Berichtsvorlage - 0226/2011

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss und die Bezirksvertretungen Hohenlimburg und Haspe nehmen die Berichtsvorlage „Neues Konzept für die Stadtteilbücherereien in Haspe und Hohenlimburg“ zur Kenntnis.

 

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Sachverhalt

Kurzfassung

 

Laut Ratsbeschluss vom 16.12.10 sollen die Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg in überwiegend ehrenamtlich geführte Büchereien umgewandelt werden. Außerdem sollen beide Büchereien an kostengünstigere Standorte umziehen. Wie dieser Ratsbeschluss umgesetzt werden soll, wird in folgendem Konzept dargestellt.

 

Begründung

 

Neues Konzept für die Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg: Umsetzung des Ratsbeschlusses zum HSK 2011 vom 16.12.10

 

1. Ausgangssituation:

 

Die Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg wurden seit 2003 zu Familien- und Nachbarschaftsbibliotheken umgestaltet. Ihr Medienangebot richtet sich an alle Bevölkerungsgruppen im Stadtteil, schwerpunktmäßig an Kinder und Jugendliche (Schülerinnen und Schüler). Die Stadtteilbüchereien sind gleichermaßen Bildungs- und Kultureinrichtungen ihrer Stadtteile mit umfangreicher Veranstaltungs- und Programmarbeit. Die Stadtteilbüchereien arbeiten mit Schulen aller Schulformen und Einrichtungen des Elementarbereichs zusammen. Über die beiden Fördervereine („Förderverein Stadtbücherei Hagen e.V.“ für die Hasper Bücherei und „Freundeskreis Hohenlimbuch“ für die Hohenlimburger Bücherei) sind beide Büchereien in den Stadtteilen gut vernetzt. Ehrenamtliches Engagement ist in beiden Stadtteilbüchereien bereits jetzt selbstverständlich.

 

Haspe bisher:

  • Personelle Ausstattung: 2,5 Planstellen (1 Bibliothekarsstelle, 1,5 Stellen für Fachangestellte für Medien und Informationsdienste)
  • Medienbestand: ca. 24.000 Medieneinheiten
  • Öffnungsstunden pro Woche: 19
  • Unterbringung in der Vollbrinkstr. 30 (Mietobjekt, Vertrag bis 31.07.2013)

      auf ca. 500 qm, Miete plus Nebenkosten /Jahr: 90.000 Euro

 

Hohenlimburg bisher:

  • Personelle Ausstattung: 3 Planstellen (1 Bibliothekarsstelle, 2 Stellen für Fachangestellte für Medien und Informationsdienste)
  • Medienbestand: ca. 31.000 Medieneinheiten
  • Öffnungsstunden pro Woche: 21
  • Unterbringung gemeinsam mit der VHS in der Bildungsetage im Hoesch-Gebäude, Langenkampstr. 14 (Mietobjekt, Vertrag bis 31.12.2014) auf

ca. 1.000 qm, Miete plus Nebenkosten /Jahr (Anteil Bücherei): 170.180 Euro

 

 

 

 

 

2. Umwandlung in überwiegend ehrenamtlich geführte Büchereien:

 

Der Rat der Stadt Hagen hat sich für die Fortführung der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg im „Mischmodell“ zwischen hauptamtlichem Personal und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entschieden. Bei den Überlegungen zur Umwandlung der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg in überwiegend ehrenamtlich geführte Büchereien stützt sich 43 auf Erfahrungen der Stadtbücherei Münster: Münster besitzt neben drei hauptamtlich geführten Zweigstellen auch zwei im „Mischmodell“ Hauptamt-Ehrenamt betriebene Zweigstellen. Aus diesem Modell erwachsen folgende konzeptionelle Überlegungen, die in Abstimmung mit den Fördervereinen und interessierten Ehrenamtlichen konkretisiert werden sollen.

 

Personalkonzept:

 

Laut Ratsbeschluss steht beiden Stadtteilbüchereien nach Übergang in den überwiegend ehrenamtlichen Betrieb noch jeweils 1 ganze Stelle Fachpersonal vor Ort zur Verfügung, um die fachliche Betreuung und den Betrieb der Stadtteilbüchereien zu sichern.

 

Diese Aufgabe wird von Fachangestellten für Medien und Informationsdienste wahrgenommen. Die Fachangestellten übernehmen wie bisher die Tätigkeiten rund um die Verbuchungstheke: Ausleihe und Rücknahme von Medien, Anmeldung, Kassengeschäfte, Klärung von Mahnfällen und geben Hilfestellung bei der Suche im Medienbestand.

