Beschlussvorlage - 0623/2011

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Stadtentwicklungsausschuss nimmt den Bericht der Verwaltung zur Analyse der Raum- und Siedlungsstruktur des Regionalverbands Ruhr (RVR) zur Kenntnis.

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Sachverhalt

Kurzfassung

Als Vorbereitung auf die Erstellung eines Regionalplans für das Ruhrgebiet hat der Regionalverband Ruhr (RVR) eine Analyse der Raumstruktur im Ruhrgebiet erarbeitet und den Kreisen und kreisfreien Städten zur Stellungnahme vorgelegt.

 

 

Begründung

Seit Oktober 2010 ist der Regionalverband Ruhr (RVR) für die Regionalplanung im gesamten Verbandsgebiet zuständig. Bis dahin wurde die Regionalplanung für das Ruhrgebiet von drei Bezirksregierungen wahrgenommen (BR Münster, BR Arnsberg, BR Düsseldorf). Der RVR beabsichtigt nun bis 2015 einen einheitlichen Regionalplan für das gesamte Verbandsgebiet aufzustellen. Als ersten Baustein auf diesem Weg hat er eine Analyse der Raum- und Siedlungsstruktur vorgelegt, die auf Wunsch der beteiligten Kreise und kreisfreien Städte noch keine Ziele und Strategien benennt. Die Stadt Hagen wurde aufgefordert, bis zum 3.7.2011 eine Stellungnahme abzugeben. Die Verwaltung hat sich zur Fristwahrung vorbehaltlich der Entscheidung des Stadtentwicklungsausschusses der gemeinsamen Stellungnahme der Kreise und kreisfreien Städte des Verbandsgebietes angeschlossen, die als Anlage beigefügt ist und überwiegend methodische und redaktionelle Hinweise sowie Anregungen zum weiteren Verfahren enthält.

 

Die Studie bündelt die verfügbaren Rauminformationen aus dem Verbandsgebiet zu den Themen:

-          Bevölkerungsentwicklung und –vorausberechnung

-          Wirtschaftliche Entwicklung

-          Flächennutzung und Flächenwandel

-          Naturpotenziale und Freiraumschutz

-          Verflechtungen im Verbandsgebiet

-          Städtesystem

-          Regional Governance (regionale Kooperationen)

 

Darin wird für die Stadt Hagen die besondere Stellung bei der Bevölkerungsentwicklung deutlich:

-          die Stadt Hagen verliert relativ die meisten Einwohner im Ruhrgebiet (bis 2030 -15,4 %, im Vergleich dazu Dortmund: -2,6 %, Breckerfeld -2,4 %).

-          Abgesehen von Breckerfeld verlieren jedoch auch die Kommunen des Hagener Umlands massiv an Bevölkerung: z.B. Gevelsberg: -20,5 %, Ennepetal: -23%, Schwerte: -12,5 %

-          Die Alterung in den Gemeinden des Umlandes wird in Zukunft noch dramatischer sein als in Hagen.

-          Die Stadt Hagen hat mit 34 % den größten Anteil an  Bevölkerung mit Migrationshintergrund.

Für den Wohnungsmarkt erheblich ist  die prognostizierte dramatische Haushaltsentwicklung. Mit einem prognostizierten Rückgang der Haushalte von -13,8% bis zum Jahr 2030 nimmt die Stadt Hagen einen einsamen Spitzenplatz ein.

 

Beim Thema Wirtschaft wird die Stadt Hagen aufgrund seiner Industriedichte als Beschäftigungsschwerpunkt eingestuft. Als lokaler Branchenschwerpunkt wird auf die Metallverarbeitung mit einer Vielzahl von Weltmarktführern hingewiesen.

 

Anhand der Verflechtungen wird deutlich, dass die Stadt Hagen zwar auch mit der Kernzone des Ruhrgebietes verflochten ist. Die stärksten Austauschbeziehungen bestehen jedoch mit den Nachbarstädten des Ennepe-Ruhr-Kreises und des Märkischen Kreises.

 

Innerhalb des Städtesystems nimmt die Stadt Hagen als eines der 5 Oberzentren des Ruhrgebietes (Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund und Hagen) eine besondere Rolle ein. Damit hat Hagen eine höhere landesplanerische Bedeutung zugewiesen bekommen als von der Größe her vergleichbare Städte wie etwa Mülheim, Oberhausen, Gelsenkirchen oder Hamm. Dazu kommt als herausragendes Element eine sehr hohe Einzelhandelszentralität, die belegt, dass entsprechend viel Kaufkraft aus dem Umland gebunden werden kann. Angesichts der negativen Bevölkerungsentwicklung und der dramatischen Haushaltssituation ist zu fragen, inwieweit die Stadt Hagen in Zukunft diese Rolle noch wahrnehmen kann.

 

Der gesamte Analyseband umfasst nahezu 200 Seiten mit farbigen Grafiken und Karten, die aus Kostengründen nicht vervielfältigt wurden. Auf Wunsch kann den Fraktionen oder einzelnen Interessierten der Analyseband auf CD zur Verfügung gestellt werden.

 

Die methodische Herangehensweise sowie die Art und Weise der Beteiligung der Kommunen wurde im begleitenden Arbeitskreis teilweise heftig diskutiert. Entsprechende Hinweise wurden in eine gemeinsame Stellungnahme der kreisfreien Städte und Kreise vom März 2011 eingebracht, die auch von der Stadt Hagen unterstützt wurde.

Wie und in welcher Form diese Ergebnisse der Raumanalyse in regionalplanerische Ziele umgesetzt werden, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Die Verwaltung wird sich weiterhin an den Diskussionen beteiligen und die Belange der Stadt Hagen einbringen.

 

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Anlagen

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Beschlüsse

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12.07.2011 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen