Berichtsvorlage - 0121/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Stellungnahme der Verwaltung zu Themenschwerpunkten der Bürgerfragen und –anmerkungen in den Bürgerversammlungen (Verwaltungsvorlage 0959/2010); hier: Theater lfd. Nr. 25 und 26
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Berichtsvorlage
- Federführend:
- 46 Theater Hagen/Philharmonisches Orchester Hagen
- Bearbeitung:
- Petra Seibring
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Geplant
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Haupt- und Finanzausschuss
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Vorberatung
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17.02.2011
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Erledigt
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Rat der Stadt Hagen
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Entscheidung
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24.02.2011
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Sachverhalt
Prüfung
der Bürgeranregungen
Zusammenlegung
von Theatern, Museen etc. gemeinsam mit angrenzenden Städten
Verlagerung
der Theatersparten in andere Städte: Einrichtung eines bedarfsgerechten
Shuttleservice für die Hagener Bevölkerung
Bei den
Vorschlägen aus der Bürgerschaft handelt es sich einerseits um Möglichkeiten
der Zusammenarbeit zwischen Theatern, andererseits um eine Auflösung des
bestehenden Ensembles am Hagener Theater und dessen Verlagerung in andere
Städte.
Hinsichtlich
der Verlagerung der Sparten ist darauf hinzuweisen, dass der Rat der Stadt
Hagen sich in seiner Sitzung am 16.12.2010 zum Hagener Bürgertheater mit all
seinen Sparten bekannt hat und auch für die Zukunft ein selbstbespieltes Haus
Ziel aller Bemühungen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung bleiben muss. Die
vorgeschlagene Maßnahme zur Verlagerung von Sparten in andere Städte würde
diesem Ratsbeschluss zuwider laufen.
Hinsichtlich
der Prüfung von Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Theatern werden nachfolgend die
aktuellen Entwicklungen und Fragestellungen dargestellt.
Entwicklung
des Landeszuschusses:
Für die Erhaltung der Theaterlandschaft wurde gemeinsam mit
dem Bühnenverein, dem Städtetag und der Intendantenkonferenz eine 20%ige
Beteiligung des Landes an den Betriebskosten der nordrhein-westfälischen
Theater und Orchester gefordert.
In einem kürzlich im Ministerium für Familie, Kinder,
Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen geführten Gespräch
zwischen den Oberbürgermeistern und Kulturdezernenten der theater- und orchestertragenden
Städte Nordrhein-Westfalens und der Ministerin Schäfer sowie dem Staatssekretär
Prof. Schäfer wurde seitens der Regierung deutlich gemacht, dass eine
Bezuschussung der Theater und Orchester in Höhe von 20% der Kosten derzeit
abgelehnt wird.
Für das Jahr 2011 wurde vielmehr ein Gesamtbetrag von 4,5
Mio. € in Aussicht gestellt, dessen Verteilung auf die einzelnen Theater
und Orchester im Rahmen einer noch einzurichtenden ständigen Theaterkonferenz,
an der Vertreter der Gemeinden, der Theater und Orchester und des Ministeriums
teilnehmen werden, abgestimmt werden soll. In diesem Gremium sollen ebenfalls
neue Perspektiven zum Erhalt der Theaterlandschaft in NRW entwickelt werden.
Die für die Jahre 2012 ff zu erwartende Entwicklung kann
derzeit, auch unter dem Vorbehalt der verfassungsrechtlichen Überprüfung des
Landeshaushalts, nicht eingeschätzt werden.
Prüfung
von Kooperationsmöglichkeiten zwischen Theatern
a. Bereits
Im Sommer 2010 begannen auf der Grundlage von Anregungen der
Kulturbeigeordneten aus Dortmund und Hagen moderierte Gesprächsrunden zwischen
dem Theater Dortmund und dem Theater Hagen, um Kooperationsmöglichkeiten in
folgenden künstlerischen Bereichen auszuloten:
-
Kooperationen
im Bereich Musiktheater, Orchester und Ballett.
-
Kooperationen
im Bereich Schauspiel sowie Kinder- und Jugendtheater.
-
Idee
zu einer Open-Air-Sommerbespielung als Kooperationsprojekt.
Das Ergebnis dieser Gespräche ist dem Kultur- und
Weiterbildungsausschuss in der letzten Sitzung am 27.1.2011 mitgeteilt worden.
Zusammengefasst war
festzustellen, dass die Entwicklung von Kooperationsprojekten bzw. -modellen,
die sich auf die künstlerischen Bereiche richten, nicht geeignet sind, einen
substantiellen Beitrag zur Erfüllung der finanziellen Sparauflagen in beiden
Städten zu leisten. Die im Ergebnis ermittelten Vorschläge zu Kooperationen
zwischen dem Theater Dortmund und dem Theater Hagen sind vor allem auf eine
Verbesserung der künstlerischen bzw. kulturellen Wirksamkeit beider Theater
gerichtet.
Ein Austausch von
Produktionen wird im Wesentlichen durch die nicht kompatiblen
Bühnenverhältnisse bzw. bühnentechnischen Gegebenheiten erschwert.
Möglichkeiten zu Kooperationen wurden im Bereich Kinder- und
Jugendtheater gesehen. So soll die Entwicklung einer interkulturellen Kinder-
und Jugendtheaterwoche als gemeinsames Projekt und unter dem Vorbehalt
zusätzlicher finanzieller Mittel (z. B. durch Zuschüsse) geprüft werden.
Im Bereich Tanz ergaben sich Ansatzpunkte in der Entwicklung
eines Konzeptes zur Etablierung einer NRW-Tanzwoche als Plattform zur
Präsentation der Ballett-Compagnien der Stadttheater aus NRW.
Ebenfalls soll eine Erweiterung des bereits existierenden
3er-Abo Ballett Dortmund, Essen, Duisburg/Düsseldorf um das Ballett Hagen
geprüft werden.
Auch im Bereich Marketing soll versucht werden, konkrete
Maßnahmen z. B. zur gegenseitigen Bewerbung der Theater zu vereinbaren.
Die Idee einer Open-Air-Sonmmerbespielung wurde zwar
diskutiert, aus wirtschaftlichen Gründen jedoch zunächst verworfen.
Im Bereich Schauspiel und Musiktheater konnten aus
verschiedenen Gründen, u. a. auch die fehlende Einbindung des designierten
Intendanten und GMD aus Dortmund, keine Kooperationsmöglichkeiten identifiziert
werden.
b. Aktuell
werden über die genannten Bereiche hinaus Kooperationsmöglichkeiten im
nicht-künstlerischen Bereich geprüft.
Unter der Federführung zweier Beratungsunternehmen sollen Potentiale für
Kooperationen zwischen den Theatern der Städte Bochum, Dortmund, Essen,
Gelsenkirchen, Oberhausen und Hagen identifiziert und die möglichen Effekte
eingeschätzt werden.
Erste Themenfelder betreffen Aufgabenbereiche wie Gebäudemanagement, Marketing,
Verwaltung, Einkauf und Werkstätten.
Ergebnisse aus dieser Untersuchung werden bis zum Sommer erwartet.
Prüfung
einer neuen Rechtsform für das Theater/Orchester Hagen
Parallel
zu den o. g. Themenfeldern wird derzeit geprüft, inwieweit eine neue Rechtsform
für das Theater Hagen dazu beitragen kann, effektiver und kostengünstiger zu
arbeiten als es in der augenblicklichen Form des Regiebetriebes möglich ist.
Hierzu
soll in die März-Sitzung des Kultur- und Weiterbildungsausschusses eine
entsprechende Verwaltungsvorlage eingebracht werden.
