Berichtsvorlage - 0226/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Neues Konzept für die Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg:Umsetzung des Ratsbeschlusses zum HSK 2011 vom 16.12.2010
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- 43 Amt für Weiterbildung und Medien
- Bearbeitung:
- Cornelia Steinbach
- Beteiligt:
- 43 Amt für Weiterbildung und Medien; VB3 Vorstandsbereich für Jugend und Soziales, Integration, Bildung und Kultur
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
|
●
Erledigt
|
|
Kultur- und Weiterbildungsausschuss
|
Entscheidung
|
|
|
|
24.03.2011
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Hohenlimburg
|
Entscheidung
|
|
|
|
06.04.2011
| |||
|
●
Erledigt
|
|
Bezirksvertretung Haspe
|
Entscheidung
|
|
|
|
07.04.2011
|
Sachverhalt
Kurzfassung
Laut Ratsbeschluss vom
16.12.10 sollen die Stadtteilbüchereien in Haspe und Hohenlimburg in
überwiegend ehrenamtlich geführte Büchereien umgewandelt werden. Außerdem
sollen beide Büchereien an kostengünstigere Standorte umziehen. Wie dieser
Ratsbeschluss umgesetzt werden soll, wird in folgendem Konzept dargestellt.
Begründung
Neues Konzept für die Stadtteilbüchereien in Haspe
und Hohenlimburg: Umsetzung des Ratsbeschlusses zum HSK 2011 vom 16.12.10
1. Ausgangssituation:
Die Stadtteilbüchereien in
Haspe und Hohenlimburg wurden seit 2003 zu Familien- und
Nachbarschaftsbibliotheken umgestaltet. Ihr Medienangebot richtet sich an alle
Bevölkerungsgruppen im Stadtteil, schwerpunktmäßig an Kinder und Jugendliche
(Schülerinnen und Schüler). Die Stadtteilbüchereien sind gleichermaßen
Bildungs- und Kultureinrichtungen ihrer Stadtteile mit umfangreicher
Veranstaltungs- und Programmarbeit. Die Stadtteilbüchereien arbeiten mit
Schulen aller Schulformen und Einrichtungen des Elementarbereichs zusammen.
Über die beiden Fördervereine („Förderverein Stadtbücherei Hagen
e.V.“ für die Hasper Bücherei und „Freundeskreis
Hohenlimbuch“ für die Hohenlimburger Bücherei) sind beide Büchereien in
den Stadtteilen gut vernetzt. Ehrenamtliches Engagement ist in beiden
Stadtteilbüchereien bereits jetzt selbstverständlich.
Haspe bisher:
- Personelle Ausstattung: 2,5 Planstellen (1
Bibliothekarsstelle, 1,5 Stellen für Fachangestellte für Medien und
Informationsdienste)
- Medienbestand: ca. 24.000 Medieneinheiten
- Öffnungsstunden pro Woche: 19
- Unterbringung in der Vollbrinkstr. 30
(Mietobjekt, Vertrag bis 31.07.2013)
auf ca. 500 qm, Miete plus Nebenkosten /Jahr:
90.000 Euro
Hohenlimburg bisher:
- Personelle Ausstattung: 3 Planstellen (1
Bibliothekarsstelle, 2 Stellen für Fachangestellte für Medien und
Informationsdienste)
- Medienbestand: ca. 31.000 Medieneinheiten
- Öffnungsstunden pro Woche: 21
- Unterbringung gemeinsam mit der VHS in der
Bildungsetage im Hoesch-Gebäude, Langenkampstr. 14 (Mietobjekt, Vertrag
bis 31.12.2014) auf
ca. 1.000 qm, Miete
plus Nebenkosten /Jahr (Anteil Bücherei): 170.180 Euro
2. Umwandlung in überwiegend ehrenamtlich geführte
Büchereien:
Der Rat der Stadt Hagen
hat sich für die Fortführung der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg im
„Mischmodell“ zwischen hauptamtlichem Personal und ehrenamtlichen
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entschieden. Bei den Überlegungen zur
Umwandlung der Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg in überwiegend
ehrenamtlich geführte Büchereien stützt sich 43 auf Erfahrungen der
Stadtbücherei Münster: Münster besitzt neben drei hauptamtlich geführten
Zweigstellen auch zwei im „Mischmodell“ Hauptamt-Ehrenamt
betriebene Zweigstellen. Aus diesem Modell erwachsen folgende konzeptionelle Überlegungen,
die in Abstimmung mit den Fördervereinen und interessierten Ehrenamtlichen
konkretisiert werden sollen.
Personalkonzept:
Laut Ratsbeschluss steht
beiden Stadtteilbüchereien nach Übergang in den überwiegend ehrenamtlichen
Betrieb noch jeweils 1 ganze Stelle Fachpersonal vor Ort zur Verfügung, um die
fachliche Betreuung und den Betrieb der Stadtteilbüchereien zu sichern.
Diese Aufgabe wird von
Fachangestellten für Medien und Informationsdienste wahrgenommen. Die
Fachangestellten übernehmen wie bisher die Tätigkeiten rund um die
Verbuchungstheke: Ausleihe und Rücknahme von Medien, Anmeldung,
Kassengeschäfte, Klärung von Mahnfällen und geben Hilfestellung bei der Suche
im Medienbestand.
Ehrenamtler unterstützen
die hauptamtlichen Kräfte bei allen Hintergrundarbeiten wie Sortieren,
Einstellen und Reparieren von Medien und im Bereich Veranstaltungsarbeit
(s.unten). In der Stadtteilbücherei Hohenlimburg sind in diesem Bereich bereits
Ehrenamtler tätig. Für Haspe müssen noch Ehrenamtler für buchtechnische und
Sortierarbeiten angeworben werden.
Bestandskonzept:
Laut Ratsbeschluss soll
auch die Aufgabe „Bestandsaufbau und Bestandspflege“ durch
Fachpersonal weiterbetreut werden. Für diesen Zweck wird ein zentrales
Stadtteilbüchereilektorat gebildet, das einen kooperativen Bestandsaufbau für
beide Stadtteilbüchereien vornimmt. Die Bestandspflege erfolgt in Abstimmung
mit den vor Ort tätigen Fachangestellten für Medien und Informationsdienste.
Ferner sollen laut
Ratsbeschluss die Stadtteilbüchereien Haspe und Hohenlimburg an deutlich
kostengünstigere Standorte umziehen. Vorgesehen ist für Haspe, die dort
ansässigen Verwaltungseinheiten einschließlich der Stadtteilbücherei im neu
entstehenden Torhaus Haspe unterzubringen, was zumindest für die Bücherei auch
mit Einsparungen verbunden wäre. In Hohenlimburg wurden Gespräche in Sachen
alternative Unterbringung geführt, die auf Basis des Ratsbeschlusses zu
konkretisieren sind. 43 wird gemeinsam mit den für Immobilien verantwortlichen
Stellen die Standortsuche aktiv betreiben.
Die zukünftig für die
Stadtteilbüchereien zur Verfügung stehenden Flächen werden (besonders in
Hohenlimburg) aller Voraussicht nach erheblich kleiner sein als bisher.
In ehrenamtlich geführten
Zweigstellen anderer Städte haben sich Bestandsgrößen bis maximal 15.000
Medieneinheiten bewährt (Erfahrungen aus Münster). Diese Bestände werden
benutzerfreundlich in vereinfachter Systematik (Klarschriftgruppen) präsentiert
und erleichtern die Selbstbedienung im Medienbestand.
Für Haspe bedeutet dies,
dass der Medienbestand um rund ein Drittel verringert werden muss. In
Hohenlimburg muss über die Hälfte des Medienbestandes ausgesondert werden. Die
Aussonderung dieser Medien ist eine Aufgabe, die in Hinblick auf den
zukünftigen verringerten Personaleinsatz in den Stadtteilbüchereien bereits
jetzt planmäßig angegangen werden muss.
Geklärt werden muss dann
ferner, wo die ausgesonderten Medien verbleiben sollen. Möglich ist, dass
andere Einrichtungen vor Ort (Vereine/Schulen) diese Medien zur Weiternutzung
im jeweiligen Stadtteil vorhalten. Die Verlagerung der ausgesonderten Medien in
den Freihandbestand der Springe ist in der Regel aus Platzgründen nicht
möglich.
Verbunden mit einer
Verringerung des Medienbestandes ist auch eine veränderte inhaltliche
Ausrichtung: Nicht mehr für alle vorher bedienten Zielgruppen in den
Stadtteilen kann weiterhin ein Angebot bereitgestellt werden. Konzentrieren
werden sich die Stadtteilbüchereien auf Kinder und Jugendliche, auf Familien
und auf ältere, nicht mehr so mobile Bürgerinnen und Bürger. Auch das Angebot
für Schülerinnen und Schüler wird angepasst: Für die Sekundarstufe II muss
zukünftig auf das Angebot der Zentrale auf der Springe zurückgegriffen werden.
