Stellungnahme - 0389/2026-1

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

 

Die Verwaltung beantwortet die Anfrage der AfD Fraktion im Rat der Stadt Hagen vom 15.06.2026 zum Hitzeaktionsplan wie folgt:

 

  1. Warum wird über die neuen Erkenntnisse des IPCC an dieser Stelle nichts berichtet?

 

Die Darstellung, wonach das Szenario RCP8.5 inzwischen als „überholt“ gelte, greift zu kurz. Zwar ist vorgesehen, für den 7. Sachstandsbericht des IPCC (AR7) künftig das Hochemissionsszenario SSP3-7.0 anstelle von RCP8.5 zu betrachten. Nach der aktuellen Fachinformation des DAS-Basisdienstes Klima und Wasser, erstellt durch den Deutschen Wetterdienst (DWD), die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG), das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sowie die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), vom 21.05.2026 behalten die bisherigen Datengrundlagen und die daraus abgeleiteten Anpassungserfordernisse jedoch weiterhin ihre Gültigkeit. Dies wird wie folgt begründet:

 

  • Die beobachtete Temperaturentwicklung in Deutschland liegt weiterhin im oberen Bereich der bisherigen RCP8.5-Projektionen.
  • Die Auswirkungen der verschiedenen Klimaszenarien unterscheiden sich in den kommenden Jahrzehnten nur geringfügig, sodass die Wahl des Szenarios für die mittelfristige Planung von untergeordneter Bedeutung ist.
  • Das künftig verwendete Szenario SSP3-7.0 führt für Mitteleuropa und Deutschland bis zum Ende des 21. Jahrhunderts zu vergleichbaren Änderungen der Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse wie das bisher verwendete Szenario RCP8.5.
  • Die Treibhausgaskonzentrationen steigen auch im Szenario SSP3-7.0 weiter an. Die unter RCP8.5 prognostizierten Klimafolgen können daher grundsätzlich weiterhin eintreten, gegebenenfalls jedoch zeitlich verzögert.

 

Ein entsprechender Hinweis auf den aktuellen fachlichen Sachstand wird in die zweite Fassung des Hitzeaktionsplans aufgenommen. Aktualisierte Datengrundlagen werden im Rahmen der Fortschreibung des Hitzeaktionsplans berücksichtigt, sobald diese verfügbar sind.

 

  1. Ist die Bevölkerung über den Standort des Trinkwasserbrunnens und die sog. Kühloase in Hagen informiert?

 

Die Bevölkerung wird über Pressemitteilungen, Social-Media-Beiträge, Radiobeiträge, Kundenstopper, Flyer sowie den „Stadtplan für heiße Tage“ über die Standorte der Trinkwasserbrunnen und Kühloasen informiert.

 

Wie hoch der Anteil der Bevölkerung ist, der über diese Angebote informiert ist, kann erst nach der Durchführung einer zweiten Bürgerbefragung beurteilt werden.

 

 

Schulungen zum Hitzeschutz

 

  1. Gibt es hierzu bereits Pläne, fertige Konzepte, bzw. einfache und kostengünstige Ideen?

 

Die Kosten der Schulung werden von den jeweiligen Einrichtungen der Teilnehmenden getragen. Dieses Vorgehen soll auch künftig beibehalten werden.

 

Ein grobes Konzept zu den Lerninhalten wurde gemeinsam mit einem Lehrgangsleiter der Malteser erarbeitet.

 

 

Duschmöglichkeiten für Menschen in Wohnungsnot

 

  1. Da diese Duschmöglichkeiten weiter ausgebaut werden sollen, wo gibt es sie bereits?

 

Die SHG Charity, Luthers Waschsalon und das Kontaktcafé verfügen bereits über Duschmöglichkeiten.

 

In der Beratungsstelle für Wohnungslose der Diakonie Mark-Ruhr gGmbH wird derzeit eine Dusche eingebaut.

 

  1. Wie ist das Ganze organisiert?

 

Die Einrichtungen, die Duschmöglichkeiten anbieten, organisieren dieses Angebot eigenständig.

 

 

Partner für Hitzeschutz

 

  1. Sind bereits Partner gewonnen worden und wenn ja, wie wird dies bereits umgesetzt?

 

Ja. Im Rahmen der Erstellung des Hitzeaktionsplans wurden bereits verschiedene Akteure eingebunden. Hierzu zählen insbesondere städtische Fachbereiche (u. a. Umweltamt, Gesundheitsamt, Fachbereich Jugend und Soziales, Feuerwehr und Ordnungsamt) sowie weitere Institutionen und Einrichtungen wie Pflegeeinrichtungen, Kindertagesstätten, Schulen, Arztpraxen und Apotheken.

 

Die Zusammenarbeit erfolgt durch regelmäßige Steuerungskreise und den fachlichen Austausch zur Erarbeitung, Abstimmung und Vorbereitung von Maßnahmen zum Hitzeschutz.

 

 

Hitze-Schutzpläne in sensiblen Einrichtungen

 

  1. Was sind „hitzesensible Einrichtungen“?

 

Hitzesensible Einrichtungen sind Einrichtungen, in denen sich Menschen aufhalten oder betreut werden, die besonders anfällig für gesundheitliche Folgen von Hitze sind oder bei denen hohe Temperaturen den Betrieb erheblich beeinträchtigen können.

 

Dazu gehören insbesondere:

  •                       Krankenhäuser
  •                       Pflegeheime und ambulante Pflegedienste
  •                       Beatmungs_WGs
  •                       Kindertagesstätten
  •                       Schulen
  •                       Einrichtungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen
  •                       Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe (z. B. Tagesaufenthalte, Notunterkünfte)
  •                       Seniorentreffs und Tagespflegeeinrichtungen
  •                       Reha- und Therapieeinrichtungen

 

  1. Wie viele gibt es davon in Hagen?

 

In Hagen gibt es rund 300 hitzesensible Einrichtungen.

 

 

Schülerakademien Klimaanpassung

 

  1. Gibt es diese Schülerakademien bereits?

 

Ja. Im vergangenen Jahr fand an der Gesamtschule Eilpe erstmals eine Schülerakademie zum Thema Klimaanpassung statt. Sie wurde in Kooperation zwischen der Schule, dem BUND Marienhof, der Diakonie Katastrophenhilfe und dem Umweltamt durchgeführt.

 

Die Schülerakademie wurde zunächst in einem kleineren Rahmen umgesetzt. Das zugrunde liegende Konzept orientiert sich am landesweiten Programm „Schulen der Zukunft“ in Nordrhein-Westfalen.

 

Eine weitere Schülerakademie ist für das kommende Schuljahr geplant.

 

  1. Wer finanziert sie?

 

Die Schülerakademie wird durch den BUND Marienhof finanziert. Die Finanzierung erfolgt insbesondere durch die Bereitstellung personeller Ressourcen sowie Organisations- und Arbeitsleistungen.

 

  1. Welche NGO`s vermitteln dieses Wissen? Gibt es hierzu Transparenz?

 

Die Vermittlung der Inhalte erfolgt abhängig vom jeweiligen Themenschwerpunkt. Neben dem BUND Marienhof sollen verschiedene Fachbereiche der Stadt Hagen mitwirken, darunter das Umweltamt, der Fachbereich Stadtentwicklung, die Feuerwehr, der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) sowie der Fachbereich Schule.

 

Ja, die beteiligten Organisationen und Fachbereiche werden bei der Planung und Durchführung der Schülerakademien transparent dargestellt.

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09.07.2026 - Rat der Stadt Hagen - zur Kenntnis genommen