Beschlussvorlage - 0125/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Neubau des Tierheims an der Hasselstraße
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 23 Fachbereich Immobilien, Wohnen und Sonderprojekte
- Bearbeitung:
- Holger Klinkmann
- Beteiligt:
- FB69 - Umweltamt; FB65 - Gebäudewirtschaft
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Erledigt
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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17.02.2011
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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24.02.2011
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Beschlussvorschlag
- Die Stadt errichtet das Tierheim an der Hasselstraße auf der Grundlage der überarbeiteten, beigefügten Planung.
- Die Baukosten bleiben städtischerseits auf 1,5 Mio. € (Mittel aus dem Konjunkturpaket II) zzgl. 100.000 € aus der Sparkassenspende begrenzt.
- Der Rat befürwortet nach wie vor, eine gemeinsame Lösung mit dem Tierschutzverein umzusetzen. Insofern ist der Tierschutzverein ständig über den Fortgang zu informieren und eingeladen, sich jederzeit wieder in das Neubauprojekt einzubringen.
- Die Ausschreibung der Baugewerke erfolgt insofern modular.
- Der Beschluss ist sofort umzusetzen.
Sachverhalt
Kurzfassung
Die vom
Architekturbüro Winkler + Partner, Dortmund, am 05.01.2011 vorgelegte
Kostenberechnung wich gravierend von der Kostenschätzung aus dem Jahr 2009 ab,
die die Grundlage der Gespräche und Vereinbarungen mit dem Tierschutzverein
Hagen und Umgebung e. V. bildete. Die
berechneten Kosten von rd. 3,2 Mio. € liegen außerhalb des vorhandenen
Budgets. Da mit dem Tierschutzverein zunächst kein Einvernehmen über die
weitere Vorgehensweise erzielt werden konnte, soll dass Tierheim an der
Hasselstraße mit den reservierten Mitteln aus dem Konjunkturpaket II in Höhe
von 1,5 Mio. € zzgl. 100.000 € (Sparkassenspende) innerhalb
der gesetzlichen Fristen errichtet werden. Die Stadt strebt nach wie vor eine
gemeinsame Lösung mit dem Tierschutzverein an. Vor diesem Hintergrund wird der
Tierschutzverein laufend über den Projektfortgang informiert. Die Ausschreibung
der Baugewerke erfolgt modular dergestalt, dass als Mindestleistung eine
funktionale Lösung für die der Stadt zur Verfügung stehenden 1,5 Mio. €
anzubieten ist. Optional werden die Gewerke ausgeschrieben, die mit den Mitteln
des Tierschutzvereins ergänzend umgesetzt werden könnten.
Begründung
Der Rat der Stadt beschloss am
06.03.2008 (Vorlage der Verwaltung 0144/2008), auf dem städtischen Grundstück
Hasselstraße ein neues Tierheim auf der Grundlage der am 14.06.2007
verabschiedeten Planung (Vorlage der Verwaltung 0551/2007) zu errichten. Der
Beschluss stand unter dem Vorbehalt, Einvernehmen mit der Bezirksregierung über
die Priorität des Projektes herzustellen. Dies gelang in der Folgezeit nicht.
Am 14.05.2009 beschloss der Rat, den
Neubau aus Mitteln des Konjunkturpakets II zu finanzieren (Vorlage der
Verwaltung 0361/2009). Durch Beschluss vom 10.09.2009 (Vorlage der Verwaltung
0756/2009) wurde die Verwaltung beauftragt, mit dem Tierschutzverein Hagen und
Umgebung e. V. einen Vertrag über die finanzielle Beteiligung an den Baukosten
von geschätzt 2.025.000 € (Kostenschätzung der Gebäudewirtschaft der
Stadt Hagen vom 04.02.2009) zu schließen. Der Beschluss sah folgende
Finanzierung vor:
Mittel
Konjunkturpaket II 1.500.000 €
Spende
Tierschutzverein 525.000 €
Darüber hinaus sah der Beschluss vor,
die Kosten für zusätzlichen Lärmschutz (Einhausung der Nachtausläufe für
Hunde), die vorgezogene Herrichtung der Tierheim-Erweiterungsfläche und einer
Teilfläche des Hundeplatzes einschließlich Einzäunung mit 100.000 € aus
der Sparkassenspende sowie Mitteln, die die Stadt im Rahmen ihrer
Verkehrssicherungspflicht ohnehin für die Sicherung eines brachliegenden eigenen
Geländes aufwenden müsste, zu finanzieren. Der Vertrag mit dem Tierschutzverein
Hagen und Umgebung e. V. wurde am 03.11.2009 geschlossen.
Die Bezirksregierung sperrte am
17.12.2009 die für den Tierheim-Neubau eingeplanten Konjunkturpaket-Mittel. Die Stadt leitete
gerichtliche Schritte ein, konnte eine Mittelfreigabe aber nicht erreichen. Die
Planung wurde nicht fortgesetzt, der Bau nicht begonnen.
