Beschlussvorlage - 0135/2012
Grunddaten
- Betreff:
-
Jahresrückblick 2011 der Hagener Stadtbücherei
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB48 - Bildung und Kultur
- Bearbeitung:
- Cornelia Steinbach
- Beteiligt:
- VB3 Vorstandsbereich für Jugend und Soziales, Integration, Bildung und Kultur
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Entscheidung
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08.03.2012
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Sachverhalt
Kurzfassung
Die
Stadtbücherei Hagen informiert die Ratsgremien regelmäßig über den
Entwicklungsstand der Einrichtung. Einmal jährlich wird der Jahresrückblick der
Stadtbücherei vorgestellt.
Im
Jahresrückblick für die Stadtbücherei Hagen erfolgt zunächst eine Rückschau
auf
die erbrachten Leistungen anhand von Produkten und Zielzahlen. Nach den Themen
Haushaltskonsolidierung und bürgerschaftliches Engagement erfolgt abschließend
ein Ausblick auf die Vorhaben der Stadtbücherei in 2012.
Begründung
Jahresrückblick
2011 der Hagener Stadtbücherei
1. Leistungsbilanz der Stadtbücherei anhand der
Produkte, die im Rahmen des
neuen
kommunalen Finanzmanagements gebildet wurden
1.1.
Bereitstellung
von Medien und Informationen
Ziel: Im Jahr 2011 soll
ein aktuelles und attraktives Angebot an Medien und Informationen
bereitgestellt werden.
Zielzahl Bestand 2011: 220.000 Medieneinheiten
Ergebnis 2011: 219.049
Medieneinheiten
Zielzahl Erneuerungsquote
2011: 8 %
Ergebnis 2011: 8,25 %
Zielzahl Entleihungen
2011: 800.000 Entleihungen
Ergebnis 2011: 831.422
Entleihungen
Unter Einberechnung der in
2011 erfolgten Zu- und Abgänge in den Büchereieinheiten Springe, Haspe und
Hohenlimburg stehen den Kundinnen und Kunden der Stadtbücherei am Stichtag
Der Medienbestand besteht
zu 80 % aus Büchern, zu 20 % aus anderen Medien.
In den Stadtteilbüchereien
Haspe und Hohenlimburg wurden mehr Medien ausgesondert als neu beschafft. Dies
erfolgte in Hinblick darauf, dass für beide Büchereieinheiten zukünftig die
Unterbringung in alternativen Räumlichkeiten mit einem geringeren Platzangebot
geplant ist. Die Zielvorgabe bei der Erneuerungsquote wurde mit 8,25 % leicht
übertroffen.
Nachdem im Jahr 2010 mit
856.491 Entleihungen die höchste Zahl in der gesamten Geschichte der
Stadtbücherei Hagen erreicht wurde, gab es 2011 in allen drei Büchereieinheiten
Rückgänge bei der Anzahl der Entleihungen auf insgesamt
831.422 Entleihungen. Der Rückgang in den Stadtteilbüchereien resultiert
in erster Linie aus der vierwöchigen Schließungszeit in den Sommerferien und
über Weihnachten, die aufgrund von Personalabbau in 2011 erstmals notwendig
wurde.
In der Stadtteilbücherei
Hohenlimburg wurde zudem erneut der Zugang zur Bücherei durch eine
Baustellensituation erschwert (Abbruch Parkhaus).
In der Zentralbibliothek
haben die „Scheiben“ in der Gunst der Entleiherinnen und Entleiher
verloren: Die geringeren Entleihungen bei Musik-CDs, Hörbüchern und CD-ROMs
deuten auf ein geändertes Kundenverhalten hin (Downloads, Nutzung von
e-Medien). Problematisch
ist zudem die Präsentation der „Scheiben“ im Bestand der
Stadtbücherei: Die Aufstellung in Standardregalen ist für Musik-CDs, Hörbücher
und CD-ROMs ungeeignet; es fehlen jedoch investive Mittel für den Kauf
geeigneter Präsentationsmöbel.
1.2.
Veranstaltungs-
und Programmarbeit
Ziel: Lesen und Kultur
sollen gefördert und die Medienkompetenz der Entleiher soll
gesteigert werden. Eine aktive
Freizeitgestaltung soll unterstützt werden.
Zielzahl Führungen von
Gruppen und Schulklassen 2011: 150
Ergebnis 2011: 145
Zielzahl Veranstaltungen
für Kinder, Jugendliche und Erwachsene 2011: 250
Ergebnis 2011: 331
Im Bereich Programmarbeit
wurden 145 Führungen von Gruppen und
Schulklassen mit insgesamt 2.807
Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Vier neue Kooperationspartner
konnten im Rahmen der Bildungspartnerschaft mit den Hagener Schulen gewonnen werden:
Die Hauptschule Altenhagen, die Gesamtschule Eilpe,
das Fichte-Gymnasium und
die Grundschule Emst kooperieren zukünftig mit der Stadtbücherei in den
Bereichen Leseförderung und Förderung der Medienkompetenz.
Im Bereich der Leseförderung hat die Stadtbücherei im
Jahr 2011 die Arbeit im vorschulischen Bereich erweitert: Die Aktion „Meine erste VorleseTasche“
setzt bei den kleinsten Hagenerinnen und Hagenern an und passiert in
Kooperation mit den Hagener Kinderärzten. Die VorleseTaschen werden seit November
2011 von den Kinder- und Jugendärzten an alle Familien bei den
Vorsorgeuntersuchungen für dreijährige Kinder (U7a) verteilt. Ziel der Aktion
ist, Eltern beim Vorlesen durch einen von der Stadtbücherei erstellten Ratgeber
mit Anregungen und Tipps rund um Bücher zu unterstützen. Gleichzeitig wird auf
die speziellen Angebote der Stadtbücherei für kleinere Kinder verstärkt
aufmerksam gemacht. In den Wochen seit Start der Aktion sind bereits über 1.100
VorleseTaschen gepackt und den Kinderärzten zur Weiterverteilung übergeben
worden. Die Aktion, die nur durch die Unterstützung von Sponsoren durchgeführt
werden konnte, ist für zunächst drei Jahre finanziell gesichert, soll aber
dauerhaft angeboten werden.
Insgesamt 5.582 Besucherinnen und Besucher haben
die 331 Veranstaltungen der
Stadtbücherei genutzt. Im Angebot für Kinder waren unter anderem regelmäßige
Vorlesestunden, Bilderbuchkinos, Kinderaktionstage, Europa-Rallyes, Reisen um
die Welt und Begegnungen mit Autoren. Natürlich war die Stadtbücherei auch
wieder an der „Leselust“ beteiligt, dem Kinder- und
Jugendbuchfestival in Hagen und Umgebung im Februar 2011. In den Sommerferien
gab es den SommerLeseClub, der mit
362 Teilnehmerinnen und
Teilnehmern und 2.200 gelesenen Büchern wieder ein großer Erfolg war. Im
Angebot für Erwachsene waren bewährte Reihen wie „Hagen wörtlich“
oder die „LebensLangeLeseLust“, Lesungen mit bekannten Autorinnen
und Autoren sowie ein Improtheater anlässlich der „Langen Nacht der
Bibliotheken“ im November 2011.
Die Stadtbücherei bietet
ein Forum für Ausstellungen, Austausch
und Kommunikation: Der Ausstellungsbereich in der Zentrale auf der Springe
war 2011 kontinuierlich mit Ausstellungen gefüllt, die teils aus eigenem
Bestand, teils mit Hilfe von Kooperationspartnern wie der Deutsch-Finnischen
Gesellschaft, dem Allerwelthaus oder der
Verbraucherzentrale bestückt wurden. An vielen Samstagen waren zudem Hagener
Einrichtungen zu Gast, die mit Infoständen auf ihre Arbeit aufmerksam machten:
Hierzu gehörten beispielsweise das Netzwerk Demenz, die Polizei, die
Verbraucherberatung, die VHS und der Förderverein der Stadtbücherei.
