Beschlussvorlage - 0514/2026
Grunddaten
- Betreff:
-
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:
Neubauplanung Cuno Berufskollegs: Standort Höing nicht weiterverfolgen-
tragfähige Alternativen vertieft prüfen
- Status:
- öffentlich (Vorlage freigegeben)
- Vorlageart:
- Beschlussvorlage
- Federführend:
- FB61 - Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung
- Bearbeitung:
- Barbara Di Iorio
Beratungsfolge
| Status | Datum | Gremium | Beschluss | NA |
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●
Geplant
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Ausschuss für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr
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Entscheidung
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02.07.2026
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Beschlussvorschlag
Der Stadtentwicklungsausschuss beschließt:
1. Der Standort „Sportplatz Am Höing“ wird für die weitere Planung eines Neubaus der Berufskollegs Cuno I und Cuno II nicht weiterverfolgt.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, die weiteren Standortüberlegungen auf tragfähige Alternativen zu konzentrieren. Dabei sind zusätzlich insbesondere folgende Varianten vertieft und vergleichend zu prüfen:
a) eine Lösung mit einem Berufskolleg am bestehenden innerstädtischen Standort Viktoriastraße und einem weiteren Berufskolleg an einem zweiten Standort,
b) eine Standortkombination unter Einbeziehung der Westside,
c) eine Standortkombination unter Einbeziehung der Brandt-Brache bzw. Brandt-Süd,
d) weitere geeignete Standorte oder Standortkombinationen, die eine gute Erreichbarkeit, städtebauliche Impulse und eine realistische Umsetzungsperspektive bieten.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, bei der weiteren Prüfung ausdrücklich auch Zwei-Standort-Lösungen gleichberechtigt zu betrachten. Eine gemeinsame Unterbringung beider Berufskollegs an einem Standort soll nicht länger als alleiniger planerischer Leitgedanke behandelt werden.
4. Bei der weiteren Bewertung sind neben Bau- und Grundstückskosten insbesondere folgende Kriterien nachvollziehbar darzustellen:
o
o verkehrliche Erschließung und Auswirkungen auf Wohnquartiere,
o
o ÖPNV-Erreichbarkeit, insbesondere vom Hauptbahnhof und aus der Region,
o
o städtebauliche Wirkung und Impulse für Innenstadt bzw. Stadtteilentwicklung,
o
o Klima--, Grünflächen-- und Versiegelungswirkungen,
o
o planungsrechtliche Risiken, Verfahrensdauer und Klagerisiken,
o
o Interimsbedarfe und Möglichkeiten serieller bzw. modularer Bauweise,
o
o Auswirkungen auf Kaufkraft, Frequenz und Alltagsleben in der Innenstadt.
5. Die Verwaltung wird gebeten, dem Stadtentwicklungsausschuss eine überarbeitete Bewertungsmatrix als Beschlussvorlage vorzulegen, in der die genannten Kriterien transparent gewichtet werden. Dabei ist auch darzustellen, weshalb die im Abschlussbericht zunächst ausgeschiedenen Standorte nicht weiterverfolgt wurden.
Sachverhalt
Die Stadt Hagen steht bei den Berufskollegs Cuno I und Cuno II vor einer der wichtigsten Bildungs- und Stadtentwicklungsentscheidungen der kommenden Jahre. Der bauliche Zustand der bestehenden Gebäude macht deutlich, dass eine zukunftsfähige Lösung dringend erforderlich ist. Der Abschlussbericht beschreibt erhebliche brandschutztechnische, bauliche und technische Mängel im Bestand.
Zugleich zeigt er, dass für die künftige Entwicklung der Berufskollegs deutlich größere Flächen benötigt werden.
Gerade weil der Handlungsdruck hoch ist, muss die Standortentscheidung frühzeitig auf eine realistische, rechtssichere und stadtverträgliche Grundlage gestellt werden. Der Standort „Sportplatz Am Höing“ überzeugt diese Anforderungen nicht.
Der Höing ist aus Sicht unserer Fraktion insbesondere aus verkehrlichen und städtebaulichen Gründen nicht geeignet. Der Abschlussbericht weist selbst darauf hin, dass die örtliche Anbindung nur über eine schmale Stichstraße bzw. durch ein Wohngebiet erfolgen würde. Zudem sollen notwendige Stellplätze nicht direkt auf dem Standort, sondern in der näheren Umgebung nachgewiesen werden. Bei zwei großen Berufskollegs mit erheblichem Schüler-, Beschäftigten- und Besucheraufkommen ist absehbar, dass dies zu zusätzlichen Belastungen, Parkdruck und Konflikten im umliegenden Wohnquartier führen würde.
Hinzu kommen erhebliche Akzeptanzprobleme. Es ist zu befürchten, dass eine Planung am Höing mit massiven Widerständen verbunden wäre. Eine weitere Fokussierung auf diesen Standort würde deshalb erhebliche Verzögerungs- und Konfliktrisiken erzeugen. Aus Sicht der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen darf die Innenstadt als Bildungsstandort nicht vorschnell aufgegeben werden. Ein Berufskolleg an der Viktoriastraße oder in unmittelbarer Innenstadtnähe hätte weiterhin erhebliche Vorteile: Die Erreichbarkeit mit Bus und Bahn ist gut, die Schülerinnen und Schüler stärken durch ihre alltägliche Anwesenheit die Innenstadt, und die Kaufkraft in Mittagspausen sowie nach Unterrichtsende bleibt im Zentrum. Gerade für eine Innenstadt, die zusätzliche Frequenz dringend braucht, ist dies ein relevanter städtebaulicher Faktor.
Eine Lösung an zwei Standorten ist dabei kein Nachteil, sondern kann eine realistische und stadtverträgliche Option sein. Sie ermöglicht es, unterschiedliche Anforderungen der beiden Berufskollegs passgenauer zu erfüllen, Flächenkonflikte zu reduzieren und vorhandene städtische Strukturen besser zu nutzen.
Die Westside verdient aus unserer Sicht eine vertiefte Prüfung. Der Standort liegt zentral, bietet städtebauliches Entwicklungspotenzial und könnte mit einer Bildungseinrichtung einen starken Impuls für ein wichtiges Transformationsareal setzen. Auch wenn die fußläufige Anbindung derzeit noch Fragen aufwirft, darf dies nicht dazu führen, den Standort vorschnell gegenüber dem Höing zurückzustellen. Vielmehr sind Zwischenlösungen, Umwegebeziehungen vom Hauptbahnhof und die Perspektive einer besseren Anbindung realistisch zu bewerten.
Auch die Brandt-Brache bzw. Brandt-Süd sollte nicht vorschnell ausgeschlossen werden. Der Standort ist komplex, unter anderem wegen Denkmalschutz, Altlasten, Gebäudestruktur und Flächenzuschnitt. Gleichzeitig kann gerade ein Berufskolleg auf einer solchen Fläche ein starker Impuls für Stadtumbau, Reaktivierung und nachhaltige Flächennutzung sein. Innenentwicklung und die Nutzung bereits vorgenutzter Flächen müssen gegenüber der Inanspruchnahme klima- und wohnumfeldsensibler Grün- und Sportflächen ernsthaft priorisiert werden.
Mit diesem Antrag soll keine abschließende Festlegung auf einen Alternativstandort erfolgen. Ziel ist vielmehr, eine politisch und planerisch problematische Variante aus dem weiteren Verfahren herauszunehmen und die Verwaltung auf realistische, stadtverträgliche und zukunftsfähige Optionen zu konzentrieren.
Anlagen
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(wie Dokument)
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321,8 kB
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