Erst nach der Landtagswahl 2010 gab der
neue Regierungspräsident die Konjunkturpaket-Mittel am 31.08.2010 wieder frei.
Die Arbeit am Neubauprojekt wurde wieder aufgenommen, das Architekturbüro
Winkler + Partner, Dortmund, als Planer eingeschaltet. In mehreren
Abstimmungsgesprächen zwischen dem Büro Winkler + Partner sowie Vertretern des
Tierschutzvereins und der Verwaltung wurde der vom Rat im Jahr 2007
beschlossene Entwurf konkretisiert. Im November 2010 wurden Erkundungsbohrungen
zur Untersuchung des Baugrundes durchgeführt, die Baumaßnahme damit im Sinne
der Förderregelungen des Konjunkturpakets II begonnen.
Am 05.01.2011 legte das Büro Winkler +
Partner auf Basis der am 03.11.2009 vertraglich mit dem Tierschutzverein
vereinbarten Planung eine Kostenberechnung nach DIN 276 vor, die mit rd. 3,2
Mio. € gravierend von der Schätzung aus dem Jahr 2009 abwich, insbesondere
bei folgenden Positionen:
Ø
Die berechneten Kosten für das Hauptgebäude lagen um rd.
300.000 € über den 2009 geschätzten Kosten;
Ø
2009 wurden im Raumbuch irrtümlicherweise die höheren
Ausbau- und Ausstattungsstandards des Hauptgebäudes auch für das Kleintierhaus
/ Vogelhaus übernommen, was zu Mehrkosten von ca. 217.000 € geführt
hätte;
Ø
die berechneten Kosten für zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen
(Einhausung der Nachtausläufe für Hunde) lagen um ca. 119.000 € über den
2009 geschätzten Kosten;
Ø
die berechneten Kosten der Herrichtung der Außenanlagen
lagen um ca. 121.000 € über den 2009 geschätzten Kosten;
Ø
die berechneten Baukosten hätten zu einer Steigerung der
Baunebenkosten um rd. 390.000 € geführt.
Aufgrund der terminlichen Zwänge
– die Mittel aus dem Konjunkturpaket II müssen bis zum 31.12.2011 mit der
Bezirksregierung abgerechnet werden – wurden die Planungen in enger
Abstimmung mit dem Tierschutzverein in kürzester Zeit umgestellt, um das
Tierheim im vertraglich vereinbarten Kostenrahmen zu errichten. Hierzu wurden
am 21.01.2011 folgende Änderungen besprochen:
- Veränderung des Grundrisses hin zu
einer „Kammlösung“
- Reduzierung des umbauten Raumes durch
Flächenoptimierung (Verkehrs-/
Nebenflächen)
- Reduzierung von Baustandards (z. B.
beim Vogelhaus / Kleintierhaus)
- Reduzierung der Zahl der
Nachtausläufe
- Verschiebung des Gebäudes auf dem
Grundstück nach Osten
- Aufbereitung des westlichen Geländes
zu einem späteren Zeitpunkt.
Die nach dieser Planungsumstellung vom
Büro Winkler + Partner am 27.01.2011 überarbeitete Kostenberechnung schloss mit
einem Betrag von 2.262.000 € ab und lag damit noch immer über dem Budget.
In einem Gespräch mit dem Tierschutzverein wurden daher am 28.01.2011 weitere
Einsparmöglichkeiten (Reduzierung der Hunde- und Katzenboxen und der
Auslaufflächen, Verzicht auf die Dienstwohnung) diskutiert. Es konnte kein
Einvernehmen über eine gemeinsame Umsetzung der Planung erzielt werden.
Um die Mittelbereitstellung im Rahmen
des Konjunkturpakets II nicht zu gefährden, muss sofort mit der Errichtung des
Tierheims begonnen werden. Der Bau soll auf der Grundlage der beigefügten
Planung erfolgen, welche die Anforderungen des Landesamtes für Natur, Umwelt
und Verbraucherschutz NRW an ein Tierheim in einer Stadt mit ca. 200.000
Einwohnern erfüllt. Die Baukosten werden auf 1,5 Mio. € (Konjunkturpaket
II) zzgl. 100.000 € (Sparkassenspende) begrenzt. Dem Tierschutzverein
wird angeboten, sich jederzeit wieder in das Neubauprojekt einzubringen. Die
jetzt vorgesehene modulare Bauweise lässt dies zu.
Nach dem heutigen
Erkenntnisstand kann der mit dem Tierschutzverein im November 2009 geschlossene Vertrag nicht in allen Facetten
umgesetzt werden. Die Verwaltung schlägt allerdings vor, den Vertrag noch nicht
zu kündigen sondern vielmehr nach Möglichkeiten der einvernehmlichen Anpassung
zu suchen.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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496,1 kB
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2
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(wie Dokument)
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250,2 kB
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