 

Ehrenamtler unterstützen die hauptamtlichen Kräfte bei allen Hintergrundarbeiten wie Sortieren, Einstellen und Reparieren von Medien und im Bereich Veranstaltungsarbeit (s.unten). In der Stadtteilbücherei Hohenlimburg sind in diesem Bereich bereits Ehrenamtler tätig. Für Haspe müssen noch Ehrenamtler für buchtechnische und Sortierarbeiten angeworben werden.

 

Bestandskonzept:

 

Laut Ratsbeschluss soll auch die Aufgabe „Bestandsaufbau und Bestandspflege“ durch Fachpersonal weiterbetreut werden. Für diesen Zweck wird ein zentrales Stadtteilbüchereilektorat gebildet, das einen kooperativen Bestandsaufbau für beide Stadtteilbüchereien vornimmt. Die Bestandspflege erfolgt in Abstimmung mit den vor Ort tätigen Fachangestellten für Medien und Informationsdienste.

 

Ferner sollen laut Ratsbeschluss die Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg an deutlich kostengünstigere Standorte umziehen. Vorgesehen ist für Haspe, die dort ansässigen Verwaltungseinheiten einschließlich der Stadtteilbücherei im neu entstehenden Torhaus Haspe unterzubringen, was zumindest für die Bücherei auch mit Einsparungen verbunden wäre. In Hohenlimburg wurden Gespräche in Sachen alternative Unterbringung geführt, die auf Basis des Ratsbeschlusses zu konkretisieren sind. 43 wird gemeinsam mit den für Immobilien verantwortlichen Stellen die Standortsuche aktiv betreiben.

 

Die zukünftig für die Stadtteilbüchereien zur Verfügung stehenden Flächen werden (besonders in Hohenlimburg) aller Voraussicht nach erheblich kleiner sein als bisher.

In ehrenamtlich geführten Zweigstellen anderer Städte haben sich Bestandsgrößen bis maximal 15.000 Medieneinheiten bewährt (Erfahrungen aus Münster). Diese Bestände werden benutzerfreundlich in vereinfachter Systematik (Klarschriftgruppen) präsentiert und erleichtern die Selbstbedienung im Medienbestand.

 

Für Haspe bedeutet dies, dass der Medienbestand um rund ein Drittel verringert werden muss. In Hohenlimburg muss über die Hälfte des Medienbestandes ausgesondert werden. Die Aussonderung dieser Medien ist eine Aufgabe, die in Hinblick auf den zukünftigen verringerten Personaleinsatz in den Stadtteilbüchereien bereits jetzt planmäßig angegangen werden muss.

Geklärt werden muss dann ferner, wo die ausgesonderten Medien verbleiben sollen. Möglich ist, dass andere Einrichtungen vor Ort (Vereine/Schulen) diese Medien zur Weiternutzung im jeweiligen Stadtteil vorhalten. Die Verlagerung der ausgesonderten Medien in den Freihandbestand der Springe ist in der Regel aus Platzgründen nicht möglich.

 

Verbunden mit einer Verringerung des Medienbestandes ist auch eine veränderte inhaltliche Ausrichtung: Nicht mehr für alle vorher bedienten Zielgruppen in den Stadtteilen kann weiterhin ein Angebot bereitgestellt werden. Konzentrieren werden sich die Stadtteilbüchereien auf Kinder und Jugendliche, auf Familien und auf ältere, nicht mehr so mobile Bürgerinnen und Bürger. Auch das Angebot für Schülerinnen und Schüler wird angepasst: Für die Sekundarstufe II muss zukünftig auf das Angebot der Zentrale auf der Springe zurückgegriffen werden. Das bedeutet insgesamt: In Haspe und Hohenlimburg wird zukünftig nur noch eine Grundversorgung mit Medien stattfinden.

