Beschlussvorlage - 0082/2011
Grunddaten
- Betreff:
-
Jahresprogramm 2011 des Historischen Centrums Hagen
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- 47 Historisches Centrum Hagen
- Bearbeitung:
- Anja Kuhlmann
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
|---|---|---|---|---|
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●
Erledigt
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Kultur- und Weiterbildungsausschuss
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Entscheidung
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27.01.2011
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Sachverhalt
Kurzfassung
Das Historische Centrum Hagen stellt im Folgenden
sein Jahresprogramm 2011 mit seinen Aktivitäten im Bereich Ausstellungen und
Museumspädagogik vor.
Begründung
Stadtmuseum Hagen
Das Geheimnis der Blätterhöhle –
Auf den Spuren der ältesten Westfalen
bis 6.3.2011
Unter
dem Titel „Das Geheimnis der Blätterhöhle“ präsentiert das
Historische Centrum Hagen seit Juni 2010 die überregional bedeutenden
mesolithischen und neolithischen Funde aus der Blätterhöhle in Hagen. Die
Ausstellung zeigt in zehn Kapiteln die Geschichte der Entdeckung, die
akribische wissenschaftliche Spurensuche, die neuesten Ergebnisse der
naturwissenschaftlichen Untersuchungen und die Bedeutung der Höhle und der
Funde im europäischen Kontext.
Die
ursprünglich bis zum 14.2.2011 geplante anschauliche und stimmungsvolle
Ausstellung wird um drei Wochen verlängert.
Die
Ausstellung ist ausgerichtet auf ein breites Verständnis, das keine
fachspezifischen Vorkenntnisse voraussetzt und richtet sich besonders an Kinder
und Jugendliche, die hier an einem der eindrucksvollsten Beispiele erfahren,
wie spannend Archäologie ist und welche wissenschaftlichen Methoden und Arbeit
Grundlage jeder möglichen Erkenntnis sind.
Die
Besucherinnen und Besucher erhalten auch einen anschaulichen Überblick über die
bisherigen Arbeiten, die auf zahlreichen großformatigen Fotos dokumentiert
sind.
Der
Erlebnischarakter der Ausstellung offenbart sich in sogenannten Höhlengängen,
in denen die Besucher und Besucherinnen mit in die Höhle genommen werden und
u.a. Videoaufnahmen aus dem Inneren der Höhle sehen, die eigens für die
Ausstellung gedreht wurden. Die Enge der Höhle, die Bedingungen, unter denen
wissenschaftliche Forschung hier erfolgt, wird damit für alle Interessierten
hautnah erlebbar.
Wichtigstes
Highlight ist der aus Hagen stammende mit 10.700 Jahren älteste Westfale und
Ruhrgebietler. Sein Schädeldach wird in der Ausstellung präsentiert. Etwa 35
Jahre war er alt und nicht allein. Neben ihm wurden auch die Knochen von
weiteren Menschen aus dieser Zeit gefunden, darunter auch Kinder.
In
der Höhle wurden auch in der Jungsteinzeit vor 5.800 bis 5.000 Jahren
zahlreiche Menschen bestattet. Sie gehören ebenfalls zu den archäologischen
Sensationen, die in der Ausstellung zu sehen sind. Alles das und jeder Aspekt
für sich hat die Blätterhöhle zu einem über die Landesgrenzen hinaus reichenden
Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Hagen gemacht.
Ein
umfangreiches museumspädagogisches Begleitprogramm wird insbesondere von
Familien, Schulklassen und Kindern nachgefragt.
Die
Ausstellung enthält einen anschaulichen Anteil der Präsentation, der eigens für
die Jüngsten konzipiert und realisiert wurde. Kinder können dort ihr
Höhlenforscher-Diplom machen. Dabei hilft ihnen Max Dachs, der Archäologe aus
dem Tierreich. Er begleitet die Kinder in dunkle Höhlen und Kriechgänge, wo sie
Aufgaben zu lösen haben. Dabei lernen sie viel über Archäologie und die Funde
aus der Blätterhöhle.
Das
überregionale Interesse großer Ausstellungshäuser an den Funden ist ungebrochen
und schlägt sich u.a. in der großen Nachfrage nach Leihgaben für wichtige
Ausstellungsprojekte nieder.
Teile
der Ausstellung und eine Auswahl an Exponaten werden nach Beendigung dem LWL
Museum für Archäologie für die Landesausstellung zur Verfügung gestellt und
dort präsentiert.
Im
Ruhrmuseum präsentiert eine Replik des mesolithischen Schädels in der
Dauerausstellung zur Geschichte des Ruhrgebietes.
Die
Forschungen zur Blätterhöhle werden im Rahmen eines von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft finanzierten Projektes jetzt wieder aufgenommen. Das
Projekt wird geleitet von der Universität Köln und erfolgt in Kooperation mit
dem Historischen Centrum Hagen. Die Grabungen sollen in diesem Zusammenhang
fortgesetzt werden.
Schule @ Museum - Präsentation von
Schulprojekten
27.3. - 17.4. 2011
Neben
der Vermittlungsarbeit im Bereich Stadtarchiv, Stadtmuseum und Museum für Ur-
und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen führt das Historische Centrum Hagen
mit der Museumspädagogik auch im Schuljahr 2010/2011 wieder mit mehreren
Schulen aus Hagen verschiedene Projekte durch. Diese werden in einer eigenen
Ausstellung im Stadtmuseum Hagen präsentiert.
Die
Präsentation der Schulprojekte in 2010 hat bereits eine große Resonanz über die
aktiven Teilnehmenden der Projekte hinaus hervorgerufen.
Die
unterschiedlichen aktuellen Projekte sind wieder sehr breit gefächert. Alle
Projekte erfolgen sowohl über Besuche im Stadtmuseum und im Museum für Ur- und
Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen wie auch im Stadtarchiv einerseits als
auch in der vertiefenden Arbeit in den Schulen andererseits.
Für
die Schülerinnen und Schüler bietet die Projektarbeit einen wichtigen
Lerneffekt jenseits des üblichen Schulalltags. Neben der Auseinandersetzung mit
einem Thema werden die Gruppenarbeit und die Übertragung von theoretischen
Kenntnissen in praktische Anwendungen gefördert.
Durch
die gemeinsame Präsentation der unterschiedlichen Projekte wird jedes Projekt
in einen neuen Kontext gestellt und profitiert von der gleichzeitigen
Präsentation aller Projekte im Museum. Dadurch erhalten die einzelnen Projekte
auch eine höhere Aufmerksamkeit, die sowohl den Schülerinnen und Schülern als
auch den Projekten gut tut.
So
werden beispielsweise mit dem Künstler Andreas Kroll an der Freiherr vom
Stein-Grundschule, Hauptschule Vorhalle, Luise Rehling-Realschule und
Gesamtschule Eilpe unterschiedliche Kunstprojekte mit historischen Bezügen
durchgeführt.
Eine
weitere Zusammenarbeit mit Schulen ist das Projekt „Orte und ihre
Geschichte(n) in Hagen“. Im Rahmen des Bildungsauftrags als
außerschulischer Lernort sollen Schülerinnen und Schüler der Sek. I und II mit
diesem Projekt an die Arbeit im Stadtarchiv Hagen herangeführt werden.
Schülerinnen
und Schüler erforschen in Kleingruppen verschiedene öffentliche Orte oder
Plätze in Hagen. Dazu wählen sie unter Anleitung in der ersten Phase des
Projekts geeignete Orte und Plätze in Hagen aus und recherchieren danach mit
dem Stadtarchiv Hagen nach Unterlagen, Karten und Fotos zu diesen Orten. Die
aufbereiteten Informationen werden zu
Texten mit Fotos zusammengefasst. In der zweiten Phase des Projekts
suchen die Gruppen die ausgewählten Orte auf und befragen dort Menschen zu
ihren Erlebnissen und ihrer Geschichte mit dem Ort. Aus den Erzählungen der
Menschen schreiben die Schülerinnen und Schüler danach interessante Geschichten
über den Ort und die Menschen. Damit es auch Bilder zu den Geschichten gibt,
fotografieren die Schülerinnen und Schüler die Menschen mit denen sie
gesprochen haben. In Hagen sollen etwa 4 bis 5 Orte erforscht werden und zu
jedem Ort sollen etwa 4 Geschichten erzählt werden, so dass es am Ende des
Projekts etwa 16 bis 20 Geschichten über Menschen und Orte in Hagen gibt.
Abrahamhaus (Arbeitstitel)
22.5.2011 – Anf. 2012
Nach
Abschluss der sehr erfolgreich durchgeführten Projekte im Bereich
„NS-Jugend“ konnte resultierend aus dem in diesem Zusammenhang
entstandenen Netzwerk ein neues Projekt auf interreligiöser Basis initiiert
werden, das in einem bereits jetzt viel beachteten Ausstellungsprojekt münden
wird. Analog zur Unterstützung bei den bereits realisierten Projekten wird sich
auch hier wieder der Förderverein des Historischen Centrums Hagen „Pro
Stadtgeschichte Hagen e.V.“ um Fördermittel aus dem Bundesprogramm
„Vielfalt tut gut“ bemühen und damit zur Finanzierung des Projekts
beitragen.
Unter
dem Arbeitstitel Abrahamhaus führt das Historische Centrum Hagen mit folgenden
Kooperationspartnern dieses interreligiöse Ausstellungsprojekt durch:
Evangelischer Kirchenkreis Hagen, Katholisches Dekanat Hagen-Witten, Jüdische Gemeinde
Hagen, Bildungs- und Kulturverein Hagen e.V., Damla Bildungsverein e.V.,
Diakonie Hagen, Jugendring Hagen e.V.
Abraham
ist der Stammvater der drei großen monotheistischen Religionen Judentum,
Christentum und Islam. Ausgehend von diesem Fixpunkt werden diese drei
Religionen in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert.
Dabei
sollen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede aufgezeigt werden, ohne einen
Besser-Schlechter-Vergleich zu schaffen. Vielmehr soll deutlich werden, dass
trotz theologischer Divergenzen eine Ebene geschaffen werden kann, die einen
toleranten und respektvollen Umgang ermöglicht. Die Ausstellung trägt damit bei
zum gegenseitigen Verständnis und einer daraus resultierenden Akzeptanz
Andersgläubiger. Damit ist sie auch ein Beispiel für ein erfolgreiches
Miteinander, das sich durchaus auf das Zusammenleben in unserer
multikulturellen Gesellschaft übertragen lässt.
Die
Ausstellung besteht aus einem einführenden Teil, der sich allgemein mit dem
Thema Religion beschäftigt, die Person Abraham näher beleuchtet sowie
schwerpunktmäßig die thematisierten Religionen verortet, historische Bezüge
erforscht und aufzeigt und so einen lokalgeschichtlichen Anknüpfungspunkt für
die Thematik schafft. Im zweiten Teil der Ausstellung wird dann das Abrahamhaus
präsentiert. Dieses besteht aus sachlich informativen Ausstellungseinheiten zu
unterschiedlichen Themen, die museologisch interessant aufbereitet präsentiert
werden. Hinzu kommen für die einzelnen Religionen jeweils Sektionen, die durch
ihre Gestaltung einen eher affektiven Zugang ermöglichen. Aussagekräftige und
kostbare Exponate aus eigenem Bestand und als Leihgaben runden die Ausstellung
ab.
Hauptzielgruppe der
Ausstellung sind Kinder und Jugendliche, insbesondere Schulklassen, darüber
hinaus aber auch alle an der Thematik Interessierten. Sie erhalten mit der
Ausstellung die Gelegenheit, im direkten Vergleich die Positionen der drei
dargestellten Religionen zu untersuchen und damit zu einer eigenen fundierten
und von Vorurteilen los gelösten Meinung zu gelangen.
Unterstützt
wird die Ausstellung von einem breit gefächerten museumspädagogischen
Begleitprogramm. In Wahrnehmung des Bildungsauftrages des Historischen Centrums
Hagen steht die Ansprache und Betreuung von Schulklassen dabei im Mittelpunkt.
Darüber hinaus erhalten die beteiligten Glaubensgemeinschaften Möglichkeiten,
sich im Rahmen der Ausstellung durch begleitende Veranstaltungen zu
präsentieren.
Dauerausstellung
Hagen – eine Stadt mit Geschichte
Die
vielschichtige Geschichte der Stadt Hagen wird in der Dauerausstellung anhand
zahlreicher aussagekräftiger Exponate dargestellt. Die Präsentation wird durch
ein multimediales Ausstellungs-Informationssystem (Ausstellungs-Intranet)
unterstützt, das von den Besucherinnen und Besuchern sehr gut angenommen wird.
Neben
den zahlreichen öffentlichen ausstellungsbegleitenden Veranstaltungen wie
Führungen, bunte Nachmittage, wissenschaftliche Vorträge usw., die sich an ein
allgemeines Publikum richten, werden
insbesondere museumspädagogische Angebote für Schulklassen offeriert.
Das Stadtmuseum Hagen unterstützt damit die Arbeit in den Schulen und bietet
Möglichkeiten zur Erforschung der Stadtgeschichte, die von den Schulen allein
so nicht leistbar wäre. Damit wird auch ein wertvoller Beitrag zur Standortbestimmung in und Identifikation
mit der Stadt geleistet.
Teile
der Ausstellung werden an den sich ständig weiter entwickelnden Forschungsstand
angepasst, fortlaufend überarbeitet und ergänzt. Die museumspädagogischen
Angebote unterliegen ebenfalls einem ständigen Anpassungsprozess und werden
durch neue Angebote und Veranstaltungen für ein breites Publikum auf einem
attraktiven Niveau gehalten und weiter entwickelt.
Projekt „NS-Jugend“ in der
Dauerausstellung
Nach
Abschluss der Wechselausstellung „Und sie werden nicht mehr frei –
Jugend im Nationalsozialismus“ soll dieses Thema nun in der
Dauerausstellung verstärkt aufgegriffen und museumspädagogisch weiter verankert
werden. Der überwältigenden Resonanz auf die Ausstellung zur NS-Jugend, den häufig
geäußerten Bitten aus der Lehrerschaft und den vielfachen Wünschen von
zahlreichen Schülerinnen und Schülern, das Thema museal fortzuführen und in
interessanter Weise für Schülerinnen und Schüler aufzubereiten, wird damit
Rechnung getragen.
Die
äußerst erfolgreiche Ausstellung, in der 300 Klassen betreut wurden, wird so
Ausgangspunkt für ein neues museumspädagogisches Angebot für Schulklassen, das
den Nationalsozialismus als den am weitest entfernt gelegenen Punkt zu einer
auf Vielfalt angelegten pluralistischen Gesellschaft thematisiert. Ausgehend
von diesem historischen Beispiel soll den heute lebenden Jugendlichen der
Alltag während der Zeit des Nationalsozialismus gezeigt werden. Damit wird
deutlich, wo eine Gesellschaft endet, die nicht Vielfalt, Toleranz und Demokratie
als Leitziel ihr Eigen nennt. Schülerinnen und Schüler werden damit auch
befähigt, zeitgenössische Formen rechtsradikaler Ideologien besser einordnen
und beurteilen zu können.
Anknüpfend
an die Abteilung „Nationalsozialismus“ der Dauerausstellung wird
den Schulen in Ergänzung und Vernetzung mit Materialien des Stadtarchivs Hagen
sowie neu zu erstellenden Medien ein attraktives Angebot zur Bearbeitung des
Themas „Nationalsozialismus“ zur Verfügung gestellt.
Wanderausstellung
Und sie werden nicht mehr frei – Jugend im Nationalsozialismus
Abgeleitet
aus der Wechselausstellung „Und sie werden nicht mehr frei – Jugend
im Nationalsozialismus“ konnte durch Bundesmittel eine Wanderausstellung
zum gleichen Thema konzipiert werden. Diese wird Schulen und anderen
Einrichtungen zur Verfügung gestellt und ist im letzten Jahr in verschiedenen
Schulen und an außerschulischen Orten, z.B. in der Volme-Galerie, gezeigt
worden.
Auf
19 Stelltafeln ist es gelungen, das Thema anschaulich darzustellen. Schulen und
andere Einrichtungen erhalten damit die Möglichkeit, das Thema auf attraktive
Art und Weise vor Ort zu verankern. Unterstützt werden sie dabei von einem
Lehrerbegleitband, mit dessen weiter führenden Materialien eine umfassende
Bearbeitung möglich ist. Zahlreiche Quellen wurden zusammengetragen und
erleichtern Lehrerinnen und Lehrern die Gestaltung des Unterrichts.
Das
Historische Centrum Hagen berät, begleitet und unterstützt die Präsentatoren
der Wanderausstellung in allen Fragen in Zusammenhang mit der Ausstellung.
Die
Ausstellung wird ständig weiter nachgefragt und somit auch in 2011 und den
folgenden Jahren Schulen und anderen Einrichtungen zur Verfügung gestellt.
Erste Buchungen, auch aus dem überregionalen Bereich, liegen bereits vor.
Anknüpfend an die Ausstellung werden auch weitere Projekte ins Leben gerufen, die mit Hilfe der Ausstellung neue Lernwege beschreiten. So wurde beispielsweise an der Hauptschule Vorhalle erfolgreich das Projekt „Schüler als Geschichtslehrer“ durchgeführt. Schülerinnen und Schüler haben sich hier intensiv mit der Ausstellung und dem Begleitmaterial beschäftigt und dann ihr so erworbenes Wissen an Schülerinnen und Schüler anderer Klassen weiter gegeben. Das Projekt lief so erfolgreich, dass die Schule nun plant, die Ausstellung erneut zu zeigen und mit anderen Klassen das Thema nach derselben Methode zu erschließen. Ergebnisse des Projekts werden in der Ausstellung „Schule @ Museum“ zu sehen sein, um auch andere Schulklassen zur Nachahmung anzuregen.
Vortragsveranstaltungen 2011
Im
Historischen Centrum Hagen werden auch 2011 wieder mehrere
Vortragsveranstaltungen angeboten. Einen Schwerpunkt wird das Thema der Sonderausstellung
„Abrahamhaus“ bilden. Verschiedene Referenten werden die Religionen
und ihre Position in Geschichte und Gegenwart beleuchten. Dabei sollen auch
kontroverse Ansichten und Forschungserkenntnisse vorgestellt und diskutiert
werden. Das Historische Centrum Hagen leistet
in diesem Bereich einen Beitrag zur aktuellen und bildungspolitisch
wichtigen Diskussion um die Rolle der Religion und des Glaubens in modernen
Gesellschaften.
Die
Vortragsveranstaltungen des Historischen
Centrums Hagen sind geprägt von einer großen Themenvielfalt, die den großen jahrelangen Erfolg dieser
Veranstaltungen garantiert. 2011 werden namhafte Referentinnen und Referenten
ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Die Archäologie im Raum Hagen ist dabei
ein Themenschwerpunkt, der auf ein großes öffentliches Interesse stößt. Das im
Sommer 2010 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft initiierte Projekt
Blätterhöhle liefert dabei den Hintergrund. In einer Abendveranstaltung werden
die sensationellen Ergebnisse von genetischen Untersuchungen an Skelettresten
aus der Blätterhöhle, die in internationale Vergleichsstudien eingeflossen
sind, und der aktuelle Forschungsstand zu diesem bedeutenden Fundplatz
vorgestellt. Neueste Erkenntnisse über den Bau und die Entwicklung von Burgen
und Adelssitzen in der Region Mark sind das Thema einer weiteren Veranstaltung.
Dieser Vortrag ist gewissermaßen eine Rückschau auf die besonders erfolgreiche
Ruhr2010-Ausstellung „AufRuhr 1225“ im LWL-Museum für Archäologie
in Herne. Das Historische Centrum Hagen war an dieser Ausstellung personell und
mit Leihgaben wesentlich beteiligt.
Das
Historische Centrum Hagen ist im In- und Ausland auch als eine ausgewiesene
Forschungsstelle für die Geschichte und Aufarbeitung des Nationalsozialismus
und Zweiten Weltkriegs bekannt. Diese für die gesellschaftliche und politische
Bildungsarbeit anerkannt wichtige Position spiegelt sich auch in den Vorträgen
wieder. Im November 2011 wird der 1965 vor dem Landgericht in Hagen eröffnete
Prozess um das nationalsozialistische Vernichtungslager Sobibor ein Thema sein.
Ebenfalls in der zweiten Jahreshälfte wird ein
Vergleich zwischen den Auswirkungen und der Erinnerung des Bombenkriegs in
Deutschland und Großbritannien gezogen. Dass gerade auch Hagen dabei eine
historische Rolle gespielt hat, ist in unserer Stadt bislang so gut wie
unbekannt geblieben.
Ein
weiterer Vortrag stellt die Funktion der nationalsozialistischen Gaue und hier
besonders der hiesige Gau Westfalen-Süd bei den Kriegsvorbereitungen und während
des Weltkriegs vor. Hier war das Historische Centrum Hagen an Untersuchungen im
Rahmen eines Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der
Friedrich-Schiller-Universität zu Jena beteiligt.
Die
seit 2001 mit großem Erfolg laufenden Vortragsveranstaltungen im Historischen
Centrum Hagen werden durch den Verein Pro Stadtgeschichte Hagen e.V. finanziert
und unterstützt.
Museum für Ur- und
Frühgeschichte
Wasserschloss Werdringen
Das
Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen präsentiert die
archäologische Fundlandschaft Hagens und des südwestfälischen Raumes in einer
modern gestalteten, ansprechenden Dauerausstellung. Mit dieser eindrucksvollen
Ausstellung und der Präsentation seltener, hochwertiger Exponate ist es ein
Anziehungspunkt mit überregionaler Strahlkraft und ein beliebtes Ausflugsziel
in der Region.
Das
Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen verfügt über keine
Flächen, auf denen Wechselausstellungen präsentiert werden könnten. Um das
Museum laufend auch für den Personenkreis attraktiv zu halten, der die
Dauerausstellung bereits vor nicht weit zurück liegender Zeit besucht hat, wird
durch ein attraktives Veranstaltungsangebot der Mangel einer fehlenden Fläche
zur Durchführung von Wechselausstellungen kompensiert.
So
wird auch 2011 durch die Museumspädagogik wieder ein umfangreiches
Veranstaltungsprogramm, das sich an Schulklassen, Kindergruppen, sowie Kinder,
Jugendliche und Erwachsene als Einzelbesucherinnen und -besucher wendet,
angeboten. Auch über diese Angebote erfährt das Museum nach wie vor eine große
Zustimmung bei Groß und Klein.
Neben
den frei buchbaren museumspädagogischen Angeboten werden 2011 allein über 100
öffentliche Veranstaltungen angeboten, so dass insgesamt mit etwa 450
Veranstaltungen zu rechnen ist. Sie reichen von Erlebnisführungen und
Kinderaktionen über Seminare und Exkursionen bis hin zu Großveranstaltungen.
Zu
jedem der drei Schwerpunktthemen des Museums Paläontologie, Steinzeit und
Mittelalter, wird es 2011 je eine Großveranstaltung geben. Diese sind von
herausragender Bedeutung, was sich auch in überregionaler Aufmerksamkeit,
großem Medieninteresse und reichlich Besucherzuspruch widerspiegelt.
Lehnstag – Ritter-Spektakulum
17.4.2011
Diese
Veranstaltung wird wieder in Zusammenarbeit mit der Ritterschaft der Wolfkuhle
veranstaltet. Mit Unterstützung weiterer mittelalterlicher Gruppen verwandelt
sich der Schlosshof in ein Lager von Rittern mit ihrem Gefolge. Neben den
tapferen Kämpfern in stählernen Rüstungen werden auch holde Maiden den
Schlosshof füllen.
Nach
der großen Heerschau, bei der die Ritter Schild, Waffen und Rüstung
präsentieren, geht es in die Schlacht. Beim Schaukampf zeigen die Ritter, ob
sie ihren Mann stehen können und wie gut sie mit Schwert, Schild, Spieß und
Streitaxt umzugehen wissen.
Nachwuchs-Ritter
können im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen ein
Kettenhemd und einen Ritterhelm anprobieren sowie ein Schwert führen. Wer sich
selbst wie ein Ritter fühlen möchte, kann sogar seinen eigenen schönen
Ritterhelm basteln.
STEINlive
16. und 17.7.2011
Das
Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen bietet mit seinem
aus den üblichen Programmen herausragenden Museumsfest STEINlive auch überregional
ein einzigartiges, außergewöhnliches Ereignis, das sich in weitem Umkreis so
nicht finden lässt. Rund um das Thema Steinzeit werden in Ergänzung der
Dauerausstellung praktische Vorführungen gezeigt und Mitmachaktionen angeboten.