Stadtbüchereien sind „Frequenzbringer“: Das
beweist die unverändert hohe Zahl von durchschnittlich 800 Besucherinnen und Besuchern täglich, die im Jahr 2011 die
Stadtbücherei auf der Springe besucht und für die Belebung des Bereichs
zwischen Marktplatz und Elbershallen gesorgt haben.
1.3.
Projekte
Aufgrund fehlender
Eigenmittel konnten 2011 keine mit Mitteln der Bibliotheksförderung NRW
unterstützte Projekte durchgeführt werden.
2. Haushaltskonsolidierung
Laut
Ratsbeschluss vom
Dieses
Konzept wurde ab Juli 2011 in den politischen Gremien beraten und am
die
ersten vier Wochen im „Mischmodell Hauptamt/Ehrenamt“ sind ohne
Probleme verlaufen.
In
der Stadtteilbücherei Haspe startet das neue Personalmodell erst zum
Die
Umwandlung der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg in überwiegend
ehrenamtlich geführte Büchereien wirkt sich auch auf den Stellenplan der
Stadtbücherei aus: Zum
3. Bürgerschaftliches Engagement in der
Stadtbücherei Hagen
Seit
nunmehr 10 Jahren ist bürgerschaftliches Engagement in der Stadtbücherei Hagen
selbstverständlich: Als Plattform für die ehrenamtliche Arbeit in der Zentrale
oder in den Stadtteilbüchereien stehen drei Fördervereine bereit, aber auch
ohne Mitgliedschaft in einem dieser Vereine ist die Mitarbeit von Ehrenamtlern
willkommen. Über 90 Ehren- amtler haben die Stadtbücherei 2011 unterstützt.
Viele Veranstaltungen für die Zielgruppen Kinder und Senioren könnten ohne die
Unterstützung von Ehrenamtlern gar nicht angeboten werden; über das
„Mischmodell“ zum Erhalt der Stadtteilbüchereien ist oben schon
berichtet worden. Dabei profitieren die Ehrenamtler von der Unterstützung durch
die hauptamtlichen Kräfte der Stadtbücherei, die mit Rat und Tat die
Ehrenamtler im Alltag begleiten.
Aus
Gesprächen und Rückmeldungen der Ehrenamtler ist erkennbar, dass die Motivation
für eine Betätigung in der Stadtbücherei groß ist. Da keine monetäre Vergütung
durch die Stadt Hagen erfolgen kann, ist es aber besonders wichtig, dass die
Arbeit als sinnstiftend und als persönliche Bereicherung empfunden wird.
Ehrenamtliche Arbeit macht daher in Bereichen keinen Sinn, in denen die Gefahr
besteht, dass sich Ehrenamtler „ausgenutzt“ fühlen. Einer dieser
Bereiche ist offensichtlich die Arbeit im Sortierraum der Stadtbücherei auf der
Springe. Seit dem Beginn 2008 gibt es eine große Fluktuation in diesem Bereich;
Höhepunkt war das Jahr 2011, in dem sechs Ehrenamtler die Arbeit im Sortierraum
aufgekündigt haben. Auch im neuen Jahr mehren sich die Absagen; eine
verlässliche Zusammenarbeit ist nicht möglich. Aus diesem Grund hat sich die
Stadtbücherei entschlossen, Sortierarbeiten in der Stadtbücherei auf der
Springe nicht mehr als Arbeitsbereich für Ehrenamtler zu bewerben.
4. Ausblick auf 2012
Die
Botschaft des Ratsbeschlusses vom
Darüber
hinaus stellt sich die Stadtbücherei im Jahr 2012 der Herausforderung, ihr
Medienangebot an die aktuelle Medienwelt anzupassen. Mit Unterstützung durch
die Bibliotheksförderung des Landes NRW ist der Einstieg in die sogenannte
Onleihe geplant, die Ausleihe von e-Medien im Verbund „Onleihe
Hellweg-Sauerland e.V.“
Nicht
nur mit Einführung der Onleihe, sondern auf allen Feldern der Büchereiarbeit
positive Akzente setzen in 2012 – dies ist der Wunsch aller
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbücherei, um weiterhin ein gutes
Büchereiangebot für Hagen bereitstellen zu können.