 

Veranstaltungs- und Programmarbeit:

 

Die Zusammenarbeit mit Schulen und Einrichtungen der vorschulischen Bildung (Programmarbeit) soll auch weiterhin erfolgen. Der Umfang dieser Programmarbeit ist abhängig von den vorhandenen bibliothekarischen Personalkapazitäten in der Zentrale. Bereits jetzt werden in der Stadtbücherei auf der Springe diese Leistungen rationiert. Bestehende Angebote für die Sekundarstufe II (z.B. durch die Kooperationsvereinbarung mit dem Gymnasium Hohenlimburg) werden  ebenfalls von der Stadtbücherei auf der Springe fortgeführt. Für Hohenlimburg ist auch zukünftig eine räumliche und inhaltliche Verbindung mit der VHS anzustreben, um die gemeinsamen Aktivitäten der jetzigen „Bildungsetage“ fortführen zu können.

 

Die Durchführung von Veranstaltungen erfolgt bereits jetzt vielfach durch und mit Unterstützung von Ehrenamtlern. In Hohenlimburg gibt es über den Förderverein HohenlimBuch viele regelmäßige Angebote, in Haspe haben sich ebenfalls regelmäßige Veranstaltungen mit Ehrenamtlern etabliert. Ein weiterer Ausbau in diesem Bereich hängt davon ab, ob noch mehr Ehrenamtliche für die Veranstaltungsarbeit gewonnen werden können. 

 

 

Öffnungsstunden pro Woche:

 

Die Stadtbücherei Münster öffnet ihre gemischten Stadtteilbüchereien für wöchentlich 15 Öffnungsstunden. Diese Stundenzahl wird auch für Haspe und Hohenlimburg vorgeschlagen. Folgende Alternativen sind dabei denkbar:

 

Haspe:

 

Alternative 1:

Mo       10 bis 13 Uhr   15 bis 18 Uhr

Die      geschlossen

Mi        10 bis 13 Uhr

Do       10 bis 13 Uhr   15 bis 18 Uhr

Fr        geschlossen

 

Alternative 2:

Mo      10 bis 13 Uhr   15 bis 18 Uhr

Die     10 bis 13 Uhr   15 bis 18 Uhr

Mi       10 bis 13 Uhr

Do, Fr geschlossen

 

 

Hohenlimburg:

 

Alternative 1:

Mo     geschlossen

Die     10 bis 13 Uhr    15 bis 18 Uhr

Mi       10 bis 13 Uhr

Do      geschlossen

Fr       10 bis 13 Uhr     15 bis 18 Uhr

 

Alternative 2:

Mo, Die geschlossen

Mi         10 bis 13 Uhr

Do        10 bis 13 Uhr    15 bis 18 Uhr

Fr         10 bis 13 Uhr    15 bis 18 Uhr

 

Mit den Fördervereinen soll auf dieser Grundlage ein Vorschlag erarbeitet werden, der dann den zuständigen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt wird.

 

In den Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg gibt es zukünftig

2 Schließungstage. Die Einführung eines 2.Schließungstages ist aufgrund der Personalreduzierung auf 1 hauptamtliche Stelle vor Ort erforderlich.

An allen Schließungstagen steht die Stadtbücherei auf der Springe als Ausleihstelle für alle Hagenenerinnen und Hagener zur Verfügung. 

 

 

 

Zur Erleichterung der Urlaubsplanung gibt es in vielen Städten (z.B. Münster) Schließungszeiten in den Sommerferien und in der Weihnachtszeit. Auch in Hagen hat es in der Vergangenheit Schließungszeiten in den Stadtteilen gegeben. Eine Wiedereinführung dieser Regelung ist aus personalwirtschaftlichen Gründen erforderlich.

 

Unterstützung der Springe für die Stadtteilbüchereien:

 

Die Springe unterstützt die Stadtteilbüchereien durch zentrale Dienstleistungen (Bestandsaufbau, Bestandspflege, Programmarbeit, Medienbeschaffung, Fernleihe, technische Infrastruktur, Programmarbeit mit Schulen u.a.) und vertritt zukünftig das Fachpersonal der Stadtteilbüchereien.

 

3. Zeitplan:

 

In den nächsten Wochen wird das Konzept mit den Fördervereinen diskutiert und konkretisiert.

 

Parallel hierzu ist die „Rekrutierung“ und Einarbeitung der benötigten Ehrenamtler vorgesehen. Zudem muss das Bestandskonzept sukzessive umgesetzt werden.

Eine dauerhafte Verlagerung von Personalkapazitäten aus der Springe in die Stadtteilbüchereien ist aufgrund im Laufe des Jahres 2011 entstehender Vakanzen nicht mehr möglich.

 

Die Mitte des Jahres in der Zentrale entstehenden Vakanzen führen dazu, dass bereits 2011 eine Schließungszeit in den Sommerferien erfolgen muss. Angedacht ist ein fünfwöchiger Zeitraum vom 25.07. bis 27.08.2011. Ab 29.08.2011 soll die Öffnung der Stadtteilbüchereien in einem der oben dargestellten Öffnungszeitenmodelle erfolgen.

 

Die Beschlussvorlage für die zuständigen Gremien ist für Mai geplant.

 

 

 

 

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Beschlüsse

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24.03.2011 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen

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06.04.2011 - Bezirksvertretung Hohenlimburg - geändert beschlossen

Beschluss:

Die Bezirksvertretung Hohenlimburg nimmt die Berichtsvorlage „Neues Konzept für die Stadtteilbücherereien in Haspe und Hohenlimburg“ mit folgendem Zusatz zur Kenntnis:

 

 1. Die Öffnungszeiten über 21 Stunden pro Woche in Hohenlimburg sind aufrecht zu erhalten. Es ist nicht nachvollziehbar, warum das bei einer zugesicherten Vollzeitkraft der Verwaltung bei 38 Wochenstunden und dem erweiterten Personalangebot des Fördervereins Hohenlimbuch nicht möglich sein sollte.

2. Durch geeignete Schulungen des ehrenamtlich tätigen Personals ist sicherzustellen, dass diese Kräfte auch bei Arbeiten rund um die Buchungstheke eingesetzt werden können, das Potential ist bei diesen Kräften vorhanden, es ist nicht nachvollziehbar, warum diese nur zu Flickarbeiten in die Hinterzimmer verbannt werden sollen.

3. In eingehender Absprache mit den Büchereifördervereinen ist sicherzustellen, dass komplette Ferienschließungen in jedem Fall vermieden werden. Gerade zu Zeiten, in denen sich Bürgerinnen und Bürger gerade auch mit Kindern Ferienfahrten in großem Stil oder Urlaub überhaupt nicht mehr leisten können, ist das kommunale Lese- und Bildungsangebot gerade auch unter sozialen Aspekten während der Schulferien keinesfalls auf Null zu fahren. Ferner ist auch nicht einzusehen, warum Einsparmaßnahmen immer nur in den Stadteilbüchereien greifen sollen, während die Springe hier wohl weitestgehend verschont werden soll.

 

 

 

 

Abstimmungsergebnis:

X

 Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

 13

Dagegen:

      

Enthaltungen:

      

 

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07.04.2011 - Bezirksvertretung Haspe - geändert beschlossen

Beschluss:

Die Bezirksvertretung Haspe nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis und fasst einen Beschluss mit folgenden Änderungen:

 

1.      Die Besonderheiten der Stadtbibliothek Haspe sind unabhängig von Hohenlimburg sowie der Personalsituation in der Zentralbibliothek zu entscheiden.

 

2.      Die Reduzierung des Hasper Personals sowie der Öffnungszeiten in Haspe erfolgen erst nach einem eventuellen Umzug sowie der Einführung eines elektronischen Buchungssystems und nach Einarbeitung und Qualifizierung des ehrenamtlichen Personals.

 

3.      Die Bildung eines Hasper Fördervereins sowie die Akquise von Ehrenamtlichen erfordert mindestens eine Planungszeit bis Ende 2011. Das Jahr 2012 war bisher als „Umsetzungszeitraum“ für Haspe angedacht und bis dahin ist die Beibehaltung vorhandener Personalkapazitäten erforderlich (siehe Punkt 1).

 

 

4.      Über die zukünftigen Öffnungszeitenmodelle soll eine neu zu bildende und monatlich tagende Arbeitsgruppe, bestehend aus 2 Ehrenamtlichen, zwei BV-Mitgliedern, zwei Mitgliedern des Fördervereins sowie MitarbeiterInnen der Stadtbücherei, im Laufe des Jahres 2012 entscheiden.

 

5.      Die ausgesonderten ca. 8.000 Medien sollen an geeigneter Stelle verkauft oder versteigert werden, um den städtischen Eigenanteil für ein gefördertes Selbstbuchungssystem zu ermöglichen.

 

 

6.      Die Bezirksvertretung Haspe appelliert an alle Hasper Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv in einem noch zu gründenden Förderverein der Stadtteilbücherei Haspe zu engagieren.

 

 

Abstimmungsergebnis:

x

 Einstimmig beschlossen

 

Dafür:

 14

Dagegen:

 0

Enthaltungen:

 0