Beschlussvorlage - 0135/2012

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Jahresrückblick 2011 der Hagener Stadtbücherei wird zur Kenntnis genommen. Die Jahresstatistik ist als Anlage beigefügt.

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Sachverhalt

Kurzfassung

Die Stadtbücherei Hagen informiert die Ratsgremien regelmäßig über den Entwicklungsstand der Einrichtung. Einmal jährlich wird der Jahresrückblick der Stadtbücherei vorgestellt.

 

Im Jahresrückblick für die Stadtbücherei Hagen erfolgt zunächst eine Rückschau

auf die erbrachten Leistungen anhand von Produkten und Zielzahlen. Nach den Themen Haushaltskonsolidierung und bürgerschaftliches Engagement erfolgt abschließend ein Ausblick auf die Vorhaben der Stadtbücherei in 2012.

 

Begründung

Jahresrückblick 2011 der Hagener Stadtbücherei                          

 

1.  Leistungsbilanz der Stadtbücherei anhand der Produkte, die im Rahmen des 

     neuen kommunalen Finanzmanagements gebildet wurden

 

1.1.           Bereitstellung von Medien und Informationen

 

Ziel: Im Jahr 2011 soll ein aktuelles und attraktives Angebot an Medien und Informationen bereitgestellt werden.

 

Zielzahl Bestand 2011:                   220.000 Medieneinheiten

Ergebnis 2011:                                219.049 Medieneinheiten

 

Zielzahl Erneuerungsquote 2011: 8 %     

Ergebnis 2011:                              8,25 %

 

Zielzahl Entleihungen 2011:            800.000 Entleihungen

Ergebnis 2011:                               831.422  Entleihungen

 

Unter Einberechnung der in 2011 erfolgten Zu- und Abgänge in den Büchereieinheiten Springe, Haspe und Hohenlimburg stehen den Kundinnen und Kunden der Stadtbücherei am Stichtag 31.12.2011 219.049 Medieneinheiten zur Verfügung.

Der Medienbestand besteht zu 80 % aus Büchern, zu 20 % aus anderen Medien.

In den Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg wurden mehr Medien ausgesondert als neu beschafft. Dies erfolgte in Hinblick darauf, dass für beide Büchereieinheiten zukünftig die Unterbringung in alternativen Räumlichkeiten mit einem geringeren Platzangebot geplant ist. Die Zielvorgabe bei der Erneuerungsquote wurde mit 8,25 % leicht übertroffen.

 

Nachdem im Jahr 2010 mit 856.491 Entleihungen die höchste Zahl in der gesamten Geschichte der Stadtbücherei Hagen erreicht wurde, gab es 2011 in allen drei Büchereieinheiten Rückgänge bei der Anzahl der Entleihungen auf insgesamt

831.422 Entleihungen. Der Rückgang in den Stadtteilbüchereien resultiert in erster Linie aus der vierwöchigen Schließungszeit in den Sommerferien und über Weihnachten, die aufgrund von Personalabbau in 2011 erstmals notwendig wurde.

 

In der Stadtteilbücherei Hohenlimburg wurde zudem erneut der Zugang zur Bücherei durch eine Baustellensituation erschwert (Abbruch Parkhaus).

In der Zentralbibliothek haben die „Scheiben“ in der Gunst der Entleiherinnen und Entleiher verloren: Die geringeren Entleihungen bei Musik-CDs, Hörbüchern und CD-ROMs deuten auf ein geändertes Kundenverhalten hin (Downloads, Nutzung von

e-Medien). Problematisch ist zudem die Präsentation der „Scheiben“ im Bestand der Stadtbücherei: Die Aufstellung in Standardregalen ist für Musik-CDs, Hörbücher und CD-ROMs ungeeignet; es fehlen jedoch investive Mittel für den Kauf geeigneter Präsentationsmöbel.   

 

1.2.           Veranstaltungs- und Programmarbeit

 

Ziel: Lesen und Kultur sollen gefördert und die Medienkompetenz der Entleiher soll

        gesteigert werden. Eine aktive Freizeitgestaltung soll unterstützt werden.

 

Zielzahl Führungen von Gruppen und Schulklassen 2011:                                150

Ergebnis 2011:                                                                                                       145

 

Zielzahl Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene 2011:      250

Ergebnis 2011:                                                                                                       331

 

Im Bereich Programmarbeit wurden 145 Führungen von Gruppen und Schulklassen mit insgesamt 2.807 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Vier neue Kooperationspartner konnten im Rahmen der Bildungspartnerschaft mit den Hagener Schulen gewonnen werden: Die Hauptschule Altenhagen, die Gesamtschule Eilpe,

das Fichte-Gymnasium und die Grundschule Emst kooperieren zukünftig mit der Stadtbücherei in den Bereichen Leseförderung und Förderung der Medienkompetenz. 

 

Im Bereich der Leseförderung hat die Stadtbücherei im Jahr 2011 die Arbeit im vorschulischen Bereich erweitert: Die Aktion „Meine erste VorleseTasche“ setzt bei den kleinsten Hagenerinnen und Hagenern an und passiert in Kooperation mit den Hagener Kinderärzten. Die VorleseTaschen werden seit November 2011 von den Kinder- und Jugendärzten an alle Familien bei den Vorsorgeuntersuchungen für dreijährige Kinder (U7a) verteilt. Ziel der Aktion ist, Eltern beim Vorlesen durch einen von der Stadtbücherei erstellten Ratgeber mit Anregungen und Tipps rund um Bücher zu unterstützen. Gleichzeitig wird auf die speziellen Angebote der Stadtbücherei für kleinere Kinder verstärkt aufmerksam gemacht. In den Wochen seit Start der Aktion sind bereits über 1.100 VorleseTaschen gepackt und den Kinderärzten zur Weiterverteilung übergeben worden. Die Aktion, die nur durch die Unterstützung von Sponsoren durchgeführt werden konnte, ist für zunächst drei Jahre finanziell gesichert, soll aber dauerhaft angeboten werden.

 

 

 

 

 

 

 

Insgesamt 5.582 Besucherinnen und Besucher haben die 331 Veranstaltungen der Stadtbücherei genutzt. Im Angebot für Kinder waren unter anderem regelmäßige Vorlesestunden, Bilderbuchkinos, Kinderaktionstage, Europa-Rallyes, Reisen um die Welt und Begegnungen mit Autoren. Natürlich war die Stadtbücherei auch wieder an der „Leselust“ beteiligt, dem Kinder- und Jugendbuchfestival in Hagen und Umgebung im Februar 2011. In den Sommerferien gab es den SommerLeseClub, der mit

362 Teilnehmerinnen und Teilnehmern und 2.200 gelesenen Büchern wieder ein großer Erfolg war. Im Angebot für Erwachsene waren bewährte Reihen wie „Hagen wörtlich“ oder die „LebensLangeLeseLust“, Lesungen mit bekannten Autorinnen und Autoren sowie ein Improtheater anlässlich der „Langen Nacht der Bibliotheken“ im November 2011.

 

Die Stadtbücherei bietet ein Forum für Ausstellungen, Austausch und Kommunikation: Der Ausstellungsbereich in der Zentrale auf der Springe war 2011 kontinuierlich mit Ausstellungen gefüllt, die teils aus eigenem Bestand, teils mit Hilfe von Kooperationspartnern wie der Deutsch-Finnischen Gesellschaft, dem Allerwelthaus  oder der Verbraucherzentrale bestückt wurden. An vielen Samstagen waren zudem Hagener Einrichtungen zu Gast, die mit Infoständen auf ihre Arbeit aufmerksam machten: Hierzu gehörten beispielsweise das Netzwerk Demenz, die Polizei, die Verbraucherberatung, die VHS und der Förderverein der Stadtbücherei.

 

Stadtbüchereien sind „Frequenzbringer“: Das beweist die unverändert hohe Zahl von durchschnittlich 800 Besucherinnen und Besuchern täglich, die im Jahr 2011 die Stadtbücherei auf der Springe besucht und für die Belebung des Bereichs zwischen Marktplatz und Elbershallen gesorgt haben.

 

1.3.           Projekte

 

Aufgrund fehlender Eigenmittel konnten 2011 keine mit Mitteln der Bibliotheksförderung NRW unterstützte Projekte durchgeführt werden.

 

 

2.  Haushaltskonsolidierung

 

Laut Ratsbeschluss vom 16.12.2010 bleiben die Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg erhalten und werden in überwiegend ehrenamtlich geführte Büchereien umgewandelt. Ziel im Jahr 2011 war daher, diesen Ratsbeschluss umzusetzen und ein geeignetes Konzept zur Umwandlung der Stadtteilbüchereien zu erstellen.

 

Dieses Konzept wurde ab Juli 2011 in den politischen Gremien beraten und am 14.07.2011 vom Rat der Stadt Hagen verabschiedet. Ab Herbst 2011 wurden die ehrenamtlichen Kräfte der Stadtteilbücherei Hohenlimburg geschult und mit der Ausleihverbuchung der Stadtbücherei vertraut gemacht. In einer intensiven Lernphase vor Ort bereiteten sich die Ehrenamtlichen auf ihren Einsatz vor. Mit Stichtag

01.01.2012 startete das neue Personalmodell in der Stadtteilbücherei Hohenlimburg;

die ersten vier Wochen im „Mischmodell Hauptamt/Ehrenamt“ sind ohne Probleme verlaufen.

 

In der Stadtteilbücherei Haspe startet das neue Personalmodell erst zum 01.01.2013. Am 09.November 2011 wurde der Förderverein „LeseZeichen e.V.“ gegründet, der in 2012 gemeinsam mit der Stadtbücherei an der Umwandlung der Stadtteilbücherei Haspe zum „Mischmodell Hauptamt/Ehrenamt“ arbeiten wird.

 

Die Umwandlung der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg in überwiegend ehrenamtlich geführte Büchereien wirkt sich auch auf den Stellenplan der Stadtbücherei aus: Zum 31.12.2011 wurden 2 weitere Planstellen abgebaut; der aktuelle Stellenplan der Stadtbücherei umfasst nun 30 Planstellen. Insgesamt wurden seit dem Jahr 2000 bei der Stadtbücherei 11 Planstellen abgebaut.

 

 

3.  Bürgerschaftliches Engagement in der Stadtbücherei Hagen

 

Seit nunmehr 10 Jahren ist bürgerschaftliches Engagement in der Stadtbücherei Hagen selbstverständlich: Als Plattform für die ehrenamtliche Arbeit in der Zentrale oder in den Stadtteilbüchereien stehen drei Fördervereine bereit, aber auch ohne Mitgliedschaft in einem dieser Vereine ist die Mitarbeit von Ehrenamtlern willkommen. Über 90 Ehren- amtler haben die Stadtbücherei 2011 unterstützt. Viele Veranstaltungen für die Zielgruppen Kinder und Senioren könnten ohne die Unterstützung von Ehrenamtlern gar nicht angeboten werden; über das „Mischmodell“ zum Erhalt der Stadtteilbüchereien ist oben schon berichtet worden. Dabei profitieren die Ehrenamtler von der Unterstützung durch die hauptamtlichen Kräfte der Stadtbücherei, die mit Rat und Tat die Ehrenamtler im Alltag begleiten.

 

Aus Gesprächen und Rückmeldungen der Ehrenamtler ist erkennbar, dass die Motivation für eine Betätigung in der Stadtbücherei groß ist. Da keine monetäre Vergütung durch die Stadt Hagen erfolgen kann, ist es aber besonders wichtig, dass die Arbeit als sinnstiftend und als persönliche Bereicherung empfunden wird. Ehrenamtliche Arbeit macht daher in Bereichen keinen Sinn, in denen die Gefahr besteht, dass sich Ehrenamtler „ausgenutzt“ fühlen. Einer dieser Bereiche ist offensichtlich die Arbeit im Sortierraum der Stadtbücherei auf der Springe. Seit dem Beginn 2008 gibt es eine große Fluktuation in diesem Bereich; Höhepunkt war das Jahr 2011, in dem sechs Ehrenamtler die Arbeit im Sortierraum aufgekündigt haben. Auch im neuen Jahr mehren sich die Absagen; eine verlässliche Zusammenarbeit ist nicht möglich. Aus diesem Grund hat sich die Stadtbücherei entschlossen, Sortierarbeiten in der Stadtbücherei auf der Springe nicht mehr als Arbeitsbereich für Ehrenamtler zu bewerben. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.  Ausblick auf 2012

 

Die Botschaft des Ratsbeschlusses vom 16.12.10 lautet: Es gibt eine Zukunft für die Stadtteilbüchereien in Hagen. Der gute Start des Modells Hauptamt/Ehrenamt in der Stadtteilbücherei Hohenlimburg am 01.01.2012 lässt erwarten, dass die Stadtteilbücherei Haspe 2013 in gleicher Weise folgen wird. Die Weichen hierfür müssen in diesem Jahr gestellt werden. Vorzubereiten ist außerdem die zukünftige Unterbringung der Stadtteilbücherei Haspe, die voraussichtlich Ende 2013 in neue Räumlichkeiten im Torhaus Haspe umziehen wird.

 

Darüber hinaus stellt sich die Stadtbücherei im Jahr 2012 der Herausforderung, ihr Medienangebot an die aktuelle Medienwelt anzupassen. Mit Unterstützung durch die Bibliotheksförderung des Landes NRW ist der Einstieg in die sogenannte Onleihe geplant, die Ausleihe von e-Medien im Verbund „Onleihe Hellweg-Sauerland e.V.“

 

Nicht nur mit Einführung der Onleihe, sondern auf allen Feldern der Büchereiarbeit positive Akzente setzen in 2012 – dies ist der Wunsch aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbücherei, um weiterhin ein gutes Büchereiangebot für Hagen bereitstellen zu können.

 

 

 

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Beschlüsse

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08.03.2012 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen