Beschlussvorlage - 0821/2004
Grunddaten
- Betreff:
-
Stand: Luftreinhaltplan Hagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB69 - Umweltamt
- Bearbeitung:
- Fred Weber
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Umweltausschuss
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Entscheidung
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09.12.2004
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Entscheidung
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Erledigt
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Bezirksvertretung Haspe
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Entscheidung
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02.02.2005
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Erledigt
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Bezirksvertretung Eilpe/Dahl
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Entscheidung
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02.02.2005
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Entscheidung
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08.02.2005
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Nord
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Entscheidung
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16.02.2005
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hohenlimburg
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Entscheidung
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16.02.2005
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Sachverhalt
Stand Lufteinhalteplanung
Inkraftsetzung: Der
LRP-Hagen ist seit dem 22.10.04 in Kraft.
Projektgruppe: Zuständige
Behörde ist die Bezirksregierung. Beteiligt an der Planaufstellung waren
daneben LUA NRW, StUA Hagen, KVR, SIHK, Landesbetrieb Straßenbau,
Polizeipräsidium Hagen, Umweltverbände sowie Stadtverwaltung Hagen, Mitglieder
des Rates, des UWA sowie Bezirksvertreter.
Öffentlichkeitsbeteiligung: Der
LRP wurde in der Zeit vom 2.08.04 bis 01.09.04 bei der Bezirksregierung Arnsberg sowie bei der Stadt Hagen
ausgelegt. Anregungen und Bedenken konnten von den jeweiligen Interessengruppen
bis zum 17.09.04 angemeldet werden.
Untersuchungsgebiet: Der
LRP konzentriert sich auf den Innstadtbereich von Hagen. Zu diesem Bereich
zählt der Innenstadtring sowie die beiden angrenzenden Tangenten (Bundesstraßen
B7 und B 54).
Aufstellungsgrund: Formaler
Hintergrund für die Aufstellung des LRP ist die Überschreitung des
Jahresmittelwertes für Stick-stoffdioxid am Graf-von-Galen-Ring.
Frühere Messungen im Zusammenhang mit der Umsetzung der 23.
BImSchV haben hohe Über-schreitungen auch an anderen Straßenabschnitten,
speziell in engen Straßenschluchten (Wehringhausen/ Bodelschwinghplatz und
Märkischer Ring/ Finanzamt ergeben. Diese Daten belegen, dass es erforderlich
ist einen LRP aufzustellen, der dass gesamte Innenstadtgebiet umfasst.
Ursachen: Bei
NO2 hat der Straßenverkehr (Kfz) mit über 60% den größten Anteil am
Immissionsaufkommen. Der zweitgrößte Anteil wird vom regionalen Hintergrund
(29%) geleistet. Der Anteil von Kleinfeuerungsanlagen liegt an der Grenze zum
Irrelevanzkriterium (3%). Andere Verursachergruppen (Industrie, Landwirtschaft
und Flugverkehr) liegen deutlich unter dem Irrelevanz-kriterium bzw. spielen
wie der Schiffsverkehr praktisch keine Rolle.
Maßnahmen: Das
von der Projektgruppe festgelegte Maßnahmen-konzept umfasst deshalb
Maßnahmenvorschläge, welche die Immissionsbelastung durch den Kfz-Verkehr,
insbesondere den Schwerlastverkehr reduzieren sollen. Zusätzlich berechnete das
LUA NRW die Auswirkung auf die Immissionssituation am Graf-von-Galen-Ring,
falls die Busse der Hagener Straßenbahn vorzeitig auf Schadstoffarme
Motor-technik (verschärfter Euro5-Standard mit 1g/KWh NOx) umgerüstet werden
würden (Stichwort: Busterminal, 3,5% ÖPNV-Anteil).
Maßnahmenvorschläge: 1.
LKW-Routenkonzept und immissionsabhängige
Verkehrssteuerung.
2. Die vorzeitige Umrüstung der Hagener Busflotte auf
verschärfte Abgasnormen.
3. Des weiteren plant die Stadt
langfristig eine
Straßenbaumaßnahme
(Bahnhofshinterfahrung)
4. Ein weiterer nicht
quantifizierbarer Vorschlag ist der
Ausbau der City-Logistik.
Kosten: Für
die Realisierung der dyn. Verkehrslenkung und die statische Beschilderung für
ein Routenkonzept sind Kosten von rd. 2.1 Mio. € aufzuwenden.
Der finanzielle Mehraufwand für die
vorzeitige Umrüstung der Busse liegt eine vorläufige Kostenschätzung Hagener
Straßenbahn AG vor, die sich auf zunächst über 30 Mio. € beläuft.
Die Kosten für den 1. Teilabschnitt der Bahnhofs- hinterfahrung (Wehringhausen/Bodelschwinghplatz) beläuft sich auf rd. 9 Mio. €.
Fördermittel: Die
immissionsabhängige Verkehrssteuerung und das LKW- Routenkonzept sowie die
Bahnhofshinterfahrung sind zur entsprechenden Förderung angemeldet worden.
Offen ist die Frage der Finanzierung der vorzeitigen Umrüstung der Busse der
Hagener Straßenbahn AG auf einen verbesserten Abgas-standard.
