Berichtsvorlage - 0981/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum HSK 2011 - urspr. Vorlage 0959/2010 - lfd. Nr. 6 (Stadtsauberkeit: Bürger an Reinigungsarbeiten beteiligen - dabei Anreiz durch Gutscheine (Theater, Schwimmbäder) schaffen)
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- VB4 Vorstandsbereich für Recht, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Bürgerdienste und Umwelt
- Beteiligt:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte; FB32 - Öffentliche Sicherheit und Ordnung; FB60 - Verkehr, Immobilien, Bauverwaltung und Wohnen; FB69 - Umweltamt; HEB - Hagener Entsorgungsbetrieb; WBH - Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Hagen-Mitte
|
Vorberatung
|
|
|
|
09.11.2011
| |||
|
●
Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
|
Vorberatung
|
|
|
|
09.11.2011
| |||
|
●
Erledigt
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|
Bezirksvertretung Haspe
|
Vorberatung
|
|
|
|
10.11.2011
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Umweltausschuss
|
Vorberatung
|
|
|
|
10.11.2011
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Hohenlimburg
|
Vorberatung
|
|
|
|
23.11.2011
| |||
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
|
Vorberatung
|
|
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|
23.11.2011
| |||
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●
Erledigt
|
|
Haupt- und Finanzausschuss
|
Vorberatung
|
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01.12.2011
| |||
|
●
Erledigt
|
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Rat der Stadt Hagen
|
Entscheidung
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|
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|
15.12.2011
|
Sachverhalt
Kurzfassung
Im Zusammenhang mit einem
Bürgervorschlag im Rahmen der Arbeiten am Haushaltskonsolidierungskonzept 2011,
Bürgerengagement auf dem Gebiet der Stadtsauberkeit zu nutzen und hierfür
Anreize zu schaffen, wurde geprüft, in welchem Maße schon Ehrenamtliche in
diesem Bereich eingesetzt sind. Zusätzlich
wurde untersucht, welche weiteren, vergleichbaren Betätigungsfelder bestehen und welche Grenzen
beim Einsatz von Bürgerinnen und Bürgern berücksichtigt werden müssen
Die Verwaltung kommt zu dem
Schluss, dass der Einsatz von Paten bzw. ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern
- unter Berücksichtigung des notwendigen organisatorischen Verwaltungs- und
finanziellen Aufwands -, für bestimmte Maßnahmen möglich ist. Es wird außerdem
erwartet, dass vor allem mit der Einführung der Ehrenamtskarte zum 01.01.2012
nicht nur mehr Bürgerengagement eingeworben werden kann, sondern mit diesem
Instrument vor allem auch attraktive Anreize geschaffen werden.
Begründung
Für das
Haushaltssicherungskonzepts 2011 haben Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hagen
verschiedene Vorschläge zur Reduzierung der Ausgaben bzw. Erhöhung der
Einnahmen bei der Stadtverwaltung Hagen gemacht. Diese wurden in der Vorlage
0959/2010 vorgestellt. Der Rat hat in der Sitzung am 16.12.2010 hierzu eine Liste von
Prüfaufträgen beschlossen. Mit Berichtsvorlage 0633/2011 vom 21.06.2011 wurde generell
und bezogen auf alle Vorschläge über den Sachstand informiert.
Die Ergebnisse der
umfassenden Prüfung des Vorschlags Nr. 6 (Stadtsauberkeit:
Bürger an Reinigungsarbeiten beteiligen – dabei Anreize durch Gutscheine
(Theater, Schwimmbäder) schaffen) werden
im Folgenden beschrieben:
Das Thema Stadtsauberkeit stand in den
zurückliegenden 10 Jahren aus unterschiedlichen Blickwinkeln im Fokus der
sowohl öffentlich geführten, als auch in den städtischen Gremien ausgetragenen
Debatten. Überwiegend wurde dabei das Ziel verfolgt, ein tragfähiges Modell zu
entwickeln, das aus verschiedenen aufeinander abgestimmten Bausteinen besteht.
Ein Aspekt war dabei stets, nicht nur ordnungsrechtlich und repressiv
aufzutreten, sondern nach Möglichkeiten die Einbeziehung der Bevölkerung und
ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer anzustreben und auf diese Weise einen
nachhaltigen Beitrag zur Stadtsauberkeit zu erreichen.
Diese Vorlage bezieht sich, einem
Bürgervorschlag zum Haushaltssicherungskonzept 2011 folgend, im Wesentlichen auf die in Hagen gängige Praxis und
auf die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes Ehrenamtlicher auf dem Gebiet
der Stadtsauberkeit.
Anfang des
Jahres ist schon einmal mit der Vorlage 0096/2011 unter dem Tagesordnungspunkt
"Stadtsauberkeit und Grünpflege -
Schaffung von Patenschaften (Anwohner, Firmen) für Straßen, Grünanlagen usw."
im Haupt- und Finanzausschuss, in der Bezirksvertretung Mitte sowie in der
Sitzung des Rates am 24.02.2011 darüber berichtet worden, dass der
Einsatz von Paten bzw. ehrenamtlichen Helfern, unter Berücksichtigung des
notwendigen organisatorischen Verwaltungsaufwandes, für bestimmte Maßnahmen
grundsätzlich möglich ist.
Es ist auch darüber informiert worden, dass in vielen Städten und Gemeinden die Übernahme
entsprechender Patenschaften bereits üblich ist und dass es auch in Hagen einige
Patenschaften gibt, bei denen Bürgerinnen und Bürger z.B. Baumscheiben vor
ihrer Haustür pflegen. Unabhängig von diesen Patenschaften verbleibt allerdings
die Verkehrssicherungspflicht bei der
Stadt und entbindet somit beispielsweise auch nicht von der Durchführung
regelmäßiger Kontrollen und entsprechender Dokumentationspflichten. Weiterhin
ist zu beachten, dass der Pflegeeinsatz der Paten zwar zu einer finanziellen
Entlastung der Stadt führen kann, der auf diese Weise erreichbare
Konsolidierungsbeitrag jedoch im Hinblick auf den erhöhten organisatorischen
Verwaltungsaufwand nicht abschätzbar ist.
Unabhängig
von einem denkbaren Konsolidierungsbeitrag werde wegen der höheren
Identifikation der Paten mit ihrer Stadt eine verstärkte Durchführung von
Patenschaften seitens der Verwaltung aber auf jeden Fall begrüßt und aktiv
unterstützt.
In
der Zwischenzeit wurde darüber hinaus geprüft, welche Arten von Arbeiten auf
dem Gebiet der "Stadtsauberkeit" mit der Unterstützung ehrenamtlicher
Kräfte konkret durchgeführt werden können. Dabei ist zu berücksichtigen, dass
bereits seit Jahren ehrenamtliche Helferinnen und Helfer teilweise erhebliche
Arbeiten im Rahmen der verfolgten "Gesamtkonzeption Stadtsauberkeit"
leisten, die im Folgenden kurz skizziert werden:
Ausgangslage:
Das
nach intensiven Beratungen zwischen der Stadt Hagen, dem Hagener Entsorgungsbetrieb
GmbH (HEB) und der Kommunalpolitik im Jahr 2001 beschlossene Gesamtkonzept
Stadtsauberkeit basiert bekanntlich auf den folgenden 3 Säulen:
- Verstärkte
Reinigung durch den HEB in der Hagener Innenstadt und in innenstadtnahen
Bereichen (Teile von Altenhagen und Wehringhausen),
- Verstärkte
Kontrollmaßnahmen und restriktive Ahndung von Umweltverstößen
zur Vermeidung von Verschmutzungen sowie
- Einbeziehung
der Bürgerinnen und Bürger durch intensive Öffentlichkeitsarbeit
in die Maßnahmen zur Verbesserung der Stadtsauberkeit.
Im
Jahr 2006 wurde mit der Vorlage 0726/2006 in der Sitzung des Rates am 09.11.2006
darüber berichtet, dass das Stadtsauberkeitskonzept mit dem Ziel überprüft
wurde, den Sauberkeitsstandard im gesamten Stadtgebiet wirkungsvoll erhöhen zu
können. Neben verschiedenen weiteren Optimierungsvorschlägen wurde seinerzeit
als Teilziel erkannt, (dass) "…die jährlichen Reinigungsaktionen in
Zusammenarbeit mit Kindergärten, Schulen, Vereinen und weiteren Einrichtungen,
nach den Erfolgen der zurückliegenden Jahre, fester Bestandteil des
Stadtsauberkeitskonzeptes werden (sollen). Auf diese Weise werde eine Erhöhung
des ehrenamtlichen Anteils an der Umwelterziehung angestrebt."
Der zunehmende Stellenwert
des Einsatzes Ehrenamtlicher - auch bezogen auf den Sektor
"Stadtsauberkeit" - war
bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich absehbar. Die im Jahre 2006 zitierten
"Erfolge" beziehen sich vor allem auf die seitdem einmal jährlich
durchgeführte Reinigungsaktion "Saubere Stadt Hagen".
Kurzbeschreibung der
Reinigungsaktion "Saubere Stadt
Hagen"
Die
regelmäßigen, seit Jahren stattfindenden Aktionen zur Stadtsauberkeit erfolgen
unter intensiver Mitwirkung der Bevölkerung. Sie haben sich als sehr sinnvoll
erwiesen und flankieren in vorbildlicher Weise die gebührenfinanzierten
Reinigungsleistungen des HEB. In zurückliegenden Jahren wurden dabei auch
Randstreifen bestimmter Gewässer in die Reinigungsaktionen einbezogen.
Die
Bestrebungen, die Verbesserung der Stadtsauberkeit vor allen Dingen auch nachhaltig
im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern, finden ihren Niederschlag auch in
der intensiven Bearbeitung dieses wichtigen Themas unter pädagogischer
Anleitung durch geschulte Fachkräfte u. a. in Kindergärten und
Kindertagesstätten.
Grundsätzlich diente und
dient die Aktion primär umweltpädagogischen denn Reinigungszielen. Deshalb
wurden in den ersten drei Jahren parallel auch umweltpädagogischer
Fachunterricht in den Hagener Grund- und Förderschulen, also im Primarbereich,
angeboten.
Alle Teilnehmer an der
Reinigungsaktion erhalten Handschuhe und Müllbeutel, die aus Mitteln der Stadt
und den Bezirksvertretungen finanziert (in 2011 vom HEB zur Verfügung gestellt)
und vom HEB beschafft werden. Außerdem erhalten alle Organisationen und
Einrichtungen als Dank jedes Jahr eine Urkunde, die KiGas darüber hinaus kleine
Stoffbiber (HEB-Maskottchen). Einige Bezirke haben in der Vergangenheit am Ende
der Samstagssammlung eine Helferfete für alle Beteiligten (finanziert aus
eigenen Mitteln) angeboten.
In diesem Jahr wurde die
Sammlung jedoch nur noch durch Schulen und Kindergärten durchgeführt. Die
Bezirksverwaltungen hatten sich dafür ausgesprochen, die Vereine und sonstigen
Organisationen nicht mehr einzubinden, da die Zahl der Vereine und der dort
gebundenen Teilnehmer jährlich sinkend war. Außerdem war zu beobachten, dass
die Reinigungsaktion auch dazu genutzt wurde, eigenen Müll oder Sperrgut zu
entsorgen.
Die folgende Tabelle
enthält detaillierte Daten über die Zahl der beteiligten Organisationen und der
ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer:
Übersicht Aktion "Saubere Stadt Hagen" -
Beteiligung der Bezirke -
|
2005 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bezirk |
Organis. |
Teiln. |
Kigas |
Teiln. |
Schulen |
Teiln. |
Summe |
Summe |
|
Einrich-tungen |
Personen |
|||||||
|
Mitte |
15 |
281 |
14 |
581 |
14 |
1465 |
55 |
2327 |
|
Eilpe-Dahl |
11 |
143 |
6 |
196 |
5 |
340 |
22 |
679 |
|
Haspe |
27 |
360 |
11 |
308 |
12 |
1140 |
50 |
1808 |
|
Hohen-limburg |
14 |
174 |
4 |
121 |
7 |
943 |
25 |
1362 |
|
Nord |
13 |
166 |
12 |
246 |
7 |
560 |
32 |
972 |
|
Gesamt |
92 |
1124 |
47 |
1452 |
45 |
4488 |
184 |
7049 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
2006 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bezirk |
Organis. |
Teiln. |
Kigas |
Teiln. |
Schulen |
Teiln. |
Summe |
Summe |
|
Einrichtungen |
Personen |
|||||||
|
Mitte |
20 |
263 |
7 |
213 |
17 |
1800 |
44 |
2276 |
|
Eilpe-Dahl |
11 |
173 |
3 |
121 |
4 |
203 |
18 |
497 |
|
Haspe |
25 |
233 |
9 |
390 |
10 |
769 |
44 |
1392 |
|
Hohen-limburg |
5 |
84 |
4 |
175 |
6 |
426 |
15 |
685 |
|
Nord |
21 |
248 |
9 |
269 |
8 |
577 |
38 |
1094 |
|
Gesamt |
82 |
1001 |
32 |
1168 |
45 |
3781 |
159 |
5950 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
2007 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bezirk |
Organis. |
Teiln. |
Kigas |
Teiln. |
Schulen |
Teiln. |
Summe |
Summe |
|
Einrichtungen |
Personen |
|||||||
|
Mitte |
15 |
218 |
10 |
306 |
12 |
764 |
37 |
1288 |
|
Eilpe-Dahl |
10 |
120 |
6 |
179 |
4 |
213 |
20 |
512 |
|
Haspe |
23 |
279 |
8 |
290 |
10 |
1140 |
41 |
1436 |
|
Hohen-limburg |
2 |
12 |
4 |
95 |
4 |
460 |
10 |
567 |
|
Nord |
14 |
202 |
6 |
100 |
8 |
313 |
28 |
615 |
|
Gesamt |
64 |
831 |
34 |
970 |
38 |
2890 |
136 |
4418 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
2008 |
|
|
|
|
|
|||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bezirk |
Organis. |
Teiln. |
Kigas |
Teiln. |
Schulen |
Teiln. |
Summe |
Summe |
|
Einrichtungen |
Personen |
|||||||
|
Mitte |
21 |
296 |
11 |
555 |
18 |
1375 |
50 |
2226 |
|
Eilpe-Dahl |
12 |
138 |
4 |
115 |
5 |
325 |
21 |
578 |
|
Haspe |
17 |
126 |
8 |
391 |
10 |
1166 |
35 |
1683 |
|
Hohen-limburg |
5 |
115 |
3 |
131 |
4 |
433 |
12 |
679 |
|
Nord |
19 |
263 |
8 |
215 |
4 |
263 |
31 |
741 |
|
Gesamt |
74 |
938 |
34 |
1407 |
41 |
3562 |
149 |
5907 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
2009 |
|
|
|
|
|
|||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bezirk |
Organis. |
Teiln. |
Kigas |
Teiln. |
Schulen |
Teiln. |
Summe |
Summe |
|
Einrichtungen |
Personen |
|||||||
|
Mitte |
17 |
287 |
15 |
387 |
17 |
1161 |
49 |
1825 |
|
Eilpe-Dahl |
14 |
148 |
5 |
101 |
6 |
320 |
25 |
569 |
|
Haspe |
19 |
193 |
6 |
234 |
12 |
1221 |
37 |
1648 |
|
Hohen-limburg |
8 |
119 |
4 |
134 |
5 |
489 |
17 |
742 |
|
Nord |
12 |
178 |
5 |
134 |
6 |
364 |
23 |
676 |
|
Gesamt |
70 |
915 |
35 |
990 |
46 |
3555 |
151 |
5460 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
2010 |
|
|
|
|
|
|||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bezirk |
Organis. |
Teiln. |
Kigas |
Teiln. |
Schulen |
Teiln. |
Summe |
Summe |
|
Einrichtungen |
Personen |
|||||||
|
Mitte |
15 |
211 |
14 |
321 |
19 |
1.257 |
48 |
1.789 |
|
Eilpe-Dahl |
5 |
39 |
4 |
115 |
5 |
335 |
14 |
489 |
|
Haspe |
17 |
185 |
11 |
350 |
12 |
1.244 |
40 |
1.779 |
|
Hohen-limburg |
6 |
147 |
4 |
180 |
5 |
631 |
15 |
958 |
|
Nord |
20 |
149 |
9 |
197 |
9 |
680 |
38 |
1.026 |
|
Gesamt |
63 |
732 |
42 |
1.163 |
50 |
4.147 |
155 |
6.039 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
2011 |
|
|
|
|
|
|||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bezirk |
Organis. |
Teiln. |
Kigas |
Teiln. |
Schulen |
Teiln. |
Summe |
Summe |
|
Einrichtungen |
Personen |
|||||||
|
Mitte |
0 |
0 |
16 |
344 |
18 |
1.314 |
34 |
1.658 |
|
Eilpe-Dahl |
1 |
10 |
4 |
116 |
5 |
342 |
10 |
468 |
|
Haspe |
0 |
0 |
12 |
383 |
11 |
1.135 |
23 |
1.518 |
|
Hohen-limburg |
0 |
0 |
5 |
188 |
8 |
652 |
13 |
840 |
|
Nord |
2 |
70 |
6 |
123 |
7 |
462 |
15 |
655 |
|
Gesamt |
3 |
80 |
43 |
1154 |
49 |
3905 |
95 |
5.139 |
Im Rahmen jeder
Reinigungsaktion gelang es bislang auf diese Weise, in insgesamt ca. 80.000
geleisteten Arbeitsstunden jährlich ca. 20 t Abfall zu sammeln und zur Entsorgung
zur Verfügung zu stellen (bei angenommener zweistündiger Reinigung pro Aktionsteilnehmer)!
Neben dieser alljährlichen
und nur mit tatkräftiger Unterstützung einer großen Zahl ehrenamtlicher
Helferinnen und Helfer möglichen Kampagne verdienen es auch die folgenden Aktivitäten,
ebenfalls als erfolgreiche Beispiele für ehrenamtliches Engagement vorgestellt zu
werden:
"Waldreinigungspatenschaften im Hagener
Stadtwald"
Schon seit 39 Jahren
setzen sich Vereine und Gruppen in Kooperation mit dem Forstamt der Stadt Hagen
für die Sauberkeit im Hagener Stadtwald ein. Dieses ehrenamtliche und
unentgeltliche Engagement für die Landschaft und den Wald verdient ebenfalls
hohe Anerkennung. Die Palette der Vereine (insgesamt 20), die sich an den
Waldreinigungspatenschaften beteiligen, ist sehr vielfältig, z.B.: St.
Georgs-Pfadfinder, Sauerländischer Gebirgsverein, Naturfreunde Hagen,
Vespa-Club, Alpenverein-Sektion Hagen, Loßröcke Boele, Erlebnisgarten Emst
(Städt. Kindergarten), CVJM Hagen, Gartenverein Am Südhang in Haspe.
Die beteiligten Vereine
und Gruppen sammeln selbstständig 1 - 2-mal jährlich in dem jeweiligen
Patenrevier. Die jährlichen Abfallmengen, die aus dem Wald entsorgt werden
müssen, sind von durchschnittlich 50 t erfreulicherweise auf 28 t gesunken. Die
Vorbildfunktion der saubereren Waldflächen durch das Engagement der Ehrenamtlichen
zeigt sichtbare Erfolge.
Wenn 19 Vereine und
Gruppen ehrenamtlich mit durchschnittlich 10 Personen nur einmal jährlich für 3
Stunden aktiv werden, ergeben sich auf diese Weise 570 Arbeitsstunden.
Die Therapeutische
Facheinrichtung Deerth ist mit 2 Personen jeweils 2 Std. x 50 Wochen im
Wehringhauser Bachtal mit ca. 200 Arbeitsstunden im Bereich Waldreinigung
engagiert. Es werden somit insgesamt rd. 770 Arbeitsstunden ehrenamtlich geleistet.
"Patenschaft
Stadtgarten Hagen e.V."
Im
Jahr 2010 gründete sich die "Patenschaft Stadtgarten Hagen e.V.".
Ziel des Vereins ist es, den Stadtgarten in Hagen durch Einzelmaßnahmen
aufzuwerten. So wurden beispielsweise in 2010 Staudenflächen und Gehölzflächen
gepflegt und nachgepflanzt, sowie etliche Blumenzwiebeln gesetzt. Alle
Maßnahmen waren zuvor mit dem Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) abgestimmt.
Für
den Bereich des Stadtgartenteiches hat der Verein ein Entenhaus gebaut und in
Absprache mit der BV Mitte, 69 und 67 aufgestellt. Konkret wurde ein ca. 100 cm
x 100 cm großes aus Holz gefertigtes Haus schwimmend in der Teichmitte, für die
Parkbesucher nicht erreichbar, platziert.
Auf-
und Abbau sowie eventuelle Reparaturen erfolgen ausschließlich durch den
Verein. Sollten die winterlichen Witterungsverhältnisse einen Abbau
erforderlich machen, wird eine Einlagerung beim WBH erfolgen.
Aus
der Sicht der WBH wird betont, dass alle durch den Verein durchgeführten Maßnahmen
der Verbesserung des Erscheinungsbildes im Stadtgarten dienen und einen Teil
der Dinge auffangen, die aufgrund von Konsolidierungsmaßnahmen nicht mehr durch
die Verwaltung geleistet werden können. Entlastungen bei den standardmäßig zu
leistenden Arbeiten erfolgen auf diese Weise - wenn überhaupt - nur in einem geringen
Umfang.
"Bewirtschaftung des Taubenschlags
Rathausstraße"
Im Jahr 2004 wurde
bekanntlich zur tierschutzgemäßen Eindämmung der Taubenpopulation in der
Hagener Innenstadt und zur Reduzierung der Verschmutzung durch Taubenkot unter
finanzieller Unterstützung des Tierschutzvereins Hagen und Umgebung e.V. ein
Taubenschlag in den Räumlichkeiten des ehemaligen Stadtarchivs eingerichtet.
Die Betreuung dieses Taubenschlags wird weitestgehend durch eine ehrenamtliche
Kraft sichergestellt, die zeitweise (z. B. an Wochenenden und Feiertagen) von
weiteren ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern unterstützt wird.
Im Rahmen der Errichtung
der geplanten Einkaufspassage wird dieser Trakt voraussichtlich im März 2012
abgerissen, so dass die Stadt Hagen seit geraumer Zeit darum bemüht ist, einen
Ersatz- sowie einen Zusatz-Standort in der Nähe des Hauptbahnhofs zu finden.
"Landschaftswachtbezirke im Hagener
Stadtgebiet"
Auf dem Gebiet des Natur-
und Landschaftsschutzes ist u. a. das Aufgabengebiet der auf der Grundlage des
Landschaftsgesetzes NRW seit 1985 eingerichteten "Landschaftswacht"
ein Betätigungsfeld ehrenamtlicher Kräfte.
Die eingesetzten
Landschaftswächter sollen hauptsächlich die zuständigen Behörden über
nachteilige Veränderungen in der Landschaft informieren und darauf hinwirken,
dass Schäden von Natur und Landschaft abgehalten werden. Hierzu gehört vor
allem auch die Hinweisgeberfunktion mit Blick auf vorgefundene
Abfallablagerungen und sonstige Verunreinigungen.
Die Stadt Hagen hat zu
diesem Zweck derzeit 19 Landschaftswacht-Bezirke eingerichtet, für die
ehrenamtliche Landschaftswächter bestellt wurden. Für diese Tätigkeiten werden
auch zukünftig interessierte Bürgerinnen und Bürger gesucht.
Weitere, aus der Sicht der Verwaltung
denkbare Betätigungsfelder:
"Patenschaften für die Gestaltung
und Unterhaltung von Kreisverkehrsinseln"
Mit der
Vorlage 0096/2011 wurde schon dargestellt, dass z.B. werbewirksame Pflanzenflächen durch die
Bezirksvertretungen für ein Firmensponsoring angeboten werden könnten. Damit
könnte beispielsweise die Bepflanzung des Kreisels Badstraße im Frühjahr,
Sommer und Herbst von Firmen gesponsert werden, die diese Maßnahmen mit Hilfe
von Gartenbauunternehmen umsetzen. Eine Jury könnte die Bepflanzung jedes Jahr
prämieren. Die bekannte Aktion "Hagen blüht auf" könnte außerdem auf
diese Weise über die Innenstadt hinaus erweitert werden.
"Patenschaften für die Sauberkeit
und Sicherheit von Container-Standorten"
Der
HEB würde es ausgesprochen begrüßen, wenn beispielsweise für bestimmte Container-Standorte
im Hagener Stadtgebiet "Paten" gefunden werden könnten, die bestimmte
Hinweisfunktionen übernehmen würden. Die Paten könnten auf diese Weise effektiv
dazu beitragen, den HEB unmittelbar über vorgefundene Verunreinigungen zu
informieren, so dass unverzüglich die Missstände beseitigt werden könnten.
"Baum-/Giess-Patenschaften für
Bäume und Anpflanzungen im öffentlichen Raum"
Die Übernahme
derartiger Patenschaften zählt zu den seit Jahren typischen ehrenamtlichen
Tätigkeiten einzelner Anwohner. In der Praxis können Sie allerdings nicht den
Einsatz eigenen Personals ersetzen. Bedingt durch Ausfallzeiten (Krankheit/Urlaub)
der Helferinnen und Helfer und einer nicht realisierbaren "flächendeckenden
Unterstützung" können die üblichen, geplanten Pflege- und
Unterhaltungsarbeiten - vor allem im Sommer - nicht entfallen.
Folgende Betätigungsfelder eignen
sich nicht für den Einsatz Ehrenamtlicher:
Der
Einsatz ehrenamtlicher Kräfte ist dort nicht möglich, wo die Stadt Hagen
bzw. der HEB oder die WBH besondere Verkehrssicherungspflichten zu beachten
haben. Dies gilt insbesondere für die Straßenreinigung, den Winterdienst
und beispielsweise auch für die Unterhaltung von Kinderspielplätzen, bei
denen vorgefundene Verunreinigungen bzw. Gefahrenstellen aus nachvollziehbaren
Gründen in jedem Falle unverzüglich zu sichern oder sofort zu beseitigen sind.
Der
Einsatz von Helfern wäre versicherungsrechtlich zwar möglich, allerdings würde
die jeweilige Einweisung und Belehrung der Kräfte sowie die notwendige Nachkontrolle
und die Dokumentation der geleisteten Arbeiten einen erheblichen Personal- und
Organisationsaufwand zur Folge haben, der die zunächst denkbaren positiven
finanziellen Effekte mehr als neutralisieren würde.
Schließlich
verbleiben auch in den Fällen die Unterhaltungs- und Pflegearbeiten für die
sonstigen städtischen Grundstücksflächen im Rahmen ihrer Eigentümerverpflichtung
bei der Stadt Hagen, die nicht Dritten entgeltlich zur Nutzung übertragen werden.
Sofern das Ausführen der Arbeiten durch städtische Dienststellen nicht möglich
ist, werden hierfür qualifizierte Unternehmen mit den Arbeiten beauftragt.
In
bestimmten Einzelfällen ist eine Übernahme der Pflege des städtischen
"fiskalischen" Grundbesitzes durch den Abschluss von unentgeltlichen
Pflegeabkommen mit Anliegern geregelt. Inhaltlich könnte man dies auch als eine
"ehrenamtliche" Aufgabenübernahme ansehen. Der Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
regelt dies z.B. durch eine nachbarschaftsrechtliche Vereinbarung (Überlassung
der Fläche zur Pflege im Gegenzug einer eingeschränkten persönlichen Nutzung).
Die Grenzen sind hier allerdings eng zu ziehen. Gleichwohl haben sich solche
Überlassungsabkommen in der Vergangenheit bewährt. Die Verwaltung ist darum
bemüht, auch weiterhin derartige Abkommen "kreativ" zu vereinbaren
und auf diese Weise den Pflegeaufwand für Bereiche, die am Besten durch die
Anlieger vor Ort gepflegt werden können, erheblich verringern zu können.
Zusammenfassung und Ausblick:
Der
Einsatz Ehrenamtlicher wird auch bei der Stadt Hagen schon seit Jahren mit Erfolg
praktiziert. Die beschriebenen, erfolgreichen Fälle sind nur exemplarisch und
nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen.
Die
Übertragung von Tätigkeiten im Rahmen einer Patenschaft bzw. eines Ehrenamtes
soll (auch aus Gründen der Haushaltskonsolidierung) ausdrücklich gefördert werden.
Ein
Einsatz ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer ist allerdings auf den Gebieten
nicht zielführend, bei denen aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht
erheblicher Personalaufwand für die nötige Einweisung und Belehrung von
Kräften, die Kontrolle sowie die Dokumentationspflichten entstehen würde bzw.
generell einzuplanende Pflege- und Unterhaltungsarbeiten nicht flächendeckend
ersetzt werden können.
Mit
der Einführung der sogenannten Ehrenamtskarte
soll zukünftig ehrenamtliches Engagement zusätzlich eingeworben und honoriert
werden.
Auf
der Grundlage der Vorlage 0440/2011 wurde in der Sitzung des Rates am 14.07.2011
über die Einführung dieser Ehrenamtskarte NRW in der Stadt Hagen beraten. Es
wurde u. a. beschlossen, die Einführung der Ehrenamtskarte NRW in Zusammenarbeit
mit der Freiwilligenzentrale in Hagen zum 01.01.2012 anzustreben.
Die Ehrenamtskarte wurde vom Land Nordrhein-Westfalen
initiiert. Partner sind die Kommunen, da "Ehrenamt" vor allem vor Ort
stattfindet. Die Landesregierung unterstützt die zuständigen Stellen in den
Kommunen bei der Einführung der Ehrenamtskarte mit Öffentlichkeitsarbeit sowie mit
Workshops und Arbeitshilfen. Zur Einführung der Ehrenamtskarte schließen die
Landesregierung und die teilnehmenden Kommunen eine Vereinbarung ab. Wie die
Kommunen räumt das Land Vergünstigungen für öffentliche Angebote ein. Beide
werben bei Firmen und Einrichtungen um deren Beteiligung am Projekt. Zu den
öffentlich initiierten Vergünstigungen gehören zum Beispiel reduzierte Eintrittspreise
für Museen, Schwimmbäder und andere öffentliche Freizeiteinrichtungen sowie
Ermäßigungen bei Volkshochschulkursen und Theatern. Beispielsweise gewähren
alle Museen des Landschaftsverbandes Rheinland Ermäßigungen von bis zu 50 %.
Die Projektpartner aus Wirtschaft, Kultur und Sport steuern beispielsweise
vergünstigte Angebote im Einzelhandel, in Restaurants, bei Reisen und Führungen
bei.
Mit der Einführung der Ehrenamtskarte besteht
zukünftig somit die Möglichkeit, die beschriebenen ehrenamtlichen Tätigkeiten
auch auf dem Gebiet der Stadtsauberkeit stärker als bislang mit attraktiven
Angeboten zu honorieren. Voraussetzung zum Erhalt der Ehrenamtskarte ist es,
dass vorab zwei Jahre ehrenamtliche Aufgaben im Umfang von 5 Stunden pro Woche
oder 250 Stunden im Jahr erbracht worden sind. (Bei Jugendlichen unter 20
Jahren ein Jahr.) Diese Hürde wird zu Beginn bezogen auf die ehrenamtlichen
Tätigkeiten im Rahmen des Erhaltes der Stadtsauberkeit möglicherweise nicht
sofort übersprungen werden - wohl aber in Kombination mit weiteren
ehrenamtlichen Tätigkeiten wie z. B. als Schöffe, als Notenwart eines
Orchesters, bei der Freiwilligen Feuerwehr, als Landschaftswächter usw.
