Berichtsvorlage - 0176/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Themenschwerpunkte zum Freizeitangebot in Hagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- SZS - Servicezentrum Sport
- Bearbeitung:
- Katja Bannenberg
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Sport- und Freizeitausschuss
|
Entscheidung
|
|
|
|
13.04.2011
|
Sachverhalt
Kurzfassung
-
Begründung
Die Verwaltung wurde
gebeten, Themenschwerpunkte zum Freizeitangebot im Stadtgebiet von Hagen
aufgrund der Feststellungen der Expertise „Stand der Sportentwicklungsplanung“
zur Diskussion einzubringen.
Bevor hierzu Näheres aufgeführt
wird, ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass in Hagen bereits viele
Freizeitangebote, wie z. B. Fahrradwege, Nordic-Walking-Strecken, Reit- und
Wanderwege, vorhanden sind und zum Teil sehr gut genutzt werden. Vieles davon
ist bereits auch digitalisiert verfügbar.
Hier sind die großen
Probleme nicht die Angebote, sondern die Unterhaltung vorhandener Wege und
Plätze. Es ist unabdingbar, dass die Frage beantwortet wird, wie eine gewisse
notwendige Qualität der Angebote bei weniger werdenden Ressourcen dauerhaft
erhalten oder wieder geschaffen werden kann.
Schon jetzt sei
festgestellt, dass sich dies auch auf neue Angebote beziehen wird und muss.
In der bereits erwähnten und
allen bekannten Expertise vom Institut für Bedarfsforschung werden verschiedene
Schwerpunkte genannt. Nachfolgend sind daher nochmals einige wichtige Hinweise
genannt:
Die Infrastruktur des Sports, oder Sportinfrastruktur, ist heute in die drei Bereiche „Raum“, „Sportstätte“ und „Sportanlage“ zu untergliedern:
„Raum“ wird nicht nur als dreidimensionaler Raum verstanden, sondern auch im geographischen Sinne, bezogen auf eine flächige Ausdehnung innerhalb vorgegebener Grenzen des Staates, des Landes, der Kommune oder entsprechender Verwaltungs- resp. topographischer Räume wie Region, Gebiet oder Terrain, die als Planungsbereiche Beachtung finden.
„Sportstätte“ wird im Sinne von Ort verstanden, als genauere Bezeichnung einer Stätte für Sport, d. h. als Oberbegriff für einzelne Sportanlagen. Im Gegensatz zu den speziell für die Sportausübung erstellten Sportstätten (primäre Nutzung) sind die Sportgelegenheiten zu sehen, die nicht als Stätte für den Sport erstellt wurden, aber dennoch für die Ausübung sportlicher Aktivitäten genutzt werden (sekundäre Nutzung). In der neueren Literatur werden Sportgelegenheiten auch als Bewegungsräume bezeichnet.
„Sportanlage“ wird im Sinne einer Abgrenzung zur Sportstätte und Sportgelegenheit verstanden; sie bezeichnet speziell für den Sport angelegte, erstellte Räume. Auf resp. in diesen Sportanlagen werden überwiegend die bereits bei der Planung festgelegten Sportarten betrieben (Sportplätze, Sporthallen, Bäder, spezielle Anlagen für einzelne Sportarten und als Kombination in Sportparks und –Zentren).
Diese Einteilung trägt der zunehmenden Bedeutung der Sportgelegenheiten als Folge des veränderten Sportverhaltens sowie den gestiegenen Ansprüchen der Bürger an die Sportanlagen Rechnung. Zukünftig wird daher neben dem Sportverhalten besonders einer „Sportstättenraumplanung“ große Bedeutung zukommen, sodass als Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes gewertet werden können:
- Integration von Sportanlagen in das städtische Freiflächensystem
- Bau von veränderbaren Sportstätten und Spielgelegenheiten
- Erhöhung der Erlebnisqualität durch Umgestaltung und Modernisierung
- Errichtung von Einfachanlagen (`Sportnischen´)
- Vernetzung von Grünflächen und Grünschneisen
- Einbeziehung von Brach- und Freiflächen in die Nutzung
- Umwidmung von Industriehallen, die zur Zeit nicht genutzt werden
- Integration von Spielplatzanlagen als Teile dieses Systems
Ein Angebot von Sportinfrastruktur, im weiteren Sinne also von Sporträumen, in der Zukunft bedeutet für die Gegenwart das
- Sichern der Qualität (Modernisierung)
- Anpassen der Angebote an die Nachfrage (Revitalisierung)
- Sichern von Flächen (Reservierung)
- Planen neuer Sportanlagen und Sportgelegenheiten (Konzeptionierung) und
- Erstellen neuer Sportanlagen (Realisierung).
Vor allem die Potentiale der
Stadt Hagen, nämlich die ausgedehnten Waldgebiete, die Flüsse und Bäche sollten
dazu genutzt werden, die Angebotspalette in den Bereichen Sportgelegenheiten
und Sporträume zu vergrößern. Dies korrespondiert mit den topographischen
Merkmalen der Kommune, d.h. mit den im flachen Teil der Stadt gelegenen
Stadtbezirken und den Höhenzügen, die ein ideales Verbindungselement von Stadt
zu Land, im größeren Raum aber auch vom Ruhrgebiet zum Sauerland darstellen.
Die Stadt Hagen ist die „Brücke von der Industrie- zur Naturregion“
– dies sollte als signifikantes Merkmal der Stadt herausgearbeitet
werden. Die Verbindung von Stadtnähe mit hohem Freizeitwert in unmittelbarer
Nähe zur Natur ist auch für ältere Personen attraktiv.
Ca. 60% der Bevölkerung
treiben Sport, allerdings lediglich 23% in einem Verein. In diesem Zusammenhang
ist auch die veränderte und sich weiterhin verändernde Altersstruktur der
Bevölkerung in Hagen zu berücksichtigen.
Diese Tatsachen sind
entsprechend zu bewerten. Viele sporttreibende Personen benötigen keine
DIN-normgerechten Anlagen, sondern Räume und Gelegenheiten.
Für das Servicezentrum Sport
ist in den nächsten Jahren der Erhalt der vorhandenen Angebote, einschl. der
notwendigen Qualität und die Schaffung neuer Sporträume und ‑Gelegenheiten
von grundsätzlicher Bedeutung.
Dazu gehört ein auf mehrere
Jahre verbindlich angelegtes Programm. Sportentwicklung muss weg kommen von den
vielfach in der Vergangenheit vorhandenen Zufälligkeiten von Maßnahmen.
Hier sei beispielhaft der
Bereich demographischer Wandel / Liebenswertes Hagen genannt; tolle Ideen sind
vorhanden, einzig die Umsetzung haperte
doch sehr.
Richtungsweisende Ideen sind
zahlreich vorhanden, doch deren Realisierung ist nicht mit gedacht worden. Hier
liegt die Problematik einer Zusammenfassung von Themenschwerpunkten. Die
Umsetzbarkeit erster Schritte ist detailliert zu planen, um tatsächliche
Erfolge auf dem Weg zur Weiterentwicklung der Stadt aufzuzeigen.
Klar ist auch, dass die
Verwaltung eine Umsetzung eines Handlungsrahmens nicht alleine schaffen kann,
sondern Partner benötigt. Dies kann bei guter Planung und der Bereitschaft der
Stadt, die notwendigen Ressourcen bereitzustellen, gelingen.
Das Servicezentrum Sport
schlägt für die nächsten Jahre folgende Projekte vor:
- Weiterentwicklung von Mountainbikeangeboten
(Schaffung eines Trials)
- Prüfung, ob und wie ungenutzte Flächen und Räume
zu Sportzwecken umgenutzt werden können (z. B. leerstehende Verkaufsflächen)
- Umnutzung eines nicht mehr benötigten
Schulgebäudes zu einem „Haus des Sports und der Bewegung“
Hier könnten neben den notwendigen
Verwaltungsflächen weitere Räume für Vereine
und in vorhandenen Klassenräumen Kurs-, Lehrgangs- und Bewegungsangebote
entstehen.
Hier könnte eine Partnerschaft Stadt und
organisierter Sport dafür sorgen, dass
Angebote für die Bevölkerung gemacht werden können und die Unterhal- tung des Gebäudes durch den organisierten
Sport erfolgt.
- Projekt W.I.L.L.I.
-
Qualifizierte Betreuung
und Weiterentwicklung dieses Projekts mit den vorhandenen, richtigen Ansätzen
-
Prüfung der
Möglichkeiten der Hagen Agentur
Politik
und organisierter Sport müssen nun in zielgerichteten Diskussionen und als
Ergebnis mit entsprechenden Vereinbarungen unterlegt entscheiden, ob dieser Entwicklungsabschnitt
eingeschlagen werden soll und dann auch Ressourcen, z. B. aus der
Sportpauschale bereitstellen.