Im Haushalt des MUNLV wurden für die Umsetzung von kleineren
Maßnahmen im Rahmen der Luftreinhalteplanung Mittel eingestellt.
Zeitplan/Prioritäten: Immissionsabhängige
Verkehrssteuerung/ Routen-konzept
Von allen Möglichkeiten zur Verbesserung der Luftqualität in
der Innenstadt sind die Auswirkungen der Umsetzung der dyn. Verkehrslenkung am
besten untersucht. Das Routenkonzept und die dynamische Verkehrslenkung werden
eine Verbesserung der Luftqualität, insbesondere am Märkischen Ring bewirken.
Die voraussichtliche Verbesserung ist durch aussagekräftige Prognosen
quantifiziert. Es besteht außerdem ein ausformuliertes Umsetzung und
Finanzierungskonzept.
Zwischenzeitlich wurden die automatischen Zählschleifen
verbaut; die Daten gelangen bereits online zum Verkehrsrechner. Als nächster
Schritt ist eine Verknüpfung der Verkehrsdaten mit Meteorologie- und
Immissionsdaten vorgesehen. Ein Gutachten an simuPlan (Ludes, Dorsten) zur
Ermittlung eines entsprechenden Algorithmus steht kurz vor der Vergabe. Zudem
sind Mittel für die Konfiguration des Verkehrsrechners sowie für die Planung
der Schilderstandorte beantragt.
Es ist beabsichtigt, noch in 2005 in den Probebetrieb zu
gehen.
vorzeitige Umrüstung der Hagener
Busflotte
Aufgrund des verhältnismäßig hohen
Verursacheran-teils, den der Busverkehr insbesondere am
Graf-von-Galen-Ring zur
Immissionsbelastung beiträgt, wäre eine vorzeitige Umrüstung der gesamten
Busflotte eine geeignete Möglichkeit zur
Verminderung der lokalen Immissionsbelastung. Ob sie eine verhältnismäßige
Maßnahme wäre, kann derzeit nicht beurteilt werden. Für diese Einschätzung ist
eine Konkretisierung der Kostenschätzung durch den Betreiber erforderlich.
Der Umweltausschuss, die Bezirksregierungen und der Rat der
Stadt haben inzwischen die Stellungnahme und Bewertung der Stadtverwaltung zum
Einsatz umweltfreundlicher Antriebstechniken (Abgasrückführung für
Dieselfahrzeuge oder Gaseinsatz ) zur Kenntnis genommen.
Bahnhofshinterfahrung
Die von der Stadt geplante Straßenbaunahme, wird als
langfristige Überlegung im LRP aufgeführt. Diese Bahnhofshinterfahrung würde
die Immissionssituation am Graf-von-Galen-Ring voraussichtlich erheblich
verbessern. Es ist aber davon auszugehen, dass der eventuelle Bau einer
Bahnhofshinterfahrung später als 2010 erfolgen würde. Deshalb könnte eine
Bahnhofshinterfahrung voraussichtlich noch keinen Beitrag zur Verminderung der
Immissionsbelastung bis 2010 leisten.
Ausbau City-Logistik Ein weiterer
Ausbau der City-Logistik wird unzweifelhaft einen positiven Einfluss auf die
Immissionsbelastung im Innenstadtbereich der Stadt haben. Der Einfluss ist aber
nur bedingt durch Prognosen quantifizierbar.
Erfolgskontrolle: Die
Bezirksregierung Arnsberg wird in regelmäßigem Turnus eine Arbeitsgruppe
einberufen und den Luftreinhalteplan fortschreiben.
Das LUA wird in regelmäßigen Abständen (3 Jahre, nächste
Messung 2006) am Graf-von-Galen-Ring Immissionsmessungen zur Erfolgskontrolle
durchführen, über deren Ergebnisse der EU-Kommission berichtet werden muss.
Aktionsplan: Zwischenzeitlich
hat das MUNLV mitgeteilt, dass der bestehende Luftreinhalteplan (Hagen
Innenstadt) auf PM10 auszudehnen ist und das aufgrund hoher Feinstaubbelastung
(PM10) mit Überschreitungs-häufigkeiten des Tagesmittelwertes in 2004 für die
Verkehrsstation Hagen-Emilienplatz die Aufstellung eines Aktionsplanes
wahrscheinlich ist. Ggfs. sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich.
Internet: Der vollständige Luftreinhalteplan
ist im Internet unter www.umweltamt.hagen.de
einsehbar.
Auswirkungen
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Es entstehen keine finanziellen und personellen
Auswirkungen. |
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Die Kostensituation in Bezug auf die städtischen Eigenmittel wurde bereits in der Vorlage Nr. 0497/2004 dargestellt und vom Rat der Stadt Hagen am 15.7.04 beschlossen.
Aktueller Hinweis: Die Anmeldung für eine Förderung nach
GVFG ist bereits erfolgt.
Im Hinblick
auf die bereits zugesagte, ergänzende Finanzierung
durch das
Umweltministerium bedarf es einer weiteren
Abstimmung
der Fördermodalitäten.
