Berichtsvorlage - 0399/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Verkehrsentwicklung Hagen-Nord
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Hans-Dieter Schumacher
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Stadtentwicklungsausschuss
|
Entscheidung
|
|
|
|
10.05.2011
|
Sachverhalt
Kurzfassung
Mit
drei Planungen gewerblicher Nutzungen im Hagener Norden an der BAB A1 wird die
vorhandene Verkehrs-Infrastruktur, die bereits heute an Leistungsgrenzen stößt,
zusätzlich erheblich beansprucht. Eine Abschätzung des Verkehrs-Mengengerüsts
dieser unterschiedlich konkretisierten Vorhaben soll Aufschlüsse über die
Spielräume und Grenzen der zu erwartenden Mehrbelastungen insbesondere durch
den Straßengüterverkehr liefern.
Begründung
Anlass
Für
den Hagener Norden stellen die relativ günstigen topographischen Bedingungen,
insbesondere aber die Nähe zur Autobahn A 1 an der Anschlussstelle Hagen-Nord
für verkehrsintensive Nutzungen eine besondere Lagegunst dar. Aktuell werden
nördlich der A 1 drei gewerbliche Projekte geplant, die sich aufgrund ihrer
Verkehrsattraktivität unmittelbar auf die Straßeninfrastruktur auswirken werden
(Anlage 1):
- Autohof Bathey
–
- Cargo-Beamer
–
- Gewerbegebiet
Böhfeld (FNPneu)
Autohof
und Cargo-Beamer werden von privaten Unternehmen entwickelt, die Gewerbefläche
Böhfeld wurde vom Rat als Bestandteil des neu aufzustellenden Flächennutzungsplans
beschlossen.
Problemstellung
Die
drei Planvorhaben sind aufgrund ihrer regionalen und überregionalen Verkehrsverflechtungen
nahezu ausschließlich (Cargo-Beamer und Autohof) oder überwiegend
(Gewerbegebiet) zur Autobahn A1 AS Hagen-Nord orientiert, die über die Dortmunder
Straße (L 704) erreicht wird.
Im
heutigen Zustand ist die L 704 mit den einmündenden Zu-/Ausfahrten der A1 und
der Wandhofener Straße besonders wegen der Über-Eck-Verkehre an der Grenze der
Leistungsfähigkeit und an zwei Stellen Unfallschwerpunkt (Linksabbieger Zufahrt
A1 FR Köln, Linksabbieger in die Wandhofener Straße). Der Landesbetrieb plant daher
eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit und eine Senkung des Unfallpotenzials
durch neu zu bauende, untereinander koordinierte und verkehrsabhängig
gesteuerte LSA. Die zuständige Verkehrsbehörde (Bezirksregierung Arnsberg)
drängt auf eine zeitnahe Entschärfung der Unfallschwerpunkte und eine Umsetzung
dieser Planungen.
Die
vorliegende Untersuchung soll die durch die drei Vorhaben zu erwartende Verkehrserzeugung
und Verkehrszunahme auf Dortmunder Straße / Wandhofener Straße abschätzen. Die
Annahmen über die mögliche Intensität der Nutzung insbesondere im Fall
Cargo-Beamer und Gewerbegebiet sind zum jetzigen Zeitpunkt spekulativ und
unsicher und führen zu einer erheblichen Bandbreite der Prognoseergebnisse. Zu
erwarten ist, dass die geplanten Vorhaben zu einer deutlichen Verkehrszunahme,
im Extremfall und abschnittsweise zu einer Verdoppelung der heutigen Belastung
führen.
Abschätzung der Verkehrserzeugung
1. Cargo-Beamer
Auf der Fläche des ehemaligen Bahnhofs Hengstey ist
eine Verladestation (Cargo-Beamer) geplant. Hier sollen mit einer neuartigen
Technik Lkw-Sattelauflieger von der Straße auf die Schiene verladen werden. Pro
Zug können maximal 36 Einheiten ver- bzw. entladen werden – allerdings
sind die Züge nicht immer komplett ausgebucht. Zu Beginn sind 2 Züge pro Tag
geplant; bei vollem Betrieb sind maximal 24 Züge pro Tag möglich. Da die Lkw
nicht auf die Züge warten müssen, sind keine speziellen Spitzenstunden zu
erwarten. Eine zahlenmäßige Verteilung kann nicht angegeben werden. Nach
Angaben des beauftragten Verkehrsgutachters kann von einem (realistischen?)
Mittelwert von 400 bis 500 Lkw-Abfertigungen am Tag ausgegangen werden. Im
Folgenden wird für 2 Extreme sowie einen mittleren Wert das Verkehrsaufkommen
abgeschätzt.
Da für den
Betrieb der Anlage nur wenige Beschäftigte benötigt werden, wird hier
Pkw-Verkehr nicht berücksichtigt.
Annahmen:
Minimum: 2 Züge – 10 Einheiten pro Tag
100%
gebucht
Maximum: 24 Züge – 36 Einheiten pro Tag
ca.
90 % gebucht
Mittel 12
Züge – 36 Einheiten pro Tag
ca. 90% gebucht
Fahrten /
Tag
|
Annahme |
Lkw-Fahrten Hin |
Lkw-Fahrten Rück |
Pkw-Fahrten Hin |
Pkw-Fahrten Rück |
Fahrten insgesamt |
|
Minimum. |
20 |
20 |
- |
- |
40 |
|
Maximum |
780 |
780 |
- |
- |
1.560 |
|
Mittel |
390 |
390 |
- |
- |
780 |
Im Bereich Wandhofener Straße ist ein Autohof
geplant. Auf dem Gelände sollen Stellplätze für ca. 60 Lkw zur Verfügung
gestellt werden. Soweit weitere Nutzungen der folgenden Berechnung zugrunde
liegen, werden die Angaben der Bauvoranfrage berücksichtigt. Für die Ermittlung
des Verkehrsaufkommens einzelner Nutzungen werden die Annahmen aus einem
Verkehrsgutachten (April 2010) zugrunde gelegt.
Annahmen:
Tankstelle: 330
Pkw/24h davon 25% Neukunden
125
Lkw/24h davon 80% Neukunden
Gastronomie: 200
Pkw/24h davon 50% bereits als Kunden
der Tankstelle erfasst
Sonstiges: 60 Lkw/24h die
vorhandenen Stellplätze werden auch nachts von Lkw benutzt, die ihre Ladung am
nächsten Tag „just in time“ liefern müssen (keine andere Nutzung
der Autohof-Einrichtungen).
Minimum: Tankstelle 83 Pkw 100
Lkw
Gastronomie 100 Pkw -
Sonstige - 60 Lkw
Maximum Wenn es
sich bei der Gastronomie um eine Fast-Food-Kette mit Drive-In-Betrieb oder
ähnlichem handelt, muss man von ca. 1.000 Pkw/24h ausgehen. Dies sind nicht
gleichzeitig Tankstellenkunden
(Diese Annahme ist nicht Bestandteil des Verkehrsgutachtens).
Tankstelle 83 Pkw/24h 100 Lkw
Gastronomie 1.000 Pkw/24h -
Sonstige 60 Lkw
Fahrten /
Tag
|
Annahmen |
Lkw-Fahrten Hin |
Lkw-Fahrten Rück |
Pkw-Fahrten Hin |
Pkw-Fahrten Rück |
Fahrten insgesamt |
|
Minimum |
160 |
160 |
185 |
185 |
690 |
|
Maximum |
160 |
160 |
1.085 |
1.085 |
2.490 |
3. Gewerbegebiet
Im Bereich Böhfeld ist ein Gewerbegebiet geplant. Das
ca. 27ha große Gelände soll über die Dortmunder Straße gegenüber der Kabeler
Straße an das überörtliche Straßennetz angebunden werden. Da eine konkrete
Nutzung dieser Fläche noch nicht bekannt ist, wird für die Ermittlung des
Verkehrsaufkommens ein „Gewerbepark“ angenommen.

Verkehrsaufkommen nach
Schriftreihe
der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung Heft 42
Das zusätzliche
(werktägliche) Verkehrsaufkommen insgesamt liegt bei:
Fahrten / Tag
|
Annahmen |
Lkw-Fahrten Hin |
Lkw-Fahrten Rück |
Pkw-Fahrten Hin |
Pkw-Fahrten Rück |
Fahrten insgesamt |
|
Minimum |
405 |
405 |
1.650 |
1.650 |
4.110 |
|
Maximum |
1.080 |
1.080 |
4.420 |
4.420 |
11.000 |
Schlussfolgerung und Maßnahmen
Für die Ermittlung der zusätzlichen
Verkehrsbelastungen im Straßennetz wird davon ausgegangen, dass die
wesentlichen Verkehrsströme sich in Richtung Autobahnanschluss Hagen-Nord
orientieren.
Die Verkehrsbelastung auf
der Dortmunder Straße kann sich im Bereich der Anbindungen um ca. 90% zunehmen.
Im Bereich des Autobahnanschlusses wird die Belastung im ungünstigsten Fall um
30% - 50% ansteigen. Die Autobahnrampen werden um ca. 10% - 30% zusätzlich
belastet und die Belastung auf der Wandhofener Straße kann bis ca. 20% zunehmen
(Anlage 2).
Um
die zusätzlichen Verkehrsmengen bewältigen zu können, sollen die Dortmunder
Straße und die Verkehrsknoten (Wandhofener Straße) in Abstimmung mit dem Landesbetrieb
Straßen NRW und zu dessen Lasten innerhalb der heutigen Straßenverkehrsraums
auf eine maximale Leistungsfähigkeit ausgebaut werden. Als Restriktion für die
Anzahl der möglichen und notwendigen Fahrspuren (4) gilt das Profil der
BAB-Brücke (eine Brückenerweiterung würde bis zu € 20 Mio. kosten). Auf
dieser Grundlage wird eine Planung zur Leistungsverbesserung / Signalisierung L
704 erstellt, die die Vorgaben: maximale
Leistungsfähigkeit durch maximale Ausnutzung der vorhanden Verkehrsraums im
Verbund mit einer verkehrsabhängigen Steuerung erfüllt.
Dem
im Unterschied zum Cargo-Beamer oder zum Gewerbegebiet Böhfeld in der Planung
bereits weitgehend konkretisierte Vorhaben Autohof wurde im Rahmen des
Baugenehmigungsverfahrens (Bauvoranfrage) zur Auflage gemacht, die verkehrlichen
Voraussetzungen für eine störungsfreie Verkehrsabwicklung insbesondere am Knoten
Wandhofener Straße / Dortmunder Straße zu prüfen und zu schaffen.
Die grundsätzliche Machbarkeit einer
Kreisverkehrsanlage am Knoten Wandhofener Straße soll als Alternative geprüft
werden. Landesbetrieb und Stadt stimmen sich über hierüber im Detail ab.
Die
weiteren Vorhaben im Hagener Norden werden zu gegebener Zeit darauf zu prüfen
sein, welche Spielräume für eine leistungsfähige Verkehrserschließung über die
Dortmunder Straße bestehen; dies gilt besonders für das Gewerbefläche am
Böhfeld, wenn in zeitlicher Abfolge die Erschließung nach einer Inbetriebnahme
des Cargo-Beamers erfolgen sollte und möglicherweise die Intensität der Nutzung
und Verkehrserzeugung restriktiv behandelt werden muss.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
|---|---|---|---|---|---|
|
1
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(wie Dokument)
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263,9 kB
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2
|
(wie Dokument)
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6,9 kB
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