Berichtsvorlage - 0087/2013

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Stadt Hagen dankt der Kulturstiftung der Länder sowie allen Förderern des Ankaufs des Privatarchivs Manfred Osthaus für die großzügige Unterstützung. 

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Sachverhalt

Begründung

 

Dem Osthaus Museum Hagen ist es gelungen, einen wesentlichen Ankauf zur Erweiterung des Karl Ernst Osthaus-Archivs zu realisieren. Dank der erneuten großzügigen Unterstützung der Kulturstiftung der Länder sowie weiterer Förderer aus Hagen kann ein Konvolut von mehr als 500 Briefen aus dem Nachlass von Karl Ernst und Gertrud Osthaus im Wert von 65.000 €  erworben werden.

 

Es handelt es sich um Dokumente aus dem persönlichen Nachlass von Gertrud Osthaus (1880-1975), der Gattin des Hagener Folkwang-Museumsgründers. Die Korrespondenz aus der Zeit von 1899 bis 1920 liefert ein eindrucksvolles Bild von Leben und Wirken des in der Kunstwelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr einflussreichen Ehepaares Osthaus und schließt weitere Lücken im Archivbestand zu Karl Ernst Osthaus und der Folkwang-Ära. Eigentümer des Archivs waren die Erben des Architekten und Stadtplaners Manfred Osthaus, der am 24. Januar 2012 verstarb.

 

Aufgrund der Konsolidierung können seitens der Stadt Hagen keinerlei Mittel für einen Ankauf zu Verfügung gestellt werden. Um die Komplettierung und Sicherung des für die Hagener Geschichte so wichtigen Archivs zu ermöglichen, stellte das Osthaus Museum Hagen bei der Kulturstiftung der Länder einen Antrag für eine Erwerbungsförderung in Höhe eines Drittels der Kaufsumme. Unterstützt von zwei Gutachten maßgeblicher Fachleute, des Osthaus-Kenners Prof. Dr. Rainer Stamm, Direktor des Niedersächsischen Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg sowie von Prof. Tilo Brandis, ehem. Leiter der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek Berlin, wurde der Antrag positiv beschieden.

 

Umfang und Inhalte

Bei dem Privatarchiv Manfred Osthaus in Bremen handelt es sich um Dokumente aus dem persönlichen Nachlass von Gertrud Osthaus (1880-1975), der Gattin des Hagener Folkwang-Museumsgründers Karl Ernst Osthaus (1874-1921). Insgesamt umfasst der Nachlass ca. 35 Mappen mit jeweils bis zu 50 Einzeldokumenten. Die Gesamtzahl des Konvolutes wird auf ca. 500-600 Autographen und Dokumente geschätzt. Der Zeitraum der Korrespondenz reicht von 1899 bis 1920. Die Schriftstücke liefern ein eindrucksvolles Bild von Leben und Wirken des in der Kunstwelt zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr einflussreichen Ehepaares Osthaus.

 

Unter anderem gehört zu dem Archiv ein umfangreiches Konvolut von Briefen Karl Ernst Osthaus’ an seine Braut Gertrud Colsman, geschrieben von den zahlreichen Reisen, die Osthaus im Rahmen seiner frühen Unternehmungen im Vorfeld der Museumsgründung unternahm. Die Stationen seiner Reisen und seine Sammlungsinteressen lassen sich anhand dieser Berichte rekonstruieren.

 

Eine große Zahl von Briefen umfasst Schreiben von Künstlern, Architekten, Kuratoren, Kunsthandwerkern, Journalisten, Galeristen und anderen Persönlichkeiten aus der Kulturszene der ersten beiden Jahrzehnte des 20. Jhs., vor allem an Gertrud Osthaus, deren Bedeutung und Anteil an der Arbeit des Folkwang deutlicher als bisher belegt werden kann. Die Schreiben beziehen sich oft auf konkrete Vorhaben (Kunstankäufe, Ausstellungen, Publikationen, Empfehlungen).

 

Unter anderem sind folgende Persönlichkeiten und Institutionen vertreten (Nennung in alphabetischer Reihenfolge): Alexander Archipenko, Johannes Auerbach, Galerie Arnold, Wladimir Bechtejeff, Peter Behrens, Paul Cassirer, Familie Colsman, Le Corbusier, Willy Cuno, Theodor Däubler, Elisabeth Duncan, Paula Deetjen, Adolf Erbslöh, Elisabeth Foerster-Nietzsche, Ernst Fuhrmann, Ida Gerhardi, Ernst Gosebruch, Ludwig von Hofmann, Gottfried Heinersdorff, Alexej von Jawlensky, Ludwig Justi, Ernst Ludwig Kirchner, Moissej Kogan, Oskar Kokoschka, August Kuth, Else Lasker-Schüler, Johannes L.M. Lauweriks, Melchior Lechter, Wilhelm Lehmbruck, Martin Luserke, Julius Meier-Graefe, Fritz Meyer-Schönbrunn, Iwan Morosow, Emil Nolde, Max Oppenheimer, Auguste Renoir, Christian Rohlfs, Alexander Sacharoff, Max Sauerlandt, Karl Scheffler, Karl Schmidt-Rottluff, Milly Steger, Adolphe Stoclet, Jan Thorn Prikker, Hugo von Tschudi, Henry van de Velde, Marianne Werefkin, Karl With, Karl Wolfskehl

 

Bereits im Jahr 1998 unterstützte die Kulturstiftung der Länder, gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern, den Erwerb eines Konvolutes für das Karl Ernst Osthaus-Archiv im Osthaus Museum Hagen. Aus dem Besitz der Nachfahren von Karl Ernst Osthaus konnten damals rund 500 Briefe bedeutender Künstler der klassischen Moderne erworben werden. In der von der Kulturstiftung der Länder herausgegebenen „Patrimonia“-Reihe wurden in Band 189, erschienen im Jahr 2000, die neu erworbenen „Briefe an Karl Ernst Osthaus“ vorgestellt.

 

Förderung von Hagener Vereinen und Privatpersonen

Die Unterstützung durch die Kulturstiftung der Länder bot die Basis für die Acquise der restlichen Kaufsumme. An der Finanzierung beteiligten sich mit jeweils erheblichen Anteilen die drei dem Osthaus Museum assoziierten Vereine Karl Ernst Osthaus Bund, Henry van de Velde-Gesellschaft sowie die Freunde des Osthaus Museums. Anlässlich eines im September 2012 durch den Karl Ernst Osthaus Bund ausgerichteten Sommerfestes am Hohenhof, dem Wohnhaus von Karl Ernst Osthaus, erklärten sich weitere Hagenerinnen und Hagener bereit, den Ankauf ebenfalls mit bedeutenden Summen zu fördern. Schließlich schuf der bekannte Hagener Künstler Horst Becking einen Siebdruck als Patenaktie, deren Verkaufserlös die Kaufsumme vervollständigte.

 

Die Dokumente werden in das Karl Ernst Osthaus-Archiv integriert und Wissenschaftlern als Basis für ihre Forschungen zur Kunst- und Kulturgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts zur Verfügung gestellt. Durch die Erweiterung wird der wissenschaftliche Wert des Osthaus-Archivs gesteigert. Insbesondere die Bedeutung von Gertrud Osthaus als einer zentralen Figur der internationalen Kunst- und Museumsgeschichte des 20. Jahrhunderts lässt sich anhand der neu erworbenen Briefe noch deutlicher herausarbeiten.

 

Die Stadt Hagen und das Osthaus Museum Hagen danken allen Förderern des Ankaufs sehr herzlich für die großzügige Unterstützung!

 

 

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

(Bitte ankreuzen und Teile, die nicht benötigt werden löschen.)

 

Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen

 

Maßnahme

konsumtive Maßnahme

x

investive Maßnahme

 

konsumtive und investive Maßnahme

 

Rechtscharakter

x

Beschluss RAT, HFA, BV, Ausschuss, sonstiges

 

 

1.      Konsumtive Maßnahme

 

Teilplan:

 

Bezeichnung:

 

Produkt:

 

Bezeichnung:

 

Kostenstelle:

 

Bezeichnung:

 

 

 

Kostenart

Lfd. Jahr

Folgejahr 1

Folgejahr 2

Folgejahr 3

Ertrag (-)

 

€

€

€

€

Aufwand (+)

 

€

€

€

€

Eigenanteil

 

€

€

€

€

 

Kurzbegründung:

x

Finanzierung kann ergebnisneutral (außer-/überplanmäßige Bereitstellung mit Deckung) gesichert werden.

 

2.      Investive Maßnahme

 

Teilplan:

2520

Bezeichnung:

Kunstmuseen

Finanzstelle:

5.800085

Bezeichnung:

Karl-Ernst-Osthaus-Museum

 

 

Finanzpos.

Gesamt

lfd. Jahr

Folgejahr 1

Folgejahr 2

Folgejahr 3

Einzahlung(-)

681700

681800

62.736,00€

2.264,00€

62.736,00€

  2.264,00€

€

€

€

Auszahlung (+)

783100

65.000,00€

65.000,00€

€

€

€

Eigenanteil

 

0,00€

0,00€

€

€

€

 

 

 

 

Kurzbegründung:

x

Finanzierung ist im lfd. Haushalt bereits eingeplant/gesichert

 

Finanzierung kann gesichert werden (außer-/überplanmäßige Bereitstellung mit Deckung)

 

Finanzierung kann nicht gesichert werden (der Kreditbedarf wird sich erhöhen)

 

 

3.      Auswirkungen auf die Bilanz

(nach vorheriger Abstimmung mit der Finanzbuchhaltung)

 

Aktiva:

(Bitte eintragen)

Die Kosten für den Ankauf des Privatarchivs Manfred Osthaus in Höhe von 65.000 €

sind als Anschaffungs- und Herstellungskosten in der Bilanz zu aktivieren.

Abschreibungsaufwand entsteht nicht, da Kunstgegenstände keiner Abschreibung

unterliegen.

 

Passiva:

(Bitte eintragen)

Parallel zu den aktivierungsfähigen Anschaffungs- und Herstellungskosten sind auf

der Passivseite Sonderposten in gleicher Höhe (65.000,00 €) zu bilden. Diese stellen

die Finanzierung der Anschaffung dar.

Analog zu Aktivseite erfolgt keine ertragswirksame Auflösung des Sonderpostens.

 

 

 

 

gez. Thomas Huyeng

 

Beigeordneter

 

gez.

Bei finanziellen Auswirkungen:

Christoph Gerbersmann

Stadtkämmerer

 

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Beschlüsse

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23.04.2013 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen