Beschlussvorlage - 0784/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Instandsetzung / Austausch der beschädigten Wegebeläge im Volkspark
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Stephanie Roth
- Beteiligt:
- FB60 - Verkehr, Immobilien, Bauverwaltung und Wohnen
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Entscheidung
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21.09.2011
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Beschlussvorschlag
Die Finanzierung
der Kosten für die Instandsetzung der Wegebeläge im Volkspark in Höhe von 110.000
€, die sich durch den Austausch der Porphyrplatten durch ein Betonpflaster ergeben, sind im Haushalt nicht
gesichert. Die Durchführung der Maßnahme ist daher kurz- bis mittelfristig
nicht realisierbar.
Sachverhalt
Kurzfassung
Die
Wegebeziehungen im Volkspark sind 1991 in Porphyr hergestellt worden. Der
Plattenbelag war seinerzeit nur für die Belastung durch Fußgänger ausgelegt.
Doch die gesellschaftlichen Ansprüche an die Nutzung dieser zentralen
innerstädtischen Grünanlage haben sich im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte
gewandelt. Die mit der geänderten Nutzung einher gehende Belastung,
insbesondere die Druck- und Scherkräfte, die beim Befahren der Wege beim Auf-
und Abbau von Buden, Ständen etc. auf den Plattenbelag wirken, führt neben den
natürlichen Witterungseinflüssen zum erhöhten Materialverschleiß; so sind
inzwischen über 30 % der Platten in besonders beanspruchten Bereichen
gebrochen. Für die Instandsetzung des Wegebelags im Volkspark wird insbesondere
unter Kostengesichtspunkten, als auch in Bezug auf die nachgelagerte Pflege und
Unterhaltung der Wegeflächen die Empfehlung für ein durchgefärbtes Betonpflaster bzw. ein Material mit
Natursteinsplittoberfläche in grau oder anthrazit ausgesprochen.
Die Kosten für die
Instandsetzung der Wegefläche, durch den Austausch der Porphyrplatten durch ein Betonpflaster auf der vorhandenen Tragschicht,
wurden mit 110.000 € ermittelt. Die Mittel für die Instandsetzung der
Wegeflächen in Höhe von 110.000 Euro stehen derzeit jedoch im Haushalt nicht
zur Verfügung. Unter der
Berücksichtigung des § 82 GO NRW
scheint die Umsetzung dieser Maßnahme in der oben beschriebenen Form auch
kurz- und mittelfristig wenig
realistisch.
Begründung
Die
Wegebeziehungen im Volkspark sind 1991 in Porphyr hergestellt worden. Bei Porphyr handelt es sich um ein vulkanisches
Naturgestein. Es findet sich in Steinbrüchen in senkrecht gelegenen Platten
unterschiedlicher Stärke. Die im Volkspark verlegten Platten weisen eine
spaltrauhe Oberfläche und gesägte Kanten auf. Sie sind in unterschiedlichen Längen- und Breitenformaten mit sehr schmaler Fuge
verlegt worden. Dadurch erscheint die Fläche angenehm ruhig und homogen, behält
aber eine gewisse Lebendigkeit.
Der
Plattenbelag war seinerzeit nur für die Belastung durch Fußgänger ausgelegt.
Doch die gesellschaftlichen Ansprüche an die Nutzung dieser zentralen
innerstädtischen Grünanlage haben sich im Laufe der vergangenen zwei Jahrzehnte
gewandelt. Die mit der geänderten Nutzung einher gehende Belastung, insbesondere
die Druck- und Scherkräfte, die beim Befahren der Wege beim Auf- und Abbau von
Buden, Ständen etc. auf den Plattenbelag wirken, führt neben den natürlichen
Witterungseinflüssen zum erhöhten Materialverschleiß, so sind inzwischen über
30 % der Platten in besonders beanspruchten Bereichen gebrochen.
Die Verlegung
der Porphyrplatten - deren Stärke natürlicher Weise zwischen 3 und 7 cm
variiert - erfolgte in einem ca. 4 bis 8
cm starken Mörtelbett das als Ausgleichschicht dient, so ergibt sich eine Gesamtstärke
des Pflasteraufbaus von ca. 11 cm. Zur
Vermeidung von Hohlräumen, die für das Brechen unter Druckbelastung oder das
Auffrieren und Lösen der Platten verantwortlich sind, wurden diese vollflächig
in frischen Mörtel geklopft. Diese Verlegeart macht das Auswechseln einzelner
Platten, insbesondere bei einer sehr schmalen Fuge, sehr aufwendig.
Unter
wirtschaftlichen und funktionalen Gesichtspunkten ist das Auswechseln einzelner
Platten daher nicht sinnvoll und wurde in der Vergangenheit auch nicht praktiziert.
Die gebrochenen und aufgeworfenen Platten wurden herausgenommen und die Fläche
mit Asphalt ausgefüllt. Insgesamt sind so im Volkspark in den vergangenen
zwanzig Jahren bereits ca. 167 Platten herausgenommen und mit Asphalt verfüllt
worden, wenn durch entstandene Brüche und Aufkantungen die Verkehrssicherheit
nicht mehr gewährleistet war.
Diese
Ausbesserungsarbeiten sind in der Vergangenheit mal mehr, mal weniger akurat
erfogt und daher für den Besucher des Volksparks mehr oder weniger
augenscheinlich. Insbesondere die letzten beiden Winter haben mit den starken,
anhaltenden Frostperioden dem Plattenbelag im Volkspark sehr zugesetzt. Der „Flickenteppich“
wird immer augenscheinlicher und spiegelt deutlich die Verschlechterung des
Zustands dieser Grünanlage wieder. Der sich derzeit bietende Anblick entspricht
nicht mehr dem von seiner Lage her repräsentativen Charakter dieser Grünanlage.
Bei einer weitergehenden
Verschlechterung dieses Zustandes ist nicht mehr nur der schlechte optische
Eindruck maßgebend, sondern wird auch die Verkehrssicherheit zukünftig
ernstzunehmend gefährdet.
Diese Tatsache
führte zu der Überlegung, den Plattenbelag letztlich in Gänze aufzunehmen und
gff. neu zu verlegen oder durch einen Belag und Verbund zu ersetzen, der den
o.g. unterschiedlichen Belastungen besser stand hält und bei evtl. auftretenden
Schäden auch in Zukunft nachhaltig reparaturfähig ist.
Bei der
Wiederverwendung der Porphyrplatten müssten diese, wie bereits am Parkeingang
Karl-Marx-Straße vor ca. 10 Jahren geschehen, auf einer entsprechend statisch
berechnete und ggf. bewehrte Betonplatte verlegt werden. Von den ca. 1.200 qm
aufgenommenen Porphyrplatten könnte jedoch nur ein Anteil von ca. 60 bis 75%
wieder eingebaut werden; dieser müsste dazu in Handarbeit von den Mörtelresten
befreit werden, um auf der Betonplatte wieder in ein frisches Mörtelbett
vollflächig verlegt werden zu können. Nach wenigen Jahren würde sich ein
ähnliches Bild wie das Heutige präsentieren, da das Auswechseln einzelner
schadhafter Platten auch weiterhin ein Problem darstellen würde. Daher
erscheint es unter dem Aspekt der derzeitigen Nutzungsansprüche angebracht auf einen anderen Wegebelag zurück zugreifen,
der den Belastungen besser standhält sowie dauerhaft die Möglichkeit
gewährleistet, bei punktuell auftretenden Schäden den Wegebelag aufnehmen und
relativ problemlos neu verlegen zu können.
Die im
Volkspark eingesetzten Materialien haben im Laufe der Jahre an Vielfalt
gewonnen, was dem Erscheinungsbild dieser bedeutenden innerstädtischen
Grünanlage, die zudem die zentrale fußläufige Verbindung zwischen der
Innenstadt und dem Bahnhof ist, eher abträglich ist. Daher sollte bei der Wahl
des Materials auf ein bereits im Volkspark vorhandenes Material zurück
gegriffen weden. Da ist zum einen der hellrote Klinker, der den Geschmack der
80er Jahre wiederspiegelt und sich in der Rinne der Wegeachse
Bahnhof-Innenstadt und in angrenzenden Teilflächen wiederfindet, ebenso in den
Mauern der Hochbeete und Sitzelemente vor dem Eiscafé „Öse“. Der
Platz vor der Konzertmuschel ist Ende der 90er Jahre mit dem Betonpflaster „Germania antik“ im Format 16x16 cm und
16x24 cm hergestellt worden. Der gekollerte
Stein mit seinen unregelmäßigen Kanten und
Oberflächen gibt der Pflasterfläche einen
eher rustikalen Ausdruck. Die Granitplatten der Neue Hagener City, die in der
Hohenzollernstraße bis in den Volkspark hineinführen unterstreichen hingegen
den urbanen Charakter.
Für die
Instandsetzung des Wegebelags im Volkspark wird insbesondere unter
Kostengesichtspunkten, als auch in Bezug auf die nachgelagerte Pflege und
Unterhaltung der Wegeflächen die Empfehlung für ein durchgefärbtes Betonpflaster bzw. ein Material mit
Natursteinsplittoberfläche in grau oder anthrazit ausgesprochen. Der
Natursteinzusatz bzw. die durchgehende Einfärbung lässt langfristig eine
ausreichende Farbbeständigkeit erwarten.
Als Material könnte neben dem vorhanden Betonstein
„Germania antik“ auch das neue Pflaster „Germania linear“ desselben Herstellers
verwendet werden. Durch das Weglassen der sonst üblichen Fase wirkt die Fuge
optisch sehr schmal und ergibt ein gerades und dezentes Fugenbild. Ähnlich dem
jetzigen Porphyrplattenbelag wirkt die Fläche dadurch optisch homogen. Durch
die farbliche Mischung unterschiedlicher Graunuancierungen sowie unterschiedlicher
Steinformate in einem sog. „Wildem Verband“, wird die Fläche
dennoch lebendig wirken. Die schmale Fuge bewirkt zudem einen hohen Gehkomfort in
der stark frequentierten Laufachse zwischen Bahnhof und Innenstadt.
Eine
Auswahl der Betonsteine sollten auf jeden Fall vorher bemustert werden, um die
Farbabweichungen zum bestehenden Belag zu überprüfen. Bei einer Steinstärke von
8 cm, die Pkw-Verkehr und gelegentlichen Lieferverkehr zulässt, könnte
unmittelbar auf die vorhandene Tragschicht aufgebaut werden. Die Instandsetzung der Wegeflächen im Volkspark mit
einem grau-anthrazit farbenen Betonstein gibt dem Volkspark seinen
einheitlichen Charakter zurück und harmoniert optisch am besten mit den
Anschlussflächen in Granit und Betonstein in der Fußgängerzone sowie auf dem
Platz vor der Konzertmuschel.
Die Kosten für die
Instandsetzung der Wegefläche, durch den Austausch der Porphyrplatten durch ein durchgefärbtes Betonpflaster bzw. ein Material
mit Natursteinsplittoberfläche in grau oder anthrazit auf der vorhandenen
Tragschicht, wurden mit 110.000 € ermittelt. Im direkten Anschluss an die
Hohenzollernstraße ist auch die Verwendung von vorhandenen restlichen
Granitplatten denkbar. Den Einsparungen bei den Materialkosten stehen hierbei
Mehrausgaben durch die erforderliche Auskofferung und Neuherstellung der
Tragschicht gegenüber, da die Granitplatten deutlich stärker sind als der
jetzige Belag. Dabei würden sich Einsparungen beim Pflaster mit den
Mehrausgaben bei der Neuherstellung der Tragschicht voraussichtlich
ausgleichen.
Der
Durchführungszeitraum der Arbeiten wird durch den hohen Nutzungsgrad des
Volksparks, insbesondere der vielfältigen Angebote im Sommer, aber auch durch
den Weihnachtsmarkt eingeschränkt und es könnte sich als sinnvoll bzw.
notwendig erweisen, diese Arbeiten in bis zu vier Abschnitte über mehrere Jahre
zu verteilen. Weitere Einzelheiten zum Ausführungszeitraum und zur zeitlichen
Aufteilung der Maßnahme bedürfen weitergehender Absprachen mit allen Beteiligten
und können z. Z. nicht gemacht werden.
Wenn die
vorangestellten Rahmenbedingungen geklärt und die Ausführungsplanung
abgeschlossen ist, würde die Ausschreibung und Durchführung der Maßnahme dem
Wirtschaftsbetrieb Hagen AöR - beauftragt durch die Stadt - obliegen. Die
Mittel für die Instandsetzung der Wegeflächen in Höhe von 110.000 Euro stehen
derzeit jedoch im Haushalt nicht zur Verfügung. Unter der Berücksichtigung des § 82 GO NRW scheint daher die Umsetzung dieser Maßnahme in
der oben beschriebenen Form auch kurz- und mittelfristig wenig realistisch.