Das bedeutet insgesamt: In Haspe und Hohenlimburg wird zukünftig nur noch eine
Grundversorgung mit Medien stattfinden.
Veranstaltungs- und Programmarbeit:
Die Zusammenarbeit mit
Schulen und Einrichtungen der vorschulischen Bildung (Programmarbeit) soll auch
weiterhin erfolgen. Der Umfang dieser Programmarbeit ist abhängig von den
vorhandenen bibliothekarischen Personalkapazitäten in der Zentrale. Bereits
jetzt werden in der Stadtbücherei auf der Springe diese Leistungen rationiert.
Bestehende Angebote für die Sekundarstufe II (z.B. durch die Kooperationsvereinbarung
mit dem Gymnasium Hohenlimburg) werden
ebenfalls von der Stadtbücherei auf der Springe fortgeführt. Für
Hohenlimburg ist auch zukünftig eine räumliche und inhaltliche Verbindung mit
der VHS anzustreben, um die gemeinsamen Aktivitäten der jetzigen
„Bildungsetage“ fortführen zu können.
Die Durchführung von
Veranstaltungen erfolgt bereits jetzt vielfach durch und mit Unterstützung von
Ehrenamtlern. In Hohenlimburg gibt es über den Förderverein HohenlimBuch viele
regelmäßige Angebote, in Haspe haben sich ebenfalls regelmäßige Veranstaltungen
mit Ehrenamtlern etabliert. Ein weiterer Ausbau in diesem Bereich hängt davon
ab, ob noch mehr Ehrenamtliche für die Veranstaltungsarbeit gewonnen werden
können.
Öffnungsstunden pro Woche:
Die Stadtbücherei Münster
öffnet ihre gemischten Stadtteilbüchereien für wöchentlich 15 Öffnungsstunden.
Diese Stundenzahl wird auch für Haspe und Hohenlimburg vorgeschlagen. Folgende
Alternativen sind dabei denkbar:
Haspe:
Alternative 1:
Mo 10 bis 13 Uhr 15 bis 18 Uhr
Die geschlossen
Mi 10 bis 13 Uhr
Do 10 bis 13 Uhr 15 bis 18 Uhr
Fr geschlossen
Alternative 2:
Mo 10 bis 13 Uhr 15 bis 18 Uhr
Die 10 bis 13 Uhr 15 bis 18 Uhr
Mi 10 bis 13 Uhr
Do, Fr geschlossen
Hohenlimburg:
Alternative 1:
Mo geschlossen
Die 10 bis 13 Uhr 15 bis 18 Uhr
Mi 10 bis 13 Uhr
Do geschlossen
Fr 10 bis 13 Uhr 15 bis 18 Uhr
Alternative 2:
Mo, Die geschlossen
Mi 10 bis 13 Uhr
Do 10 bis 13 Uhr 15 bis 18 Uhr
Fr 10 bis 13 Uhr 15 bis 18 Uhr
Mit den Fördervereinen
soll auf dieser Grundlage ein Vorschlag erarbeitet werden, der dann den
zuständigen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt wird.
In den Stadtteilbüchereien
Haspe und Hohenlimburg gibt es zukünftig
2 Schließungstage. Die
Einführung eines 2.Schließungstages ist aufgrund der Personalreduzierung auf 1
hauptamtliche Stelle vor Ort erforderlich.
An allen Schließungstagen
steht die Stadtbücherei auf der Springe als Ausleihstelle für alle
Hagenenerinnen und Hagener zur Verfügung.
Zur Erleichterung der
Urlaubsplanung gibt es in vielen Städten (z.B. Münster) Schließungszeiten in
den Sommerferien und in der Weihnachtszeit. Auch in Hagen hat es in der
Vergangenheit Schließungszeiten in den Stadtteilen gegeben. Eine
Wiedereinführung dieser Regelung ist aus personalwirtschaftlichen Gründen
erforderlich.
Unterstützung der Springe für die
Stadtteilbüchereien:
Die Springe unterstützt
die Stadtteilbüchereien durch zentrale Dienstleistungen (Bestandsaufbau,
Bestandspflege, Programmarbeit, Medienbeschaffung, Fernleihe, technische
Infrastruktur, Programmarbeit mit Schulen u.a.) und vertritt zukünftig das
Fachpersonal der Stadtteilbüchereien.
3. Zeitplan:
In den nächsten Wochen
wird das Konzept mit den Fördervereinen diskutiert und konkretisiert.
Parallel hierzu ist die
„Rekrutierung“ und Einarbeitung der benötigten Ehrenamtler
vorgesehen. Zudem muss das Bestandskonzept sukzessive umgesetzt werden.
Eine dauerhafte
Verlagerung von Personalkapazitäten aus der Springe in die Stadtteilbüchereien
ist aufgrund im Laufe des Jahres 2011 entstehender Vakanzen nicht mehr möglich.
Die Mitte des Jahres in
der Zentrale entstehenden Vakanzen führen dazu, dass bereits 2011 eine
Schließungszeit in den Sommerferien erfolgen muss. Angedacht ist ein
fünfwöchiger Zeitraum vom 25.07. bis 27.08.2011. Ab 29.08.2011 soll die Öffnung
der Stadtteilbüchereien in einem der oben dargestellten Öffnungszeitenmodelle
erfolgen.
Die Beschlussvorlage für die
zuständigen Gremien ist für Mai geplant.

06.04.2011 - Bezirksvertretung Hohenlimburg - geändert beschlossen
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Hohenlimburg nimmt die Berichtsvorlage „Neues Konzept für die Stadtteilbücherereien in Haspe und Hohenlimburg“ mit folgendem Zusatz zur Kenntnis:
1. Die Öffnungszeiten über 21 Stunden pro Woche in Hohenlimburg sind
aufrecht zu erhalten. Es ist nicht nachvollziehbar, warum das bei einer
zugesicherten Vollzeitkraft der Verwaltung bei 38 Wochenstunden und dem
erweiterten Personalangebot des Fördervereins Hohenlimbuch nicht möglich sein
sollte.
2. Durch geeignete Schulungen des ehrenamtlich tätigen Personals ist
sicherzustellen, dass diese Kräfte auch bei Arbeiten rund um die Buchungstheke
eingesetzt werden können, das Potential ist bei diesen Kräften vorhanden, es
ist nicht nachvollziehbar, warum diese nur zu Flickarbeiten in die Hinterzimmer
verbannt werden sollen.
3. In eingehender Absprache mit den Büchereifördervereinen ist
sicherzustellen, dass komplette Ferienschließungen in jedem Fall vermieden
werden. Gerade zu Zeiten, in denen sich Bürgerinnen und Bürger gerade auch mit
Kindern Ferienfahrten in großem Stil oder Urlaub überhaupt nicht mehr leisten
können, ist das kommunale Lese- und Bildungsangebot gerade auch unter sozialen
Aspekten während der Schulferien keinesfalls auf Null zu fahren. Ferner ist
auch nicht einzusehen, warum Einsparmaßnahmen immer nur in den
Stadteilbüchereien greifen sollen, während die Springe hier wohl weitestgehend
verschont werden soll.
07.04.2011 - Bezirksvertretung Haspe - geändert beschlossen
Beschluss:
Die Bezirksvertretung Haspe nimmt den Bericht der
Verwaltung zur Kenntnis und fasst einen Beschluss mit folgenden Änderungen:
1.
Die
Besonderheiten der Stadtbibliothek Haspe sind unabhängig von Hohenlimburg sowie
der Personalsituation in der Zentralbibliothek zu entscheiden.
2.
Die
Reduzierung des Hasper Personals sowie der Öffnungszeiten in Haspe erfolgen
erst nach einem eventuellen Umzug sowie der Einführung eines elektronischen
Buchungssystems und nach Einarbeitung und Qualifizierung des ehrenamtlichen
Personals.
3.
Die Bildung
eines Hasper Fördervereins sowie die Akquise von Ehrenamtlichen erfordert
mindestens eine Planungszeit bis Ende 2011. Das Jahr 2012 war bisher als
„Umsetzungszeitraum“ für Haspe angedacht und bis dahin ist die
Beibehaltung vorhandener Personalkapazitäten erforderlich (siehe Punkt 1).
4.
Über die
zukünftigen Öffnungszeitenmodelle soll eine neu zu bildende und monatlich
tagende Arbeitsgruppe, bestehend aus 2 Ehrenamtlichen, zwei BV-Mitgliedern,
zwei Mitgliedern des Fördervereins sowie MitarbeiterInnen der Stadtbücherei, im
Laufe des Jahres 2012 entscheiden.
5.
Die
ausgesonderten ca. 8.000 Medien sollen an geeigneter Stelle verkauft oder
versteigert werden, um den städtischen Eigenanteil für ein gefördertes
Selbstbuchungssystem zu ermöglichen.
6.
Die
Bezirksvertretung Haspe appelliert an alle Hasper Bürgerinnen und Bürger, sich
aktiv in einem noch zu gründenden Förderverein der Stadtteilbücherei Haspe zu
engagieren.