtteilbücherei Hohenlimburg gibt es nun über 1 Jahr Erfahrung mit dem Mischmodell aus hauptamtlichem und ehrenamtlichem Personal an der Verbuchungstheke.

21 ehrenamtliche Kräfte teilen sich in der Stadtteilbücherei Hohenlimburg die zu besetzenden Ausleihschichten und tragen eigenverantwortlich dafür Sorge, dass in jeder Ausleihschicht ehrenamtliche Unterstützung gewährleistet ist. Mit diesem großen Personalpool (rechnerisch gibt es 3 Ehrenamtler für jede Ausleihschicht) wurde in 2012 sichergestellt, dass keine Schließungen einzelner Ausleihtage erforderlich wurden. Ein solch großer Pool an Ehrenamtlern wirkt sich aber nachteilig auf das routinemäßige Beherrschen von Arbeitsabläufen aus. Hier sind die hauptamtlichen Kräfte in den Stadtteilbüchereien gefordert, die die Ehrenamtler im Büchereialltag mit Rat und Tat begleiten und unterstützen. Zudem sind in regelmäßigen Abständen Nachschulungen erforderlich, die ab 2013 zunächst verstärkt mit den Hohenlimburger Ehrenamtlern durchgeführt werden sollen.   

 

 

 

 

4. Ausblick auf 2013

 

Mit Umsetzung des Ratsbeschlusses vom 16.12.10 wurde die Zukunft der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg personell gesichert. Aufgabe der Verwaltung für die Jahre 2013 und 2014 wird sein, weitere Schritte in die Zukunft zu beschreiten und die Stadtteilbüchereien in neuen Räumlichkeiten unterzubringen.

Für die Stadtteilbücherei Haspe stehen diese neuen Räumlichkeiten bereits fest: Die Unterbringung im Torhaus Haspe ist seit längerer Zeit geplant. Für die Stadtteilbücherei Hohenlimburg steht der endgültige neue Standort noch nicht fest.

 

Auch die Stadtbücherei auf der Springe steht vor einer großen Veränderung: In den Jahren 2013 und 2014 soll hier der Verbuchungsbetrieb auf Selbstverbuchung durch die Kundinnen und Kunden der Stadtbücherei umgestellt werden. Projektmittel aus der Landesförderung NRW für Bibliotheken sind beantragt; Start der Umstellung wird nach jetzigem Planungsstand im Herbst 2013 sein.

 

Die Verlagerung beider Stadtteilbüchereien und die Einführung der Selbstverbuchung auf der Springe – drei große Vorhaben, die über die tägliche Arbeit hinaus eine besondere Herausforderung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbücherei darstellen. In bester Hagener Tradition stellt  damit auch die Stadtbücherei einen Ort des „stetigen Wandels“ dar – und das sicher auch noch in den nachfolgenden Jahren.

 

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Auswirkungen

 

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Beschlüsse

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10.04.2013 - Bezirksvertretung Hohenlimburg - ungeändert beschlossen

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18.04.2013 - Bezirksvertretung Haspe - ungeändert beschlossen

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08.05.2013 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - vertagt

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18.06.2013 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen