Beschlussvorlage - 0082/2011

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuss nimmt das Programm des Historischen Centrums Hagen 2011 zur Kenntnis

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Sachverhalt

Kurzfassung

Das Historische Centrum Hagen stellt im Folgenden sein Jahresprogramm 2011 mit seinen Aktivitäten im Bereich Ausstellungen und Museumspädagogik vor.

 

 

 

Begründung

 

Stadtmuseum Hagen

 

Das Geheimnis der Blätterhöhle – Auf den Spuren der ältesten Westfalen
bis 6.3.2011

Unter dem Titel „Das Geheimnis der Blätterhöhle“ präsentiert das Historische Centrum Hagen seit Juni 2010 die überregional bedeutenden mesolithischen und neolithischen Funde aus der Blätterhöhle in Hagen. Die Ausstellung zeigt in zehn Kapiteln die Geschichte der Entdeckung, die akribische wissenschaftliche Spurensuche, die neuesten Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Untersuchungen und die Bedeutung der Höhle und der Funde im europäischen Kontext.

Die ursprünglich bis zum 14.2.2011 geplante anschauliche und stimmungsvolle Ausstellung wird um drei Wochen verlängert.

Die Ausstellung ist ausgerichtet auf ein breites Verständnis, das keine fachspezifischen Vorkenntnisse voraussetzt und richtet sich besonders an Kinder und Jugendliche, die hier an einem der eindrucksvollsten Beispiele erfahren, wie spannend Archäologie ist und welche wissenschaftlichen Methoden und Arbeit Grundlage jeder möglichen Erkenntnis sind.

Die Besucherinnen und Besucher erhalten auch einen anschaulichen Überblick über die bisherigen Arbeiten, die auf zahlreichen großformatigen Fotos dokumentiert sind.

Der Erlebnischarakter der Ausstellung offenbart sich in sogenannten Höhlengängen, in denen die Besucher und Besucherinnen mit in die Höhle genommen werden und u.a. Videoaufnahmen aus dem Inneren der Höhle sehen, die eigens für die Ausstellung gedreht wurden. Die Enge der Höhle, die Bedingungen, unter denen wissenschaftliche Forschung hier erfolgt, wird damit für alle Interessierten hautnah erlebbar.

Wichtigstes Highlight ist der aus Hagen stammende mit 10.700 Jahren älteste Westfale und Ruhrgebietler. Sein Schädeldach wird in der Ausstellung präsentiert. Etwa 35 Jahre war er alt und nicht allein. Neben ihm wurden auch die Knochen von weiteren Menschen aus dieser Zeit gefunden, darunter auch Kinder.

In der Höhle wurden auch in der Jungsteinzeit vor 5.800 bis 5.000 Jahren zahlreiche Menschen bestattet. Sie gehören ebenfalls zu den archäologischen Sensationen, die in der Ausstellung zu sehen sind. Alles das und jeder Aspekt für sich hat die Blätterhöhle zu einem über die Landesgrenzen hinaus reichenden Alleinstellungsmerkmal für die Stadt Hagen gemacht.

Ein umfangreiches museumspädagogisches Begleitprogramm wird insbesondere von Familien, Schulklassen und Kindern nachgefragt.

Die Ausstellung enthält einen anschaulichen Anteil der Präsentation, der eigens für die Jüngsten konzipiert und realisiert wurde. Kinder können dort ihr Höhlenforscher-Diplom machen. Dabei hilft ihnen Max Dachs, der Archäologe aus dem Tierreich. Er begleitet die Kinder in dunkle Höhlen und Kriechgänge, wo sie Aufgaben zu lösen haben. Dabei lernen sie viel über Archäologie und die Funde aus der Blätterhöhle.

Das überregionale Interesse großer Ausstellungshäuser an den Funden ist ungebrochen und schlägt sich u.a. in der großen Nachfrage nach Leihgaben für wichtige Ausstellungsprojekte nieder.

Teile der Ausstellung und eine Auswahl an Exponaten werden nach Beendigung dem LWL Museum für Archäologie für die Landesausstellung zur Verfügung gestellt und dort präsentiert.

Im Ruhrmuseum präsentiert eine Replik des mesolithischen Schädels in der Dauerausstellung zur Geschichte des Ruhrgebietes.

Die Forschungen zur Blätterhöhle werden im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Projektes jetzt wieder aufgenommen. Das Projekt wird geleitet von der Universität Köln und erfolgt in Kooperation mit dem Historischen Centrum Hagen. Die Grabungen sollen in diesem Zusammenhang fortgesetzt werden.

 

Schule @ Museum - Präsentation von Schulprojekten
27.3. - 17.4. 2011

Neben der Vermittlungsarbeit im Bereich Stadtarchiv, Stadtmuseum und Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen führt das Historische Centrum Hagen mit der Museumspädagogik auch im Schuljahr 2010/2011 wieder mit mehreren Schulen aus Hagen verschiedene Projekte durch. Diese werden in einer eigenen Ausstellung im Stadtmuseum Hagen präsentiert.

Die Präsentation der Schulprojekte in 2010 hat bereits eine große Resonanz über die aktiven Teilnehmenden der Projekte hinaus hervorgerufen.

Die unterschiedlichen aktuellen Projekte sind wieder sehr breit gefächert. Alle Projekte erfolgen sowohl über Besuche im Stadtmuseum und im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen wie auch im Stadtarchiv einerseits als auch in der vertiefenden Arbeit in den Schulen andererseits.

Für die Schülerinnen und Schüler bietet die Projektarbeit einen wichtigen Lerneffekt jenseits des üblichen Schulalltags. Neben der Auseinandersetzung mit einem Thema werden die Gruppenarbeit und die Übertragung von theoretischen Kenntnissen in praktische Anwendungen gefördert.

Durch die gemeinsame Präsentation der unterschiedlichen Projekte wird jedes Projekt in einen neuen Kontext gestellt und profitiert von der gleichzeitigen Präsentation aller Projekte im Museum. Dadurch erhalten die einzelnen Projekte auch eine höhere Aufmerksamkeit, die sowohl den Schülerinnen und Schülern als auch den Projekten gut tut.

So werden beispielsweise mit dem Künstler Andreas Kroll an der Freiherr vom Stein-Grundschule, Hauptschule Vorhalle, Luise Rehling-Realschule und Gesamtschule Eilpe unterschiedliche Kunstprojekte mit historischen Bezügen durchgeführt.

Eine weitere Zusammenarbeit mit Schulen ist das Projekt „Orte und ihre Geschichte(n) in Hagen“. Im Rahmen des Bildungsauftrags als außerschulischer Lernort sollen Schülerinnen und Schüler der Sek. I und II mit diesem Projekt an die Arbeit im Stadtarchiv Hagen herangeführt werden.

Schülerinnen und Schüler erforschen in Kleingruppen verschiedene öffentliche Orte oder Plätze in Hagen. Dazu wählen sie unter Anleitung in der ersten Phase des Projekts geeignete Orte und Plätze in Hagen aus und recherchieren danach mit dem Stadtarchiv Hagen nach Unterlagen, Karten und Fotos zu diesen Orten. Die aufbereiteten Informationen werden zu  Texten mit Fotos zusammengefasst. In der zweiten Phase des Projekts suchen die Gruppen die ausgewählten Orte auf und befragen dort Menschen zu ihren Erlebnissen und ihrer Geschichte mit dem Ort. Aus den Erzählungen der Menschen schreiben die Schülerinnen und Schüler danach interessante Geschichten über den Ort und die Menschen. Damit es auch Bilder zu den Geschichten gibt, fotografieren die Schülerinnen und Schüler die Menschen mit denen sie gesprochen haben. In Hagen sollen etwa 4 bis 5 Orte erforscht werden und zu jedem Ort sollen etwa 4 Geschichten erzählt werden, so dass es am Ende des Projekts etwa 16 bis 20 Geschichten über Menschen und Orte in Hagen gibt.

 

Abrahamhaus (Arbeitstitel)
22.5.2011 – Anf. 2012

Nach Abschluss der sehr erfolgreich durchgeführten Projekte im Bereich „NS-Jugend“ konnte resultierend aus dem in diesem Zusammenhang entstandenen Netzwerk ein neues Projekt auf interreligiöser Basis initiiert werden, das in einem bereits jetzt viel beachteten Ausstellungsprojekt münden wird. Analog zur Unterstützung bei den bereits realisierten Projekten wird sich auch hier wieder der Förderverein des Historischen Centrums Hagen „Pro Stadtgeschichte Hagen e.V.“ um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Vielfalt tut gut“ bemühen und damit zur Finanzierung des Projekts beitragen.

Unter dem Arbeitstitel Abrahamhaus führt das Historische Centrum Hagen mit folgenden Kooperationspartnern dieses interreligiöse Ausstellungsprojekt durch: Evangelischer Kirchenkreis Hagen, Katholisches Dekanat Hagen-Witten, Jüdische Gemeinde Hagen, Bildungs- und Kulturverein Hagen e.V., Damla Bildungsverein e.V., Diakonie Hagen, Jugendring Hagen e.V.

Abraham ist der Stammvater der drei großen monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam. Ausgehend von diesem Fixpunkt werden diese drei Religionen in einer gemeinsamen Ausstellung präsentiert.

Dabei sollen Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede aufgezeigt werden, ohne einen Besser-Schlechter-Vergleich zu schaffen. Vielmehr soll deutlich werden, dass trotz theologischer Divergenzen eine Ebene geschaffen werden kann, die einen toleranten und respektvollen Umgang ermöglicht. Die Ausstellung trägt damit bei zum gegenseitigen Verständnis und einer daraus resultierenden Akzeptanz Andersgläubiger. Damit ist sie auch ein Beispiel für ein erfolgreiches Miteinander, das sich durchaus auf das Zusammenleben in unserer multikulturellen Gesellschaft übertragen lässt.

Die Ausstellung besteht aus einem einführenden Teil, der sich allgemein mit dem Thema Religion beschäftigt, die Person Abraham näher beleuchtet sowie schwerpunktmäßig die thematisierten Religionen verortet, historische Bezüge erforscht und aufzeigt und so einen lokalgeschichtlichen Anknüpfungspunkt für die Thematik schafft. Im zweiten Teil der Ausstellung wird dann das Abrahamhaus präsentiert. Dieses besteht aus sachlich informativen Ausstellungseinheiten zu unterschiedlichen Themen, die museologisch interessant aufbereitet präsentiert werden. Hinzu kommen für die einzelnen Religionen jeweils Sektionen, die durch ihre Gestaltung einen eher affektiven Zugang ermöglichen. Aussagekräftige und kostbare Exponate aus eigenem Bestand und als Leihgaben runden die Ausstellung ab.

Hauptzielgruppe der Ausstellung sind Kinder und Jugendliche, insbesondere Schulklassen, darüber hinaus aber auch alle an der Thematik Interessierten. Sie erhalten mit der Ausstellung die Gelegenheit, im direkten Vergleich die Positionen der drei dargestellten Religionen zu untersuchen und damit zu einer eigenen fundierten und von Vorurteilen los gelösten Meinung zu gelangen.

Unterstützt wird die Ausstellung von einem breit gefächerten museumspädagogischen Begleitprogramm. In Wahrnehmung des Bildungsauftrages des Historischen Centrums Hagen steht die Ansprache und Betreuung von Schulklassen dabei im Mittelpunkt. Darüber hinaus erhalten die beteiligten Glaubensgemeinschaften Möglichkeiten, sich im Rahmen der Ausstellung durch begleitende Veranstaltungen zu präsentieren.

 

Dauerausstellung
Hagen – eine Stadt mit Geschichte

Die vielschichtige Geschichte der Stadt Hagen wird in der Dauerausstellung anhand zahlreicher aussagekräftiger Exponate dargestellt. Die Präsentation wird durch ein multimediales Ausstellungs-Informationssystem (Ausstellungs-Intranet) unterstützt, das von den Besucherinnen und Besuchern sehr gut angenommen wird.

