Beschlussvorlage - 0623/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Stellungnahme zur "Analyse der Raum- und Siedlungsstruktur" des Regionalverbands Ruhrgebiet (RVR)
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Martin Bleja
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Entscheidung
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12.07.2011
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Sachverhalt
Kurzfassung
Als Vorbereitung auf die
Erstellung eines Regionalplans für das Ruhrgebiet hat der Regionalverband Ruhr
(RVR) eine Analyse der Raumstruktur im Ruhrgebiet erarbeitet und den Kreisen
und kreisfreien Städten zur Stellungnahme vorgelegt.
Begründung
Seit Oktober 2010 ist der
Regionalverband Ruhr (RVR) für die Regionalplanung im gesamten Verbandsgebiet
zuständig. Bis dahin wurde die Regionalplanung für das Ruhrgebiet von drei
Bezirksregierungen wahrgenommen (BR Münster, BR Arnsberg, BR Düsseldorf). Der
RVR beabsichtigt nun bis 2015 einen einheitlichen Regionalplan für das gesamte
Verbandsgebiet aufzustellen. Als ersten Baustein auf diesem Weg hat er eine Analyse
der Raum- und Siedlungsstruktur vorgelegt, die auf Wunsch der beteiligten
Kreise und kreisfreien Städte noch keine Ziele und Strategien benennt. Die
Stadt Hagen wurde aufgefordert, bis zum 3.7.2011 eine Stellungnahme abzugeben.
Die Verwaltung hat sich zur Fristwahrung vorbehaltlich der Entscheidung des
Stadtentwicklungsausschusses der gemeinsamen Stellungnahme der Kreise und
kreisfreien Städte des Verbandsgebietes angeschlossen, die als Anlage beigefügt
ist und überwiegend methodische und redaktionelle Hinweise sowie Anregungen zum
weiteren Verfahren enthält.
Die Studie bündelt die
verfügbaren Rauminformationen aus dem Verbandsgebiet zu den Themen:
-
Bevölkerungsentwicklung
und –vorausberechnung
-
Wirtschaftliche
Entwicklung
-
Flächennutzung
und Flächenwandel
-
Naturpotenziale
und Freiraumschutz
-
Verflechtungen
im Verbandsgebiet
-
Städtesystem
-
Regional
Governance (regionale Kooperationen)
Darin wird für die Stadt
Hagen die besondere Stellung bei der Bevölkerungsentwicklung
deutlich:
-
die Stadt Hagen
verliert relativ die meisten Einwohner im Ruhrgebiet (bis 2030 -15,4 %, im
Vergleich dazu Dortmund: -2,6 %, Breckerfeld -2,4 %).
-
Abgesehen von
Breckerfeld verlieren jedoch auch die Kommunen des Hagener Umlands massiv an
Bevölkerung: z.B. Gevelsberg: -20,5 %, Ennepetal: -23%, Schwerte: -12,5 %
-
Die Alterung in
den Gemeinden des Umlandes wird in Zukunft noch dramatischer sein als in Hagen.
-
Die Stadt Hagen
hat mit 34 % den größten Anteil an
Bevölkerung mit Migrationshintergrund.
Für den Wohnungsmarkt
erheblich ist die prognostizierte
dramatische Haushaltsentwicklung. Mit einem prognostizierten Rückgang der
Haushalte von -13,8% bis zum Jahr 2030 nimmt die Stadt Hagen einen einsamen
Spitzenplatz ein.
Beim Thema Wirtschaft wird die Stadt Hagen
aufgrund seiner Industriedichte als Beschäftigungsschwerpunkt eingestuft. Als
lokaler Branchenschwerpunkt wird auf die Metallverarbeitung mit einer Vielzahl
von Weltmarktführern hingewiesen.
Anhand der Verflechtungen wird deutlich, dass die
Stadt Hagen zwar auch mit der Kernzone des Ruhrgebietes verflochten ist. Die
stärksten Austauschbeziehungen bestehen jedoch mit den Nachbarstädten des
Ennepe-Ruhr-Kreises und des Märkischen Kreises.
Innerhalb des Städtesystems nimmt die Stadt Hagen als
eines der 5 Oberzentren des Ruhrgebietes (Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund und
Hagen) eine besondere Rolle ein. Damit hat Hagen eine höhere landesplanerische
Bedeutung zugewiesen bekommen als von der Größe her vergleichbare Städte wie
etwa Mülheim, Oberhausen, Gelsenkirchen oder Hamm. Dazu kommt als
herausragendes Element eine sehr hohe Einzelhandelszentralität, die belegt,
dass entsprechend viel Kaufkraft aus dem Umland gebunden werden kann.
Angesichts der negativen Bevölkerungsentwicklung und der dramatischen
Haushaltssituation ist zu fragen, inwieweit die Stadt Hagen in Zukunft diese
Rolle noch wahrnehmen kann.
Der gesamte Analyseband
umfasst nahezu 200 Seiten mit farbigen Grafiken und Karten, die aus
Kostengründen nicht vervielfältigt wurden. Auf Wunsch kann den Fraktionen oder einzelnen
Interessierten der Analyseband auf CD zur Verfügung gestellt werden.
Die methodische
Herangehensweise sowie die Art und Weise der Beteiligung der Kommunen wurde im
begleitenden Arbeitskreis teilweise heftig diskutiert. Entsprechende Hinweise
wurden in eine gemeinsame Stellungnahme der kreisfreien Städte und Kreise vom
März 2011 eingebracht, die auch von der Stadt Hagen unterstützt wurde.
Wie und in welcher Form
diese Ergebnisse der Raumanalyse in regionalplanerische Ziele umgesetzt werden,
kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Die Verwaltung wird sich weiterhin
an den Diskussionen beteiligen und die Belange der Stadt Hagen einbringen.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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18,8 kB
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