Beschlussvorlage - 0386/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Annahme einer Spende der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West für Kinderschutzprojekte in Hagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB55 - Jugend und Soziales
- Bearbeitung:
- Renate Haack
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Jugendhilfeausschuss
|
Vorberatung
|
|
|
|
11.05.2011
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Rat der Stadt Hagen
|
Entscheidung
|
|
|
|
12.05.2011
|
Beschlussvorschlag
1. Die Spende der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West in Höhe von 100.000,-- € wird mit Dank angenommen.
2. Die Spendengelder werden entsprechend der Vorlage unmittelbar von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West an die jeweiligen freien Träger, die die Spenden für die genannten Zwecke einsetzen, überwiesen.
Sachverhalt
Kurzfassung
Die
Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West stellt der Stadt Hagen
für den Ausbau von Maßnahmen im Bereich des „Kinderschutzes“ eine
Summe von 100.000 € als Spende zur Verfügung.
Nachfolgend
sind Maßnahmen und Angebote dargestellt, die auf die Finanzierung durch
Spendengelder angewiesen sind und
jeweils einen Teil der Spende der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der
Sparda-Bank West erhalten sollen.
Der
in den Jahren 2009 bis 2010 durchgeführte Jugendhilfeplanungsprozess zum Thema
„Kinderschutz“ ergab bei der Betrachtung der Gesamtsituation, dass
wichtige präventive Angebote in Hagen nicht ausreichend vorhanden sind.
Da
die meisten präventiven Angebote unter die freiwilligen Leistungen der Kommune
fallen, ist eine städtische Finanzierung momentan nicht möglich. Nur durch
Spendengelder ist sowohl die Initiierung
neuer Projekte als auch die Weiterführung bzw. der Ausbau bestehender
Angebote möglich.
Begründung
Die
Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West stellt der Stadt Hagen
für den Ausbau von Maßnahmen im Bereich des „Kinderschutzes“ eine
Summe von 100.000 € als Spende zur Verfügung.
Nachfolgend
sind Maßnahmen und Angebote dargestellt, die auf die Finanzierung durch
Spendengelder angewiesen sind und
jeweils einen Teil der Spende der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der
Sparda-Bank West erhalten sollen.
Der
in den Jahren 2009 bis 2010 durchgeführte Jugendhilfeplanungsprozess zum Thema
„Kinderschutz“ ergab bei der Betrachtung der Gesamtsituation, dass
wichtige präventive Angebote in Hagen nicht ausreichend vorhanden sind.
Da
die meisten präventiven Angebote unter die freiwilligen Leistungen der Kommune
fallen, ist eine städtische Finanzierung momentan nicht möglich. Nur durch
Spendengelder ist sowohl die Initiierung
neuer Projekte als auch die Weiterführung bzw. der Ausbau bestehender
Angebote möglich.
Ein
wichtiger Bestandteil der präventiven Angebote sind die so genannten „Frühen Hilfen“, die in
Hagen dringend auszubauen sind. Durch „Frühe Hilfen“ und besonders
durch aufsuchende Angebote werden Familien mit Säuglingen und Kleinkindern
dabei unterstützt, die Entwicklungsmöglichkeiten der Kinder frühzeitig sowie
nachhaltig zu verbessern und Risiken, die die Entwicklungen der Kinder und
deren Wohl betreffen, zu verringern. Dadurch kann oftmals einer Gefährdung der
Kinder vorgebeugt werden.
Besonders
aufsuchende Angebote für Schwangere und Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern,
die unter die „Frühen Hilfen“ fallen, sind in Hagen nur begrenzt
vorhanden und unzureichend finanziert.
„Willkommen im Leben -
Willkommensbesuche bei Familien mit Neugeborenen“
Das
Projekt „Willkommen im Leben -
Willkommensbesuche bei Familien mit Neugeborenen“ des
Kinderschutzbundes ist stadtweit der erste wichtige niederschwellige Zugang zu Familien
mit Neugeborenen. Rund 80% dieser Zielgruppe nehmen das Angebot eines
Hausbesuches durch geschulte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen des
Kinderschutzbundes war. Durch die hohe Akzeptanz in der Zielgruppe ist es
möglich, viele Familien zu erreichen, um ihnen Informationen und Unterstützung
zu geben. In speziellen Einzelfällen,
besonders wenn Familien einen besonderen Hilfebedarf aufzeigen, werden auch
zwei bis drei Hausbesuche durchgeführt.
Bis
auf eine Anschubfinanzierung durch das Land NRW im Jahr 2007 erfolgte die
Finanzierung des Projektes ausschließlich durch jährlich neu zu akquirierende
Spendengelder. Für das Jahr 2011 ist die Finanzierung bisher nicht gesichert,
so dass die Weiterführung dieses mittlerweile etablierten Angebotes gefährdet
ist.
Nur
durch eine finanzielle Unterstützung Dritter ist es möglich, die
„Willkommensbesuche“ weiter zu führen.
Finanzielle Aufwendungen für die
Weiterführung der „Willkommensbesuche“:
Deutscher
Kinderschutzbund 30.000€
Familienhebammen
Die
„Willkommensbesuche“ sind ein wichtiger Zugang zu den Familien.
Eine oftmals notwendige intensivere aufsuchende Betreuung kann dieses Angebot
jedoch nicht leisten.
Für
Familien mit intensiverem Beratungs- und Betreuungsbedarf, aber auch für
sogenannte Risikofamilien, sind aufsuchende Hilfen jedoch besonders wichtig.
Nicht selten sind diese Familien nicht
in der Lage bzw. haben Hemmungen, sich Hilfe zu suchen und Angebote
wahrzunehmen.
In
Hagen leisten diese wichtige aufsuchende Arbeit zwei Familienhebammen in
Teilzeit. Eine Familienhebamme ist beim Diakonischen Werk für ein Jahr
befristet beschäftigt. Die Finanzierung erfolgt durch Spendengelder.
Die
zweite Familienhebamme ist beim Caritasverband angesiedelt und wird in Form
einer Mischfinanzierung durch die Stadt Hagen sowie die Caritas finanziert.
Für
eine Großstadt wie Hagen ist der Einsatz von zwei nur teilzeitbeschäftigten
Familienhebammen nicht annähernd ausreichend.
Zunehmend
kommen die verschiedensten Institutionen auf die Familienhebammen mit der Bitte
zu, die Betreuung von mehr Schwangeren und Familien mit Säuglingen zu
übernehmen. Neben Schwangerenberatungsstellen, Familienzentren und
Kindertageseinrichtungen nimmt auch der allgemeine soziale Dienst die Angebote der Familienhebamme für besondere Risikofamilien in Anspruch. Den
immer größer werdenden Bedarf können die Familienhebammen allerdings nicht mehr
decken. Ein Ausbau der Kapazitäten der Familienhebammen auf mindestens zwei bis
drei Vollzeitstellen ist also dringend erforderlich. Das neue Kinderschutzgesetz sieht zwar einen
Ausbau von Angeboten der Familienhebammen vor, wann dies geschieht und in
welcher Form, ist jedoch noch unklar. Da
eine zusätzliche Finanzierung der Familienhebammen eine freiwillige Leistung
der Kommune darstellt, kann die Stadt Hagen sie nicht finanzieren. Somit ist
der Bedarf in Hagen momentan nicht abgedeckt und für eine Vielzahl von Familien
fehlt diese wichtige Unterstützung.
Nur
durch eine finanzielle Unterstützung Dritter ist es möglich, die Kapazitäten der
Familienhebammen auszubauen und Familien dadurch frühzeitiger zu unterstützen.
Finanzielle Aufwendungen für den
Ausbau der personellen Kapazitäten der Familienhebammen :
Caritasverband
30.000€
Diakonisches
Werk 30.000€
gesamt 60.000€
Angebote/ Projekte der
Sozialraumteams
Im
Jahr 2010 bildeten sich aus unterschiedlichen Jugendhilfeeinrichtungen und
Diensten in den Sozialräumen
Wehringhausen und Vorhalle Sozialraumteams. Neben den Familienzentren
beteiligen sich an diesen Teams auch die vor Ort ansässigen
Jugendeinrichtungen, die Bezirksjugendpflege sowie der zuständige allgemeine
soziale Dienst. Die in den Sozialraumteams integrierten Einrichtungen und
Dienste gehören dabei nicht nur dem kommunalen Träger an, sondern auch den Falken
und der evangelischen Jugend.
Die
Sozialraumteams richten ihre Angebote nicht allein auf eine spezielle
Zielgruppe aus, sondern wollen durch übergreifende Angebote der beteiligten
Einrichtungen die Lebensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Familien in den
Sozialräumen insgesamt verbessern.
Die
Sozialraumteams beabsichtigen durch ihre Vernetzung schneller Bedarfe der
Familien zu erkennen und passgenaue Angebote/ Projekte darauf abzustimmen bzw.
neu aufzubauen. Gleichzeitig entwickeln
sie gemeinsam ein Frühwarnsystem sowie Hilfenetze im Sozialraum für Familien
mit besonderem Betreuungsbedarf.
Die
Sozialraumteams benötigen für ihre sozialraumorientierten Angebote/ Projekte
eine finanzielle Unterstützung. Da es sich auch hierbei um freiwillige
Leistungen handelt, ist die Durchführung der Angebote/ Projekte nur durch eine
finanzielle Unterstützung Dritter möglich.
Finanzielle
Mittel für Angebote/ Projekte der Sozialraumteams Wehringhausen und Vorhalle
Ev.
Jugend 5.000€
Die
Falken 5.000€
gesamt 10.000€
Gesamtauflistung
|
Projekte/Angebote |
Träger |
finanzieller
Bedarf |
|
„Willkommensbesuche“ |
Kinderschutzbund |
30.000€ |
|
Familienhebammen |
Caritas |
30.000€ |
|
Diakonisches
Werk |
30.000€ |
|
|
Sozialraumteams |
Ev.
Jugend |
5.000€ |
|
Die
Falken |
5.000€ |
|
|
|
100.000€ |
|
Die Spendengelder werden unmittelbar
von der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West an die
jeweiligen freien Träger, die die Spenden für die genannten Zwecke einsetzen,
überwiesen.
