Anfrage - 0522/2026-1

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Beratungsfolge

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Sachverhalt

 

 

  1. Liegen der Stadt Hagen oder dem Gesundheitsamt Erkenntnisse über eine Zunahme des Crack- bzw. Kokain-Konsums in Hagen vor?

 

Der Konsum von Crack, der sich eine lange Zeit über auf Großstädte wie Frankfurt beschränkt hat, ist mittlerweile im gesamten Bundesgebiet zu beobachten. Auch in Hagen ist der Konsum bereits seit geraumer Zeit ein Thema. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen vom hohen psychischen Suchtpotential der Droge über die hohe Verfügbarkeit hin zu einer geringen Hemmschwelle aufgrund der inhalativen Konsumform (kein IV - Konsum).             

Die städt. Suchthilfeeinrichtungen, der Sozialpsychiatrische Dienst und auch angrenzende Bereiche berichten von der herausfordernden Arbeit mit den Betroffenen bzw. den Folgen, die der Konsum von Crack auf eben diese hat.

 

  1. Werden in den Einrichtungen der Suchthilfe, Drogenberatung oder Straßensozialarbeit vermehrt Konsumentinnen und Konsumenten von Crack registriert?

 

In allen Bereichen der städt. Suchthilfe werden subjektiv vermehrt KonsumentInnen von Crack wahrgenommen. Es lässt sich allerdings keine konkrete Zahl nennen, da die Substanzen in diesen Bereichen nicht konkret statistisch erhoben werden.

 

  1. Gibt es statistische Daten oder Einschätzungen zur Entwicklung des Crack-Konsums in Hagen in den letzten fünf Jahren?

 

Nein, es liegen keine konkreten statistischen Daten oder Einschätzungen vor.  

Crack wird in der Statistik der städt. Suchthilfe nicht explizit als Substanz erhoben. Eine Vielzahl der Konsumierenden kommt nicht in den klassischen Einrichtungen der städt. Suchthilfe an, sodass keine explizite Beratung stattfindet. Betroffene, die ankommen, sind in einem Großteil der Fälle „Altklienten-Innen“, die seit vielen Jahren bekannt sind und ihren Substanzkonsum von Opiaten o.ä. hin zu Crack erweitert/verändert haben oder Crack als Beikonsum zur Substitutionsbehandlung nutzen. 

 

  1. Welche konkreten Maßnahmen ergreift das Gesundheitsamt Hagen im Umgang mit Crack-Konsumierenden, falls notwendig?

 

Folgende Maßnahmen des Gesundheitsamtes gibt es bereits, teilweise in Kooperation mit angrenzen-den Fachbereichen:

 

 Streetwork (eine Kooperation der Kommunalen Drogenhilfe Hagen und des Sozialpsychiatrischen Dienstes)

 

 Unterstützungsangebot des Sozialpsychiatrischen Dienstes speziell für wohn- und obdachlose BürgerInnen

 

 Vergabe von Safer Use – Materialien sowie medizinischer Bedarf zur Harm Reduction

 

 Niedrigschwellige ärztliche Sprechstunde im städt. Männerasyl

 

  1. Welchen Handlungsbedarf sieht die Verwaltung, um auf die landesweit festgestellte Ausbreitung von Crack vorbereitet zu sein?

 

 

Orientiert an den „Handlungsempfehlungen zum Umgang mit Crack-Konsum im Kontext der Drogen- und Suchthilfe“ von akzept e.V. gibt es verschiedene Maßnahmen, die im Umgang mit Konsumierenden von Crack empfohlen werden und im Rahmen der kommunalen Gestaltungsmöglichkeiten umgesetzt werden.

 

Beispiele für empfohlene Maßnahmen laut Handlungsempfehlung:

 Ausbau präventiver Maßnahmen im Bereich Harm Reduction, Infektionsprophylaxe und Safer Use

 

 Ausbau von niedrigschwelligen Angeboten sowie der interdisziplinären Vernetzung

 

 Ausbau der Personalkapazitäten und entsprechende Fort- und Weiterbildungen

 

 Ausbau und Verbesserung des Angebots von Drogenkonsumräumen und Drugchecking

 

 Etablierung einer niedrigschwelligen, medizinischen Grundversorgung sowie sozialpsychiatrischer Hilfen und einer medizinischen/psychiatrischen Akutversorgung (auch ohne Versicherungsschutz)

 

 Forschung

 

 

 

https://www.akzept.eu/wp-content/uploads/2023/01/HandlungsempfehlungenCrack2023.pdf

 

 

  1. Plant die Stadt eine Anpassung bestehender Präventionskonzepte angesichts der landesweiten Entwicklungen, insbesondere auch an Schulen, in Jugendzentren oder anderen Einrichtungen der Jugendarbeit?

 

Die Kommunale Drogenhilfe plant momentan keine Anpassung der bestehenden Präventionskonzepte hinsichtlich des Themas Crack für die o.g. Bereiche.             

 

Im Bereich der niedrigschwelligen Hilfen wurde aber beispielsweise bereits das Angebot der zur Verfügung gestellten Safer Use - Materialien angepasst.             

 

  1. Hat die Stadt Hagen geprüft oder plant sie zu prüfen, welche Erfahrungen andere Kommunen mit niedrigschwelligen Hilfsangeboten, aufsuchender Sozialarbeit, Drogenkonsumräumen, Drug-Checking-Angeboten (1) oder anderen Maßnahmen zur Schadensminimierung gemacht haben und welche Erkenntnisse daraus für Hagen nutzbar sein könnten?

 

Die Fachkräfte der Kommunalen Drogenhilfe Hagen sowie des Sozial-psychiatrischen Dienstes der Stadt Hagen sind in unterschiedlichste Formate, wie z.B. Arbeitskreise eingebunden und nehmen an einschlägigen Fachtagungen teil. In diesem Rahmen werden regelmäßig Erfahrungen, Entwicklungen und Erkenntnisse aus anderen Kommunen sowie aktuelle fachliche Ansätze diskutiert.

Die dort gewonnenen Informationen fließen in die fachliche Bewertung der Situation vor Ort ein und können bei Bedarf für die Weiterentwicklung bestehender Angebote in Hagen herangezogen werden.

 

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Anlagen

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Beschlüsse

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30.06.2026 - Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie - zur Kenntnis genommen