Beschlussvorlage - 0784/2011

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Finanzierung der Kosten für die Instandsetzung der Wegebeläge im Volkspark in Höhe von 110.000 €, die sich durch den Austausch der Porphyrplatten durch ein Betonpflaster ergeben, sind im Haushalt nicht gesichert. Die Durchführung der Maßnahme ist daher kurz- bis mittelfristig nicht realisierbar.

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Sachverhalt

Kurzfassung

Die Wegebeziehungen im Volkspark sind 1991 in Porphyr hergestellt worden. Der Plattenbelag war seinerzeit nur für die Belastung durch Fußgänger ausgelegt. Doch die gesellschaftlichen Ansprüche an die Nutzung dieser zentralen innerstädtischen Grünanlage haben sich im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte gewandelt. Die mit der geänderten Nutzung einher gehende Belastung, insbesondere die Druck- und Scherkräfte, die beim Befahren der Wege beim Auf- und Abbau von Buden, Ständen etc. auf den Plattenbelag wirken, führt neben den natürlichen Witterungseinflüssen zum erhöhten Materialverschleiß; so sind inzwischen über 30 % der Platten in besonders beanspruchten Bereichen gebrochen. Für die Instandsetzung des Wegebelags im Volkspark wird insbesondere unter Kostengesichtspunkten, als auch in Bezug auf die nachgelagerte Pflege und Unterhaltung der Wegeflächen die Empfehlung für ein durchgefärbtes Betonpflaster bzw. ein Material mit Natursteinsplittoberfläche in grau oder anthrazit ausgesprochen.

Die Kosten für die Instandsetzung der Wegefläche, durch den Austausch der Porphyrplatten durch ein Betonpflaster auf der vorhandenen Tragschicht, wurden mit 110.000 € ermittelt. Die Mittel für die Instandsetzung der Wegeflächen in Höhe von 110.000 Euro stehen derzeit jedoch im Haushalt nicht zur Verfügung. Unter der Berücksichtigung des § 82 GO NRW scheint die Umsetzung dieser Maßnahme in der oben beschriebenen Form auch kurz- und mittelfristig wenig  realistisch.

Begründung

Die Wegebeziehungen im Volkspark sind 1991 in Porphyr hergestellt worden. Bei Porphyr handelt es sich um ein vulkanisches Naturgestein. Es findet sich in Steinbrüchen in senkrecht gelegenen Platten unterschiedlicher Stärke. Die im Volkspark verlegten Platten weisen eine spaltrauhe Oberfläche und gesägte Kanten auf. Sie sind in unterschiedlichen Längen- und Breitenformaten mit sehr schmaler Fuge verlegt worden. Dadurch erscheint die Fläche angenehm ruhig und homogen, behält aber eine gewisse Lebendigkeit.

Der Plattenbelag war seinerzeit nur für die Belastung durch Fußgänger ausgelegt. Doch die gesellschaftlichen Ansprüche an die Nutzung dieser zentralen innerstädtischen Grünanlage haben sich im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte gewandelt. Die mit der geänderten Nutzung einher gehende Belastung, insbesondere die Druck- und Scherkräfte, die beim Befahren der Wege beim Auf- und Abbau von Buden, Ständen etc. auf den Plattenbelag wirken, führt neben den natürlichen Witterungseinflüssen zum erhöhten Materialverschleiß, so sind inzwischen über 30 % der Platten in besonders beanspruchten Bereichen gebrochen.

Die Verlegung der Porphyrplatten - deren Stärke natürlicher Weise zwischen 3 und 7 cm variiert - erfolgte in einem ca. 4 bis 8 cm starken Mörtelbett das als Ausgleichschicht dient, so ergibt sich eine Gesamtstärke des Pflasteraufbaus von ca. 11 cm. Zur Vermeidung von Hohlräumen, die für das Brechen unter Druckbelastung oder das Auffrieren und Lösen der Platten verantwortlich sind, wurden diese vollflächig in frischen Mörtel geklopft. Diese Verlegeart macht das Auswechseln einzelner Platten, insbesondere bei einer sehr schmalen Fuge, sehr aufwendig.

Unter wirtschaftlichen und funktionalen Gesichtspunkten ist das Auswechseln einzelner Platten daher nicht sinnvoll und wurde in der Vergangenheit auch nicht praktiziert. Die gebrochenen und aufgeworfenen Platten wurden herausgenommen und die Fläche mit Asphalt ausgefüllt. Insgesamt sind so im Volkspark in den vergangenen zwanzig Jahren bereits ca. 167 Platten herausgenommen und mit Asphalt verfüllt worden, wenn durch entstandene Brüche und Aufkantungen die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet war.

Diese Ausbesserungsarbeiten sind in der Vergangenheit mal mehr, mal weniger akurat erfogt und daher für den Besucher des Volksparks mehr oder weniger augenscheinlich. Insbesondere die letzten beiden Winter haben mit den starken, anhaltenden Frostperioden dem Plattenbelag im Volkspark sehr zugesetzt. Der „Flickenteppich“ wird immer augenscheinlicher und spiegelt deutlich die Verschlechterung des Zustands dieser Grünanlage wieder. Der sich derzeit bietende Anblick entspricht nicht mehr dem von seiner Lage her repräsentativen Charakter dieser Grünanlage. Bei einer weitergehenden Verschlechterung dieses Zustandes ist nicht mehr nur der schlechte optische Eindruck maßgebend, sondern wird auch die Verkehrssicherheit zukünftig ernstzunehmend gefährdet.

Diese Tatsache führte zu der Überlegung, den Plattenbelag letztlich in Gänze aufzunehmen und gff. neu zu verlegen oder durch einen Belag und Verbund zu ersetzen, der den o.g. unterschiedlichen Belastungen besser stand hält und bei evtl. auftretenden Schäden auch in Zukunft nachhaltig reparaturfähig ist.

Bei der Wiederverwendung der Porphyrplatten müssten diese, wie bereits am Parkeingang Karl-Marx-Straße vor ca. 10 Jahren geschehen, auf einer entsprechend statisch berechnete und ggf. bewehrte Betonplatte verlegt werden. Von den ca. 1.200 qm aufgenommenen Porphyrplatten könnte jedoch nur ein Anteil von ca. 60 bis 75% wieder eingebaut werden; dieser müsste dazu in Handarbeit von den Mörtelresten befreit werden, um auf der Betonplatte wieder in ein frisches Mörtelbett vollflächig verlegt werden zu können. Nach wenigen Jahren würde sich ein ähnliches Bild wie das Heutige präsentieren, da das Auswechseln einzelner schadhafter Platten auch weiterhin ein Problem darstellen würde. Daher erscheint es unter dem Aspekt der derzeitigen Nutzungsansprüche angebracht  auf einen anderen Wegebelag zurück zugreifen, der den Belastungen besser standhält sowie dauerhaft die Möglichkeit gewährleistet, bei punktuell auftretenden Schäden den Wegebelag aufnehmen und relativ problemlos neu verlegen zu können.

Die im Volkspark eingesetzten Materialien haben im Laufe der Jahre an Vielfalt gewonnen, was dem Erscheinungsbild dieser bedeutenden innerstädtischen Grünanlage, die zudem die zentrale fußläufige Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Bahnhof ist, eher abträglich ist. Daher sollte bei der Wahl des Materials auf ein bereits im Volkspark vorhandenes Material zurück gegriffen weden. Da ist zum einen der hellrote Klinker, der den Geschmack der 80er Jahre wiederspiegelt und sich in der Rinne der Wegeachse Bahnhof-Innenstadt und in angrenzenden Teilflächen wiederfindet, ebenso in den Mauern der Hochbeete und Sitzelemente vor dem Eiscafé „Öse“. Der Platz vor der Konzertmuschel ist Ende der 90er Jahre mit dem Betonpflaster „Germania antik“ im Format 16x16 cm und 16x24 cm hergestellt worden. Der gekollerte Stein mit seinen unregelmäßigen Kanten und Oberflächen gibt der Pflasterfläche einen eher rustikalen Ausdruck. Die Granitplatten der Neue Hagener City, die in der Hohenzollernstraße bis in den Volkspark hineinführen unterstreichen hingegen den urbanen Charakter.

Für die Instandsetzung des Wegebelags im Volkspark wird insbesondere unter Kostengesichtspunkten, als auch in Bezug auf die nachgelagerte Pflege und Unterhaltung der Wegeflächen die Empfehlung für ein durchgefärbtes Betonpflaster bzw. ein Material mit Natursteinsplittoberfläche in grau oder anthrazit ausgesprochen. Der Natursteinzusatz bzw. die durchgehende Einfärbung lässt langfristig eine ausreichende Farbbeständigkeit erwarten.

Als Material könnte neben dem vorhanden Betonstein „Germania antik“ auch das neue Pflaster „Germania linear“ desselben Herstellers verwendet werden. Durch das Weglassen der sonst üblichen Fase wirkt die Fuge optisch sehr schmal und ergibt ein gerades und dezentes Fugenbild. Ähnlich dem jetzigen Porphyrplattenbelag wirkt die Fläche dadurch optisch homogen. Durch die farbliche Mischung unterschiedlicher Graunuancierungen sowie unterschiedlicher Steinformate in einem sog. „Wildem Verband“, wird die Fläche dennoch lebendig wirken. Die schmale Fuge bewirkt zudem einen hohen Gehkomfort in der stark frequentierten Laufachse zwischen Bahnhof und Innenstadt.

Eine Auswahl der Betonsteine sollten auf jeden Fall vorher bemustert werden, um die Farbabweichungen zum bestehenden Belag zu überprüfen. Bei einer Steinstärke von
8 cm, die Pkw-Verkehr und gelegentlichen Lieferverkehr zulässt, könnte unmittelbar auf die vorhandene Tragschicht aufgebaut werden. Die Instandsetzung der Wegeflächen im Volkspark mit einem grau-anthrazit farbenen Betonstein gibt dem Volkspark seinen einheitlichen Charakter zurück und harmoniert optisch am besten mit den Anschlussflächen in Granit und Betonstein in der Fußgängerzone sowie auf dem Platz vor der Konzertmuschel.

Die Kosten für die Instandsetzung der Wegefläche, durch den Austausch der Porphyrplatten durch ein durchgefärbtes Betonpflaster bzw. ein Material mit Natursteinsplittoberfläche in grau oder anthrazit auf der vorhandenen Tragschicht, wurden mit 110.000 € ermittelt. Im direkten Anschluss an die Hohenzollernstraße ist auch die Verwendung von vorhandenen restlichen Granitplatten denkbar. Den Einsparungen bei den Materialkosten stehen hierbei Mehrausgaben durch die erforderliche Auskofferung und Neuherstellung der Tragschicht gegenüber, da die Granitplatten deutlich stärker sind als der jetzige Belag. Dabei würden sich Einsparungen beim Pflaster mit den Mehrausgaben bei der Neuherstellung der Tragschicht voraussichtlich ausgleichen.

Der Durchführungszeitraum der Arbeiten wird durch den hohen Nutzungsgrad des Volksparks, insbesondere der vielfältigen Angebote im Sommer, aber auch durch den Weihnachtsmarkt eingeschränkt und es könnte sich als sinnvoll bzw. notwendig erweisen, diese Arbeiten in bis zu vier Abschnitte über mehrere Jahre zu verteilen. Weitere Einzelheiten zum Ausführungszeitraum und zur zeitlichen Aufteilung der Maßnahme bedürfen weitergehender Absprachen mit allen Beteiligten und können z. Z. nicht gemacht werden.

Wenn die vorangestellten Rahmenbedingungen geklärt und die Ausführungsplanung abgeschlossen ist, würde die Ausschreibung und Durchführung der Maßnahme dem Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR - beauftragt durch die Stadt - obliegen. Die Mittel für die Instandsetzung der Wegeflächen in Höhe von 110.000 Euro stehen derzeit jedoch im Haushalt nicht zur Verfügung. Unter der Berücksichtigung des § 82 GO NRW scheint daher die Umsetzung dieser Maßnahme in der oben beschriebenen Form auch kurz- und mittelfristig wenig  realistisch.

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

 

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Finanzierung kann, wie in der Vorlage beschrieben, nicht gesichert werden (der Kreditbedarf wird sich erhöhen)

 

 

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Beschlüsse

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21.09.2011 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - ungeändert beschlossen