Beschlussvorlage - 1004/2010
Grunddaten
- Betreff:
-
Ideenkonzept Märkischer Ring
- Status:
- öffentlich (Vorlage abgeschlossen)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Margot Sander
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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Erledigt
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Bezirksvertretung Hagen-Mitte
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Entscheidung
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23.11.2010
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Erledigt
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Stadtentwicklungsausschuss
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Anhörung
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10.05.2011
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Sachverhalt
Begründung:
Von dem allgemeinen
Bevölkerungsrückgang sind viele Großstädte betroffen. So auch in starken Maße
die Stadt Hagen. Das hat zur Folge, dass in bestimmten Lagen der Stadt,
insbesondere an schwierigen Standorten, die Bautätigkeit nachlässt oder ganz
zum erliegen kommt. So auch am Märkischen Ring, an dem im Bereich des
Bettermann-Geländes seit längerer Zeit Baurecht
für größere Wohn-, Büro- bzw. Geschäftshäuser besteht, ohne dass es zu einer
Ausschöpfung der planungsrechtlichen Spielräume kam. Das Ausbleiben von
größeren Investitionen muss nicht nur als Nachteil gesehen werden sondern kann
auch als Chance begriffen werden, noch einmal andere stadtentwicklerische Ideen
zu untersuchen. Insbesondere unter Beachtung von stadtklimatischen Bedingungen
könnten durchgrünte Räume eine Alternative sein – auch auf Zeit.
Die Stadt Hagen hat in den
vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Innenstadt
aufzuwerten. Unmittelbar im Zentrum hat die Bautätigkeit bis jetzt nicht
nachgelassen. Die durchgeführten Maßnahmen haben weitgehend zu dem erwünschten
Erfolg geführt. Es konnten qualitätvolle Plätze, und Straßenräume und Grünflächen geschaffen
werden. Die Identifikation der Menschen mit ihrer Innenstadt findet statt, weil
man sich dort wieder gerne aufhält. Es wurde Kaufkraft zurückgewonnen und der
Wohnwert wurde in Teilen der Innenstadt angehoben. So wie das Zentrum sind auch
die Einfallstraßen und der Ring Imageträger und Aushängeschild der Stadt Hagen.
In Bezug auf die Gestaltung und die Wohnsituation fallen diese im Verhältnis
zur Innenstadt allerdings stark ab.
Gegenstand dieser näheren
Untersuchung ist der Märkische Ring zwischen dem Emilienplatz und dem
Johanniskirchplatz. Dieser Straßenabschnitt ist gekennzeichnet durch einen
Wechsel zwischen großen Platzräumen und engen Straßenschluchten. Der große
Stellplatzbedarf in der Innenstadt führt dazu, dass weite Fläche entlang des
Ringes als Parkplätze genutzt werden. Teilweise fehlt eine straßenbegleitende
Randbebauung. Somit ist der Blick freigegeben in ungeordnete Hinterhofbereiche.
Gestalterische Defizite aber auch das Fehlen von Grün sind evident.
Bislang fehlte für die
vielen Flächen ein übergeordnetes Gestaltungsprinzip. Deshalb hat die Verwaltung ein erstes
Ideenkonzept für den Abschnitt zwischen dem Emilienplatz und dem
Johanniskirchplatz entwickelt. Es handelt sich hierbei nicht um die Vorstufe
eines neuen Bebauungsplanes. Bisher ist auch nicht beabsichtigt, bestehende
Bebauungspläne durch neue zu ersetzen. Das Konzept soll in erster Linie Impulse
für Zwischennutzungen geben. Es werden zunächst Gestaltungsvorschläge für
öffentliche und private Freiflächen gemacht.
Das Ideenkonzept ist eine
Diskussionsgrundlage und kann als Leitfaden zum zukünftigen Umgang mit diesen
Flächen verstanden werden. Es kann auch eine Nutzung
auf Zeit bedeuten und wird aufgrund der Haushaltssituation nur punktuell oder
in einzelnen Schritten und mit Hilfe privater Investitionen umsetzbar sein.
Zu den einzelnen
Platzflächen:
1. Emilienplatz
Der Verkehrsknoten
Emilienplatz ist einer der am meisten frequentierten Ampelkreuzungen in Hagen.
Die städtebaulich prägende Bebauung als Eingangsplatz und Tor zu Innenstadt
tritt fast in den Hintergrund. Die beiden Platzflächen, die heute nur dem
Parken dienen, werden als Gesamtraum kaum wahrgenommen und sind mehr oder
weniger Restflächen. Die Idee ist hier den Anwohnern diese Flächen
zurückzugeben und z.B. das bewirtschaftete Parken zugunsten von reinem
Anwohnerparken umzuwandeln. Die
Erneuerung der Seitenflächen für die Bewohner soll mit Begrünung und
Bäumen ein wenig mehr Qualität schaffen und als Puffer zum Straßenraum wirken.
2. Finanzamts-Kolonnade
Dieser benachteiligte
Straßenraum (über ca. 150 m) wird städtebaulich unterschätzt. Von Norden (Hbf)
kommend ist er das prägende Stadttor und darf nicht entfallen. Im Gegenteil
muss es herausgearbeitet, z.B. mit Lichtkonzepten zur Fassaden- und
Kolonnadenbeleuchtung.
3. Grundstück ehem.
Bettermann
Einen besonderen Stellenwert
hat das große Grundstück ehem. Bettermann an der Kreuzung Rathausstraße /
Märkischer Ring. Eine hochbauliche Nutzung wird zurzeit nicht angestrebt.
Stattdessen soll die Fläche weiterhin als Parkplatz genutzt werden. Es findet
allerdings eine grundlegende Umgestaltung des heute nur provisorisch
hergerichteten Parkplatzes statt. Im Zusammenwirken mit dem Eigentümer bzw.
Investor wird eine Gestaltung entwickelt, die eine Einbindung des Platzes in
das Straßenbild sicherstellen soll. Hierzu wird
die Verwaltung noch detailliert berichten.
4. Westseite des Märkischen Ringes
Die im Konzept
dargestellten Baukörper auf der Westseite des Märkischen Ringes zwischen
Einmündung Schürmannstraße und Elbersufer bleiben gegenüber den alten Baufluchten bzw.
Baugrenzen stark zurück und ermöglichen entlang der Straße die Pflanzung einer
Doppelreihe von Bäumen. Dadurch könnte auf diesem Abschnitt des Märkischen
Ringes der Charakter eines Boulevards entwickelt werden.
5. Am Hohen Graben
Sehr differenziert sind die
Verhältnisse in dem schmalen Baublock zwischen der Volme / Am hohen Graben und
dem Märkischen Ring zu sehen. Der Block ist zum Märkischen Ring vollständig
geschlossen. Baulich bedarf es an dieser Seite, die durch Lärm und
Luftschadstoffe sehr stark beeinträchtigt wird, keiner Ergänzungen. Die
Bebauung kehrt gewisserweise zur Volme ihren Rücken. Diese Seite, die weniger
belastet ist, bedarf allerdings einer gestalterischen Aufwertung, ggf. auch
einer baulichen Ergänzung, wie sie in dem Konzeptplan angedeutet wird. Die erfolgte Umnutzung des ehem. Heyda-Werkes
und der Neubau von Seniorenwohnungen am Elbersufer bewirken bereits in dieser
städtebaulich sehr interessanten Lage einen positiven Anstoß.
Da davon auszugehen ist,
dass Baulücken in naher Zukunft nicht geschlossen werden, bleiben über längere
Sicht Räume erhalten, die an heutigen Kriterien gemessen nicht schön sind. Die
Chance besteht darin, dass sich in der Wahrnehmung des gebauten Raumes ein
Paradigmenwechsel vollzieht. Versiegelte Flächen, wie Straßen, Stellplatzanlagen
und Höfe sowie Garagendächer und triste Fassaden bekommen einen anderen
Stellenwert für die Planung. Ihr Potenzial als mögliche Grünräume und Fläche
für temporäre Nutzungen ist in den Blick zu nehmen.
Anlagen
| Nr. | Name | Original | Status | Größe | |
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1
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(wie Dokument)
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512,6 kB
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