Berichtsvorlage - 0399/2011

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Bericht zur Abschätzung der Verkehrsentwicklung im Hagener Norden wird zur Kenntnis genommen.

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Sachverhalt

Kurzfassung

 

Mit drei Planungen gewerblicher Nutzungen im Hagener Norden an der BAB A1 wird die vorhandene Verkehrs-Infrastruktur, die bereits heute an Leistungsgrenzen stößt, zusätzlich erheblich beansprucht. Eine Abschätzung des Verkehrs-Mengengerüsts dieser unterschiedlich konkretisierten Vorhaben soll Aufschlüsse über die Spielräume und Grenzen der zu erwartenden Mehrbelastungen insbesondere durch den Straßengüterverkehr liefern.

 

 

Begründung

 

Anlass

 

Für den Hagener Norden stellen die relativ günstigen topographischen Bedingungen, insbesondere aber die Nähe zur Autobahn A 1 an der Anschlussstelle Hagen-Nord für verkehrsintensive Nutzungen eine besondere Lagegunst dar. Aktuell werden nördlich der A 1 drei gewerbliche Projekte geplant, die sich aufgrund ihrer Verkehrsattraktivität unmittelbar auf die Straßeninfrastruktur auswirken werden (Anlage 1):

 

  • Autohof Bathey –
  • Cargo-Beamer –
  • Gewerbegebiet Böhfeld (FNPneu)

 

Autohof und Cargo-Beamer werden von privaten Unternehmen entwickelt, die Gewerbefläche Böhfeld wurde vom Rat als Bestandteil des neu aufzustellenden Flächennutzungsplans beschlossen.

 

Problemstellung

 

Die drei Planvorhaben sind aufgrund ihrer regionalen und überregionalen Verkehrsverflechtungen nahezu ausschließlich (Cargo-Beamer und Autohof) oder überwiegend (Gewerbegebiet) zur Autobahn A1 AS Hagen-Nord orientiert, die über die Dortmunder Straße (L 704) erreicht wird.

 

Im heutigen Zustand ist die L 704 mit den einmündenden Zu-/Ausfahrten der A1 und der Wandhofener Straße besonders wegen der Über-Eck-Verkehre an der Grenze der Leistungsfähigkeit und an zwei Stellen Unfallschwerpunkt (Linksabbieger Zufahrt A1 FR Köln, Linksabbieger in die Wandhofener Straße). Der Landesbetrieb plant daher eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit und eine Senkung des Unfallpotenzials durch neu zu bauende, untereinander koordinierte und verkehrsabhängig gesteuerte LSA. Die zuständige Verkehrsbehörde (Bezirksregierung Arnsberg) drängt auf eine zeitnahe Entschärfung der Unfallschwerpunkte und eine Umsetzung dieser Planungen.

 

Die vorliegende Untersuchung soll die durch die drei Vorhaben zu erwartende Verkehrserzeugung und Verkehrszunahme auf Dortmunder Straße / Wandhofener Straße abschätzen. Die Annahmen über die mögliche Intensität der Nutzung insbesondere im Fall Cargo-Beamer und Gewerbegebiet sind zum jetzigen Zeitpunkt spekulativ und unsicher und führen zu einer erheblichen Bandbreite der Prognoseergebnisse. Zu erwarten ist, dass die geplanten Vorhaben zu einer deutlichen Verkehrszunahme, im Extremfall und abschnittsweise zu einer Verdoppelung der heutigen Belastung führen.

 

Abschätzung der Verkehrserzeugung

 

1. Cargo-Beamer

 

Auf der Fläche des ehemaligen Bahnhofs Hengstey ist eine Verladestation (Cargo-Beamer) geplant. Hier sollen mit einer neuartigen Technik Lkw-Sattelauflieger von der Straße auf die Schiene verladen werden. Pro Zug können maximal 36 Einheiten ver- bzw. entladen werden – allerdings sind die Züge nicht immer komplett ausgebucht. Zu Beginn sind 2 Züge pro Tag geplant; bei vollem Betrieb sind maximal 24 Züge pro Tag möglich. Da die Lkw nicht auf die Züge warten müssen, sind keine speziellen Spitzenstunden zu erwarten. Eine zahlenmäßige Verteilung kann nicht angegeben werden. Nach Angaben des beauftragten Verkehrsgutachters kann von einem (realistischen?) Mittelwert von 400 bis 500 Lkw-Abfertigungen am Tag ausgegangen werden. Im Folgenden wird für 2 Extreme sowie einen mittleren Wert das Verkehrsaufkommen abgeschätzt.

 

Da für den Betrieb der Anlage nur wenige Beschäftigte benötigt werden, wird hier Pkw-Verkehr nicht berücksichtigt.

 

Annahmen:

 

Minimum:         2 Züge – 10 Einheiten pro Tag

                            100% gebucht

 

Maximum:        24 Züge – 36 Einheiten pro Tag

                            ca. 90 % gebucht

 

Mittel                 12 Züge – 36 Einheiten pro Tag

                            ca. 90% gebucht

 

Fahrten / Tag

Annahme

Lkw-Fahrten

Hin

Lkw-Fahrten

Rück

Pkw-Fahrten

Hin

Pkw-Fahrten

Rück

Fahrten

insgesamt

Minimum.

20

20

-

-

40

Maximum

780

780

-

-

1.560

Mittel

390

390

-

-

780

 

 

2. Autohof

 

Im Bereich Wandhofener Straße ist ein Autohof geplant. Auf dem Gelände sollen Stellplätze für ca. 60 Lkw zur Verfügung gestellt werden. Soweit weitere Nutzungen der folgenden Berechnung zugrunde liegen, werden die Angaben der Bauvoranfrage berücksichtigt. Für die Ermittlung des Verkehrsaufkommens einzelner Nutzungen werden die Annahmen aus einem Verkehrsgutachten (April 2010) zugrunde gelegt.

 

Annahmen:

 

Tankstelle:         330 Pkw/24h       davon 25% Neukunden

                            125 Lkw/24h       davon 80% Neukunden

 

Gastronomie:    200 Pkw/24h       davon 50% bereits als Kunden der Tankstelle erfasst

 

Sonstiges:           60 Lkw/24h       die vorhandenen Stellplätze werden auch nachts von Lkw benutzt, die ihre Ladung am nächsten Tag „just in time“ liefern müssen (keine andere Nutzung der Autohof-Einrichtungen).

 

Minimum:         Tankstelle              83 Pkw             100 Lkw

                            Gastronomie       100 Pkw                   -

                            Sonstige                     -                     60 Lkw

 

Maximum         Wenn es sich bei der Gastronomie um eine Fast-Food-Kette mit Drive-In-Betrieb oder ähnlichem handelt, muss man von ca. 1.000 Pkw/24h ausgehen. Dies sind nicht gleichzeitig Tankstellenkunden

                            (Diese Annahme ist nicht Bestandteil des Verkehrsgutachtens).

                           

                            Tankstelle          83 Pkw/24h         100 Lkw

                            Gastronomie 1.000 Pkw/24h            -

                            Sonstige                                           60 Lkw

 

Fahrten / Tag

Annahmen

Lkw-Fahrten

Hin

Lkw-Fahrten

Rück

Pkw-Fahrten

Hin

Pkw-Fahrten

Rück

Fahrten

insgesamt

Minimum

160

160

185

185

690

Maximum

160

160

1.085

1.085

2.490

 

3. Gewerbegebiet

 

Im Bereich Böhfeld ist ein Gewerbegebiet geplant. Das ca. 27ha große Gelände soll über die Dortmunder Straße gegenüber der Kabeler Straße an das überörtliche Straßennetz angebunden werden. Da eine konkrete Nutzung dieser Fläche noch nicht bekannt ist, wird für die Ermittlung des Verkehrsaufkommens ein „Gewerbepark“ angenommen.

 

Verkehrsaufkommen nach

Schriftreihe der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung Heft 42

 

Das zusätzliche (werktägliche) Verkehrsaufkommen insgesamt liegt bei:

 

Fahrten / Tag

Annahmen

Lkw-Fahrten

Hin

Lkw-Fahrten

Rück

Pkw-Fahrten

Hin

Pkw-Fahrten

Rück

Fahrten

insgesamt

Minimum

405

405

1.650

1.650

4.110

Maximum

1.080

1.080

4.420

4.420

11.000

 

Schlussfolgerung und Maßnahmen

 

Für die Ermittlung der zusätzlichen Verkehrsbelastungen im Straßennetz wird davon ausgegangen, dass die wesentlichen Verkehrsströme sich in Richtung Autobahnanschluss Hagen-Nord orientieren.

 

Die Verkehrsbelastung auf der Dortmunder Straße kann sich im Bereich der Anbindungen um ca. 90% zunehmen. Im Bereich des Autobahnanschlusses wird die Belastung im ungünstigsten Fall um 30% - 50% ansteigen. Die Autobahnrampen werden um ca. 10% - 30% zusätzlich belastet und die Belastung auf der Wandhofener Straße kann bis ca. 20% zunehmen (Anlage 2).

 

Um die zusätzlichen Verkehrsmengen bewältigen zu können, sollen die Dortmunder Straße und die Verkehrsknoten (Wandhofener Straße) in Abstimmung mit dem Landesbetrieb Straßen NRW und zu dessen Lasten innerhalb der heutigen Straßenverkehrsraums auf eine maximale Leistungsfähigkeit ausgebaut werden. Als Restriktion für die Anzahl der möglichen und notwendigen Fahrspuren (4) gilt das Profil der BAB-Brücke (eine Brückenerweiterung würde bis zu € 20 Mio. kosten). Auf dieser Grundlage wird eine Planung zur Leistungsverbesserung / Signalisierung L 704 erstellt, die die Vorgaben: maximale Leistungsfähigkeit durch maximale Ausnutzung der vorhanden Verkehrsraums im Verbund mit einer verkehrsabhängigen Steuerung erfüllt.

 

Dem im Unterschied zum Cargo-Beamer oder zum Gewerbegebiet Böhfeld in der Planung bereits weitgehend konkretisierte Vorhaben Autohof wurde im Rahmen des Baugenehmigungsverfahrens (Bauvoranfrage) zur Auflage gemacht, die verkehrlichen Voraussetzungen für eine störungsfreie Verkehrsabwicklung insbesondere am Knoten Wandhofener Straße / Dortmunder Straße zu prüfen und zu schaffen.

 

Die grundsätzliche Machbarkeit einer Kreisverkehrsanlage am Knoten Wandhofener Straße soll als Alternative geprüft werden. Landesbetrieb und Stadt stimmen sich über hierüber im Detail ab.

 

Die weiteren Vorhaben im Hagener Norden werden zu gegebener Zeit darauf zu prüfen sein, welche Spielräume für eine leistungsfähige Verkehrserschließung über die Dortmunder Straße bestehen; dies gilt besonders für das Gewerbefläche am Böhfeld, wenn in zeitlicher Abfolge die Erschließung nach einer Inbetriebnahme des Cargo-Beamers erfolgen sollte und möglicherweise die Intensität der Nutzung und Verkehrserzeugung restriktiv behandelt werden muss.

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Anlagen

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Beschlüsse

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10.05.2011 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen