Beschlussvorlage - 0543/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Sachstand "Kinderschutz in Hagen"
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Renate Haack
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Jugendhilfeausschuss
|
Entscheidung
|
|
|
|
28.06.2011
|
Sachverhalt
Kurzfassung
Der
Jugendhilfeausschuss beauftragte die Verwaltung in seiner Sitzung am
Begründung
Der
Jugendhilfeausschuss beauftragte die Verwaltung in seiner Sitzung am
Zwischen
Januar und April 2010 wurden mehrere Abstimmungsgespräche mit betroffenen
Trägervertretern durchgeführt und ein Maßnahmenkatalog sowie ein
Finanzierungsplan erarbeitet. Da die Familienzentren eine zentrale Rolle im
„Kinderschutz“ einnehmen sollten, erhielten diese in mehreren
Arbeitskreissitzungen ebenfalls die Möglichkeit Vorschläge einzubringen.
Parallel
dazu erfolgte im Februar 2010 eine erste Beratung über
Finanzierungsmöglichkeiten der erarbeiteten Maßnahmen für den Bereich der
„präventiven und frühen Hilfen“ im Verwaltungsvorstand der Stadt
Hagen. Ergebnis dieser Erörterung war,
dass die präventiven Hilfeformen zu den freiwilligen Leistungen zählen und der
Zustimmung der Bezirksregierung bedürfen. Vor diesem Hintergrund entschied der
Verwaltungsvorstand, der Bezirksregierung nicht nur einen Finanzierungsplan,
sondern auch Überlegungen zum Wirksamkeitsnachweis der Hilfen anzubieten. Ein
besonderes Augenmerk lag dabei auf einer möglichen Verringerung des
Finanzvolumens im Bereich der
Erziehungshilfen.
Da
sich die für Deutschland von Experten erstellten Berichte über Nachweise der
Wirksamkeit von „frühen und präventiven Hilfen“ allerdings
ausschließlich auf allgemeine Auswirkungen in Hinblick auf die Hilfeadressaten
beziehen und nicht konkret auf
finanzielle Effekte bei den Erziehungshilfen, mussten für Hagen eigene
Überlegungen zur Überprüfung der Wirksamkeit erarbeitet werden.
Zunächst
erfolgte im Bereich der Erziehungshilfe eine Rückschau auf die Fälle aus dem
Jahr 2009, um eine ungefähre Einschätzung der Einsatzmöglichkeiten von
„frühen und präventiven Hilfen“ vor Erziehungshilfebeginn zu
erhalten.
Die
Jugendhilfeplanung führte des Weiteren im Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD)
eine Umfrage durch, in der der ASD alle
Fälle aus dem Jahr 2009, in denen Familien mit Kindern zwischen null und drei
Jahren durch Erziehungshilfemaßnahmen unterstützt wurden, nach
Belastungsfaktoren in den Familien analysierte.
Diese Ergebnisse wurden mit den Einsatzmöglichkeiten der „frühen
und präventiven Hilfen“ verglichen.
Im
nächsten Schritt der Umfrage gab der ASD eine Einschätzung dazu ab, welche
präventiven Angebote in den Stadtteilen und Sozialräumen benötigt werden, um
Hilfen zur Erziehung vorzubeugen bzw. diese verkürzen zu können.
Aus
diesen Daten resultierend, erfolgten Überlegungen, wie eine zukünftige
Datenerfassung für den Wirksamkeitsnachweis aussehen könnte.
Da
jedoch für den Nachweis der finanziellen Wirksamkeit weitergehende
wissenschaftliche Vorgaben immer noch fehlen, sind nach wie vor spezielle
Evaluationskriterien zu entwickeln. Um
eine wissenschaftlich fundierte Auswertung der Wirksamkeit zu erhalten,
entstand deshalb die Überlegung, für den Aufbau der Wirksamkeitskriterien sowie
deren Auswertung die Unterstützung Dritter wie einer Fachhochschule oder einem
Fachinstitut zu suchen.
Im
Sommer 2010 wurden der Maßnahmen- und
Finanzierungsplan sowie die Überlegungen zum Überprüfen der Wirksamkeit der
Zukunftskommission in Arnsberg zur Beratung vorgelegt.
Die
Zukunftskommission lehnte im November 2010 den Ausbau und die Finanzierung der
„präventiven und frühen Hilfen“
ab. Vor einer möglichen
Bewilligung der Finanzierung der „präventiven und frühen Hilfen“
erwartet die Zukunftskommission zunächst die Entwicklung eines veränderten
Gesamtkonzeptes für den Bereich der Erziehungshilfe in Hagen. Wie sich dieses Gesamtkonzept gestalten soll,
wurde jedoch nicht aufgezeigt. Zur
Entwicklung des Konzeptes wollte die Zukunftskommission noch nähere
Informationen und Materialen zur Verfügung
stellen.
Bis
heute sind diese Materialen bei der Stadt Hagen noch nicht eingegangen. Somit
konnte mit dem Entwickeln eines Konzeptes für die Erziehungshilfen sowie mit
den Aufbau bzw. Ausbau der
„präventiven und frühen Hilfen“ nicht begonnen werden.

28.06.2011 - Jugendhilfeausschuss - geändert beschlossen
Beschluss:
- Der
Jugendhilfeausschuss nimmt den
Bericht zum Sachstand „Kinderschutz in
Hagen“ zur Kenntnis.
- Der
Jugendhilfeausschuss fordert den Rat der Stadt Hagen auf, unverzüglich mit
dem
Regierungspräsidenten in Kontakt zu treten, um die zeitnahe Umsetzung der
geplanten und vorgeschlagenen Maßnahmen zu „präventiven frühen
Hilfen“ zu
realisieren.