Neben den zahlreichen öffentlichen ausstellungsbegleitenden Veranstaltungen wie Führungen, bunte Nachmittage, wissenschaftliche Vorträge usw., die sich an ein allgemeines Publikum richten, werden  insbesondere museumspädagogische Angebote für Schulklassen offeriert. Das Stadtmuseum Hagen unterstützt damit die Arbeit in den Schulen und bietet Möglichkeiten zur Erforschung der Stadtgeschichte, die von den Schulen allein so nicht leistbar wäre. Damit wird auch ein wertvoller Beitrag  zur Standortbestimmung in und Identifikation mit der Stadt geleistet.

Teile der Ausstellung werden an den sich ständig weiter entwickelnden Forschungsstand angepasst, fortlaufend überarbeitet und ergänzt. Die museumspädagogischen Angebote unterliegen ebenfalls einem ständigen Anpassungsprozess und werden durch neue Angebote und Veranstaltungen für ein breites Publikum auf einem attraktiven Niveau gehalten und weiter entwickelt.

 

Projekt „NS-Jugend“ in der Dauerausstellung

Nach Abschluss der Wechselausstellung „Und sie werden nicht mehr frei – Jugend im Nationalsozialismus“ soll dieses Thema nun in der Dauerausstellung verstärkt aufgegriffen und museumspädagogisch weiter verankert werden. Der überwältigenden Resonanz auf die Ausstellung zur NS-Jugend, den häufig geäußerten Bitten aus der Lehrerschaft und den vielfachen Wünschen von zahlreichen Schülerinnen und Schülern, das Thema museal fortzuführen und in interessanter Weise für Schülerinnen und Schüler aufzubereiten, wird damit Rechnung getragen.

Die äußerst erfolgreiche Ausstellung, in der 300 Klassen betreut wurden, wird so Ausgangspunkt für ein neues museumspädagogisches Angebot für Schulklassen, das den Nationalsozialismus als den am weitest entfernt gelegenen Punkt zu einer auf Vielfalt angelegten pluralistischen Gesellschaft thematisiert. Ausgehend von diesem historischen Beispiel soll den heute lebenden Jugendlichen der Alltag während der Zeit des Nationalsozialismus gezeigt werden. Damit wird deutlich, wo eine Gesellschaft endet, die nicht Vielfalt, Toleranz und Demokratie als Leitziel ihr Eigen nennt. Schülerinnen und Schüler werden damit auch befähigt, zeitgenössische Formen rechtsradikaler Ideologien besser einordnen und beurteilen zu können.

Anknüpfend an die Abteilung „Nationalsozialismus“ der Dauerausstellung wird den Schulen in Ergänzung und Vernetzung mit Materialien des Stadtarchivs Hagen sowie neu zu erstellenden Medien ein attraktives Angebot zur Bearbeitung des Themas „Nationalsozialismus“ zur Verfügung gestellt.

 

Wanderausstellung
Und sie werden nicht mehr frei – Jugend im Nationalsozialismus

Abgeleitet aus der Wechselausstellung „Und sie werden nicht mehr frei – Jugend im Nationalsozialismus“ konnte durch Bundesmittel eine Wanderausstellung zum gleichen Thema konzipiert werden. Diese wird Schulen und anderen Einrichtungen zur Verfügung gestellt und ist im letzten Jahr in verschiedenen Schulen und an außerschulischen Orten, z.B. in der Volme-Galerie, gezeigt worden.

Auf 19 Stelltafeln ist es gelungen, das Thema anschaulich darzustellen. Schulen und andere Einrichtungen erhalten damit die Möglichkeit, das Thema auf attraktive Art und Weise vor Ort zu verankern. Unterstützt werden sie dabei von einem Lehrerbegleitband, mit dessen weiter führenden Materialien eine umfassende Bearbeitung möglich ist. Zahlreiche Quellen wurden zusammengetragen und erleichtern Lehrerinnen und Lehrern die Gestaltung des Unterrichts.

Das Historische Centrum Hagen berät, begleitet und unterstützt die Präsentatoren der Wanderausstellung in allen Fragen in Zusammenhang mit der Ausstellung.

Die Ausstellung wird ständig weiter nachgefragt und somit auch in 2011 und den folgenden Jahren Schulen und anderen Einrichtungen zur Verfügung gestellt. Erste Buchungen, auch aus dem überregionalen Bereich, liegen bereits vor.

Anknüpfend an die Ausstellung werden auch weitere Projekte ins Leben gerufen, die mit Hilfe der Ausstellung neue Lernwege beschreiten. So wurde beispielsweise an der Hauptschule Vorhalle erfolgreich das Projekt „Schüler als Geschichtslehrer“ durchgeführt. Schülerinnen und Schüler haben sich hier intensiv mit der Ausstellung und dem Begleitmaterial beschäftigt und dann ihr so erworbenes Wissen an Schülerinnen und Schüler anderer Klassen weiter gegeben. Das Projekt lief so erfolgreich, dass die Schule nun plant, die Ausstellung erneut zu zeigen und mit anderen Klassen das Thema nach derselben Methode zu erschließen. Ergebnisse des Projekts werden in der Ausstellung „Schule @ Museum“ zu sehen sein, um auch andere Schulklassen zur Nachahmung anzuregen.

 

 

Vortragsveranstaltungen 2011

Im Historischen Centrum Hagen werden auch 2011 wieder mehrere Vortragsveranstaltungen angeboten. Einen Schwerpunkt wird das Thema der Sonderausstellung „Abrahamhaus“ bilden. Verschiedene Referenten werden die Religionen und ihre Position in Geschichte und Gegenwart beleuchten. Dabei sollen auch kontroverse Ansichten und Forschungserkenntnisse vorgestellt und diskutiert werden. Das Historische Centrum Hagen leistet  in diesem Bereich einen Beitrag zur aktuellen und bildungspolitisch wichtigen Diskussion um die Rolle der Religion und des Glaubens in modernen Gesellschaften.

Die Vortragsveranstaltungen  des Historischen Centrums Hagen sind geprägt von einer großen Themenvielfalt, die  den großen jahrelangen Erfolg dieser Veranstaltungen garantiert. 2011 werden namhafte Referentinnen und Referenten ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Die Archäologie im Raum Hagen ist dabei ein Themenschwerpunkt, der auf ein großes öffentliches Interesse stößt. Das im Sommer 2010 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft initiierte Projekt Blätterhöhle liefert dabei den Hintergrund. In einer Abendveranstaltung werden die sensationellen Ergebnisse von genetischen Untersuchungen an Skelettresten aus der Blätterhöhle, die in internationale Vergleichsstudien eingeflossen sind, und der aktuelle Forschungsstand zu diesem bedeutenden Fundplatz vorgestellt. Neueste Erkenntnisse über den Bau und die Entwicklung von Burgen und Adelssitzen in der Region Mark sind das Thema einer weiteren Veranstaltung. Dieser Vortrag ist gewissermaßen eine Rückschau auf die besonders erfolgreiche Ruhr2010-Ausstellung „AufRuhr 1225“ im LWL-Museum für Archäologie in Herne. Das Historische Centrum Hagen war an dieser Ausstellung personell und mit Leihgaben wesentlich beteiligt.

Das Historische Centrum Hagen ist im In- und Ausland auch als eine ausgewiesene Forschungsstelle für die Geschichte und Aufarbeitung des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkriegs bekannt. Diese für die gesellschaftliche und politische Bildungsarbeit anerkannt wichtige Position spiegelt sich auch in den Vorträgen wieder. Im November 2011 wird der 1965 vor dem Landgericht in Hagen eröffnete Prozess um das nationalsozialistische Vernichtungslager Sobibor ein Thema sein.

 Ebenfalls in der zweiten Jahreshälfte wird ein Vergleich zwischen den Auswirkungen und der Erinnerung des Bombenkriegs in Deutschland und Großbritannien gezogen. Dass gerade auch Hagen dabei eine historische Rolle gespielt hat, ist in unserer Stadt bislang so gut wie unbekannt geblieben.

Ein weiterer Vortrag stellt die Funktion der nationalsozialistischen Gaue und hier besonders der hiesige Gau Westfalen-Süd bei den Kriegsvorbereitungen und während des Weltkriegs vor. Hier war das Historische Centrum Hagen an Untersuchungen im Rahmen eines Projekts der Deutschen Forschungsgemeinschaft an der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena beteiligt.

Die seit 2001 mit großem Erfolg laufenden Vortragsveranstaltungen im Historischen Centrum Hagen werden durch den Verein Pro Stadtgeschichte Hagen e.V. finanziert und unterstützt.

 

 

Museum für Ur- und Frühgeschichte
Wasserschloss Werdringen

 

Das Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen präsentiert die archäologische Fundlandschaft Hagens und des südwestfälischen Raumes in einer modern gestalteten, ansprechenden Dauerausstellung. Mit dieser eindrucksvollen Ausstellung und der Präsentation seltener, hochwertiger Exponate ist es ein Anziehungspunkt mit überregionaler Strahlkraft und ein beliebtes Ausflugsziel in der Region.

Das Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen verfügt über keine Flächen, auf denen Wechselausstellungen präsentiert werden könnten. Um das Museum laufend auch für den Personenkreis attraktiv zu halten, der die Dauerausstellung bereits vor nicht weit zurück liegender Zeit besucht hat, wird durch ein attraktives Veranstaltungsangebot der Mangel einer fehlenden Fläche zur Durchführung von Wechselausstellungen kompensiert.

So wird auch 2011 durch die Museumspädagogik wieder ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm, das sich an Schulklassen, Kindergruppen, sowie Kinder, Jugendliche und Erwachsene als Einzelbesucherinnen und -besucher wendet, angeboten. Auch über diese Angebote erfährt das Museum nach wie vor eine große Zustimmung bei Groß und Klein.

Neben den frei buchbaren museumspädagogischen Angeboten werden 2011 allein über 100 öffentliche Veranstaltungen angeboten, so dass insgesamt mit etwa 450 Veranstaltungen zu rechnen ist. Sie reichen von Erlebnisführungen und Kinderaktionen über Seminare und Exkursionen bis hin zu Großveranstaltungen.

Zu jedem der drei Schwerpunktthemen des Museums Paläontologie, Steinzeit und Mittelalter, wird es 2011 je eine Großveranstaltung geben. Diese sind von herausragender Bedeutung, was sich auch in überregionaler Aufmerksamkeit, großem Medieninteresse und reichlich Besucherzuspruch widerspiegelt.

 

Lehnstag – Ritter-Spektakulum
17.4.2011

Diese Veranstaltung wird wieder in Zusammenarbeit mit der Ritterschaft der Wolfkuhle veranstaltet. Mit Unterstützung weiterer mittelalterlicher Gruppen verwandelt sich der Schlosshof in ein Lager von Rittern mit ihrem Gefolge. Neben den tapferen Kämpfern in stählernen Rüstungen werden auch holde Maiden den Schlosshof füllen.

Nach der großen Heerschau, bei der die Ritter Schild, Waffen und Rüstung präsentieren, geht es in die Schlacht. Beim Schaukampf zeigen die Ritter, ob sie ihren Mann stehen können und wie gut sie mit Schwert, Schild, Spieß und Streitaxt umzugehen wissen.

Nachwuchs-Ritter können im Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen ein Kettenhemd und einen Ritterhelm anprobieren sowie ein Schwert führen. Wer sich selbst wie ein Ritter fühlen möchte, kann sogar seinen eigenen schönen Ritterhelm basteln.

 

STEINlive
16. und 17.7.2011

Das Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen bietet mit seinem aus den üblichen Programmen herausragenden Museumsfest STEINlive auch überregional ein einzigartiges, außergewöhnliches Ereignis, das sich in weitem Umkreis so nicht finden lässt. Rund um das Thema Steinzeit werden in Ergänzung der Dauerausstellung praktische Vorführungen gezeigt und Mitmachaktionen angeboten. Durchgeführt werden diese von namhaften Wissenschaftlern aus dem Bereich der experimentellen Archäologie. Für Kinder gibt es zahlreiche erlebnisorientierte Programmpunkte mit archäologisch geprägtem Hintergrund, die ein hohes Mitmachpotenzial und großen Spaßfaktor besitzen.