Durchgeführt werden diese von namhaften Wissenschaftlern aus dem Bereich der
experimentellen Archäologie. Für Kinder gibt es zahlreiche erlebnisorientierte
Programmpunkte mit archäologisch geprägtem Hintergrund, die ein hohes
Mitmachpotenzial und großen Spaßfaktor besitzen.
So
lockt „STEINlive“ auch in diesem Jahr wieder mit zahlreichen
bekannten und neuen Programmpunkten Groß und Klein. Alles dreht sich um das
interessante Thema Steinzeit. Unter dem Motto „Entdecken und
Mitmachen“ wartet ein spannendes und einmaliges Programm auf die Gäste.
Viele
außergewöhnliche Vorführungen und Mitmachaktionen warten auf die Besucherinnen
und Besucher. Ob Getreide mit einem steinzeitlichen Mahlstein zu mahlen, Teig
zu Fladenbrot zu backen, einen Stein zu einem Werkzeug zu beschlagen, Suppe in
einer Grube zu kochen oder steinzeitliche Musik mit außergewöhnlichen
Instrumenten erleben, überall kann selbst ausprobiert werden. Eine ganz
besondere Attraktion ist das Bogenschießen und das Werfen mit der
Speerschleuder.
Für
Kinder gibt es tolle Spiel- und Bastelaktionen. Bei der STEINlive-Olympiade
müssen verschiedene Aufgaben gelöst werden. Schnelligkeit und Geschicklichkeit
stehen hier an erster Stelle. Jedes Kind erhält seine STEINlive-Medaille
verliehen, stilecht aus Holz am Bastband. Außerdem gibt es für Kinder noch
Höhlenmalerei mit selbst hergestellten Farben, das Einritzen von eiszeitlichen
Tieren in Schiefertafeln sowie die Herstellung von steinzeitlichem Schmuck. Auf
der Bühne im Schlosshof bietet das Tanz- und Bewegungscenter M-Stage Steinzeit-Tänze
und die Steinzeit-Disco an.
Fossilientag
25.9.2011
Beim Fossilientag dreht sich im Wasserschloss Werdringen alles um
Edelsteine, Fossilien und Mineralien. Zum dritten Mal wird die Mineralien- und
Fossilienbörse im Haupthaus des Wasserschlosses und in Teilen des Museums
veranstaltet. Mehrere Mineralien- und Fossilienhändler bieten funkelnde
Edelsteine, beachtliche Fossilien, schönen Schmuck, glitzernde Mineralien sowie
außergewöhnliches Kunstgewerbe aus Mineralien an.
Für Kinder gibt es vielfältige Aktionen zum Thema Geologie mit Spiel,
Spaß und Spannung. Mit Hammer und Schutzbrille bewaffnet können Kalkbrocken
aufgeschlagen und Fossilien freigelegt werden. Zum Vorschein kommen dann 380
Millionen Jahren alte Korallen, Muscheln, Schnecken oder andere Lebewesen aus
der Urzeit. Zur Verfügung gestellt wird das Gestein von den Hohenlimburger
Kalkwerken GmbH, die den Fossilientag wie bereits in den letzten Jahren
tatkräftig unterstützen. Für Kinder werden noch weitere tolle Aktionen
angeboten. So können sie sich als Fossilienjäger auf die Suche nach 50
Millionen Jahre alten Haizähnen begeben, die aus Sand herausgesiebt werden
müssen. Wie richtige Forscher können Kinder noch Abgüsse von Dinokrallen,
riesigen Haizähnen, Ammoniten und anderen Fossilien herstellen. Interessante
Spiele runden das abwechslungsreiche Programm ab.
Museumspädagogisches Angebot
frei buchbar
Neben
den öffentlichen Veranstaltungen bietet das Museum für Ur- und Frühgeschichte
Wasserschloss Werdringen ein breit gefächertes Angebot an buchbaren
Veranstaltungen. Dieses richtet sich besonders an Schulklassen, aber auch an
Kinder- und Erwachsenengruppen. Die museumspädagogischen Programme für
Schulklassen haben das Museum als außerschulischen Lernort weit über die
Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht. Aber auch die Kindergeburtstagsprogramme,
die interessante Themen mit viel Spaß und Spannung kindgerecht vermitteln, sind
so sehr beliebt, dass aufgrund fehlender Räumlichkeiten nicht immer alle
Buchungswünsche erfüllt werden können.
