Beschlussvorlage - 1004/2010

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Die Bezirksvertretung Mitte nimmt den Bericht der Verwaltung zur Kenntnis.

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Sachverhalt

 

 

Begründung:

 

Von dem allgemeinen Bevölkerungsrückgang sind viele Großstädte betroffen. So auch in starken Maße die Stadt Hagen. Das hat zur Folge, dass in bestimmten Lagen der Stadt, insbesondere an schwierigen Standorten, die Bautätigkeit nachlässt oder ganz zum erliegen kommt. So auch am Märkischen Ring, an dem im Bereich des Bettermann-Geländes seit längerer Zeit Baurecht für größere Wohn-, Büro- bzw. Geschäftshäuser besteht, ohne dass es zu einer Ausschöpfung der planungsrechtlichen Spielräume kam. Das Ausbleiben von größeren Investitionen muss nicht nur als Nachteil gesehen werden sondern kann auch als Chance begriffen werden, noch einmal andere stadtentwicklerische Ideen zu untersuchen. Insbesondere unter Beachtung von stadtklimatischen Bedingungen könnten durchgrünte Räume eine Alternative sein – auch auf Zeit.

 

Die Stadt Hagen hat in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, um die Innenstadt aufzuwerten. Unmittelbar im Zentrum hat die Bautätigkeit bis jetzt nicht nachgelassen. Die durchgeführten Maßnahmen haben weitgehend zu dem erwünschten Erfolg geführt. Es konnten qualitätvolle Plätze,  und Straßenräume und Grünflächen geschaffen werden. Die Identifikation der Menschen mit ihrer Innenstadt findet statt, weil man sich dort wieder gerne aufhält. Es wurde Kaufkraft zurückgewonnen und der Wohnwert wurde in Teilen der Innenstadt angehoben. So wie das Zentrum sind auch die Einfallstraßen und der Ring Imageträger und Aushängeschild der Stadt Hagen. In Bezug auf die Gestaltung und die Wohnsituation fallen diese im Verhältnis zur Innenstadt allerdings stark ab.

 

Gegenstand dieser näheren Untersuchung ist der Märkische Ring zwischen dem Emilienplatz und dem Johanniskirchplatz. Dieser Straßenabschnitt ist gekennzeichnet durch einen Wechsel zwischen großen Platzräumen und engen Straßenschluchten. Der große Stellplatzbedarf in der Innenstadt führt dazu, dass weite Fläche entlang des Ringes als Parkplätze genutzt werden. Teilweise fehlt eine straßenbegleitende Randbebauung. Somit ist der Blick freigegeben in ungeordnete Hinterhofbereiche. Gestalterische Defizite aber auch das Fehlen von Grün sind evident.

 

Bislang fehlte für die vielen Flächen ein übergeordnetes Gestaltungsprinzip.  Deshalb hat die Verwaltung ein erstes Ideenkonzept für den Abschnitt zwischen dem Emilienplatz und dem Johanniskirchplatz entwickelt. Es handelt sich hierbei nicht um die Vorstufe eines neuen Bebauungsplanes. Bisher ist auch nicht beabsichtigt, bestehende Bebauungspläne durch neue zu ersetzen. Das Konzept soll in erster Linie Impulse für Zwischennutzungen geben. Es werden zunächst Gestaltungsvorschläge für öffentliche und private Freiflächen gemacht.

Das Ideenkonzept ist eine Diskussionsgrundlage und kann als Leitfaden zum zukünftigen Umgang mit diesen Flächen verstanden werden. Es kann auch eine Nutzung auf Zeit bedeuten und wird aufgrund der Haushaltssituation nur punktuell oder in einzelnen Schritten und mit Hilfe privater Investitionen umsetzbar sein.

 

Zu den einzelnen Platzflächen:

 

1.      Emilienplatz

Der Verkehrsknoten Emilienplatz ist einer der am meisten frequentierten Ampelkreuzungen in Hagen. Die städtebaulich prägende Bebauung als Eingangsplatz und Tor zu Innenstadt tritt fast in den Hintergrund. Die beiden Platzflächen, die heute nur dem Parken dienen, werden als Gesamtraum kaum wahrgenommen und sind mehr oder weniger Restflächen. Die Idee ist hier den Anwohnern diese Flächen zurückzugeben und z.B. das bewirtschaftete Parken zugunsten von reinem Anwohnerparken umzuwandeln. Die  Erneuerung der Seitenflächen für die Bewohner soll mit Begrünung und Bäumen ein wenig mehr Qualität schaffen und als Puffer zum Straßenraum wirken.

 

2.      Finanzamts-Kolonnade

Dieser benachteiligte Straßenraum (über ca. 150 m) wird städtebaulich unterschätzt. Von Norden (Hbf) kommend ist er das prägende Stadttor und darf nicht entfallen. Im Gegenteil muss es herausgearbeitet, z.B. mit Lichtkonzepten zur Fassaden- und Kolonnadenbeleuchtung.

 

3. Grundstück ehem. Bettermann

Einen besonderen Stellenwert hat das große Grundstück ehem. Bettermann an der Kreuzung Rathausstraße / Märkischer Ring. Eine hochbauliche Nutzung wird zurzeit nicht angestrebt. Stattdessen soll die Fläche weiterhin als Parkplatz genutzt werden. Es findet allerdings eine grundlegende Umgestaltung des heute nur provisorisch hergerichteten Parkplatzes statt. Im Zusammenwirken mit dem Eigentümer bzw. Investor wird eine Gestaltung entwickelt, die eine Einbindung des Platzes in das Straßenbild sicherstellen soll. Hierzu wird die Verwaltung noch detailliert berichten.

 

4.      Westseite des Märkischen Ringes

Die im Konzept dargestellten Baukörper auf der Westseite des Märkischen Ringes zwischen Einmündung Schürmannstraße und Elbersufer bleiben gegenüber den alten Baufluchten bzw. Baugrenzen stark zurück und ermöglichen entlang der Straße die Pflanzung einer Doppelreihe von Bäumen. Dadurch könnte auf diesem Abschnitt des Märkischen Ringes der Charakter eines Boulevards entwickelt werden.

 

5.      Am Hohen Graben

Sehr differenziert sind die Verhältnisse in dem schmalen Baublock zwischen der Volme / Am hohen Graben und dem Märkischen Ring zu sehen. Der Block ist zum Märkischen Ring vollständig geschlossen. Baulich bedarf es an dieser Seite, die durch Lärm und Luftschadstoffe sehr stark beeinträchtigt wird, keiner Ergänzungen. Die Bebauung kehrt gewisserweise zur Volme ihren Rücken. Diese Seite, die weniger belastet ist, bedarf allerdings einer gestalterischen Aufwertung, ggf. auch einer baulichen Ergänzung, wie sie in dem Konzeptplan angedeutet wird.  Die erfolgte Umnutzung des ehem. Heyda-Werkes und der Neubau von Seniorenwohnungen am Elbersufer bewirken bereits in dieser städtebaulich sehr interessanten Lage einen positiven Anstoß.

 

Da davon auszugehen ist, dass Baulücken in naher Zukunft nicht geschlossen werden, bleiben über längere Sicht Räume erhalten, die an heutigen Kriterien gemessen nicht schön sind. Die Chance besteht darin, dass sich in der Wahrnehmung des gebauten Raumes ein Paradigmenwechsel vollzieht. Versiegelte Flächen, wie Straßen, Stellplatzanlagen und Höfe sowie Garagendächer und triste Fassaden bekommen einen anderen Stellenwert für die Planung. Ihr Potenzial als mögliche Grünräume und Fläche für temporäre Nutzungen ist in den Blick zu nehmen.

 

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Anlagen

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Beschlüsse

Erweitern

23.11.2010 - Bezirksvertretung Hagen-Mitte - ungeändert beschlossen

Erweitern

10.05.2011 - Stadtentwicklungsausschuss - ungeändert beschlossen