So lockt „STEINlive“ auch in diesem Jahr wieder mit zahlreichen bekannten und neuen Programmpunkten Groß und Klein. Alles dreht sich um das interessante Thema Steinzeit. Unter dem Motto „Entdecken und Mitmachen“ wartet ein spannendes und einmaliges Programm auf die Gäste.

Viele außergewöhnliche Vorführungen und Mitmachaktionen warten auf die Besucherinnen und Besucher. Ob Getreide mit einem steinzeitlichen Mahlstein zu mahlen, Teig zu Fladenbrot zu backen, einen Stein zu einem Werkzeug zu beschlagen, Suppe in einer Grube zu kochen oder steinzeitliche Musik mit außergewöhnlichen Instrumenten erleben, überall kann selbst ausprobiert werden. Eine ganz besondere Attraktion ist das Bogenschießen und das Werfen mit der Speerschleuder.

Für Kinder gibt es tolle Spiel- und Bastelaktionen. Bei der STEINlive-Olympiade müssen verschiedene Aufgaben gelöst werden. Schnelligkeit und Geschicklichkeit stehen hier an erster Stelle. Jedes Kind erhält seine STEINlive-Medaille verliehen, stilecht aus Holz am Bastband. Außerdem gibt es für Kinder noch Höhlenmalerei mit selbst hergestellten Farben, das Einritzen von eiszeitlichen Tieren in Schiefertafeln sowie die Herstellung von steinzeitlichem Schmuck. Auf der Bühne im Schlosshof bietet das Tanz- und Bewegungscenter M-Stage Steinzeit-Tänze und die Steinzeit-Disco an.

 

Fossilientag
25.9.2011

Beim Fossilientag dreht sich im Wasserschloss Werdringen alles um Edelsteine, Fossilien und Mineralien. Zum dritten Mal wird die Mineralien- und Fossilienbörse im Haupthaus des Wasserschlosses und in Teilen des Museums veranstaltet. Mehrere Mineralien- und Fossilienhändler bieten funkelnde Edelsteine, beachtliche Fossilien, schönen Schmuck, glitzernde Mineralien sowie außergewöhnliches Kunstgewerbe aus Mineralien an.

Für Kinder gibt es vielfältige Aktionen zum Thema Geologie mit Spiel, Spaß und Spannung. Mit Hammer und Schutzbrille bewaffnet können Kalkbrocken aufgeschlagen und Fossilien freigelegt werden. Zum Vorschein kommen dann 380 Millionen Jahren alte Korallen, Muscheln, Schnecken oder andere Lebewesen aus der Urzeit. Zur Verfügung gestellt wird das Gestein von den Hohenlimburger Kalkwerken GmbH, die den Fossilientag wie bereits in den letzten Jahren tatkräftig unterstützen. Für Kinder werden noch weitere tolle Aktionen angeboten. So können sie sich als Fossilienjäger auf die Suche nach 50 Millionen Jahre alten Haizähnen begeben, die aus Sand herausgesiebt werden müssen. Wie richtige Forscher können Kinder noch Abgüsse von Dinokrallen, riesigen Haizähnen, Ammoniten und anderen Fossilien herstellen. Interessante Spiele runden das abwechslungsreiche Programm ab.

 

Museumspädagogisches Angebot
frei buchbar

Neben den öffentlichen Veranstaltungen bietet das Museum für Ur- und Frühgeschichte Wasserschloss Werdringen ein breit gefächertes Angebot an buchbaren Veranstaltungen. Dieses richtet sich besonders an Schulklassen, aber auch an Kinder- und Erwachsenengruppen. Die museumspädagogischen Programme für Schulklassen haben das Museum als außerschulischen Lernort weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt gemacht. Aber auch die Kindergeburtstagsprogramme, die interessante Themen mit viel Spaß und Spannung kindgerecht vermitteln, sind so sehr beliebt, dass aufgrund fehlender Räumlichkeiten nicht immer alle Buchungswünsche erfüllt werden können.

 

 

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Auswirkungen

Finanzielle Auswirkungen

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Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen

 

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Beschlüsse

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27.01.2011 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen