Beschlussvorlage - 0807/2004

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Beratungsfolge

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Beschlussvorschlag

Der Kultur- und Weiterbildungsausschuß nimmt zur Kenntnis, daß die Bronzeplastik “Jephtas Tochter” von Milly Steger in das Eigentum der Stadt Hagen übergegangen ist. Der Erwerb des Eigentums ist durch die Einwerbung von Spenden von Hagener Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden und Unternehmen ermöglicht worden.

 

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Sachverhalt

1919 schuf Milly Steger (1881-1948), die von 1910 bis 1917 Stadtbildhauerin von Hagen war, die Plastik einer lebensgroßen Tanzenden, mit dem Titel “Jephtas Tochter”. Bereits 1981 und 1998 war “Jephtas Tochter” in Gedächtnisausstellungen für Milly Steger in Hagen zu sehen. Diese Plastik wurde dem Karl Ernst Osthaus-Museum Ende Februar 2004 zum Preis von 60.000,- Euro zum Kauf angeboten, zahlbar in drei Raten (Mai/Juli/Oktober).

 

Die grazile Figur zählt zu den schönsten und ausdrucksvollsten Arbeiten Milly Stegers und ist ein Hauptwerk nicht nur in ihrem Œuvre, sondern in der Plastik der klassischen Moderne. Der Titel der Bronzearbeit bezieht sich auf eine Begebenheit aus dem Alten Testament: der israelische Hauptmann Jephta befreite seinen Stamm von den Ammonitern und opferte dafür einem Gelübde gemäß seine Tochter (Richter 11, 30-39). Vor ihrer Opferung nimmt Jephtas Tochter tanzend Abschied von ihrem Leben. Sie tanzt einen vollkommen in sich gekehrten, kaum in den Raum ausgreifenden, melancholisch gestimmten Tanz. In dieser tragischen Gestalt aus dem Alten Testament verarbeitete Milly Steger die spannungsvolle Körpersprache des damals populären Ausdruckstanzes.

 

Die erste Version von “Jephtas Tochter” von 1919 war aus schwarzem Steinguß. 1920 kaufte Karl Ernst Osthaus die Tanzende für das Hagener Museum Folkwang. “Jephtas Tochter” gelangte 1922 mit der gesamten Folkwang-Sammlung nach Essen und wurde 1944 im Krieg zerstört. Milly Steger ließ jedoch bereits 1920 noch einen Bronzeguß der Figur anfertigen, den ein Kasseler Bankier kaufte, der zugleich Leiter des dortigen Kunstvereins war. Seitdem war “Jephtas Tochter” in dritter Generation im Besitz der Familie, die sie nun veräußerte.

 

Da das Karl Ernst Osthaus-Museum nicht mehr über Ankaufsmittel verfügt, wurde unter dem Motto “Eine Tanzende für Osthaus” mit Unterstützung des Karl Ernst Osthaus-Bundes eine Initiative von Hagener Bürgerinnen und Bürgern ins Leben gerufen, um die Skulptur für das Karl Ernst Osthaus-Museum zu sichern.

 

Gemeinsam wurden verschiedene Initiativen und Angebote entwickelt, die Geld erbringen sollten. Als erstes wurde eine Patenaktie aufgelegt. Der Hagener Künstler Bernhard van der Minde, Mitglied des Hagenrings, fertigte dafür eine Feder-Zeichnung der Milly Steger-Plastik an und ließ diese dann als Siebdruck vervielfältigen (Auflage: 500, Preis pro Patenaktie: 50,- Euro). Im Juni bot die Kunsthistorikerin Ariane Hackstein eine Busexkursion an zugunsten des Ankaufs der Tanzenden unter dem Motto: Auf den Spuren von Milly Steger in Hagen. Auch der Intendant des Theaters Hagen, Rainer Friedemann, unterstützte die Aktion: Anläßlich der im Juni veranstalteten “Tanzräume” konnte sich “Jephtas Tochter” im Foyer des opus dem Publikum vorstellen. Schließlich wurde Ende Juni der letzte “Tango” der Spielzeit zu einer Benefizveranstaltung für die Tanzende umgewidmet und der Erlös des Abends kam vollständig dem Ankauf zugute. Ein Höhepunkt der Spendenaktion war das “Sommerfest für Jephtas Tochter” des Karl Ernst Osthaus-Bundes und des Museums im Garten des Hohenhofs am 10. Juli . Peter Pietzsch moderierte den Abend und die musikalische Leitung lag in den Händen von Antony Hermus. Der Tänzer und Choreograph Torsten Konrad, Lehrer an der Essener Folkwang-Hochschule, trat mit zwei eigens entwickelten Choreographien auf. - Das Fest wurde von zahlreichen Unternehmen, Banken und Verbänden, Hagener Serviceclubs und Privatpersonen sowie wiederum dem Theater Hagen unterstützt.

 

Am 5. Oktober 2004 ging Milly Stegers Bronzeplastik “Jephtas Tochter” durch Zahlung der letzten Rate in das Eigentum des Karl Ernst Osthaus-Museums der Stadt Hagen über (Inv. Nr. K 4524). Somit wurde die Bürger-Aktion “Eine Tanzende für Osthaus”, die Anfang März ins Leben gerufen wurde, erfolgreich abgeschlossen, bei der sich über 500 Hagenerinnen und Hagener engagiert und gespendet haben.

 

In der Spielzeit 2004/05 soll die Plastik im Café des Theaters stehen, für dessen Fassade Milly Steger 1911 die vier großen Frauenakte schuf. Ab Sommer 2005 soll “Jephtas Tochter” auf Dauer im Hohenhof - Museum des Hagener Impulses präsentiert werden.

 

Folgende Personen, Verbände und Unternehmen seien genannt – stellvertretend für die 500 Bürgerinnen und Bürger -, die sich mit hohen Geld- oder Sachspenden sowie durch ihren Einsatz maßgeblich an der Aktion “Eine Tanzende für Osthaus” beteiligt haben:

 

-          Altenloh, Brinck & Co., Ennepetal

-          Europart Holding, Hagen

-          Karl Ernst Osthaus-Bund, Hagen

-          Lions Club Hagen

-          Lions Club Hagen-Mark

-          Lions Club Hagen-Westfalen

-          mark E, Hagen

-          Märkische Bank Stiftung, Hagen

-          Rathaus-Apotheke - Internationale Apotheke, Dr. Klaus Fehske

-          Rent a cook, Hagen, Thomas Prudlik

-          Rotary Club Hagen

-          Rotary Club Hagen-Lenne

-          Soroptimist International Club Hagen

-          Stifterverband des Karl Ernst Osthaus-Museums

-          Theater Hagen

-          Bernhard van der Minde, Hagen

-          Wirtschaftsjunioren Hagen / Ennepe-Ruhr

-          Zonta Club Hagen Area

 

sowie rund 500 Bürgerinnen und Bürger.

 

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Auswirkungen

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 Es entstehen keine finanziellen und personellen Auswirkungen.

 

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Beschlüsse

Erweitern

26.11.2004 - Kultur- und Weiterbildungsausschuss - ungeändert beschlossen